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Drama

Ein Mann ohne Bedeutung

Die Gemeinschaft steht im Vordergrund


© Michael Otto
© Michael Otto
Die Waldbühne Kloster Oesede wagt sich in diesem Jahr an ein ziemlich unbekanntes Stück um eine Laienspielgruppe im Dublin der 1960er Jahre. Also eigentlich eine passende Wahl für ein motiviertes Amateur-Ensemble wie in Georgsmarienhütte.

(Text: mr)

Premiere:01.07.2016
Dernière:03.09.2016


Mit einer klassischen Boulevard-Komödie fangen viele Amateur-Gruppen relativ schnell Lacher ein; das Drama "Ein Mann ohne Bedeutung" hingegen braucht ein Weilchen, bis es die Zuschauer fesselt. Ruhig, scheinbar ohne besondere Höhepunkte entwickelt sich die Geschichte um diese ganz normalen Leute in Dublin. Im Zentrum steht dabei Alfie Byrne, ein Buskontrolleur mittleren Alters, der ein einsames Leben führt. Er lebt mit seiner Schwester zusammen, ohne weitere nennenswerte soziale Kontakte – mit einer Ausnahme: Die St. Imelda Players, eine Laienspielgruppe, die er mit viel Leidenschaft leitet. Das Drama, das sich nun nach und nach entwickelt, beginnt mit der Entscheidung, Oscar Wildes "Salome" aufzuführen. Die Kirche, in deren Gemeindezentrum die Truppe probt, ist von dieser Stückauswahl nicht sehr begeistert und legt Alfie erste Steine in den Weg. Richtig dramatisch wird es dann, als Alfies Homosexualität, die er niemandem – nicht einmal sich selbst – einzugestehen vermag, zum öffentlichen Thema wird und Alfie zu einem Neuanfang zwingt.

© Michael Otto
© Michael Otto

Auch in seiner Erzählweise macht das Stück es dem Zuschauer nicht leicht, springt die Handlung doch immer wieder zeitlich hin und her. Darüber hinaus werden auch zeitweise Alfies Gedanken auf der Bühne dargestellt; so kommt in der zweiten Hälfte mehrmals Oscar Wilde persönlich auf der Bühne vorbei, um das Geschehen zu beobachten und kommentieren.

Es ist insbesondere der einfühlsamen Regie von Lars Linnhoff zu verdanken, dass das Stück im Endeffekt so berührt. Er nimmt die Figuren mit ihren alltäglichen Sorgen und Marotten ernst und kann vor allem auf einen Hauptdarsteller zählen, der das Amateur-Niveau weit hinter sich gelassen hat. Werner Knappheide spielt diesen introvertierten Alfie Byrne, dessen Augen und ganze Aura aufleuchten, wenn er in seinem Bus die perfekte Salome-Darstellerin entdeckt, einfach großartig und dazu singt er auch noch mit sicher geführter, angenehm rauher Stimme.

© Michael Otto
© Michael Otto

Die Bühne ist ein in genau dem richtigen Maß schäbiger Gemeindesaal mit Bühne. Eine ausgefeilte Stuhlchoreographie reicht völlig aus, um immer wieder andere Orte anzudeuten: in schmalen Reihen hintereinander gestellt, stellen sie den Bus dar, in dem Alfie seiner Arbeit nachgeht, im Halboval angeordnet bieten sie Platz für die Proben der Laienspielgruppe. Werden sie an Tische verteilt, ist das Bühnenbild für den Irish Pub fertig.

Eine Wucht ist das kleine Orchester der Bühne. Besetzt mit einem Mix aus Amateuren und Profis sorgt es für einen satten Klang und gut-ausbalancierte Harmonien. Komponist Stephen Flaherty, von dem so großartige Scores wie "Ragtime" oder "Once on This Island" stammen, hat für dieses Stück der 'kleinen Leute' auf die ganz großen Melodienbögen verzichtet. Es erklingen viele hörenswerte Balladen, so dass man regelrecht aufhorcht, wenn im Pub auch mal Irish Folk dazu kommt.

© Michael Otto
© Michael Otto

An dieser Szene konnte sich auch Choreographin Annika Dickel richtig ausarbeiten und eine ausgelassene Stimmung herbeiführen. In den ruhigeren Szenen gelingt es ihr ebenfalls immer wieder, mit einfachen, aber effektiven Mitteln die Atmosphäre zu unterstützen.

Die Wahl für dieses ruhige, unbekannte Stück hat sich aus künstlerischer Sicht definitiv gelohnt. Bleibt zu hoffen, dass auch die Zuschauer es annehmen und sich nicht vom Stempel ‘Amateurtheater’ abschrecken lassen.

(Text: Michael Rieper)






Kreativteam

RegieLars Linnhoff
RegieassistenzTanja Engelmeyer
Musikalische LeitungChristian Tobias Müller
ChoreografieAnnika Dickel
Choreografische AssistenzMarieke Börger
TonMichael Schütte
BühnenbildentwurfHans-Josef Diekmeyer
BühnenmalereiPiet Gratzke
KostümausstattungKarin Warner


Besetzung

Alfie ByrneWerner Knappheide
Lilly Byrne Uschi Körner
Mrs. Adele Rice
Querflöte-Spieler im Pub
Katjana Fühner
Annika Wesselkamp
Mr. Robbie FayTimm Hellermann
Pfarrer Kenny
Breton Beret
Michael Dreier
Mrs. Mary Patrick
Frankie Flynn
Tanja Engelmeyer
Kerstin Hartberger
William Carney
Oscar Wilde
Michael Möllenkamp
James Michael O'Shea, "Baldy"
Gitarrespieler im Pub
Polizist
Andreas Strothmann-Ruhe
Ernest "Ernie" Lally
Akkordeonspieler im Pub
neuer Fahrer
Thorsten Hülsmann
Sully O'Hara
Mann im Pub
Mr. Carson
Andreas Heckel
Rasher Flynn
Kumpel im Pub
Marc Benner
Peter
John O'Maher
Fabian Holz
Miss Oona Crowe
Altflöte-Spielerin im Pub
Silke Röwekamp
Mrs. Maureen Curtin
Tommy Kiely
Susanne Borchardt
Mrs. Margaret Grace
Caitlyn Ross
Gudrun Aulbert
Annegret Weber
Mrs. Ada Windermere
Miss Kitty Farrelly
Sigrid Sommerlad-Herkenhoff
Miss. Victoria Wotton
Querflöte-Spieler im Pub
Mann im Kirchenrat
Passantin
Annika Marstall
Miss Vyvyan Holland
Tommy Flannigan
Monsignor
Laura Stattkus
Gesche Wätjen
Miss Sibyl Montgomery
Kumpel im Pub
Kundin
Lea Schulte-Hillen
Johanne Weber




Die Band

Piano, Keyboard, musikalische LeitungChristian Tobias Müller
GitarreJoachim Leineweber
Bass Waldemar Berger
SchlagzeugAlexander Stirz
ViolineEsther Schnepel
Flöte Sandra Wamhoff
KlarinetteViktor Wagner
FlügelhornUli Tobatzsch
EuphoniumChristian Henseler




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Michael Otto
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(mr)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Sensible Inszenierung eines ruhigen Musicals, das das Publikum erst so nach und nach packt, dann aber, v.a. dank guter Besetzung, nicht mehr loslässt.

08.07.2016

 Termine

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