Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Ost )Shows A-Z ( Ost )Premieren ( Ost )Das Phantom der Oper (Gerber/Wilhelm)


Musicalthriller

Das Phantom der Oper (Gerber/Wilhelm)

Mann mit Maske


© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH
Klägliche Tourneeproduktion (Buch: Paul Wilhelm; Musik: Arndt Gerber), weit entfernt vom Niveau der Lloyd Webber-Version. Trotz ähnlicher Story und einzelner guter Darsteller kann die Inszenierung nicht überzeugen.

(Text: Kai Wulfes)

Rezensierte Vorstellung:09.02.2006
Letzte bekannte Aufführung:25.02.2019


"Wahrscheinlich muss man es doch bedauern, das Phantom der Oper" - Mit dieser Aussage kommentiert der Pförtner des Pariser Opernhauses das Schicksal der kurz zuvor gestorbenen Titelfigur. Zu bedauern sind allerdings vor allem die Zuschauer, die tapfer bis zum Ende der Vorstellung ausgeharrt haben und nicht - wie andere - bereits vor oder während der Pause das Weite gesucht haben. Grund für das immer leerer werdende Auditorium ist ein vollmundig als "Musicalthriller nach dem Roman von Gaston Leroux" angekündigtes Stück, das zwar die bekannte Geschichte um den Mann mit der weißen Maske nacherzählt, jedoch weder Musical noch Thriller ist.

Autor Paul Wilhelm orientiert sich zwar eng am literarischen Vorbild, entzieht ihm jedoch jegliche Spannungsbögen. Das dadurch recht behäbig wirkende, mit einigen platten Witzchen garnierte Buch, vermag mit seiner müden Dramaturgie vielleicht gerade noch Grundschüler zu fesseln, keinesfalls jedoch ein erwachsenes Musicalpublikum. Zudem kann man darüber streiten, ob diese Phantom-Version überhaupt als "Musical" bezeichnet werden sollte, da es viel mehr Sprechszenen als Musikeinlagen gibt. Neben zwei den Fortgang der Handlung noch weiter hinauszögernden Arien aus Bizets Oper "Die Perlenfischer", erklingen Melodien von Arndt Gerber. In der Regel bestehen diese aus kurzen, miteinander verbundenen Motiven, die zwar mehrfach wiederholt werden, sich jedoch nicht als Ohrwürmer festsetzen. Eine rühmliche Ausnahme im belanglosen Einerlei bilden Christines Wiegenlied "Schlafe ein, du mein Kind" sowie die anschließenden Duettsequenzen "Kann man singen, ohne zu lieben?" und "Die Nacht wird Raum". Immerhin kommt die Musik nicht vom Band, sondern wird von einem kleinen 15-Mann-Orchester unter der Leitung von Lajos Taligás live gespielt.

Leider haucht auch die schnörkellose Inszenierung Manfred W. von Wildemanns der Produktion kein Leben ein. Statt das langatmige Textbuch zu straffen und auf Tempo zu setzen, produziert der Regisseur mit seinen Ideen Langeweile. Warum muss das Phantom im Büro des Operndirektors lange unbewegt einem Grammophon lauschen? Statt pointierten Spiels werden klischeehafte Abziehbilder (überkandidelte Operndiva, tuntiger Opernsekretär) auf die Bühne gestellt. Peinlichkeiten wie die in der Kahnszene bis zur Unkenntlichkeit der Protagonisten zugenebelte Bühne, oder der mit einigen bunten Scheinwerfern simulierte Kronleuchterabsturz führen zu unfreiwilligen Lachern im Publikum. Das tourneekompatible Einheitsbühnenbild von Hermann Hess und die von vier Tänzerinnen völlig uninspiriert ausgeführten Choreografien von Maria Menzo komplettieren den negativen Eindruck. Einzig die prachtvollen Kostüme von Horst Wolff überraschen positiv.

Im Gesang haben die Herren die Nase ganz klar vorn: Sowohl Dale Tracy in der Titelrolle als auch Martin Mairinger (Raoul de Chagny) gefallen mit sicher geführten, schönen Stimmen, während Mona Sievers (Christine) sich mit hörbaren Anstrengungen durch die höheren Lagen ihrer Partie kämpft. Aus dem ansonsten soliden Ensemble ragen Markus Bader als Bühnenpförtner und Stefanie Wesser (Ballettmeisterin/Madame Giry) heraus.

Auch wenn es zum Schluss der Aufführung dank des alten Theatertricks einer Mitklatsch-Musik Applaus für alle Beteiligten gab, verließen die meisten Besucher den Veranstaltungsort angesichts fürstlicher Preise und fragwürdiger Leistung wenig begeistert. Sollte dieses Phantom nach seiner Tournee für immer in den Katakomben der Oper verschwinden, wird es wohl kaum jemand vermissen.

(Text: kw)




Verwandte Themen:
News: Discounter Penny verkauft Musical-Tickets (01.12.2009)



Kreativteam

Librettist Paul Wilhelm
Komponist Arndt Gerber
Inszenierung Manfred W. von Wildemann
Bühnenbild Hermann Hess
Regie-Assistenz / Kostüm / Maske Horst Wolff
Musikalische Leitung / Einstudierung Lajos Taligás
Choreographie Maria Menzo
Dance Captain Maria Kis
Kostüm-Assistenz Liselotte Behnke
Ton / Licht Sound Light Rental
Memmingen


Besetzung

[2019]

Das PhantomPhilipp Landgraf
Eugene F. Raggio
Christine DaaéMagdalena Motyl
Stefanie Wesser
Raoul de Chagny, ihr FreundDavid Hojsak
Fabian Klatt
Monsieur Philippe, BühnenpförtnerJens Bogner
Moncharmin, OperndirektorHans-Jürgen Zander
Rémy, Sekretär der OperAlexander Hohler
Horst Wolff
Monsieur Fauve, Polizei-KommissarChris Schulz
A.M.J. Carlotta, Spanische PrimadonnaAdelheid Brandstetter
Barbara Freitag
Gaston, ihr Privat-SekretärChris Schulz
Madame Giry, LogenschließerinNadine Pohl
Die BallettmeisterinNadine Pohl
Polizist
Bote
Sam Berger
Souffleur
Pianist
Thomas Maiwald


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH
© Asa Event GmbH

 Theater / Veranstalter
ASA Event GmbH

Tournee
07142/919660
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe
 Kurzbewertung [ i ]
(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Vorsicht, Falle! Klägliche Tourneeproduktion, weit entfernt vom Niveau der Lloyd Webber-Version.

 Leserbewertung
(161 Leser)


Ø 0.94 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was läuft aktuell in diesen Musicalhäusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ Düsseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle Spielpläne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -Süd, Österreich, Schweiz, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;