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Komödie

[titel der show]

Wie ticken Musical-Autoren?


© Sven Serkis
© Sven Serkis
Ein Musical über die Entstehung eines Musicals – kann so etwas funktionieren? Durchaus. Den Beweis tritt die deutschsprachige Erstaufführung von "[titel der show]" trotz fehlender musikalischer Ohrwürmer eindrucksvoll an. Dieses Manko lassen die vier tollen Darsteller jedoch schnell vergessen.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:23.04.2017
Rezensierte Vorstellung:23.04.2017


Jeff und Hunter bringen es gleich zu Beginn musikalisch auf den Punkt: "Zwei Nobodies in New York". Die beiden (noch) unbekannten Musical-Schaffenden – der eine Komponist, der andere Texter – träumen davon, mit ihrem ersten Stück bei einem Festival ganz groß herauszukommen. Gemeinsam mit ihren Sänger-Freundinnen Heidi und Susan sowie dem Pianisten Larry entwickeln sie innerhalb von drei Wochen ihr Musical, in dem zwei Nobodies ein Stück schreiben über zwei Nobodies, die ein Stück schreiben. Das Ganze ist noch nicht einmal Fiktion, denn "[titel der show]" stammt aus der Feder von Jeff Bowen (Musik, Songtexte) und Hunter Bell (Buch), die darin ihre eigenen Erlebnisse verarbeiten.


In neunzig Minuten Spieldauer erleben die Zuschauer das harte Leben der Musicalschaffenden. Sie überwinden ihre Schreibblockaden, kämpfen um Mini-Rollen in Broadway-Produktionen und halten sich mit entwürdigenden Jobs über Wasser. Robin Kulischs sehr witzige deutsche Fassung trägt die nur auf den ersten Blick recht dünne Story hervorragend und zündet in seiner sehr leichtfüßig wirkenden Inszenierung ein Feuerwerk an Gags. Problem dabei ist allerdings, dass einige dieser Gags nur von Insidern verstanden werden. Das führt zu verdutzten Gesichtern bei Zuschauern, die nicht in der Branche tätig sind, während sich ihre Sitznachbarn vor Lachen nur so krümmen.


© Sven Serkis
© Sven Serkis



Mehr als vier Stühle auf der leeren Bühne braucht dieses Musical nicht (Ausstattung: Daniel Unger). Drumherum erfindet Choreografin Silvia Varelli auf der nicht sehr tiefen, aber recht breiten Spielfläche immer neue Bewegungsabläufe und sogar Hebefiguren. Die vier Darsteller, fast unentwegt auf der Bühne präsent, meistern das alles mit sehr viel Leichtigkeit und Schwung.


Weniger überzeugen kann hingegen Jeff Bowens Partitur, die neben dem eingangs schon erwähnten Song und dem dynamischen Duett "Dein eigenes Musical" nur wenig Ohrwurmpotential besitzt. Die Musik ist zwar sehr schmissig und jazzig inspiriert, wirkt aber oft irgendwie improvisiert. Bestes Beispiel dafür ist "Stirb, Vampir, stirb". Pianist Damian Omansen, der seitlich vor der Bühne auf einer Zuschauertribüne sitzt, ist ein souveräner wie aufmerksamer musikalischer Begleiter, der aber auch immer wieder als Stichwortgeber in die Handlung eingreift.


Der ganz große Trumpf der ersten deutschsprachigen "[titel der show]"-Produktion ist ihr fantastischer Cast: Dennis Weißert ist ein etwas träumerisch angelegter Hunter, Alexander Soehnle gibt seinen eifrigen Komponisten-Kumpel Jeff. Soehnles etwas dunkler gefärbte Stimme harmoniert dabei sehr schön mit Weißerts hohem Tenor. Ein tolles Gespann, dem sofort die Sympathien der Zuschauer zufliegen! Doch auch die beiden Damen sind darstellerisch und gesanglich auf den Punkt besetzt: Annika Henz (Heidi) und Franziska Kuropka (Susan) überzeugen im Zickenkrieg ebenso wie als warmherzige Freundinnen, die gemeinsam für das große Ziel kämpfen.


© Sven Serkis
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Wenn der rote Vorhang fällt, werden am Premierenabend alle Protagonisten auf und hinter der Bühne zu Recht gefeiert. Ohne Robin Kulisch und Damian Omansen, die diese deutschsprachige Erstaufführung privat finanziert haben, hätte es wohl noch deutlich länger gedauert, bis der Off-Broadway-Erfolg den Weg nach Deutschland gefunden hätte. Dieser Mut hat sich – zumindest vom künstlerischen Aspekt her - ausgezahlt.

(Text: kw)






Kreativteam

Musik und GesangstexteJeff Bowen
BuchHunter Bell
Deutsche Fassung und InszenierungRobin Kulisch
Musikalische LeitungDamian Omansen
Choreografie & Musical StagingSilvia Varelli
AusstattungDaniel Unger
LichtMartin Siemann


Besetzung

HunterDennis Weißert
JeffAlexander Soehnle
HeidiAnnika Henz
SusanFranziska Kuropka
LarryDamian Omansen
mit den Stimmen vonJohanna Magdalena Schmidt
Peter Sura




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Sven Serkis
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Klein aber fein

26.04.2017 - Ich habe die Vorstellung am 24.4 gesehen.

Das gut gefüllte Studio im Admiralspalast hat den Charme einer kleine Off Bühne am Broadway und wie der Abend beweist, braucht man manchmal auch gar nicht mehr.

Simple Bühne, mit 4 Stühlen. Der Pianist auf einer kleinen Nebenbühne, der auch öfters mal ins Geschehen sehr komisch eingreift ( Damian Omansen ). Fertig.

Die Geschichte ist simple. 2 hochmotivierte Musical Schreiber wollen für ein Festival ein Musical schreiben, in 3 Wochen, und das klappt, off Broadway, Broadway, aber mit einigen Hindernissen, die gemeistert werden müssen. Unterstützt von 2 Freundinnen die auch ihre Chance wittern den Durchbruch am Broadway zu schaffen.

Herrlich spielen alle Darsteller an diesem Abend und haben alle Ihre kleinen schönen Momente.
Auch wenn man vielleicht nicht jeden \"Insider\" versteht, von denen es eine Menge gibt, war es sehr lustig zusehen wie die 4 das Abenteuer Musical entstehen lassen.

Großes Lob auch an die Choreografie mit vielen kleinen schönen Einfällen. Und die Regie von Robin Kulisch trifft jeden Moment den richtigen Ton, und hat eine tolle Truppe auf die Bühne gestellt.
Besonders gut ist Ihm aber neben der Regie die Übersetzung gelungen. Selten heute, dass man den Witz einer Show so gut in der deutsche Sprache einfangen kann. Kompliment.

Leider gibt es nicht viele Vorstellungen, aber ich wünsche der Show, noch mehr Vorstellungen, vielleicht an anderen Orten.

Der Mut des Teams gehört belohnt,
denn es ist ein toller Abend.

Sehr empfehlenswert.

KristinP (54 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
Robin Kulisch & Damian Omansen in Koop. mit R+H Theatricals Europe GmbH

D-10623 Berlin
Homepage
 Karten
Karten können über den jeweiligen Veranstaltungs­ort bezogen werden (siehe Liste rechts)

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(kw)

Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

DAS Kult-Stück für alle Musical-Insider. Wer jedoch nicht auf oder hinter der Bühne tätig ist, an dem prallen die Insider-Gags trotz launiger deutscher Übertragung und flotter Inszenierung (Robin Kulisch) ab. Toller Cast, laue Songs.

23.04.2017

 Termine
Di02.05.20:00 Uhr
Admiralspalast F101 (Berlin)


© musicalzentrale 2017. Alle Angaben ohne Gewähr.

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