Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Billy Elliot


Tipp der Redaktion
Tanz-Musical

Billy Elliot

Expressing yourself


© Alastair Muir
© Alastair Muir
Nachdem die 11-jährige Spielzeit in London 2016 zu Ende ging, tourte "Billy Elliot" durch Großbritannien. Zum Abschluss dieser Tournee gastiert die englischsprachige Produktion in Hamburg und bietet dem Publikum eine Inszenierung, die berührt, unterhält und unter dem Strich einfach begeistert.

(Text: Michael Rieper)

Premiere:29.06.2017
Letzte bekannte Aufführung:23.07.2017


Das Musical ist dabei in fast identischer Form wie im West End zu sehen. Einige kleinere Veränderungen – z.B. gleich zum Anfang des Stückes, das nun ohne Einspielung einer kurzen Dokumentation beginnt, während des "Angry Dance" vor der Pause oder in den Vorbereitungen der Fahrt zur Audition – tun dem Ablauf sogar recht gut. Das Bühnenbild ist ein bisschen niedriger gehalten als im Original, Billys ebenfalls etwas niedrigeres "Turmzimmer" kommt nicht aus dem Boden heraus, sondern fährt von rechts auf die Bühne. Doch all das beeinträchtigt das Vergnügen in keiner Weise.

© Alastair Muir
© Alastair Muir

Die größte Änderung im Vergleich zur Londoner Original-Produktion stellt die Audition-Szene vor der Royal Ballet School dar. Wer auf den witzig-berührenden Moment mit der leiernden Musikkassette wartet, wird enttäuscht werden. In dieser Version tanzt Billy bei der Audition in geändertem Bühnenbild nicht bzw. erst wie gewohnt nach dem eigentlichen Vortanzen in der "Electricity"-Szene.

Die Hamburger Premieren-Besetzung ist schlichtweg großartig. Emile Gooding in der Titelrolle ist ein Riesentalent: Seine Tanzszenen gelingen kraftvoll und ausdrucksstark. Er stellt Billys emotionale Reise glaubhaft dar und singt dazu sauber und berührend.

© Alastair Muir
© Alastair Muir

Anna-Jane Casey war bereits in London als. Mrs Wilkinson zu sehen und ist nahezu eine Idealbesetzung. Sie lotet alle Emotionen, die die Ballettlehrerin durchläuft, wenn sie nach und nach für Billy zu einer Art Ersatzmutter wird, perfekt aus. Dabei zeigt sie in den Tanzszenen eine beeindruckende athletische Kraft.

Martin Walsh bringt die ganze Tragik in der Rolle von Billys Vater, der seine beiden Söhne ohne seine drei Jahre zuvor verstorbene Frau großziehen muss, zur Geltung. Dank Billys Tanz-Ambitionen kommt er stark ins Zweifeln, ob der für Billy vorgezeichnete Weg tatsächlich der richtige ist. In diesen Szenen berührt Walsh sehr.

Auch wenn es nur eine Nebenrolle ist, verdient Andrea Miller als Grandma ebenfalls eine Erwähnung. Im großartig interpretieren "Grandmas Song" macht sie durch Gestik und Mimik die Illusion perfekt, dass sie sich in die Vergangenheit zurück versetzt.

© Alastair Muir
© Alastair Muir

Der Rest des Ensembles überzeugt ebenfalls auf der ganzen Linie und bringt die abwechslungsreichen Songs von Elton John exzellent auf die Bühne. Kleine Abstriche sind bei der Ton-Abstimmung zu machen. Zeitweise übertönte die Musik zu sehr die Texte. Auch in dieser Hinsicht ist es hilfreich, dass links und rechts von der Bühne deutsche Übersetzungen eingeblendet werden.

Die bekannte Inszenierung von Stephen Daldry mischt geschickt berührende mit erheiternden Momenten. Die Krönung des Ganzen sind jedoch die umwerfenden, aussagekräftigen Choreographien von Peter Darling. Da ist zum Beispiel die lange "Solidarity"-Nummer, in der aufgebrachte, streikende Bergleute, die sie im Schacht haltenden Polizeibeamten und mittendrin quietschige Balletschülerinnen kongenial miteinander vermengt werden. Wunderschön ist auch die Szene gelungen, in der Billy seinem älteren Alter Ego auf der Bühne begegnet und zu Musik aus "Swan Lake" mit ihm tanzt. So entsteht ein Gesamtkunstwerk, dass die Zuschauer sogar mitten in der Premiere – und erst recht zum Schlussapplaus – zu Standing Ovations animierte.

© Alastair Muir
© Alastair Muir

Es ist mehrfach darüber diskutiert worden, ob sich "Billy Elliot" als Longrun-Produktion für Deutschland eignen könnte – fraglich erschien es vor allem im Hinblick auf die jugendlichen Titelhelden, die die Hauptlast der Show zu tragen haben und ein Riesentalent mitbringen müssen. Wie schön, dass wir nun die Möglichkeit haben, die britischen Darsteller, die genau diese Vorraussetzungen erfüllen, in Hamburg zu bewundern. Ein Highlight, das sich keiner, der sich für Musicals interessiert, entgehen lassen sollte.


Musik - Elton John
Buch und Liedtexte - Lee Hall
Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

(Text: Michael Rieper)






Kreativteam

RegieStephen Daldry
ChoreografiePeter Darling
Co-RegieJulian Webber
BühneIan MacNeil
KostümeNicky Gillibrand
Licht-DesignRick Fisher
Sound-DesignPaul Arditti
Musikalische Supervision und OrchestrierungMartin Koch


Besetzung

BillyAdam Abbou
Emile Gooding
Haydn May
Lewis Smallman
Mrs. WilkinsonAnna-Jane Casey
Billys VaterMartin Walsh
TonyScott Garnham
GroßmutterAndrea Miller
GeorgeLeo Atkin
Mr. BraithwaiteDaniel Page
Billys tote MutterNikki Gerrard
Der ältere BillyLuke Cinque-White
MichaelHenry Farmer
Bradley Mayfield
Elliot Stiff
Samuel Torpey
DebbieLilly Cadwallender
Evie Martin
Italia Ross
EnsembleTom Brainbridge
Deborah Bundy
Jack Butterworth
Luke Clinque-White
Donna Combe
Wayne Fitzsimmons
Abbie Louise Harris
Ruri James
Leon Kay
Kiera Marner
Charlie Martin
Kris Manuel
Barnaby Meredith
Ben Redfern
Amy Rhiannon-Worth
Phil Snowden
Rachel Spurrell
Sebastian Sykes
Milan van Weelden
Luke Zammit
Ballett-GirlsIrene Bakuva
Lucy Browne
Bonnie Burgess
Isobelle Chalmers
Gabrielle Ellis
Olivia Floydd
Pacha Green
Leah Jennings
Erin McIver
Macie O’Brien
Lily Patterson
Danella Sloman
Lucy Summers
Nicola Turner
Acacia Villios
Soraya Walding
Andrea Webb
Anna William




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Alastair Muir
© Alastair Muir
© Alastair Muir
© Alastair Muir
© Alastair Muir
© Alastair Muir

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Unglaublich gut!

24.07.2017 - Ein großartiges Musical in einer fantastischen Inszenierung mit herausragenden Darstellern!

Mehr muss man dazu nicht sagen.

Coloredo! (2 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


Beitrag vom 21.07.2017 gesperrt

ashley (erste Bewertung)


Einfach nur toll!

18.07.2017 - Wirklich tolle Vorstellung des West End Musicals in einer tollen Qualität. Unbedingt ansehen. Ein Musical, was auch noch Stunden danach nachwirkt.

jongleur (49 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


Fast wie im West End

07.07.2017 - Billy Elliot ist unbenommen eine meiner Lieblingsshows auf der Welt.
Dreimal durfte ich sie in ihrem Originaltheater im West End erleben und bei jedem Besuch in London vermisse ich sie sehr.
Es ist also nur fair, das gestern Gesehene aufgrund meiner dortigen Erfahrungen zu bewerten. Im Vorfeld hatte ich viele Stimmen gehört, die sagten, die Tour sei besser als in London. Das empfand ich nicht so, sie jedoch genau so sensationell gut, trotz mehr oder weniger kleiner Änderungen (die meistens eben Tour-Bühnengegebenheiten geschuldet sind). Die wichtigen Dinge sind alle da: Billys Flug, der Schnee, die überdimensionale Maggie Thatcher, etc.
Inszenatorisch auffällig sind nur Änderungen im 2.Akt, am gravierendsten fallen sie beim Streikbruch des Vaters Elliot auf: Es fehlt der Totalzusammenbruch nach der Auseinandersetzung mit Sohn Tony und viel vom Song \"He could go far\". Dann geht die Szene direkt in die Kollekte für Billy über. Hier vermisste ich schmerzlich die Auflösung des Konfliktes zwischen Vater und Sohn, die ich auch zur Charakterzeichnung beider unerlässlich finde. Bleiben wir bei den Darstellern: Es ist schwer, Bilder von bestimmten Schauspielern loszulassen, die für mich die Rollen geprägt haben. Martin Walsh macht als Dad einen sehr guten Job, vor allem, was die Komik im 2.Akt angeht. Mir fehlte jedoch die Not, die Tiefe, die Verzweiflung. Scott Garnham, den ich bereits in \" Grand Hotel\" als brillianten Sänger erleben durfte, spielt einen wahrhaftigen, aber wenig aggressiven Bruder Tony. Auch hier: Wo ist die Not? Wo sind die Ängste? Für mich die beste Erwachsenendarstellung des Abends war ganz klar Anna-Jane Casey als Mrs.Wilkinson (die ich auch bereits im West End in dieser Rolle erleben durfte): Da war sie, die Wahrhaftigkeit, die Not unter dem \"Shine\". Gesanglich wie auch tänzerisch ist Casey einfach hervorragend!
Grandma ist mit Andrea Miller etwas zu jung besetzt, aber auch sie macht einen soliden Job.
Nun zu den Kindern: In der Ausbildung zum \"Billy Elliot\" werden Kinder aus zwei Tanzsparten gecastet und haben somit entweder einen Ballett-Schwerpunkt (\"Ballet-Billys\") oder eher einen akrobatischen, Modern-Dance orientierten Tanzstil (\"Street-Billys\"). Ich werde nie meinen ersten und einzigen Street-Billy vergessen, das war eine unglaubliche Kraft und Wut bis hin zur Selbstvergessenheit, vor allem im \"Angry Dance\". An ihm muss sich, ohne auch nur ansatzweise die unglaublich Leistung der anderen Kinder schmälern zu wollen, jeder Billy für mich messen. Mein Ballett-Billy des Abends konnte diesem Vergleich leider nicht standhalten. Insgesamt agierte er zu weich, Gesten und Schauspiel wirkten einstudiert, aber leider wenig authentisch. Billys Freund Michael lieferte seine Pointen gekonnt ab und besaß eine wunderschöne Singstimme, war nur insgesamt vielleicht zu schrill.
Die beiden lieferten zusammen das Beste, synchronste \"Express yourself\" ab, das ich je sehen durfte! Sensationell!
Nochmal, ganz klar: Ich habe IMMENSEN Respekt vor der Leistung der Kinder, ich bewerte lediglich aufgrund meiner persönlichen Präferenzen und Vorerfahrungen.
Diese Tourproduktion ist absolute Spitzenklasse und auf einem Niveau, welches der deutsche Zuschauer von Genre Musical wahrscheinlich gar nicht gewohnt ist. Besetzungen haben immer mit persönlicher Vorliebe zu tun. Die Show als Gesamtkunstwerk ist und bleibt eines der besten Theatererlebnisse, welches man als Zuschauern nur haben kann. Und ich träume weiterhin davon, dass Billy irgendwann ins seine Heimat im West End zurückkehrt.

AdamPascal (27 Bewertungen, ∅ 4.2 Sterne)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Theater am Großmarkt
Banksstraße 28
D-20097 Hamburg
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 muz-Lexikon
Handlung
Der elf Jahre alte Billy aus dem englischen Durham entdeckt seine Leidenschaft für das Ballettanzen. mehr

Weitere Infos
Als besondere Herausforderung gilt die Besetzung der Kinderrollen. Insbesondere der Darsteller der Titelfigur muss schauspielerisch, sängerisch und tänzerisch Herausragendes leisten, um die Show zu tragen.

Share |
 Kurzbewertung [ i ]
(mr)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

"Billy Elliot" kommt in allerbester West-End-Qualität in Hamburg an. Inszenierung und Cast überzeugen auf ganzer Linie. Ein Must-See!

30.06.2017

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 5.00 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2017. Alle Angaben ohne Gewähr.

   THEATER HOF: RASPUTIN

   ENGLISH THEATRE FRANKFURT

   SOFTWAREBILLIGER.DE

   

AMAZON.DE


[Musical-CDs, -DVDs und Noten bei Amazon finden]


   HOTEL.DE

LESETIPPS


Service-Stücke aus der muz-Redaktion:
Tipps für Musicalreisen nach London
Tipps für Musicalreisen an den Broadway
Tipps für Hobbysänger (von Eberhard Storz)
Alle Musical-Open-Airs im Überblick
Partnerseite: Musical-World