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Urauff├╝hrung

Schikaneder

Liebesgeschichte hinter der Zauberfl├Âte


© VBW/Deen van Meer
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Musical, Oper oder beides? "Schikaneder" erinnert in seiner Partitur und dem Gesang stark an die Oper "Die Zauberfl├Âte" und vereint damit Elemente aus beiden Genres. Die hochwertige Produktion legt den Fokus auf Musik und Gesang; die Zuschauer werden in eine andere Epoche versetzt. Wie in so mancher Oper pl├Ątschert die Handlung allerdings seicht dahin.

(Text: Hardy Heise)

Premiere:30.09.2016
Rezensierte Vorstellung:30.09.2016
Derni├Ęre:21.06.2017


"Die Zauberfl├Âte" von Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder aus dem Jahr 1791 geh├Ârt zu den bekanntesten Opern weltweit. Mozart ist bis heute einer breiten Masse ein Begriff ÔÇô Schikaneder dagegen nur wenigen. Nachdem die VBW dem Komponisten mit "Mozart!" bereits 1999 ein eigenes Musical gewidmet haben, bekommt der Librettist auf den Tag genau 225 Jahre nach der Zauberfl├Âten-Premiere ebenfalls sein eigenes biografisches St├╝ck. Stoff f├╝r ein B├╝hnenwerk bietet seine Vita als Schauspieler, Theaterleiter und Autor von ├╝ber 100 St├╝cken allemal.

© VBW/Deen van Meer
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Dennoch kommt bei einem Gro├čteil der dreist├╝ndigen Geschichte, die von Emanuels (Mark Seibert) gro├čer Liebe Eleonore (Milica Jovanovic) zun├Ąchst in R├╝ckblenden erz├Ąhlt wird, nicht richtig Fahrt auf. Nach dem anf├Ąnglichen Kennenlernen in der Tournee-Theater-Gruppe von Franz Moser (Hardy Rudolz) kommen die beiden schnell zusammen und singen mehrere ├Ąhnlich-klingende Liebesballaden. Erst zum Ende des ersten Aktes, als Maria Anna Miller (Katie Hall), eine der Geliebten Emanuels, von ihm schwanger wird und Eleonore damit konfrontiert, kommt die erste Nebenhandlung samt Akteurin ins Spiel. Die Aff├Ąren ihres Gatten gehen Eleonore damit endg├╝ltig zu weit und sie brennt mit dem j├╝ngerem Schauspielkollegen Johann Friedel (Florian Peters) durch, um sich in Wien den einst mit Emanuel geteilten Traum der Er├Âffnung eines festen Theaters zu erf├╝llen. Im zweiten Akt arbeiten die Schikaneders nach Friedels schnellem Tod erneut zusammen. Das Liebes-Comeback l├Ąsst zun├Ąchst noch auf sich warten, doch zum Ende knickt Eleonore, die ├╝ber gro├če Strecken die bestimmende Pers├Ânlichkeit des St├╝cks ist, ein. Emanuel versichert ihr k├╝nftig treu zu sein ÔÇô ein Versprechen, das er gewiss nicht halten kann.

© VBW/Deen van Meer
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Anthony Wards Ausstattung ist sehr gelungen. Durch den geschickten Einsatz der Drehb├╝hne mit einer darauf befindlichen Holzkonstruktion wird eine damals zeitgem├Ą├če Theaterb├╝hne inkl. Schn├╝rboden-Z├╝gen geschaffen. Der Zuschauer erh├Ąlt schnell immer wieder verschiedene Blickwinkel und Perspektiven auf unterschiedlichen Schaupl├Ątzen. Ein Clou ist hierbei der durch eine 45-Grad-Drehung der B├╝hne erreichte seitliche Blick auf die barocke B├╝hne, was durch das Lichtdesign von Paul Pyant unterst├╝tzt wird. Auf eine helle, wei├če Beleuchtung reduziert, gibt es zusammen mit nachgeahmter originalgetreuer Kerzenbeleuchtung den Eindruck, wie eine B├╝hne zur damaligen Zeit beleuchtet wurde. Sehr stimmig sind dazu die prachtvollen und hochwertigen, epochentypischen Kost├╝me.

© VBW/Deen van Meer
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Das satt klingende 32-k├Âpfige klassische Orchester hat fast die gleiche Besetzung wie seinerzeit "Die Zauberfl├Âte", lediglich das 2. Fagott und die 3. Posaune fehlen. Somit punktet die Produktion bei der musikalischen Ausf├╝hrung deutlich. Unter der Leitung von Koen Schoots wartet diese mit selten in Musicals zu h├Ârenden Cembalo-Kl├Ąngen auf. Die Mozarts-Opern-├Ąhnelnde Partitur untermalt das Geschehen auf der B├╝hne. Stephen Schwartz verneigt sich damit vor Mozart, ohne diesen zu kopieren, erreicht jedoch wenig Eigenst├Ąndigkeit. Als Erkennungswert hat Schwarz zu einigen Rollen Kl├Ąnge aus den Partien der Zauberfl├Âte adaptiert. Hier sind Papagana bei Barbara Gerl und ÔÇô besonders gelungen ÔÇô die K├Ânigin der Nacht bei Josepha Hofer erw├Ąhnt. Der am├╝sante Song"ÔÇ×Ich? Warum?" von Josepha Hofer, Benedikt Schack und Barbara Gerl erinnert au├čerdem an "Tamino und die drei Damen" aus der Zauberfl├Âte.

© VBW/Deen van Meer
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Die Inszenierung in der Verantwortung von Trevor Nunn beinhaltet Elemente der Buffo Oper wie kom├Âdiantisch angelegte und oftmals ├╝bertriebene Gesten und Verbeugungen. Diese sind sowohl in den Gesangs- als auch in den langen Sprechszenen in ihrer Ausf├╝hrung jedoch immer wieder langatmig und die Kom├Âdie daran entschwindet. Dies gipfelt in der stets extravaganten Gestik der Figur des Emanuel Schikaneder.

Die an eine Oper erinnernde Musik fordert die Musicaldarsteller gesanglich heraus. Milica Jovanovic gelingt es, sowohl darstellerisch als sympathische Eleonore als auch mit ihrer kraftvollen Stimme zu ├╝berzeugen ÔÇô beeindruckend vor allem in den H├Âhen. Sie meistert ihr Opern-typisches Solo im zweiten Akt mit Leichtigkeit und steht damit verdient im Mittelpunkt der Auff├╝hrung. Mark Seibert f├╝llt die Titelrolle souver├Ąn aus ÔÇô schauspielerisch ist seine Rolle auf die gro├čen Operngesten ausgerichtet. Dass dies auf Dauer erm├╝dend ist, ist letztendlich nicht ihm, sondern der Regie zuzuschreiben. Sein Bariton ├╝berzeugt in der Mittellage; in den H├Âhen wird seine Stimme d├╝nner.

© VBW/Deen van Meer
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Wie Jovanovic setzt auch Katie Hall als Maria Anna mit ihren Koloraturen stimmliche Glanzpunkte. Dazu kostet sie ihre naive Rolle voll aus und erntet einige Lacher sowie Szenenapplaus. Florian Peters zeigt mit weichem und jugendlichem Tenor einen zur├╝ckhaltenden, zarten Johann Friedel. Als resolute Barbara Gerl kann sich Franziska Schuster aus dem Ensemble herausspielen.

© VBW/Deen van Meer
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Es ist hocherfreulich, dass die Vereinigten B├╝hnen Wien zehn Jahre nach ÔÇ×RebeccaÔÇť wieder eine Urauff├╝hrung pr├Ąsentieren. "Elisabeth" setzte 1992 als Drama-Musical neue Ma├čst├Ąbe, mit "Schikaneder" erschaffen sie wohlm├Âglich wiederum eine neue Form des musikalischen Unterhaltungstheaters. Der Stoff und die Inszenierung passen thematisch sehr gut in die Kulturszene der Opernstadt Wien, wo Schikaneder einst wirkte. Opernanh├Ąnger k├Ânnten Gefallen daran finden, wenn sie sich auf dieses Experiment einlassen. Da der gro├če Wow-Effekt ausbleibt, bleibt abzuwarten, wie das Musical-Publikum es aufnimmt. "Die Zauberfl├Âte" ist seit 225 Jahren global erfolgreich - "Schikaneder" muss sich zun├Ąchst einmal vor dem Wiener Publikum beweisen.

(Text: Hardy Heise)






Kreativteam

Musik und LiedtexteStephen Schwartz
BuchChristian Struppeck
Deutsche FassungMichael Kunze
RegieTrevor Nunn
ChoreografieAnthony van Laast
B├╝hne und Kost├╝meAnthony Ward
LichtPaul Pyant
SoundGareth Owen


Besetzung

=04/2017-06/2017=

Emanuel SchikanederMark Seibert,
(Ricardo Frenzel Baudisch)
(Oliver Floris)

Eleonore SchikanederMilica Jovanovic,
(Marle Martens)
(Franziska Schuster)

Johann FriedlFlorian Peters,
(Christopher Dederichs)
(Tobias Joch)

Anna Maria MillerKatie Hall,
(Lillian Maandag)
(Andreja Zidaric)

Josef von BauernfeldHardy Rudolz,
(Fernand Delosch)
(Ulrich Talle)

Franz MoserHardy Rudolz,
(Jon Geoffrey Goldsworthy)
(Ulrich Talle)

Karl MarinelliReinwald Kranner,
(Fernand Delosch)
(Stefan Poslovski)

Barbara GerlFranziska Schuster,
(Jessica Kessler)
(Jana Stelley)

Benedikt SchackStefan Poslowski,
(Tobias Joch)
(Martin Pasching)

Josepha HoferKatja Reichert,
(Daniela Braun)
(Jil Clesse)

EnsembleRicardo Frenzel Baudisch
Oliver Floris
Marle Martens
Tobias Joch
Martin Pasching
Christopher Dederichs
Lillian Maandag
Andreja Zidaric
Ulrich Talle
Fernand Delosch
Jon Geoffrey Goldsworthy
Jana Stelley
Jessica Kesssler
Daniela Braun
Jil Clesse
Peter Kratochvil
Jill Tessa Brockhoff
SwingsShari Lynn Stewen
Rebecca Soumagn├ę
Livia Wrede
Shane Dickson
Ronnie Ver├│ Wagner
Stef van Gelder


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© VBW/Deen van Meer
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


7 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31602
Positiv ├╝berrascht

15.10.2017 - Ich hatte nicht vor extra f├╝r schikaneder nach Wien zu reisen. Aber es hat sich sehr gelohnt. Ich sah die Vorstellung am 27.12.16 Ich bin total begeistert was die VBW da wieder mal auf die B├╝hne gebracht haben. Klar hervorheben m├Âchte ich Katie Hall mit ihrer grandiosen Stimme. Die Story ist einfach aber die Musik himmlisch und entsch├Ądigt die seichte Story. In Deutschland, k├Ânnte ich mir dieses St├╝ck jedoch nicht vorstellen, dort w├╝rde das St├╝ck nicht sehr lange laufen, leider. Echt ein grandioses Meisterwerk. Die Songs gehen so ins Ohr und man summt noch den Abend die Songs vor sich hin. Was f├╝r eine tolle Show. Klasse!

Mopelmue (23 Bewertungen, ∅ 3.9 Sterne)


31437
Zauberhaft, glorios!

25.05.2017 -

IneLig (erste Bewertung)


31306
"Kiss me Kate" im 18. Jh. mit grandioser Musik

26.12.2016 - Urspr├╝nglich hatte ich nicht vor die Show in Wien zu besuchen und extra daf├╝r anzureisen. Nun also doch. Und ich bin froh diese Reise gemacht zu haben.

Nat├╝rlich mag die Story einfach gehalten sein, dennoch ergibt sich meiner Ansicht nach ein sch├Âner Einblick in die Theaterwelt von damals.

Dazu kommen menschliche Dramen die heute noch genauso aktuell sind wie damals. Vorteil: Man kann der Geschichte gut folgen und hat schnell einen Charakter mit dem man mitf├╝hlt oder mitleidet.

Die Szenen in denen das Ehepaar sich gegenseitig an die Gurgel geht sind grandios gespielt und erinnern stark an Kiss me Cate nur eben ein paar hundert Jahre fr├╝her.

Das Besondere an der Show ist das sie Grenzen durchbricht. Schon allein das ├╝ppig aufspielende Orchester macht dies deutlich.

Ist es ein Musical, eine Operette oder eine Opern├╝arodie? - Es ist schlichtweg egal. Denn es macht Spass.

Die Melodien von Stephen Schwarzt sind grandios und gehen schnell ins Ohr. Zudem werden Sie von tollen Darstellern gesungen. Allen voran Milica Jovanovic, Hartwig Rudolz, Florian Peters und Mark Seibert. Auch Katie Hall macht aus Ihrer Rolle viel und hat die Lacher auf Ihrer Seite.

Besonders gelungen ist die B├╝hne die auf grandiose Art und Weise die B├╝hnentechnik von damals ins 21. JH transportiert. Es sieht beeindruckend aus und die Beleuchtung tr├Ągt ihr ├╝briges dazu bei. Auch die Kost├╝me sind aus der Zeit und verst├Ąrken den Eindruck.

Man darf gespannt sein, wie die Show weiterentwicklet werden kann um auch au├čerhalb Wiens f├╝r volle H├Ąuser zu sorgen. Potential ist mehr als genug vorhanden.

mrmusical (80 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


31293
Janovic und Peters 5 Sterne

06.12.2016 - Milicia Jovanovic und Florian Peters lohnen den Besuch allemal. Die Musik gef├Ąllt mir. Mit den Texten hadere ich ein wenig. Und das Buch ist schon etwas langatmig. Aber da ist ja die Jovanovic. Die k├Ânnte wahrscheinlich das Wiener Telefonbuch rauf und runter singen und ich w├Ąre von Ihrer Austrahlung und Stimme immer noch begeistert.

J├╝rgenE (45 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


31241
Es h├Ątte gut werden k├Ânnen!

24.10.2016 - Ich war letzte Woche in dem von allen Seiten hochgelobten Schikaneder Musical und war schockiert mit was f├╝r einer flachen Geschichte man das Publikum zum Toben bringt.
Nicht nur das das St├╝ck dramaturgische unter aller Sau ist... es macht an vielen Stellen auch ├╝berhaupt keinen Sinn.
So hat Frau Schikaneders gro├če Befreiungsballade am Ende des St├╝ckes (die gro├čartig gesungen wird) nur um zwei Minuten sp├Ąter doch zu ihrem Mann zur├╝ckzukehren! Was ist das f├╝r eine Aussage! Die komplette Figur verliert am Glaubw├╝rdigkeit. Die Ballade geh├Ârt an eine andere Stelle vielleicht in den ersten Akt damit die Rolle eines Art Odyssee erleben kann.
Und eine komplette Fehlbesetzung ist f├╝r mich Mark Seibert der ├╝berhaupt nicht in die Zeit passt weder gesanglich noch ├Ąu├čerlich. Da hat man einen Publikumsliebling geholt ohne dar├╝ber nachzudenken wie die Menschen damals aussahen. Sicher nicht so muskul├Âs und sonnengebr├Ąunt wie Mark Seibert.
Auch gesanglich kann er dem Stil der Musik ├╝berhaupt nicht bedienen. Seine sonst so angenehme Popstimme klingt hier fehl am Platz und ich musste das ein oder andere mal ├╝ber seine Pop riffs schmunzeln an stellen die nicht dazu gedacht waren.
Auch frage ich mich wie ein englischer Regisseur Rollenarbeit betreiben will?
Ich glaube keine gesehen zu haben.
Die Texte sind durchg├Ąngig flach und erinnern an gzsz.
Die Musik war auch nicht mein Geschmack da es eher eine Operette war. Was nat├╝rlich in die Zeit passt.

MUSICALFAN95 (erste Bewertung)


31229
Musical direkt aus dem 18. Jahrhundert

10.10.2016 - Ich habe die Preview vom 23.09.2016 gesehen und bin vollkommen begeistert. Stephen Schwartz hat eine Partitur komponiert, die danach klingt als w├Ąre sie im 18. Jahrhundert entstanden. H├Ątte man damals ein Musical komponiert w├╝rde es so klingen. Das B├╝hnenbild ist grandios. Die B├╝hne wird umrandet von einem Steinkomplex mit unz├Ąhligen Kerzen. Zwei Kronleuchter befinden sich links und rechts der B├╝hne. Im Zentrum der B├╝hne steht ein exakter Nachbau der B├╝hne des Theater auf den Wieden. Die Kost├╝me haben mir nicht wirklich gut gefallen, da es sich hier nicht um Kleider der Adeligen handelt, sondern denen von gew├Âhnlichen B├╝rgern. Das Buch verbindet Comedy mit Drama. Es ist sehr humorvoll. Viele Spr├╝che mit sexuellen Anspielungen. Hat mir sehr gut gefallen. Mark Seibert ist ein grandioser Schikaneder. Milica Jovanovic gibt die starke emanzipierte Frau Schikander. Beide haben eine unglaubliche B├╝hnenchemie. Katie Hall's Rolle der Anna Maria ist naiv und humorvoll zugleich. Die restlichen Rollen sind leider zu kleine geraten. Schade um die talentierten Darsteller. Trotzdem dass es ein individueller Score ist, erkennt man hier und da einig typisch-Schwartz m├Ąssiges: Das Solo im zweiten Akt der Eleonore ,,Mein Lied" ist der dramatische Showstopper wie ,,No Good Deed" Mark Seibert hat seinen grossen Moment mit der Ballade ,,Der Letzte Vorhang". Hier kann er zeigen was er kann und zieht alle Register. Das w├Ąre der Song ,,I'm Not That Girl" Gefallen haben mir auch die sehr guten Ensemble-Gossip Songs wie ,,Irgendwas passiert", sowie ,,Aus Vorbei!" Die Show ist absolut zu empfehlen und ich w├╝nschte den VBW dass dies ein Erfolg wird und bewundere deren Mut. Emanuel Schikander w├╝rde sagen: ,,Manchmal muss man Geld zum Fenster raus schmeissen, damit es zur Haust├╝re wieder hineingeflogen kommt!"

KnightLancelot (erste Bewertung)


31227
Ein Musical f├╝r "Liebhaber" - aber nicht f├╝r die Masse

09.10.2016 - Nach meiner R├╝ckkunft aus Wien und 3 Besuchen bei "SCHIKANEDER" im Raimund-Theater bin ich sehr angetan von der neuen Produktion der VBW - meine Erwartungen wurden voll und ganz erf├╝llt. Nachdem ich die SChikaneder-Biografie gelesen hatte, war ich total gespannt wie das Thema nun in Wien umgesetzt werden w├╝rde - und ich wurde absolut nicht entt├Ąuscht..

Alle wichtigen historischen Charaktere kamen vor und man hat auch die "blasseren" und geschichtlich nicht sehr gut dokumentierten Charaktere u.a. Leonore super gut vergr├Â├čert und erweitert - so dass man nun auch sagen kann: Ohne die Frau Leonore w├Ąre Schikaneder nie das gelungen was ihm gelungen ist - das Theater zu revolutionieren...

Die Namen der Akteuere versprechen viel - allein wegen Stephen Schwartz und Trevor Nunn kann man ein handwerklich gutes Musical erwarten und man wird da auch nicht entt├Ąuscht (diejenigen, die musikalisch allerdings ein zweites "WICKED" erwarten - f├╝r die kann ich nur sagen - "Schikaneder" ist da leider f├╝r euch nix")..

Die Musik ist ungewohnt f├╝r ein Musical sehr, sehr anspruchsvoll und wirklich toll komponiert - man f├╝hlt sich von der ersten Minute an ins 18. Jahrhundert hineinkatapultiert und das macht es auch aus - f├╝r Geschichtsfreunde wie f├╝r mich Traumabende - die Musik wirkt mit jedem Musik immer mehr und nach dem 3. Mal hat man so einige Songs im Ohr die man so schnell nicht mehr vergisst - nat├╝rlich das schon sehr bekannte "Tr├Ąum gro├č" - das immer wieder im St├╝ck "wiederholt" wird - aber auch "So viel Fische im Meer", "Mein Lied", "So jemand wie Du", "Gl├╝cklich", "Irgendwas fehlt" pr├Ągen sich ein und sind einfach tolle Songs..

F├╝r mich waren die Abende auch nicht zu lange - sie waren wundersch├Ân und ich fand die gesanglichen und schauspielerischen Qualit├Ąten grandios und wie man die Geschichte vorantreibt - das hat auch was mit dem tollen historischen B├╝hnenbild zu tun (Das alte Theater an der Wien - Theater im Theater und die vielen, vielen Kerzen die im B├╝hnenbild verwandt wurden) - auch die absolut historisch verarbeitenden Kost├╝me sind ein Abbild des 18. Jahrhunderts und super passend - es stimmt einfach alles und das mach dieses Werk zu einem sch├Ânen "Kleinod" unter den anderen Musicals...

Grandiose Darbietungen der Cast - allen voran Mark Seibert und vor allem auch Milica Jovanovic, die fast st├Ąndig auf der B├╝hne steht und ihren "Mann" steht - toll wie man diese Frau dargestellt hat G├Ąnsehautfeeling bei ihrem Schlusssong aber auch im Duett mit Johann Friedel (Florian Peters) harmonieren die Stimmen sehr, sehr gut...

Die restliche Cast einfach gl├Ąnzend aufgelegt - alle spielen toll und machen die Abende zu einem rundherum positiven Erlebnis..

Auch die Tontechnik funktioniert diesmal - was wohl daran liegen k├Ânnte, dass es ein "klassisches Orchester" ohne die sonst typischen Musical-Instrumente ist und daher die sonst oftmals blechernden T├Âne von Schlagzeug und Co nicht auftreten...

Auch das Sprach- und Gesangsverst├Ąndnis ist sehr gross..

Jedem Musical-Liebhaber kann ich den Besuch bei "SCHIKANEDER" empfehlen - wer allerdings ein "Pop-Musical" erwartet, wird hier sehr entt├Ąuscht sein, dass ist es nicht -

auch deswegen ist das St├╝ck eher f├╝r den Wiener-Kreis und den exquisiten Musical-Kenner gemacht und wird wahrscheinlich nach der Wiener Spielzeit, die bis 30.06.2017 geht im deutschsprachigen Raum nicht mehr zu sehen sein - also kein Musical f├╝r die "MASSE" sondern f├╝r die "KLASSE"!

Maxim (54 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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(hh)

Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Ein internationales Kreativ-Team bringt das Leben der Schikaneders in Form eines Opern-Musicals zur Urauff├╝hrung. Die Umsetzung in Anlehnung an "Die Zauberfl├Âte" ├╝berzeugt nur teilweise.

10.10.2016

 Leserbewertung
(7 Leser)


Ø 3.86 Sterne

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