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Jukebox-Musical

Priscilla - Königin der Wüste

I Love the Nightlife


© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane
Ein schriller Ritt durch das Outback Australiens: "Priscilla" hat jede Menge Gay-Klischees und diverse Drag-Queen-Shows im Gepäck. Gil Mehmerts Inszenierung will manchmal zu viel – die wilde Fahrt funktioniert genau dann am besten, wenn sie einen Gang zurückschaltet.

(Text: Hardy Heise)

Premiere:14.12.2017
Rezensierte Vorstellung:16.12.2017
Showlänge:165 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Als erste Musical-Produktion im neu-renovierten Haus sicherte sich das Theater am Gärtnerplatz die Rechte an der deutschsprachigen Erstaufführung von "Priscilla – Königin der Wüste" (2006) über die Reise zweier Drag-Queens und einer Transsexuellen mit dem Bus durch Australien. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Film von 1994 und wurde nach Stationen u.a. in London und New York zum erfolgreichsten australischen Musical aller Zeiten.

© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane

Gleich drei aufeinanderfolgende Szenen im zweiten Akt erzeugen emotionale Momente in der temporeichen Show voller Glitzer und viel nackter Haut: Die aufkeimende Liebe zwischen Bernadette und Bob, die versuchte Vergewaltigung von Felicia sowie die Annäherung von Tick zu seinem Sohn Benji sprechen für das Konzept von Regisseur Gil Mehmert, die Emotionen in den Vordergrund zu stellen. Die Reise ins eigene Innere und die Bereitschaft, sich Unbekanntem zu stellen, werden ergreifend dargeboten.

© Marie-Laure Briane
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Andererseits wundert es bei dem scheinbaren Überangebot an fetzigen Disco-Songs, glitzernden Kostümen und überbrodelndem Tanz, dass der Funke nicht so recht in den Theatersaal überspringen vermag. Die Kombination von einem Orchester mit Band-Instrumenten wie Schlagzeug und E-Gitarren erweist sich für die schnellen Disco-Nummern als suboptimal. Der für solche Songs notwendige Schwung will einfach nicht aufkommen. Hinzu kommt der schlecht abgemischte Sound, der die Sprechparts oft verschluckt.

© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane

Ins Auge fallen die zahlreichen körperbetonten, bunten und glitzernden Kostüme mit befiederten Kopfbedeckungen bzw. farbigen Afro-Puscheln. Die sehr hohen Turmfrisuren und die übergroßen Hüte und Masken der Hauptrollen, die deren Gesichter komplett verdecken, sind – zusammen mit den Handpuppen – eine ungewöhnliche und effektvolle Idee für Travestie.

© Marie-Laure Briane
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Glitzerstern der Aufführung ist der mit einer rosa Ledercouch ausgestattete, vorne offene und drehbare Bus Priscilla, der dem Musical seinen Namen gibt. Kostümbildner Jens Kilian platziert ihn mitten auf die Drehbühne. Accessoires wie der mit Rüschen verzierte Ghetto-Blaster, die mobile Bar in Form einer Hutschachtel und die lebensgroße Kylie Minogue-Pappfigur heben das Schmuckstück zusätzlich hervor. Mit Hilfe einer Filmkamera werden die Szenen im Bus von den Darstellern hautnah aufgenommen und parallel live auf eine Projektions-Leinwand am Bühnenrand übertragen. Dies bringt die Eindrücke und Szenen im Bus noch näher an den Zuschauer.

© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane

Auch Priscillas Dach wird immer wieder als Spielfläche eingesetzt. Da der Bus das ganze Stück lang mittig auf der Drehbühne platziert ist, wird es vorne für die Tanzszenen mit dem Ensemble immer mal wieder eng. Insgesamt wirkt die Bühne dadurch im Zusammenspiel mit den opulenten Kostümen einfach überladen. Die Fahrt durch die Wüste erfährt somit den Charakter eines holprigen Ritts: Hier wird der große Schuh zu langsam auf den Bus gehoben, dort fehlt die wehende Schleppe bei Felicias Opernnummer, da werden die einfach gehaltenen Bühnenteile wie Bars oder Berge per Hand zu früh auf die Bühne geschoben. Daneben erscheint das kleine und sehr gelungene Auto von Benji am Ende einzig mühelos zu rollen.

© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane

Gil Mehmert drückt gerade am Anfang sehr stark auf das Tempo, so dass die ersten Szenen quasi im Flug vergehen. Dabei hätten zündende Ideen wie die Tänzer, die zum Opening "It’s Raining Men" zusammen mit den Diven einschweben oder auch der Rollschuh-Tanz bei "McArthurs Park" viel mehr Zeit und Raum verdient. Daneben konnte sich Melissa King in den zahlreichen, teils akrobatischen Choreografien austoben, die das kunterbunte Ensemble punktgenau und entzückend ausführt. Es ist der Qualität der Akteure zu verdanken, dass sie keine klischeehaften Abziehbilder, sondern dreidimensionale, lebendige Charaktere kreieren. Der erfahrene Darsteller Erwin Windegger gibt die stil- und würdevolle Transsexuelle Bernadette, die ganz klar spielerisch und auch stimmlich das Sternchen dieser Show ist. Dazu bringt er ihre deftigen und trockenen Pointen zielsicher und schlagfertig aufs Parkett. In der Nummer "McArthurs Park" füllt er den Saal vom Steg über dem Orchestergraben aus mit starken und raumfüllenden Tönen – ein Gänsehautmoment.

© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane

Als extrovertierter, schriller Adam bzw. Felicia agiert Terry Alfaro herrlich nervig und zickig, mit teilweise quietschender Stimme. Er hat sichtbar Freude an seinen Nummern und glänzt in der Opernszene im Schuh auf dem Dach des Busses, auch ohne im Wind wehende Schleppe. Eingängig ist auch seine Angst im zweiten Akt bei "Hot Stuff". Gegen diese geballte Power hat es Armin Kahl als rollenbedingt blasser Tick in gedeckten Farben bzw. als weniger auffällige Doris Gay schwer. Mit seiner behaarten Brust liegen ihm Fummel und High Heels weniger, doch er spielt seine Konflikte als unsicherer Neu-Vater anschaulich und mit sicherer Stimme heraus. So gewinnt er die Zuneigung seines Sohnes und die des Publikums gänzlich, vor allem am Ende mit seiner witzigen Elvis-Parodie.

© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane

Frank Bergs Bob ist ein charmanter Gentleman, der neuem aufgeschlossen ist. Mit seiner warmen und weichen Stimme füllt er seinen Part überzeugend aus. Die drei stimmgewaltigen Diven Amber Schoop, Jessica Kessler und Dorina Garuci begleiten die Handlung immer wieder in ihren markanten, dunklen Kostümen mit großen Schmetterlings-Flügeln. Tanja Schön ist als Marion eine großherzige und liebevolle Mutter, Marides Lazo gibt Cynthia als herrliche Karikatur der Bilderbuch-Asiatin.

© Marie-Laure Briane
© Marie-Laure Briane

Auch wenn Priscillas Spritztour in München mehr Bier als Champagner ist und auch etwas Wüstensand ins Getriebe gekommen zu sein scheint, zeigt das Gärtnerplatztheater in den emotionalen und ruhigen Zwischenstopps eine anschauliche Reise zu sich selbst, frei nach dem Motto: "I am, what I am".



Buch von Stephan Elliott und Allan Scott
Nach dem Kinofilm von Latent Image / Specific Films
In Zusammenarbeit mit Nullarbor Productions und MGM on Stage und outside eye Wien
Mit den Discohits der 70er und 80er
Musikalische Arrangements und Orchestration von Stephen ›Spud‹ Murphy
Für die Bühne entwickelt von Simon Phillips
Deutsch von Michael Alexander Rinz
In Kooperation mit dem Theater St. Gallen

(Text: Hardy Heise)




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Hintergrund: Ein Tag mit Armin Kahl (Priscilla - Königin der Wüste, München) (08.04.2018)



Kreativteam

Musikalische LeitungJeff Frohner
InszenierungGil Mehmert
ChoreografieMelissa King
BühneJens Kilian
KostümeAlfred Mayerhofer
LichtMichael Heidinger
DramaturgieMichael Alexander Rinz


Besetzung

TickArmin Kahl
BernadetteErwin Windegger
AdamTerry Alfaro
BobFrank Berg
DivenDorina Garuci
Jessica Kessler
Amber Schoop
MarionTanja Schön
Cynthia
Japanische Touristin
Marides Lazo
ShirleyAngelika Sedlmeier
Miss Understanding
Lars 1
Errol
Deutscher Tourist
Eric Rentmeister
Benji, KindJasper Baumann
Clemens von Bechtolsheim
Timothy Scannell
Matthias Thomas
Miss Fernanda FalsettaJurriaan Bles
JimmyKarim Ben Mansur
junge BernadetteAlex Frei
EnsembleJohn Baldoz
Jurriaan Bles
Alex Frei
Dorina Garuci
Luke Giacomin
Jessica Kessler
Marides Lazo
Karim Ben Mansur
Rachel Marshall
Andreas Nützl
Eric Rentmeister
Adriano Sanzò
Tanja Schön
Amber Schoop
Susanne Seimel
Samantha Turton



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


8 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Aufwendige Bühne, tolle Stimmen!

12.04.2018 - Die Show macht einfach nur Spass! Ein typisches Juke-Box Musical mit Hits von Cindy Lauper, Kylie Minogue und co.
Das Orchester ist klasse, ebenso die vielen Darsteller auf der Bühne! Für eine Show, die mit gerade einmal 19 Aufführungen geplant ist, ist die Bühne sehr aufwendig gebaut. Reger Kulissenwechsel, schöne Bilder, durchdachte Technik und reibungslose, schnelle Szenenwechsel mit immer neuen Überraschungen machen die Show richtig perfekt.
Der Saal ist nicht sehr groß, sodass man von so ziemlich allen Plätzen ordentliche Sicht auf die Bühne hat. Die Mitarbeiter in dem tollen Haus sind super freundlich! Der Abend war klasse! Ich komme sicher wieder :)

Tobigoestothetheatre (12 Bewertungen, ∅ 3.9 Sterne)


Party mit emotionalem Tiefgang

20.03.2018 - Im Staatstheater am Gärtnerplatz gibt es eine bestens gelungene Deutschlandpremiere von PRISCILLA - Königin der Wüste zu bestaunen.

Gil Mehmert hat das Musical für München neu inszeniert. Er ist dabei weitgehend bei der Originalversion geblieben und hat sie für die Möglichkeiten des Gärtnerplatztheaters eingerichtet.

Bühnen- und Kostümbild mussten natürlich etwas zurückgenommen werden, sind aber trotzdem auf hohem Niveau, überzeugen und machen Spaß.

Die Choreografie von Melissa King ist zackig und knackig und wird mit Präzision und Temperament getanzt.

Die musikalische Umsetzung ist gewohnt opulent. Ich habe allein acht Streichinstrumente gezählt.
Gespielt wird die australisch/britische Version: Minogue statt Madonna.

Besetzung und Ensemble sind großartig. Das Stück steht und fällt natürlich mit den drei Protagonisten Tick, Bernadette und Adam.
Armin Kahl, Erwin Windegger und Terry Alfaro leisten Großartiges.
Alle drei schaffen wunderbar und glaubhaft den Spagat zwischen den aufgedrehten Drags und den wahrhaften, zutiefst menschlichen Personen dahinter.
Als Resultat dieser gelungenen Darstellung und Inszenierung durchbrechen starke, emotionale und nachdenkliche Momente immer wieder den sehr kurzweiligen und rasanten Handlungsfluss.
Durch die nachvollziehbare und engagierte Darstellung unterschiedlicher schwuler Lebensentwürfe ist diese PRISCILLA sehr viel mehr als nur ein Party- und Jukebox Musical. Es ist ein Plädoyer und ein Statement für eine schwule Kultur und einen ebensolchen Lebensstil.

Einziger Minuspunkt war für mich die Tonqualität im Theater. Insbesondere im ersten Akt waren einige Sprechpassagen akustisch vollkommen unverständlich.

Trotzdem: Riesige Begeisterung beim Schlussapplaus!
Hätte man nicht irgendwann denn Vorhang herunter gelassen, dann würden sie jetzt noch toben und klatschen.
PRISCILLA ist zu Recht ein gewaltiger Publikumserfolg in München.

kevin (141 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


Unterhaltsame Reise durch Australien

22.02.2018 - Erneut zeigt das Theater am Gärtnerplatz, dass man großartige Musicals auch abseits der großen Longrun-Tempel erleben kann. Mit Priscilla konnte man sich nun eine deutschsprachige Erstaufführung sicher und legt hierbei die Messlatte für zukünftige Produktionen gleich recht hoch. Besonders stark ist das Stück in den ruhigen Momenten, die einen schönen Einblick in die Beweggründe der drei Hauptdarsteller liefern. Der Beginn des Stückes war mir persönlich etwas zu viel "Klischee abarbeiten", hier weiß ich aber auch nicht, ob dies so vorgegeben ist, da ich die Originalinszenierung nie gesehen habe. Die Besetzung ist in München durch die Bank sehr gelungen, das Orchester spielt mit vielen Streichern und wer noch irgendwie eine Karte ergattern kann, wird hier sicherlich einen schönen Theaterabend verbringen können.


Besuchte Vorstellung:
17.02.18 - Theater am Gärtnerplatz, München

Inszenierung: 4,0 von 5
Musik: 3,5 von 5
Besetzung: 4,0 von 5
Ausstattung: 4,0 von 5

Gesamtfazit: 4,0 von 5

MyMusical (22 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


Wahnsinns gute Unterhaltung!

15.01.2018 - Ich weiss leider nicht in welcher Vorstellung, der Kommentator vor mir war, aber am 13.01.18 war im Theater am Gärtnerplatz, von der ersten Minute weg super Stimmung im Theater. Ich habe zwar Priscilla nicht in London gesehen, aber viele andere Shows und ich weiss das dass Publikum und die Stimmung in Shows nur schwer mit dem Deutschen Publikum zu vergleichen ist.
Bei der besuchten Priscilla Vorstellung, ging das Publikum mit dem herunter schweben der "Raining man" schon richtig ab, für Deutsche verhältnisse!
Mir hat Priscilla wahnsinnig gut gefallen, ich finde es super das es total wegkommt, vom absoluten Homoklischee Overkill wie in der West End Version, von der ich viel Bild und Video Material kenne.
Ich liebe den Film und ich finde die oft sehr Billig und Improvisiert wirkende Ausstatung kommt dem Spirit des Films viel näher als die üpige Original Produktion.
Ich werde mir die Show in München bestimmt nochmal ansehen! Ich hatte so einen Spass mit der Cast und der Musik. Das einzige wobei ich meinerm Vorgänger recht gebe, der Ton ist schon oft sehr schlecht abgemischt! Ansonsten ganz ganz tolle und mitreissende Show!

The_WiZ (9 Bewertungen, ∅ 4.6 Sterne)


Partymusical ohne echte Partystimmung

15.01.2018 - Priscilla-Königin der Wüste München

Besuchte Vorstellung 13.01.18

Nachdem ich Priscilla in London und New York gesehen habe, freute ich mich auf die Vorstellung in München. Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt.

Dies lag einerseits an der Inszenierung.Für mich ist Priscilla ein Partymusical, gespickt mit vielen Hits aus der Discozeit. Da kann ich es verschmerzen, wenn die Charaktere im Schnellzugtempo vorgestellt werden und auch nicht tiefer in die Thematik eingegangen wird. Leider wurden in meinen Augen zu wenig aus den Ensemblenummern gemacht, Die Partystimmung hätten schaffen können. Der Funke sprang nur schwer ins Publikum rüber.

Die Musik gefiel mir sehr gut. Leider war die Abmischung nicht immer gut. Die Darsteller wurden oft vom Orchester übertönt. Die Diven tönten manchmal fürchterlich kreischend, dann wieder sehr gut. Und obwohl sicher 30 Mann/Frau im Graben sassen, fehlte mir einfach der Bums. Entweder fehlte hier nach dem jahrelangen Umbau die Kohle für eine gescheite Soundanlage, oder die Leute am Mischpult haben ihren Job nicht gemacht.

An der Besetzung gibt es kaum was zu beanstanden. Super gefallen haben Armin Kahl, der spielend zwischen Drag Queen und Vater wechselte. Erwin Windegger nimmt man seine Bernadette jederzeit ab. Bei den Diven fehlte mir etwas der Soul, denn ich in Erinnerung hatte. Hervorzuheben auch Frank Berg als Bob und Marides Lazo als Cyntia. Einfach köstlich was sie aus der kleinen Rolle machte. Das Ensemble wusste im Grossen und Ganzen zu gefallen.

Das bei der Kulisse in einem Mehrspartentheater mit einigen Vorstellungen Abstriche gegenüber der Ensuite Version gemacht werden müssen, war mir klar. Aber mir erschien das Ganze recht billig gemacht, die Liebe zum Detail fehle. Alles hätte sicher nicht auf der kleinen Bühne Platz gehabt, aber gerade den Bus mit LED-Wänden habe ich vermisst. Auch hier hätte man bei den Ensemblenummbern mehr machen können. Nur schon eine Discokugel im Zuschauerraum hätte das Ganze etwas aufgepeppt.

Inszenierung: 3 von 5
Musik: 4 von 5 (Dies wegen der eingängigen Hits und nicht wegen der Umsetzung)
Besetzung 4 von 5
Ausstattung 3 von 5

Gesamtnote 3,5 von 5

nummelin3 (18 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


Würdige deutsche Erstaufführung - ACHTUNG: Sichtbehinderung Parkett !

14.01.2018 - Das australische Musical nach dem Kult-Roadmovie von 1994 erlebt in München 12 Jahre nach seiner Erstaufführung endlich seine Deutschland-Premiere.
Diese fällt im Gegensatz zur West End - Version etwas weniger opulent aus, kann sich aber durchaus sehen lassen, denn es fehlt nicht an spritzigen Ideen und inspirierten Regieeinfällen.
"Sehen" ist nur leider auch mein größter persönlicher Kritikpunkt:
Es darf nicht passieren, dass aufgrund der Bestuhlung des denkmalgeschützten Theaters auf einem Platz Nähe Mitte in Reihe 5 Parkett NIEMALS die Bühnenmitte zu sehen ist! Und das zu einem stolzen Preis von 70€. Das war ein enormes Ärgernis und machte es schwer, vollends in das Stück einzutauchen.
Nichtsdestotrotz spielte sich eine gut aufgelegte Cast schnell in die Herzen des Publikums:
Erwin Windegger als alternde Ex-"Les Girls"-Transsexuelle Bernadette lebt die Figur rührend authentisch und ist dabei hervorragend bei Stimme.
Die beste Performance des Abends.
Armin Kahl hat als Tick, der sich auf die Reise macht, um seinen Sohn kennenzulernen, gerade im 2.Akt sehr überzeugende und starke Szenen.
Die Familienzusammenführung zum Ende berührt, gerade im Zusammenspiel mit einem tollen Kinderdarsteller.
Schwächster im Verbund ist Terry Alfaro in der Rolle der exaltierenden Felicia/Adam: Der erste, rollenexponierende Auftritt "Venus" ist sehr schwach in Szene gesetzt. Es gelingt Alfaro im Laufe der Show leider nicht, diejenige strahlende Star-Quality zu zeigen, die die Rolle zwingend benötigt. Schade ist auch, dass seine wichtige und kultige "La Traviata"-Szene im High Heel auf dem Dach des Busses inszenatorisch nicht besonders liebevoll ausgestattet ist.
Wo Felicia in London noch im Schuh mit edlen, endlos-wallenden Schleppen über den ersten Reihen des Publikums schweben durfte, wird hier lediglich mit einem weißen Bettuch hinter ihr gewedelt.
Umso erfreulicher, dass Alfaro zum Ende am Gipfel des Ayers Rock endlich seine Stimme auspackt.
Die Abmischung der wohlbekannten, ohrwurmträchtigen Popsongs erreicht ihren breiigen Höhepunkt mit "Go West", um sich dann aber glücklicherweise stetig zu verbessern.
Wie schade wäre es gewesen, das große Orchester nicht in vollen Zügen genießen zu dürfen.
Absolut geil gesungene, stimmige Chöre erklingen, am eindrucksvollsten im A-Capella-Teil von "We belong".
Vorrangig verantwortlich für die stimmliche Brillanz des Abends sind die 3 Pop/Rock-Diven Amber Schoop, Jessica Kessler und Dorina Garucci.
Der attraktive Karim Ben Mansur sticht im Ensemble energetisch und optisch hervor und legt in der kleinen, aber feinen Rolle des Aborigines Jimmy eine hoch-sympathische Performance hin.
Der Gedanke kommt auf, ob er nicht bald eine perfekte Lola für das deutsche Kinky Boots sein könnte...
Insgesamt ist "Priscilla" also eine hochenergetische, würdige deutsche Erstaufführung, die wohl am Besten in der 1. Reihe im Parkett oder im Rang zu genießen ist.

AdamPascal (52 Bewertungen, ∅ 4.2 Sterne)


Besser geht es kaum noch!

17.12.2017 - Was das Gärtnerplatztheater auf die Bühne bringt hat Herz. Drei Hauptdarsteller und einen Bus, üwie man sie besser nicht besetzen kann. Auch wenn wann die Inszenierung in London mehrfach gesehen hat und auch die Tour in den USA, wachsen einem vor allem Tick und Bernadette ans Herz. München hat nun eine Perle der Unterhaltung.

TazMA (24 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


Erfolgreiche Deutschsprachige Erstaufführung

15.12.2017 - Das Gärtnerplatztheater hat es als erster deutschsprachiger Standort geschafft, dass Musical Priscilla auf die Bühne zu bringen. Und das Ergebnis ist wirklich grandios geworden!

Da ich das Stück in München gesehen hab, kann ich keinen Vergleich zu den anderen Inszenierungen ziehen.

Inszenierung: Gil Mehmert stellt eine sehr flotte Inszenierung auf die Bühne und ist stets bemüht, dass das ganze nicht zum Klamauk abrutscht. Und das gelingt ihm auch sehr gut. Jede Szene wird sehr ansprechend und kreativ von ihm umgesetzt und auch die Rollen wirken sehr ausgearbeitet.

Musik: Das Orchester des Gärtnerplatztheaters spielt groß auf und bricht trotzdem nicht mit dem Stil der Musik. Allerdings leidet an ein paar Stellen die Textverständlichkeit unter der lauten Musik.

Besetzung: Dem Staatstheater am Gärtnerplatz ist es gelungen ein paar bekannte Gastsolisten zu engagieren.
ARMIN KAHL spielt Tick sehr facettenreich und er spielt diese zwei Seiten Ticks, die bürgerliche und die eher ausgefallen-extravagantere, sehr überzeugend. Stimmlich ist er solide und überzeugt an ruhigeren Stellen.
Der Kracher ist ERWIN WINDEGGER als Bernadette. Wie er die alternder, schlagfertige Diva spielt ist der Hammer. Gesang und Schauspiel par excellence
TERRY ALFARO ist der schwächste der Truppe als Adam. Sprachlich hat er seine Probleme. Trotzdem singt er gut und passt vom Typ. In seiner dramatischeren Szene im zweiten Akt ist er sehr gut und blüht auf.
Die drei Diven AMBER SCHOOP, JESSICA KESSLER und DORINA GARUCI sind der Wahnsinn. Was für Stimmen!
Zu erwähnen ist noch der Darsteller von Benji der vom Schauspiel sehr natürlich und überzeugend war und gesanglich auch gut.
Des Weiteren möchte ich ein Lob aussprechen für das hohe tänzerische und gesangliche Niveau des Ensembles.

Ausstattung: Dies ist das eigentliche Highlight der Produktion. Durch einfache Mittel entstehen immer wieder neue Bilder und Räume. Die Kulisse ist passend und schön- Highlight: natürlich (wie könnte es anders sein) der VW Bus
Eine Vielfalt gibt es auch bei den Kostümen, die echt toll und aufwendig geworden sind

Fazit: Dieses Stück ist für mich mein Musical- Highlight 2017, Karten für 2018 liegen schon bereit

Inszenierung: 5/5
Musik: 4/5
Besetzung: 5/5
Austattung: 5/5

LiveinTheater (99 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
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(hh)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Die temporeiche Inszenierung der Drag-Queen-Show überzeugt in den ruhigen, emotionalen Szenen. Bei den Party- und Disconummern dagegen kommt kaum Fahrt auf.

21.12.2017

 Leserbewertung
(8 Leser)


Ø 4.25 Sterne

 Termine
Mo15.07.1919:30 Uhr
Di16.07.1919:30 Uhr
Mi17.07.1919:30 Uhr
Mo22.07.1919:30 Uhr
Di23.07.1919:30 Uhr
Mi24.07.1919:30 Uhr


© musicalzentrale 2018. Alle Angaben ohne Gewähr.

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