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Klassiker

Sunset Boulevard

Träume aus Licht


© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Eine solide, sehenswerte Inszenierung mit großem Staraufgebot und einigen Schwächen – das ist "Sunset Boulevard" in Dortmund. Betrachtet man den frenetischen Jubel und die minutenlangen Standing Ovations des Premierenpublikums, so kommt die Adaption der Bad Hersfelder Fassung von Regisseur Gil Mehmert äußerst gut an. Zweifelsfrei ein großer Gewinn für die Produktion ist die Entscheidung für die "symphonic version". Unter der Leitung von Ingo Stadtmüller bringen die Dortmunder Symphoniker einen in heutigen Zeiten fast schon vergessenen, großen Musical Sound ins Opernhaus.

(Text: Silke Milpauer)

Premiere:08.10.2016
Rezensierte Vorstellung:08.10.2016
Letzte bekannte Aufführung:29.01.2017


Älterwerden ist nichts für Feiglinge, sagt der Volksmund treffenderweise. Älterwerden im Showbiz schon gar nicht. Und dann auch noch würdevoll damit umgehen – geradezu unmöglich! Davon kann Stummfilmdiva Norma Desmond mehr als ein Lied singen. In ihrem Fall bevorzugt "Träume aus Licht", mit dem sie dem Ruhm und dem Glanz vergangener Zeiten nachhängt.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Geblieben ist lediglich die große Villa am Sunset Boulevard, Hollywoods erste Adresse. Aber auch hier: Der Lack ist ab, das Grundstück verwahrlost, drinnen alles düster und verstaubt. Das nahezu statische Bühnenbild von Heike Meixner besteht aus einen großen, dunklen Raum. Im Hintergrund befindet sich eine Marmorwand und ein großes, verdrecktes Fenster, links die unvermeidliche Showtreppe, auf der die Diva jeden einzelnen ihrer Auftritte dramatisch als Reminiszenz an ihr jüngeres Selbst inszeniert. Mal in einem prachtvollen schwarz-goldenen Art-Deco-Überwurf, mal im aufwändig gearbeiteten Morgenmantel, mal im exquisiten Silvester-Kostüm und mal im schlichten schwarzen Kleid: Jeder Auftritt von Pia Douwes als Norma Desmond ist – nicht zuletzt aufgrund der großartigen Arbeit der Kostümbildner - ein Hingucker. Ihr bloßes allererstes Erscheinen im ersten Akt sorgt für tosenden Applaus und gerät damit beinahe zum Show-Stopper.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Douwes verkörpert Norma Desmond mit großen, dramatischen Gesten. Dieses beinahe durchgängige, gnadenlose Over-Acting scheint so vom Regisseur gewollt und macht es für den Zuschauer schwierig, nachzuvollziehen, wann Normas wahrer Charakter durch die Fassade schimmert und wann sie Dramatik nur benutzt, um ihren Willen zu bekommen (etwa, um den jungen Joe Gillis zum Bleiben zu überreden). Die Figur in all ihrer Dramatik stellt Douwes hervorragend dar – es sind die anderen Facetten, die ein wenig auf der Strecke bleiben. Gänsehaut-erzeugend und zurecht umjubelt ist "Nur ein Blick"; darstellerisch unter die Haut gehend gerät die Szene, wo sie dem jungen Gillis ihre Stummfilm-Erfolge vorspielt und dabei ganz in diese eintaucht.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Ebenfalls bewegend ist die Schlüsselszene im zweiten Akt, wo die Desmond Mr. DeMille (Hans Werner Bramer) am Set der Paramount besucht: Hier wird für den Zuschauer überdeutlich, dass DeMille es im Gegensatz zu Norma geschafft hat, mit der Zeit zu gehen und weiterhin aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen, während sie im modernen Filmset wie ein Fossil aus vergangener Zeit wirkt und von den Kunstschaffenden genauso behandelt wird.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Parallelwelten, die nebeneinander existieren und sich nur selten berühren – auch darum geht es in "Sunset Boulevard". Wunderbar plastisch wird das, wenn wir diese im direkten Vergleich nebeneinander sehen können wie etwa in der Silvester-Szene: Links tanzt Norma nach Joes abruptem Abgang verzweifelt und betrunken in ihrer Villa, rechts sehen wir die ausgelassene, jugendliche Künstler-Szene in farbenfrohen 50er-Jahre-Kostümen und voller Hoffnung ins neue Jahr feiern – ein Highlight der Inszenierung.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Der erfolglose Drehbuchautor Joe Gillis (Oliver Arno) entstammt dieser Parallelwelt. Arno steht vor der gar nicht so einfachen Aufgabe, einerseits den Erzähler Joe zu geben, der die Geschichte in Rückblicken preisgibt, und andererseits die Figur Joe zu spielen – und zwar so, dass den Zuschauern der Unterschied zwischen diesen beiden stets bewusst ist. Arno meistert diese Aufgabe nicht schlecht und zeigt einen Joe, der zwar mit einer gehörigen Portion Kalkül agiert, sich letztendlich aber doch nicht ganz den Reizen Normas und ihrer Verletzlichkeit entziehen kann.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Auch gesanglich liefert Arno ab, wobei er bei seinem eigentlich größten Auftritt zu Beginn des zweiten Akts viele Chancen verschenkt: Das Titellied "Sunset Boulevard" plätschert bedeutungslos vor sich hin – schade! Vor allem, weil Arno bei der Reprise des Stücks gegen Ende des zweiten Akts, als er Betty Schaefer (sehr ansprechend verkörpert von Wietske van Tongeren) endlich reinen Wein einschenkt, zeigt, dass er es durchaus anders kann. Hier stellt sich nämlich die Gänsehaut ein, die beim ersten Mal ausblieb – sicherlich aber auch aufgrund der Tatsache, dass diese Szene ein atmosphärisch wirklich dichtes Bild schafft: Oben auf der Treppe sitzt Norma wie ein Häufchen Elend, ganz in schwarz gekleidet und mit grauem, ungestyltem Haar; unten macht Joe mit Betty Schluss, die wie immer ein Kleid aus kräftigen Pastelltönen trägt und im Gegensatz zur Stummfilm-Diva aussieht wie das blühende Leben. Leider verkommt die Beziehung zwischen ihr und Joe in dieser Inszenierung ein wenig zum Beiwerk.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Großen Eindruck macht Hannes Brock von der Oper Dortmund in seiner Rolle als Butler Max. Obwohl er leider nicht viel zu singen hat, ist er ständig präsent und der Zuschauer ahnt gleich, dass hinter dieser ominös anmutenden Erscheinung mehr stecken muss als es zunächst den Anschein hat. Warum Max allerdings so aussehen muss, als sei er einem zweitklassigen Vampirfilm entsprungen, wird wohl ein Geheimnis der Produktion bleiben. Immerhin passt er gut in das düstere, irgendwie an ein Mausoleum erinnernde Bühnenbild. Auch das restliche Ensemble des Theaters Dortmund zeigt sich sehr spielfreudig und gut bei Stimme. Dass die Abmischung an diesem Abend nicht optimal ist und so der Chor meist zu leise im Zuschauerraum ankommt, ist daher besonders schade.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Trotz des recht statischen Bühnenbildes schafft es Heike Meixner, dass durch Requisiten und pfiffige Ideen immer wieder neue Bilder entstehen – so werden Versatzteile zu einem Auto und Tore mit Paramount-Schriftzug simulieren den Eingang der berühmten Filmstudios. Die Kostüme (ebenfalls von Meixner designt) sind sehr aufwändig und authentisch und spiegeln die unterschiedlichen Lebensstile und -gefühle wieder. Die Choreografie (Melissa King) kann ebenfalls immer wieder punkten, etwa bei der witzig inszenierten Verfolgungsjagd zu Beginn oder den Szenen im Paramount-Studio. Stefan Schmidts gelungenes Lichtdesign setzt Akzente und so manchen Moment wirkungsvoll in Szene.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Trotzdem bleibt unter dem Strich das erhoffte "Wow"-Gefühl aus. Obwohl "Sunset Boulevard" thematisch und musikalisch ein zeitloser Klassiker ist, kann das Stück in Dortmund über weite Strecken zwar berühren, aber nicht wirklich mitreißen. Vielleicht, weil die Adaption aus Bad Hersfeld dann doch nicht so recht ins Dortmunder Haus passen mag. Vielleicht, weil die Besetzung an diesem Abend zwar gut, aber (noch) nicht herausragend ist. Vielleicht, weil die Inszenierung einige Längen hat. Oder aber weil der Ton an diesem Abend alles andere als optimal ist. Wie dem auch sei: Es ist noch Luft nach oben.

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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(Text: Silke Milpauer)




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Produktion: Sunset Boulevard (Opernhaus Bonn)
Produktion: Sunset Boulevard (Festspiele Bad Hersfeld)



Kreativteam

Musikalische Leitung Ingo Martin Stadtmüller
Regie Gil Mehmert
Choreographie Melissa King
Bühne und Kostüme Heike Meixner
Dramaturgie Wiebke Hetmanek


Besetzung

Norma Desmond Pia Douwes
Joe Gillis Oliver Arno
Betty Schaefer Wietske van Tongeren
Sarah Wilken
Max von Mayerling Hannes Brock
Artie Green Morgan Moody
Cecil B. DeMille Hans Werner Bramer
Sheldrake Daniel Berger
Mr. Manfred
Myron
Joshua Whitener
Heather u.a. Charlotte Katzer
Mary u.a. Esther Conter
Ursula u.a. Anneke Brunekreeft
Jean u.a. Yara Hassan
Lisa Lina Gerlitz
Joanna u.a. Martina Vorsthove
Katherine u.a. Natascha Valentin
Cliff u.a. Thomas Stitilis
John u.a. Marvin Schütt
Sammy u.a. Anton Schweizer
Wunderkind u.a. Florian Minnerop
Jonesy u.a. Henry Lankester
Schuldeneintreiber u.a. Alexander Sasanowitsch




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Thomas M. Jauk/Stage Picture
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31329
LA GRANDE DIVA - PIA DOUWES

25.01.2017 - Nach gut 2:45 Stunden im Opernhaus Dortmund war kein Halten mehr auf den Stühlen - das Publikum feierte eine wunderbare, grandiose Aufführung von "SUNSET BOULEVARD" -
Es war schon alleine deswegen eine besondere Vorstellung, da Wietske van Tongeren, die Betty Schaefer Darstellerin erkrankt war und für sie Sarah Wilken ihr Rollendebüt bravouros mit schöner Gesangsstimme ablieferte -

Das intensive Spiel der vier Hauptprotagonisten Norma, Joe, Betty und Max zeigte auf, dass dieses Stück keinen Bühnenbombast benötigt - es lebt durch die Atmosphäre, die Stimmung und die Musik sowie die hervorragende schauspielerische Leistung der Protagonisten...

Die Tontechnik war sauber abgemischt - ein Garant für einen tollen Abend - die Dortmunder Philharmoniker spielten unter dem Dirigat von Ingo Martin Stadtmüller in der "Symphonic Version" opulent auf - aber sie übertönten die Darsteller nicht...

Oliver Arno ist ein guter Joe Gillis - er passt perfekt in diese Rolle und singt und spielt seine Parts mit Leidenschaft und guter Stimme...

Ein besonderer Abend war es natürlich wegen IHR - 1992 sah ich Pia Douwes zum allerersten Mal in Wien als ELISABETH und seitdem begleite ich diese charmante Künstlerin überall hin -

war sie 2009 in der Holländischen Version von SUNSET BOULEVARD schon sehr sehr gut, toppt sie diese Leistung 8 Jahre später noch einmal - Ihr Gesang und ihr Schauspiel machen Sie einfach zum "Star" und die unvermeidbare Gänsehaupt bei "NUR EIN BLICK" - einfach nur Wow - allein schon wegen ihr hat es sich gelohnt den Weg nach Dortmund anzutreten....

Nachdem der Intendant ja bald nach Nürnberg wechseln hoffe ich mal persönlich, dass diese SUNSET BOULEVARD Produktion dann hoffentlich mit Pia Douwes noch einmal in Nürnberg gezeigt werden wird - das wäre für Nürnberg echt mal schön - und ein großer Wunsch von mir...

Maxim (54 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


31230
Gleich noch Mal Karten gekauft

10.10.2016 - Vom Ensemble Mitglied bis zu den Hauptdarstellern sehr ausdrucksstark! Auch die Bühnenbilder die Kostüme lassen sich sehen- ein echter Hingucker.

Die Rezension, dass der Song "Sunset Boulevard" zu Beginn des zweiten Aktes blass wirkte, kann ich absolut nicht bestätigen. Ich finde das Zitat "[...] bedeutungslos vor sich hin plätschern" sehr ungünstig ausgedrückt und greift fast schon die Spielweise des professionellen Darstellers an. Ansonsten kann ich den Rezensionen durchaus zustimmen.

Jey92 (erste Bewertung)


31228
Gut, aber nicht herausragend

09.10.2016 - Wenn man ein solches Musical mit ausgesprochen wenig Bühnenaufwand, sehr wenigen optischen Reizen und Abwechslungen im Bühnenbild inszeniert, muss man wohl zweierlei zur Verfügung haben: zum einen ein hervorragendes Musical, das einfach für sich selbst stehen kann und es nicht nötig hat, sich hinter Bühnenbombast quasi zu verstecken.
Zum anderen in den tragenden Rollen - oder, wie hier: in DER tragenden Rolle - eine echte Bank, eine herausragende Persönlichkeit, die das Stück zu jeder Zeit und in allen Facetten quasi im Alleingang trägt.
Von Grundlage Nr. 1 darf man, wie ich finde, bei Sunset Boulevard, ohne Zweifel ausgehen Seit vielen Jahren eines meiner absoluten Lieblingsstücke mit seiner wundervollen und treffenenden Musik und seiner fesselnden, vielschichten Story mit einer Achterbahnfahrt der Gefühle.
Ich hatte dieses Stück bis gestern in sechs unterschiedlichen Inszenierungen und noch sehr viel mehr unterschiedlichen Besetzungen erlebt, und gefesselt hat es mich immer - selbst dann, wenn es mal weniger gut inszeniert war (Niederlande-Tour) oder nicht so überragend stark besetzt.

Zur Grundlage Nr. 2, der Besetzung vor allem der Norma Desmond:
Es war ein echter Coup, Musical-Diva Pia Douwes, die schon in so vielen Rollen restlos überzeugt hat, für diese Rolle in Dortmund gewinnen zu können.
Allein, ich fand sie jetzt persönlich "nur" gut, mehr nicht. Wir waren uns schon zur Pause ohne jede vorhergehende Diskussion einig: kein Vergleich zu einer Helen Schneider, die mich in dieser Rolle schon so oft regelrecht umgehauen hat mit ihrer Präsenz, ihrer Ausstrahlung, ihrer unglaublich mitreißenden und zutiefst bewegenden Interpretation.
Pia Douwes ist enorm gut bei Stimme, was vor allem bei "Nur ein Blick" (stark umjubelt) ganz klar deutlich wird. Da fehlt es also an nichts.
Aber mir fehlte die wirklich hervorragende vielschichtige schauspielerische Anlage dieser Figur. Man muss sie hassen und mit ihr leiden können, man sollte spüren können, wie unglaublich verletztlich und zerbrechlich diese Frau unter der selbst geschaffenen Fassade, die sie sowohl für andere als auch sogar für sich selbst aufgebaut hat, wirklich ist.
Die Szene, in der sie in die Filmstudios zurückkehrt, bietet dafür auch einen großen Höhepunkt, der mir normalerweise Schauer über den Rücken jagt.
Leider hat mich Frau Douwes in all diesen Punkt nicht oder nicht hinreichend erreicht bzw überzeugt. Die unterschiedlichen Facetten der Norma, die Achterbahnfahrt der Gefühle (von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, wie man so sagt) - das fehlte mir.
Sie war definitiv Welten entfernt von einem "Ausfall", und wer keinen Vergleich hat, dem wird rein gar nichts fehlen, aber im Vergleich mit Helen Schneider und auch anderen ist für mich Frau Douwes dann leider doch weit abgeschlagen (wie übrigens "Kaiserin-Kollegin" Maya Hakvoort in Tecklenburg leider auch).
Oliver Arno hatte ich in der Rolle bereits erlebt. Er spielt und singt rollendeckend, auch wenn man bei ihm ebenfalls noch ein paar Schippen drauf legen könnte. Auch ich fand, dass sein Titelsong zu Beginn des zweiten Akts ganz merkwürdig blass blieb: kaum gesungen, schon vergessen. Woran das genau lag, weiß ich bis jetzt nicht. Wesentlich stärker ist mir da bis heute z. B der Lüneburger Joe Kristian Lucas in Erinnerung geblieben.
Warum in Dortmund der Butler Max aussehen muss wie ein in die Jahre gekommener und ergrauter Pumuckl, wollte sich mir nicht erschließen. Ansonsten war er aber gut, auch wenn ich hier ebenfalls deutlich stärkere Darsteller im Gedächtnis habe.

Das Orchester..... tja, ich hatte mir etwas mehr erwartet. Es war schön, es war gut, aber umgehauen hat es mich jetzt auch nicht. Trauriger aber: wenn man schon so ein großes Orchester zur Verfügung hat, so hätte ich mir gewünscht, dass tatsächlich die ganze Partitur gespielt wird, ungekürzt. Doch, und das hatte ich ja durchaus geahnt und leider erwartet (wenn auch bis zuletzt anders gehofft): es gab die üblichen Kürzungen. Das heißt, keine Ouvertüre für den zweiten Akt (warum?!), Auto-Verfolgungsjagd im ersten Akt gekürzt, Instrumental-Teil vor dem Finale im zweiten Akt (wenn Betty nach Normas Anruf zum Sunset eilt) gekürzt. Ja, ich verstehe, warum diese beiden letztgenannten Kürzungen vorgenommen werden: anders als in der üppigen Original-Inszenierung hat man in dieser extrem abgespeckten Version einfach keine Idee, was man denn auf der Bühne während der beiden Instrumentalteile jeweils zeigen soll (im Original gab es da u a. Film-Projektionen).
Seltsame kleine Details gab es immer wieder einmal, etwa am Ende des Stücks, wenn Normas Frage "Max, wo bin ich?" entfällt und Max eben einfach so die nicht gestellte Frage "beantwortet": "Dies ist die Treppe des Palastes..." Oder hatte die Douwes den Satz schlicht vergessen im Premierenfieber? Jedenfalls gab es immer wieder einmal solche Details, die mich stutzig machten.

Schön an der Inszenierung finde ich (wie schon in Bad Hersfeld), dass man mit ganz einfachen Theatermitteln arbeitet. So wundervoll das opulente Original war, ich habe eben immer wieder auch eine Schwäche für die ganz einfache "Handarbeit" im Theater, etwa bei der so einfach dargestellten Auto-Verfolgungsjagd oder wenn Normas toller Wagen vor den Augen des Publikums ganz einfach aus ein paar Einzelteilen, die von Darstellern gehalten werden, zusammengesetzt wird.

Ja, die Inszenierung an sich funktioniert insgesamt hervorragend - ich hätte mir nur eine noch stärkere Besetzung gewünscht (und nein, es hängt nicht allein an Helen Schneider, es gab auch schon andere, die mich richtig "geflasht" haben.)

Awakennings.neu (4 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


31226
Ein großer Theaterabend!

09.10.2016 -

sissi1982 (11 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


31225
Tolle Aufführung

08.10.2016 - Danke an die Oper Dortmund für diese schöne Aufführung von Sunset Boulevard und die Verpflichtung von Pia Douwes und Oliver Arno. Wunderbar, wir haben die Premiere sehr genossen und werden gerne erneut anreisen.

Lisa09 (28 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


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Handlung
Hollywood in den Fünfzigern. mehr

Weitere Infos
Bei der Tony Award Verleihung 2005 wurde das Stück mit sieben Trophäen ausgezeichnet - darunter für das beste Musical, die beste Musik und das beste Buch.

 Kurzbewertung [ i ]
(mil)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Vor allem die "symphonic version" macht diese solide Inszenierung des Lloyd Webber-Klassikers sehens- und hörenswert!

10.10.2016

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 4.40 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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