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Uraufführung

Highway to Hellas

Griechisch-deutsche Völkerverständigung


© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Vor drei Jahren feierte "Maria, ihm schmeckt's nicht" in Bad Gandersheim Premiere bei den Domfestspielen. 2016 wird das Erfolgsrezept – fast schon als logische Konsequenz – fortgeführt. Die Parallelen sind dabei offensichtlich. Erneut ist die Vorlage ein humorvolles, bereits für die Kinoleinwand adaptiertes Erfolgsbuch, und wieder sind Komponist Heiko Lippmann sowie Festspiel-Intendant und Autor Christian Doll (diesmal in Zusammenarbeit mit den Original-Autoren der Vorlage Arnd Schmikat und Moses Wolff) mit von der Partie.

(Text: Michael Rieper)

Premiere:10.06.2016
Letzte bekannte Aufführung:23.07.2016


Inhaltlich sind ebenfalls Ähnlichkeiten mit "Maria, ihm schmeckt's nicht" erkennbar: Nach dem 'typischen Deutschen' Jan, der 2013 mit dem italienischen Dolce Vita klarkommen musste, ist es nun der korrekte, spießige Jörg Geissner, der auf einer griechischen Insel mit der entspannten Lebensfreude der Bewohner konfrontiert wird. Seine Bank hatte dort einige Jahre zuvor in eine Krankenstation und ein E-Werk investiert – nun soll Geissner begutachten, ob die geflossenen Gelder entsprechend genutzt wurden. Dumm nur, dass die Insulaner das Geld für ganz andere Zwecke ausgegeben haben. Kurz vor der Ankunft des Bänkers werden sie über den Kontroll-Besuch informiert und so heißt die Devise: Alles verzögern und seinen Fragen ausweichen. Oder, wie der 'berühmte griechische Philosoph Konfukius' zitiert wird: Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg. Und das ist nur einer der vielen witzigen Einfälle, mit denen das Kreativteam dieses Stück versehen hat.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Wie üblich ist die Bühne vor dem Gandersheimer Dom einfach ausgestattet. Für die grundsätzliche Atmosphäre sorgen einige Stellwände, auf denen eine Fototapete ein idyllisches griechisches Dorf zeigt. Dahinter sind Abstellmöglichkeiten für Requisiten, die nicht üppig, aber absolut ausreichend während des Abends zum Einsatz kommen.

Heiko Lippmanns Kompositionen können nicht so überzeugen wie bei "Maria, ihm schmeckt's nicht". Viele schwungvolle, heiter angelegte Melodien, gerade die Solonummern der Protagonisten, sind sich sehr ähnlich und wirken vor allem hektisch. In mehreren Szenen besingt das Ensemble die Schönheit der Insel; dafür sind Lippmann stimmungsvolle, hörenswerte Melodien gelungen, doch sie sind deutlich in der Minderheit.

Das Thema bietet den Autoren eine Vielzahl dankbarer, voller Situationskomik steckender Momente. Abgeklärte Sprüche wie vom griechischen Casanova Panos: "Dübeln ist was für Deutsche, ein Grieche nagelt", wenn Geissner sich als Heimwerker versucht, amüsieren das Publikum genauso wie Geissners ständige Antwort "hamas", wenn die Griechen ihm mit "jamas" zuprosten.

Und auch Regisseur Achim Lenz gelingen so einige Kabinettstückchen: Um Geissners Nachforschungen zu behindern, wird ihm statt des angeforderten Taxis ein von einem störrischen Esel gezogener Wagen zur Verfügung gestellt. Die Fahrt damit über die Bühne ist genauso witzig inszeniert wie die Unterhaltung zwischen Arzt und Krankenschwester in der provisorisch aufgebauten Krankenstation – irgendetwas muss man dem Deutschen ja präsentieren – als sie nach dem Genuss mehrerer Gläser Wein versuchen, Geissners Vornamen auszusprechen. Und wenn zum Lied des Bürgermeisters das Ensemble als Ziegen verkleidet tanzt – die Kostüme wirken fast wie eine Parodie auf "König der Löwen" – ist das ein tolles Bild, das ebenfalls mit vielen Lachern aus dem Publikum quittiert wird.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Große Charakterstudien darf man an diesem Abend allerdings nicht erwarten. Die Figuren bleiben allesamt klischeebeladen und oberflächlich gezeichnet. Die Griechen zeichnen sich allesamt durch eine lässige Lebenshaltung aus. Doch egal, ob es der gerne Stress vorspielende Bürgermeister, die nette sympatische Krankenschwester Eleni oder Minimarkt-Besitzer Panos, der den Touristinnen viel mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt als seinem Laden, ist – viel mehr als flache Stereotypen geben all diese Figuren nicht her. Als Nebenhandlung steht noch die Frage im Raum, ob Panos der Vater von Hotelbesitzerin Marias fast erwachsenem Sohn Dimitrios ist. Nach ein wenig harmlos-amüsantem Geplänkel wird die Familie dann holterdipolter wiedervereinigt, obwohl jahrelang Funkstille zwischen den Erwachsenen herrschte. Über ihre Beweg- und Hintergründe erfährt der Zuschauer allerdings fast nichts. Auch bei dieser Episode, die sicher Potential für mehr böte, geht nichts in die Tiefe.

Dirk Weiler brilliert geradezu in der dankbaren Rolle Jörg Geissner. Im ersten Teil des Abends verzieht er trotz all des charmanten, witzigen Treibens um ihn herum tatsächlich keine Miene, in der zweiten Hälfte taut er nach und nach auf. Sein verschüchtertes, fast schon ungläubig staunendes Lächeln darüber, dass sich nicht alles im Leben immer nur um Zahlen und Fakten drehen muss, ist herrlich anzusehen.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Auch die anderen Darsteller machen ihre Sache wirklich gut, nur bieten ihre Klischee-Rollen dabei kaum Potential für besondere Leistungen. Erwähnung verdienen aber auf jeden Fall zwei Nebendarsteller: Da ist zum einen der flexibel einsetzbare Fehmi Göklü, der in mehreren kleinen Rollen – im Esels- oder Ziegenkostüm genauso wie als psychisch angeknackster Arzt – viele Lacher erhält. Auch Christine Dorner nutzt die relativ kleine Hosenrolle des hektischen Bankenchefs Dr. Laichinger bestens. Wenn sie sich breitbeinig und im Schritt kratzend im Bürostuhl über die Bühne schieben lässt, dann ist das zwar ebenfalls keine große Charakterstudie, aber, wie so viel an diesem Abend, einfach richtig gute Unterhaltung – oberflächlich, aber lustig.

(Text: Michael Rieper)






Kreativteam

MusikHeiko Lippmann
AutorenChristian Doll
Moses Wolff
Arnd Schimkat
InszenierungAchim Lenz
ChoreographieMarc Bollmeyer
BühneCornelia Brey
DramaturgieFlorian Götz


Besetzung

Jörg GeissnerDirk Weiler
SpyrosUdo Eickelmann
DimitrisNicolai Schwab
MariaTabea Scholz
PanosRon Holzschuh
Dr. LaichingerChristine Dorner
LeaLaura Joeken
SteffiFranziska Schuster
EleniSusanna Panzner
Dr. Yannis
Pelagos, ein Esel
Vangelis
Fehmi Göklü
Barba Stavros
Hafenpoizist Hardiakis
Wolfgang Grindemann
Barba Ilias
Hafenpolizist Laurelis
Daniel Ris
Jens Schnarre
Kartenabreißer Lothar Germer
Dr. Laichingers SekretärinJulia Lormis
Angela Heilmann




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Die Musik dieser Uraufführung kommt zeitweise reichlich hektisch daher, doch viele lustige Regieeinfälle sorgen für gute Unterhaltung.

14.06.2016

 Termine

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