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Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Young Frankenstein


Comedy-Musical

Young Frankenstein

Puttin' on the Ritz


Ein Jahrzehnt nach dem gescheiterten Versuch, das Comedy-Horror-Musical "Young Frankenstein" langfristig am Broadway zu etablieren, hat es nun seinen Weg ins Londoner West End geschafft. Dort ist eine runderneuerte, bis in die kleinste Rolle perfekt besetzte Version der Show zu sehen, die ÔÇô inhaltlich gestrafft und mit viel Slapstick gew├╝rzt ÔÇô ├╝berzeugt.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:10.10.2017
Rezensierte Vorstellung:20.10.2017
Derni├Ęre:25.08.2018


Unter der strengen Aufsicht des mittlerweile 91-j├Ąhrigen Mel Brooks fiel gut eine halbe Stunde der Broadway-Ur-Version dem Rotstift zum Opfer. Unter anderem entf├Ąllt die Er├Âffnungsnummer "The Happiest Town In Town". Die Show startet nach der ÔÇô ebenfalls gek├╝rzten ÔÇô Ouvert├╝re mit dem Song "The Brain", gespickt mit dem f├╝r die BrooksÔÇÖsche Musik so typisch deftigen Wortwitz. Und so entfaltet sich die Story ├╝ber Frederick, den Enkel des ber├╝hmten Victor Frankenstein, der nach Transylvanien reist, um sein Erbe des Familienanwesens anzutreten.

Dr. Frederick Frankenstein, der Wissenschaftler, der nicht m├╝de wird, zu betonen, dass sein Name "Fronkenstien" ausgesprochen wird, wird genial gespielt von Hadley Fraser. Fraser hat eine glockenklare Stimme und spielt ungemein leicht und glaubw├╝rdig. Er ├╝berzeugt besonders durch sein ausgiebiges Minenspiel, beispielsweise wenn Igor, der bucklige Dienstbote des Anwesens, ihn immer wieder darauf anspricht, dass sein Buckel von der einen auf die andere Seite gewechselt ist. Igor wird von Stand-up-Comedian Ross Noble ebenso brillant dargestellt. Es ist schon alleine sehenswert, wie der Schauspieler es fertig bringt, sein umhangartiges Kost├╝m immer so in Bewegung zu halten, dass es aussieht, als h├Ątte er die Gr├Â├če eines Zwergs und die Statur einer Fledermaus. Au├čerdem hat Noble durch seinen Cockney-Akzent und seine trockene Art die meisten Lacher des Abends auf seiner Seite.

Ebenfalls aus dem Comedy-Bereich kommt Lesley Joseph, die die Haush├Ąlterin Frau Bl├╝cher spielt. Mit rollendem "R" und viel deutschem Akzent stellt sie die gestrenge Dame bitterb├Âse und mit viel Zynismus dar. Selbst die Pferde, die zum Anwesen geh├Âren, wiehern vor Entsetzen beim Aussprechen ihres Namens aus dem Off. Genial: Ihr Song "He Vas My Boyfriend", der mit vielerlei vulg├Ąren und sexuellen Anspielungen erz├Ąhlt, dass Victor ihr Geliebter war. Weiteres Highlight der Hauptdarsteller-Riege ist die als Glinda aus "Wicked" bekannt gewordene Dianne Pilkington, die Fredericks Verlobte Elizabeth spielt. Mit piepsiger Stimme gibt sie die vermeintliche Dame aus der Upper-Class, die besonders mit dem Song "Please DonÔÇÖt Touch Me" oder der an eine Lloyd-Webber-Ballade erinnernden Nummer "Deep Love" ├╝berzeugt.

Ebenfalls erw├Ąhnenswert sind Summer Strallen als Inga (eine stark an Ulla aus "The Producers" erinnernde Laborassistentin) und Shuler Hensley, dem einzigen aus der Broadway-Show ├╝bernommenen Cast-Mitglied. Er spielt das von Dr. Frankenstein erschaffene Monster und hat damit die ehrenwerte Aufgabe, bis auf die letzten zehn Minuten der Show lediglich wirre Grunz-Laute von sich zu geben, da das Monster nicht sprechen kann. Trotzdem darf er den Refrain des bekanntesten Songs der Show ÔÇô "PuttinÔÇÖ On The Ritz" von Irving Berlin ÔÇô "brummen" und stolpert sich gekonnt durch die an gro├če Broadway-Shows erinnernd choreografierte Tanznummer. Sicher eine Kraftanstrengung, bewusst so "falsch" zu tanzen und zu singen!

Unterst├╝tzt werden die erstklassigen Hauptdarsteller von einem talentierten Ensemble, bei dem jeder einzelne durch kleine Soli in den Ensemblenummern positiv im Ged├Ąchtnis bleibt. Auch die Choreografien von Regisseurin Susan Stroman wirken auf der recht kleinen B├╝hne des Garrick Theatre ausladend und kraftvoll. ├ťberhaupt hat es Stroman geschafft, die ganze Show zu einem stringenten Ganzen zu straffen und sie mit vielen einzigartig komischen Szenen zu spicken. Erinnerungsw├╝rdig ist beispielsweise die Kutschfahrt beim Song "Roll In The Hay", bei der Frankenstein, Inga und Igor von zwei als Pferden verkleideten M├Ąnnern gen Schloss gezogen werden.

Die Musik von Brooks ├╝berzeugt durch Abwechslungsreichtum. Die Songs gehen ins Ohr und beinhalten allesamt viel Humor und Wortwitz. Unter dem Dirigat von Andrew Hilton kommen sie schmissig ├╝ber die Rampe.

Das Sch├Âne an "Young Frankenstein" ist, dass es sich selbst nicht ernst nimmt. ├ähnlich wie die Herangehensweise an "The Producers" ist auch hier vieles h├Âchst politisch inkorrekt, teilweise sehr deftig und anst├Â├čig, von Stereotypen ganz zu schweigen. Die Aff├Ąre zwischen Elizabeth und dem Monster wird beispielsweise recht derbe und mit Referenzen auf Vergewaltigung und Ehebruch dargestellt. Aber wer sich auf den rabenschwarzen Humor einl├Ąsst, erlebt eine ungemein witzige Show mit talentierten Darstellern, abwechslungsreichen Texten und einem schmissigen Mitwipp-Score von Altmeister Mel Brooks.

(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

Inszenierung / ChoreographieSusan Stroman
Musikal. LeitungAndrew Hilton
B├╝hnenbildBeowulf Boritt
Kost├╝meWilliam Ivey Long
Licht DesignBen Cracknell
Sound DesignGareth Owen


Besetzung

Dr. FrankensteinHadley Fraser
IgorRoss Noble
MonsterShuler Hensley
Frau Bl├╝cherLesley Joseph
ElizabethDianne Pilkington
IngaSummer Strallen
Inspector KempPatrick Clancy
EnsembleImogen Brooke
Nathan Elwick
Andrew Gordon-Watkins
Sammy Kelly
Perry O'Dea
Richard Pitt
Harriet Samuel-Gray
Gemma Scholes
Josh Wilmott
SwingsMatt Crandon
Bethan Downing
Kelly Ewins-Prouse
Emily Squibb
Matthew Whennell-Clark
Aron Wild



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


31644
Harmloser Spa├č in klassischer Broadway-Manier

22.11.2017 - Die dem Mel Brooks-Film nachempfundene Show ist ein alberner, harmloser Spa├č, mit mal mehr, mal weniger intelligentem Wortwitz, der gl├╝cklicherweise nicht immer politisch korrekt ist.
Die Songs sind im typischen Broadway-Sound verfasst, jedoch hinterl├Ąsst die Partitur keinen bleibenden Eindruck.
Als Deutscher ist das Fantasiedeutsch zweier Hauptfiguren am├╝sant und sorgt f├╝r einige Lacher.
Das einzig wirklich echte deutsche Wort ist "schei├če" (welches ebenfalls einen gro├čen Lacher erntet), das beschreibt etwa das Niveau des Nachmittags, ein Kalauer jagt den anderen.
Die Sch├Âpfungsszene geht schlie├člich voll over the Top, die Pyrotechnik packt alles aus, was sie zu bieten hat.
Die beste Performance, kom├Âdiantisch, wie auch gesanglich, liefert Dianne Pilkington als Frankensteins Verlobte Elisabeth ab.
Der beste Moment der Show ist tats├Ąchlich gerade ein Song, der eben nicht aus der Originalpartitur stammt, n├Ąmlich, wenn das Monster den Klassiker "Puttin' on the Ritz" performt.
Generell ist der 2.Akt dichter und weist weniger L├Ąngen auf.
Auf jeden Fall sorgt "Young Frankenstein" f├╝r einen ├Ąu├čerst unterhaltsamen Nachmittag, f├╝r den man (wie auch Frankensteins Monster) kein wirklich funktionierendes Gehirn ben├Âtigt.

AdamPascal (67 Bewertungen, ∅ 4.2 Sterne)


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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Comedy-Gold. Mel Brooks' ├╝berarbeitetes Grusel-Musical pr├Ąsentiert sich mit starkem Cast, cleveren Gags und ins Ohr gehender Musik.

22.10.2017

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