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Grusical

Dracula (Wildhorn)

Leb' noch einmal!


© Roland Obst
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Dracula - die Oper? Im von Ivan Alboresi sehr klassisch inszenierten Grusel-Liebesdrama gl├Ąnzen stimmlich und darstellerisch die beiden Protagonisten Valeria Link (Mina) und David Arnsperger (Graf Dracula).

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:31.03.2017
Rezensierte Vorstellung:29.04.2017
Letzte bekannte Auff├╝hrung:30.12.2018


© Roland Obst
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Wie von Geisterhand fahren f├╝nf schwarze Treppenpodeste ├╝ber die d├╝stere B├╝hne und bilden immer wieder neue Formationen. Einschwebende Versatzst├╝cke wie ein Tisch oder ein Zugabteil deuten schnell und pr├Ągnant die jeweilige Szenerie an. Was f├╝r eine tolle Raum-L├Âsung f├╝r ein Musical, das h├Ąufige Szenenwechsel bedarf! Allerdings hat Sandra Dehlers B├╝hnenbild einen ganz entscheidenden Sch├Ânheitsfehler: Sobald sich das Geschehen auf die feste r├╝ckw├Ąrtige Spielfl├Ąche verlagert, sehen die im zweiten Rang sitzenden Zuschauer kopflose Darsteller und k├Ânnen nur erahnen, was dort passieren mag. Ein ├Ąrgerlicher Fauxpas, der mit etwas niedrigeren Podesten h├Ątte vermieden werden k├Ânnen.


Durch die r├Ąumliche L├Âsung ist fast st├Ąndig Bewegung auf der B├╝hne. Wenn Regisseur Ivan Alboresi seine Darsteller einmal nicht treppauf oder treppab steigen l├Ąsst, arrangiert er sie sehr traditionell und l├Ąsst mit gro├čen Posen frontal ins Publikum singen. Die Inszenierung kommt zwar ohne einen einzigen Tropfen Kunstblut aus, ist aber dennoch alles andere als blutleer. Alboresi erz├Ąhlt die Dracula-M├Ąr stringent und ber├╝hrend und verzichtet auf jegliche Regie-M├Ątzchen. Passend dazu verortet Kristopher Kempfs geschmackvolles Kost├╝mbild die Handlung in die Jahrhundertwende - mit gro├čen Roben f├╝r die Damen und feschen Anz├╝gen f├╝r die Herren.

© Roland Obst
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Mit Ausnahme der beiden Hauptpartien stammen alle anderen Darsteller aus dem hauseigenen Musiktheater-Ensemble. Durch die durchweg klassisch geschulten Stimmen in Wildhorns bombastischer Partitur w├Ąhnt man sich manchmal eher in einer Oper als in einem Musical. Beim anr├╝hrenden Vampir-Drama ist das allerdings kein wirkliches Manko, zumal im Graben mit dem Loh-Orchester Sondershausen ein hervorragender Klangk├Ârper sitzt. Mit Verve und Brillanz begleiten die Musiker unter dem Dirigat von Henning Ehlert die S├Ąnger auf der B├╝hne.


Thomas Kohl spielt den Vampirj├Ąger van Helsing zwar etwas h├Âlzern, mit seinem butterweichen, recht tiefen Bariton bringt er die Zuschauer mit dem Paradest├╝ck "Nosferatu" ebenso zum Jubeln wie Zinzi Frohwein, die mit ihrem gro├čen "Nebel und Nacht"-Solo re├╝ssiert. Ihre Lucy wirkt allerdings sehr fraulich und passt vom Alter her kaum zu ihrem Br├Ąutigam Arthur (Michael Beck). Auf den Punkt besetzt ist Marvin Scott als Psychopath Renfield, der in dieser Inszenierung in einer Zwangsjacke in der Luft baumelt. Ein Bravo f├╝r sein irre gutes "Lied des Meisters"!

© Roland Obst
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Jonathan-Darsteller Marian Kalus gl├Ąnzt mit seinem feinen, geschmeidigen Tenor solistisch vor allem in "Die Flamme l├Âschen, die f├╝r Freiheit brennt", harmoniert aber auch perfekt im "Whitby Bay"-Duett mit seiner Mina. In dieser Rolle zeigt Valerie Link darstellerisch sehr ├╝berzeugend die ganze Zerrissenheit ihrer Figur, was sie gesanglich in ein brillantes "Lass mich dich nicht lieben"-Solo transformiert. Mit ihren starken Interpretationen und ihrer stimmlichen Vielf├Ąltigkeit unterstreicht Link, dass sie zur Top-Liga der Musicaldarstellerinnen geh├Ârt.


Als Gl├╝cksgriff f├╝r die Produktion erweist sich die Verpflichtung von David Arnsperger als Graf Dracula. Sein Vampirf├╝rst ist zun├Ąchst ganz der bedrohliche, transsilvanische Schlossherr, der im Laufe der Handlung jedoch zum melancholisch-gebrochenen Untoten wird. Der Clou ist allerdings, wie er ÔÇô in fahles Licht getaucht ÔÇô fast wie in Zeitlupe schleichend ├╝ber die schwarzen Treppenpodeste zu schweben scheint. Szenisch eine tolle Leistung, der Arnsperger auch gesanglich in seinen vielen Soli und Duetten entspricht. Seinen wunderbar vollen Bariton kann er dabei m├╝helos bis in tenorale Spitzent├Âne schrauben.


In der besuchten Repertoire-Vorstellung gab es beim Schlussapplaus f├╝r Arnsperger, Link und alle anderen Darsteller langanhaltende, stehende Ovationen. Auch aus dem zweiten Rang denn dieser "Dracula" funktioniert auch kopflos.

(Text: kw)






Kreativteam

InszenierungIvan Alboresi
B├╝hnenbildnerinSandra Dehler
Kost├╝mbildnerKristopher Kempf
Musikalische LeitungHenning Ehlert


Besetzung

*2018/19*

DraculaDavid Arnsperger
Lucius Wolter
Mina MurrayElisabeth K├Âstner
Angelina Biermann
Anna Preckeler
Jonathan HarkerMarian Kalus
Lucy WestenraCarolin Schumann
Lucy WestenraLeonor Amaral
RenfieldMarvin Scott
Dr. Jack SewardPhilipp Franke
Quincey MorrisDavid Johnson
Arthur HolmwoodMichael Ehspanner
Prof. van HelsingThomas Kohl
Vampirin 1Katharina Blum
Vampirin 2Brigitte Roth
Vampirin 3Anna Baranowska
MutterMonica Becar


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Roland Obst
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


31628
Gerne wieder

04.11.2017 - Ich war sehr beeindruckt von den Hauptdarstellern. David Arnsperger ├╝berzeugte mich voll und ganz.
Generell bin ich ein gro├čer Fan von dem Musical. Ich kann es nur jedem empfehlen es sich anzuschauen.

Hannah1969 (4 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Zwischen fahrenden schwarzen Treppen motzen die klassisch geschulten Stimmen des Haus-Ensembles Wildhorns Songs akustisch manchmal zu sehr auf. Heraus- und hervorragend: Valerie Link und David Arnsperger.

29.04.2017

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