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Film-Adaption

School of Rock

If Only You Would Listen


© Tristram Kenton
© Tristram Kenton
Es gibt Musicals, deren primärer Anspruch ist, dem Publikum einen unterhaltsamen kurzweiligen Abend zu bieten. Oft gelingt das nur bedingt, manchmal werden die Erwartungen erfüllt – und in seltenen Fällen werden diese sogar übertroffen. Letzteres trifft auf Webbers neuestes Werk zu. Ein Abend, der von Anfang bis Ende prächtig unterhält.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:14.11.2016
Rezensierte Vorstellung:24.11.2016


Die Geschichte über einen arbeitslosen Musiker, der sich durch eine Lüge in eine Eliteschule einschleicht und mit den Schülern eine Rockband gründet, um an einem Wettbewerb teilzunehmen, kommt in der Inszenierung von Laurence Connor wunderbar leichtfüßig über die Rampe. Das Tempo stimmt, die Gags sitzen und auch die ruhigen Momente bekommen genug Raum, um als Kontrapunkte eine passende Dynamik ins Musical zu bringen. Wenn man diesbezüglich etwas kritisieren möchte, dann vielleicht, dass die ein oder andere Szene im Lehrerzimmer entbehrlich wirkt.

© Tristram Kenton
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Connor hat die einzelnen Charaktere gut mit seinem Ensemble erarbeitet und schafft es trotz Fokus auf die witzigen Szenen, auch berührende Momente stark zu inszenieren. Eine herausragende Nummer diesbezüglich ist der Song "If Only You Would Listen" in dem die Kinder beklagen, dass ihre Eltern ihnen nicht zuhören und ihre Probleme nicht wahrnehmen. Eine schöne Ballade, die mit Soli beginnt und in einem mehrstimmigen Abschluss kulminiert.

© Tristram Kenton
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Webber komponierte zusätzlich zu den aus dem Film bekannten Songs neue Lieder, die die komplette Bandbreite seiner Karriere abdecken. Rockige Passagen erinnern an "Jesus Christ Superstar", die Ensemblenummern der Lehrer wecken Assoziationen an "Evita" sowie "Stephen Ward" und die großen Soloballaden wie "Where Did the Rock Go" klingen so typisch nach Webber, dass sie wohl niemand anderes so hätte schreiben können. Zusätzlich nimmt er Anleihen bei bekannten Rocksongs und webt als Gegensatz und Symbol für die versteifte Erwachsenenwelt musikalische Zitate aus der Klassik ein. Insgesamt eine durchweg runde Partitur, die wunderbar auf der Bühne funktioniert.

© Tristram Kenton
© Tristram Kenton

Diese wurde von Anna Louizos mit einer Drehbühne und verschiedenen fahrbaren Elementen sowie Möbelstücken ausgestattet. Insgesamt wirkt das Bühnenbild eher uninspiriert und zweckdienlich, ermöglich aber schnelle und reibungslose Szenenwechsel. Louizos' Kostümkreationen sind passend und spiegeln die gegensätzlichen Welten von Rock und Eliteschule wider. Das ergänzende Lichtdesign von Natasha Katz sorgt schließlich für einen stimmigen Gesamteindruck.

© Tristram Kenton
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Die Hauptrolle des rockenden Möchtegernlehrers Dewey Finn spielte in der besuchten Vorstellung die alternierende Besetzung Gary Trainor. Er liefert eine tadellose Performance ab, die sowohl gesanglich als auch schauspielerisch vollkommen überzeugt. Trainor gibt seinem Charakter die richtige Mischung aus kindlicher Naivität, Respektlosigkeit, Leichtlebigkeit und schließlich auch aus verantwortlichem Erwachsenen. Als strenge Direktorin steht ihm mit Florence Andrews als Rosalie Mullins eine ebenbürtig-starke Antagonistin gegenüber. Stimmlich ist die Rolle äußerst herausfordernd, da sie klassisch (Auszüge aus "Arie der Königin der Nacht"), rockig und mit Bruststimme singen muss. Andrews meistert die Aufgabe mehr als souverän. Erwähnenswert ist noch Oliver Jackson als Deweys Freund Ned Schneebly. Jackson ist so ein dürrer, hagerer Typ, dass er in seinem Kostüm mehr wie eine Comicfigur aussieht. Herrlich, wenn er am Ende im Rockeroutfit auf die Bühne kommt. Auch der restliche Erwachensen-Cast ist mit Spielfreude dabei und liefert überzeugende Rollenportraits ab.

© Tristram Kenton
© Tristram Kenton

Und die Kinder? Nach Shows wie "Oliver!", "Billy Elliot" oder "Matilda" weiß man von den Talenten vieler anglo-amerikanischer Kinderdarsteller. Neben Schauspiel, Gesang und Tanz müssen die Kinder in "School of Rock" auch noch Instrumente spielen. Die Leistungen sind dabei erneut grandios. Das gesamte Kinderensemble ist mit Elan dabei. Es spielt, tanzt und singt mit so viel Leidenschaft, dass es einfach ansteckend ist. Bei so hoher Qualität ist es eigentlich unfair, einzelne Nachwuchsdarsteller hervorzuheben, aber das Gitarrenspiel von Toby Lee als Zack ist einfach beeindruckend. Wie ein ganz Großer rockt er über die Bühne und spielt die Riffs auf seiner E-Gitarre. Daneben groovt Lois Jenkins als Bass spielende Katie völlig entspannt durch die Nummern und bietet dabei ein urkomisches Bild: Ein kleines, niedliches Mädchen in Schuluniform mit zwei langen Zöpfen und einem Instrument, das größer ist als sie selbst – sowas sieht man nicht alle Tage.

© Tristram Kenton
© Tristram Kenton

Mit „School of Rock“ haben Webber und sein Kreativteam sicherlich keinen Meilenstein des Musicals erschaffen. Jedoch präsentieren sie eine rundum gelungene Show, die das macht, was sie soll: einfach erstklassig unterhalten!

(Text: Maik Frömmrich)




Verwandte Themen:
News: Die Verleihung der Laurence Olivier Awards 2017 (09.04.2017)
Hintergrund: Ein Tag mit Nadeem Crowe (School Of Rock, London) (06.10.2017)



Kreativteam

MusikAndrew Lloyd Webber
TextGlenn Slater
BuchJulian Fellowes
InszenierungLaurence Connor
ChoreographieJoann M. Hunter
Musikal. SupervisionEthan Popp
Bühne / KostümeAnna Lourzos
LichtNatasha Katz
SoundMick Potter


Besetzung

Dewey FinnGary Trainor
Stephan Leask
Rosalie MullinsFlorence Andrews
Ned SchneeblyOliver Jackson
Patty Di MarcoPreeya Kalidas
Gabe
Jeff
Billys Dad
Jonathan Bourne
Doug
Mr. Spencer
Nadeem Crowe
Mrs BinghamMichelle Francis
Mrs HathawayRosanna Hyland
Mrs TurnerCassandra McCowan
Stanley
Mr. Williams
Joel Montague
Mr. Mooneyham
Snake
Andy Rees
TheoCameron Sharp
Drummer
Police Officer
Andrew Spillett
Mr. WagnerAlex Tomkins
Ms SheinkopfLucy Vandi
ZackJack Goodacre
Santiago Cerchione
Phoenix Taylor
FreddySiam Elvidge
Annabel Gracey
Jacob Swann
LawrenceCole Lam
Milano Preston
Johnny Evans-Hutchinson
KatieImogen Bowden
Eliza Cowdery
Audrey Newman
SummerStella Haden
Caoimhe Judd
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MarcyEllie Wilcox
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© Tristram Kenton
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


A fun night out

30.05.2018 - School of Rock ist für mich mit Sicherheit nicht das genialste Musical aller Zeiten. Die Geschichte ist schnell erzählt, die Optik okay und die Musik bietet ein paar Stücke, die ich auf der Cast-Aufnahme eher überspringen würde.

Aber was das Stück absolut empfehlenswert macht, sind die Leistung der Darsteller (vor allem natürlich der Kinder!) und die mitreißende Spielfreude aller Beteiligten.

Die gesangliche Leistung der Kinder ist astrein (vor allem beim ruhigen "If only you would listen" bemerkenswert), das Instrumentenspiel professionell und die Choreos energiegeladen.
Bei all der Begeisterung fallen die Erwachsenen bei mir ein bisschen hinten runter. Diese waren gut für ihre Rollen gecastet und haben auch eine tolle Leistung geboten. Allerdings hätte mich das Stück sicher nicht so begeistert, wären die Kinder nicht so abgegangen.

Besonders schön fand ich, zu sehen wie die Musiker (die am Ende das Spiel den Kids auf der Bühne überlassen) seitlich von ihrem Balkon herunter die Kinder gefeiert haben.

Bei der von mir besuchten Vorstellung hat das Publikum absolut mitgerockt und hatte sichtlich Spaß. Es ist einfach ein gute Laune Stück, das einen mit einem Lächeln auf den Lippen summend nach Hause schickt.

Hughie (29 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


School of Rock

26.09.2017 - Trotz des Titels ist es weniger rockig als vermutet, aber die Musik ist durchaus schön und abwechslungsreich.

Die Besetzung ist erste Sahne (gerade auch die Leistung der Kinder ist hervorragend) und alle Rollen sind perfekt besetzt.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Ist sicher nicht in meiner Top 10, aber auch nicht schlecht und ich habe den Besuch nicht bereut.

Im Vergleich zu anderen Stücken kann ich aber nur 3 Sterne vergeben. Wobei 3 Sterne ja durchaus gutes Mittelfeld ist.

MusicalJonas (14 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


Stick it to the Man

27.07.2017 - Tolles Stück für die junge Generation mit einem tollen Soundtrack und kleineres Längen in der Mitte. Das wirkliche Highlight sind die Schüler, die die Instrumente selbst spielen. Ein paar Ohrwürmer hat der rockige Score von Andrew Lloyd Webber auch zu bieten. Kein Must See aber immerhin eine tolle Show mit einem tollen gary Trainors als Mr. Schniebly und Florence andrews als Frau Mullins.

jongleur (49 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


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Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Ein wunderbar witziges Musical, das mit einem grandios aufspielenden Ensemble Begeisterungsstürme beim Publikum auslöst.

25.11.2016

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 3.67 Sterne

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