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Tanz-Musical

Saturday Night Fever

You Should Be Dancin'


© Hillebrecht /Die Fotomaus
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Eigentlich scheint 10 Minuten nach der Ouvertüre bereits klar: Es wird am Ende stehende Ovationen für die knapp 30 Mitwirkenden bei "Saturday Night Fever" geben. Dennoch hebt es nach vielen tollen Tanzszenen und schönen Bildern zur Verbeugung zunächst nur ein Hand voll Zuschauer aus den Sitzen.

(Text: Andreas Gundelach)

Premiere:23.06.2017
Rezensierte Vorstellung:23.06.2017
Dernière:29.07.2017


Regisseur und Choreograph Marc Bollmeyer macht in Gandersheim vieles richtig. Er schafft schöne Bilder, intime Momente und große Tanzszenen. Dabei bezieht er neben der eigentlichen Bühne die Gänge im Zuschauerraum sowie Lichtturm und Außengeländer der Tribüne mit ein.

© Hillebrecht /Die Fotomaus
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Lucas Baier gibt den (eigentlich eher unsicheren) Womanizer Tony Manero mit einer geölten Portion Coolness und verzweifelt sichtlich an der kalten Schulter einer starken Julia Lißel (in ihrer Rolle als Stephanie Mangano). Beide singen gut, wenn auch nicht herausragend.

Insgesamt liegt das Augenmerk in Gandersheim vor allem auf der Qualität von Schauspiel und Tanz. Der eine oder andere Ton sitzt nicht ganz sauber, dafür sprüht das Ensemble vor Energie - besonders in den Tanzszenen.

Davon gibt es reichlich, denn in "Saturday Night Fever" wird fast pausenlos getanzt. Bollmeyers Choreographien sind im Stil an die 70er-Jahre angelehnt. Einige Bewegungen wirken altbacken – aus heutiger Sicht schon fast albern – dafür aber umso authentischer. Die Schritte sind abwechslungsreich und oft verspielt. Besonders seine Kampchoreographie sprüht vor tollen Ideen und ein einziges Paar Augen reicht eigentlich gar nicht, um der kreativen Arbeit zu folgen.

© Hillebrecht /Die Fotomaus
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Lucas Baier und noch viel mehr Julia Lißel geben ein tolles Tanzpaar mit sicheren Schritten. Getoppt werden sie durch Maria Moncheva (Maria), die in ihren kurzen Tanzsequenzen vor allem von Stefano Marletto (Cesar) ein ums andere Mal überraschend durch die Lüfte gehoben, getragen und gewirbelt wird.

In Zusammenarbeit mit einer örtlichen Tanzschule sind zudem zusätzliche Amateurtänzerinnen in den Massenszenen auf der Bühne zu sehen. Diese Idee überzeugt, ebenso wie ihre Umsetzung: Der Nachwuchs tanzt souverän und besonders Anna Lina Leupert vermag es mit ihrer Energie einen Teil des Ensembles sprichwörtlich an die Wand zu tanzen.

Im vergangenen Jahr hatte Fehmi Göklü die etwas undankbare Rolle von "König Ludwig XIII" in den "drei Musketieren" inne. Im starken Kontrast dazu steht dieses Jahr sein Discokönig Monty. Hier zieht er alle Register, feiert und improvisiert. Göklü erweitert seine Fangemeinde schnell vom "Odyssee 2001" auf der Bühne bis in die letzten Reihen der Tribüne hinein. Er sorgt für Stimmung, erhält Szenenapplaus und entwickelt sich schnell zum Publikumsliebling.

© Hillebrecht /Die Fotomaus
© Hillebrecht /Die Fotomaus


Das Bühnenbild von Bernhard Niechotz folgt wieder dem Motto "so viel wie nötig, so wenig wie möglich". Bei "Saturday Night Fever" gelingt das hervorragend: Ein zweistöckiges Baugerüst mit vier Spiegelkugeln und eine überdimensionale teilbare Spiegelkugel bilden das Grundset vor dem Dom. Die teilbare Riesenkugel beherbergt weitere Bühnenbilder und ist auf einer Seite demoliert. Fast wie nach einem Bombeneinschlag zersplittert, dient sie als Symbol persönlich empfundener Tristesse und Schattenseiten im Leben des Tony Manero. Zusammen mit wenigen Requisiten und passendem Licht laufen Umbauten fix und flüssig. Auch die Brückenszenen auf einer Seitenwand der Tribüne folgen erfolgreich dem simplen Motto.

Das Lichtdesign in Gandersheim ist erwachsen geworden. Wo vor wenigen Jahren noch ausschließlich PAR-Kannen zum Einsatz kamen, sorgt jetzt eine dezente LED-Unterstützung für die richtige Stimmung nach dem Einbruch der Dunkelheit und auch ein einfacher färbbarer Tanzboden kommt zum Einsatz. Etwas LED, viele Halogenbrenner und an den richtigen Stellen Nebel bilden die perfekte Symbiose für ein stimmungsvolles Lichtdesign, in dem die mattweißen scharfen Kegel der HMI-Verfolger schon als Fremdkörper wirken.

© Hillebrecht /Die Fotomaus
© Hillebrecht /Die Fotomaus


Nach zwei Stunden Spielzeit sitzen Tony und Stephanie auf Kartons an der Bühnenkante, sprechen über ihre Beziehung zueinander und schauen in die Ferne. Regisseur Bollmeyer platziert hier eine ungewöhnlich ruhige Szene. Nach ihrem Dialog sehen die Darsteller auf und verlassen die Bühne seitwärts, wie sie es an diesem Abend schon so oft getan haben. Es entsteht eine gefühlt endlose Pause, ratlose Blicke einiger Zuschauer.

Erst mit der Verbeugung des Ensembles ist klar, dass das Stück damit vorbei ist. An dieser Stelle funktioniert die Regie nicht. Nach zwei Stunden Tanzshow mit verschiedenen Highlights und der Begleitung eines fundamentalen Umbruchs im Leben des Tony Manero wird das Finale dem aufgebauten Spannungsbogen nicht gerecht. Das unter freiem Himmel nur schwer zu realisierende Blackout verwässert den Abschluss zusätzlich. Der Applaus schließlich fröhlich, aber nicht überschwänglich. Nur eine Hand voll Zuschauer im hinteren Drittel des Zuschauerrangs hebt sich von ihren Plätzen.

Erst nach Ende der ersten Verbeugung und unter Einsatz einer schmissigen Zugabe erhebt sich dann die übrige Tribüne und die Stimmung steigt so, wie es die Produktion eigentlich schon eher verdient hat.

(Text: Andreas Gundelach)






Kreativteam

Musikalische Leitung Ferdinand von Seebach
Regie, Choreographie Marc Bollmeyer
Ausstattung Bernhard Niechotz
Dramaturgie Jennifer Traum
Hanns-Dietrich Schmidt
Regie-Assistenz Andrea Kleßen


Besetzung

Tony ManeroLucas Baier
Stephanie ManganoJulia Lißel
AnnetteFelicitas Heyerick
Bobby CStephan Luethy
JoeyPhilipp Nowicki
Double JDenis M. Rudisch
Frank Manero jr.Marco Luca Castelli
Frank ManeroJan Kämmerer
Flo ManeroSusanna Panzner
Monty
Mr. Fosco
Fehmi Göklü
CesarStefano Marletta
MariaMaria Moncheva
LindaFlorentine Kühne
sowieDavid Schuler
TanzensembleChristina Baufeldt
Imke Bullwinkel
Annika Beushausen
Josephine Braun
Anna Lina Neupert
Lea Pflug
Lina Alice Polten
Alina Schulze
Julia Lormis
Annika Rose



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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Coole Jungs (und Mädels) tanzen fetzige Choreographien in tollem Bühnenbild vor der Domkulisse.

23.06.2017

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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