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Abenteuer-Musical

Die drei Musketiere

Wo ist der Sommer?


© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Gutes Timing, eine starke Cast und schnelle Szenenwechseln sind nur einige der guten Zutaten, die "Die drei Musketiere" vor dem Gandersheimer Dom zu einem Hingucker machen.

(Text: agu)

Premiere:24.06.2016
Rezensierte Vorstellung:24.06.2016
Letzte bekannte Auff├╝hrung:24.07.2016


Regisseur Craig Simmons inszeniert die Musketiere in Gandersheim dicht am Original. Mit einem liebevollen und zugleich konsequenten Umgang mit den Charakteren auf der B├╝hne entwickelt er eine spannende, mitrei├čende und nie langatmige Interpretation des St├╝cks von Bob und Ferdi Bolland.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Nahezu jeder der 25 Darsteller steht in mehreren Rollen vor dem Dom. Mal als Statist in Massenszenen, die so noch opulenter wirken, und kurze Zeit sp├Ąter in ihrer eigentlichen B├╝hnenrolle. Dabei meistern sie schnelle Wechsel: Zeitweise tauchen Schauspieler in gleicher Szene in unterschiedlichen Rollen auf.

Bei der Besetzung setzen die Gandersheimer auf eine gute Mischung aus erfahrenen Darstellern und Newcomern.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Franziska Becker gelingt es hervorragend, die Facetten ihrer Figur Lady De Winter von der starken Frau hin zum zerbrochenen Charakter auszuspielen. Stark und mit kr├Ąftiger Stimme sorgt sie mehrfach f├╝r Szenenapplaus.

Ron Holzschuh wirkt zu Beginn etwas zu jung f├╝r die Rolle des Kardinal Richelieu besetzt. Mit seiner aalglatten, oft ├╝berzogen arroganten Charakterzeichnung f├╝llt er seine Rolle allerdings hervorragend.

Merlin Fargel (D'Artagnan) und Franziska Schuster (Constanze) turteln verspielt durch die Handlung. Das gelingt ihnen so gut, dass sich ein dicker Klo├č im Hals in der Klosterszene zum Ende hin nicht vermeiden l├Ąsst.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Auch die ├╝brigen Musketiere agieren mit hoher Spielfreude. Besonders Mario Gremmlich (Porthos) nutzt das Potential seiner kom├Âdiantisch angelegten Rolle und gewinnt damit die Sympathien der Zuschauer.

Bei den Newcomern f├Ąllt Bosse Vogt auf. Neben verschiedenen Ensemblerollen kleidet er vor allem die Rolle des James als Begleiter des Lord Buckingham hervorragend und mit feiner Mimik aus.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Die 9-k├Âpfige Festspiel-Band rund um Heiko Lippmann liefert auch bei den Musketieren einen pr├Ązisen und vollen Klang. Lediglich die fehlende Verst├Ąrkung des Schlagzeugs nimmt einigen Szenen an Dramatik - vor allem dann, wenn Bass und Gitarre ├╝ber die Verst├Ąrkeranlage das Schlagzeug zur├╝ckdr├Ąngen. Die Abmischung des Sounds der besuchten Vorstellung ist - davon abgesehen - ausgewogen, alle Liedtexte gut zu verstehen.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Ein ├╝berraschendes Highlight vor dem Dom sind die Fechtchoreographien von Christian Ewald. Die St├Â├če sitzen mit wenigen Ausnahmen perfekt, sind einfallsreich und immer lebendig. Vor allem in den Massenszenen reicht ein Augenpaar nicht aus, um die gesamte Finesse seiner Arbeit zu erfassen. Die Tanzchoreographien von Marc Bollmeyer entfalten besonders durch die hohe Energie, die das Gandersheimer Ensemble hineinlegt, ihre Wirkung.

Das B├╝hnenbild von Kati Kolb h├Ąlt sich schlicht zur├╝ck: Wei├če Podeste und Treppen stehen vor der imposanten Kulisse des Doms, sie werden zu Wegen, Kammern, Kanzeln und S├Ąlen. In einigen wenigen Szenen fehlt so die notwendige Intimit├Ąt. Ein Pluspunkt hingegen ist der lange Steg ├╝ber die ersten 9 Reihen der Zuschauerpl├Ątze. Er dient als imposanter, immer wieder ├╝berraschender Aufgang. Zusammen mit den beiden regul├Ąren Treppen der Trib├╝ne bietet er die M├Âglichkeiten f├╝r ein buntes Treiben, das sich immer wieder rund um die Zuschauer entfaltet. Ebenso verzichtet ihr Entwurf auf jegliche Umbauten: Die sparsame Ausgestaltung von Szenen findet ├╝ber Requisiten und Kost├╝mbild statt und erlaubt eine hohe Dynamik der Szenenwechsel.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Das Lichtdesign ist - wie in Gandersheim ├╝blich - eher zur├╝ckhaltend und wenig ├╝berraschend. Eine differenziertere Beleuchtung nach Einbruch der D├Ąmmerung h├Ątte viele Szenen noch intensiver werden lassen k├Ânnen. Lediglich der spotbedingte Schattenwurf einzelner Darsteller auf den Dom entwickelte sich zeitweise zu einem optischen Schmankerl.

In Summe ist die Produktion vor dem Dom mitrei├čend, sehnsuchtsvoll und spannend zugleich. Trotz Auff├╝hrung ohne Pause kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, das Publikum dankt dem Ensemble mit stehender Ovation.

(Text: Andreas Gundelach)






Kreativteam

Musikalische LeitungHeiko Lippmann
InszenierungCraig Simmons
ChoreographieMarc Bollmeyer
AusstattungKati Kolb
DramaturgieJennifer Traum


Besetzung

D'ArtagnanMerlin Fargel
Milady de WinterFranziska Becker
Kardinal RichelieuRon Holzschuh
AthosUdo Eickelmann
PorthosMario Gremlich
AramisVeit Sch├Ąfermeier
K├Ânigin AnnaMaike Switzer
ConstanceFranziska Schuster
RochefortThorin Kuhn
Conf├ęrencierSusanna Panzner
K├Ânig Ludwig XIIIFehmi G├Âkl├╝
Lord BuckinghamDaniel Printz
JamesBosse Vogt
EnsembleAlice Hanimyan
Tabea Scholz
Luise Schubert
Nicolai Schwab
Wolfgang Grindemann
Laura Joeken




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31157
Man bekommt etwas geboten f├╝r sein Geld

24.07.2016 - Ja, das St├╝ck ist toll und bekannt. Die Songs erzeugen G├Ąnsehaut und machen Spass. Die Bad Gandersheimer Band spielt wie jedes Jahr fantastisch. Die S├Ąnger waren gut besetzt und haben mich ├╝berzeugt. Leider nicht Ron Holzschuh, der meiner Meinung in diese Rolle nicht passt. Optisch ja - gesanglich leider nein.
Das B├╝hnenbild war quasi nicht vorhanden. F├╝r meinen Geschmack zu sp├Ąrlich und leer. Trotzdem bekommt man eine gute Show und einen sch├Ânen Abend f├╝r sein Geld geboten. Danke daf├╝r!

WickedAwsome (7 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


31147
Sch├Ân inszeniert mit kleinen Abstrichen

15.07.2016 - Mit dem Musical "3 Musketiere" hat man sich dieses Jahr in Bad Gandersheim f├╝r eine sehr aufwendige Produktion entschieden, die in Deutschland leider viel zu selten gezeigt wird.

Ich muss dazu sagen, dass ich bisher noch nie ein Musical Open-Air gesehen habe und somit auch keinen Vergleich zu Tecklenburg stellen kann. Das St├╝ck kenne ich allerdings scho sehr gut. Im Vorfeld habe ich mich schon ein wenig ├╝ber die Domfestspiele und die Produktion informiert. Im Nachhinein war das auch sehr gut, da ich schon wusste, dass die ├ťberfahrt fehlt, die ich immer sehr beeindruckend fand. Aber nun mehr dazu, wie mir das St├╝ck gefallen hat.

B├╝hnenbild und Kost├╝me: Obwohl die Kulisse sehr schlicht ist, finde ich sie passend und sie erf├╝llt ihren Zweck. Mehr w├Ąre sch├Ân, ist jedoch nicht n├Âtig.
Dies gilt auch f├╝r die Kost├╝me. Sie sind alle gut und passend. Nur bei der Szene "Vive le Roi" haben mir die Kost├╝me ├╝berhaupt nicht gefallen und h├Ątten sch├Âner ausfallen k├Ânnen.

Inszenierung und Regie: Die Inszenierung hat mir sehr gut gefallen. DIe K├╝rzungen kommen dem St├╝ck sehr zugute. Vor allem am Anfang fallen so manche K├╝rzungen auf. Der Konflikt mit D'Artagnans Vater ist nicht vorhanden. Nur die Streichung der ├ťberfahrt finde ich, wie oben schon erw├Ąhnt, sehr bedauerlich.
Besonders gut hat mir auch gefallen, wie die Charaktere sich entfalten k├Ânnen. Constance war f├╝r ich eigenlich immer eine relativ langweilige Rolle. Doch sie wirkt sehr lebendig. Auch die Motive des Kardinals werden klar gezeigt und sein Wahn wird ebenfalls deutlich.

Musik: Kurz und knapp: die Band spielt die Musik klasse und gibt alles. Mir hat nichts gefehlt.

Darsteller: Nun zum f├╝r viele wohl interessantesten Punkt: die Besetzung. Hier waren es vor allem drei Rollen, die mich umgehauen haben, auch wenn sie relativ klein waren: James, der K├Ânig und Aramis. Sie spielten ihre Rollen mit solch einer Intensit├Ąt und so ├╝berzeugend ... einfach fabelhaft. Selbst wenn sie nur im Hintergrund stehen, haben sie doch Pr├Ąsenz.

Ebenfalls sehr gut war MAIKE SWITZER als Anna. Sie singt und spielt sehr ├╝berzeugend und jeden Auftritt und in ihrem Solo kann sie dann auch endlich ihre tolle Stimme mal pr├Ąsentieren.

FRANZISKA SCHUSTER spielt nach ihrer Zeit als Constanze bei Mozart nun die Constance. Sie macht ihren Job gut und mit viel Witz. Sie hat jedoch wenige Momente zum Gl├Ąnzen. Ein gro├čes Solo wie in Mozart. Gerade im Zusammenspiel mit anderen Darstellern zeigt sie jedoch ihr schauspielerisches Talent.

RON HOLZSCHUH kann da weniger ├╝berzeugen. Ich fand ihn schauspielerisch in Ordnung. Gesanglich hat er mir aber leider nur in der Szene "Glaubt mir" gefallen. Seine zwei anderen Lieder haben mir nicht gefallen. Schade! Ich finde ihn allerdings auch ein bisschen zu jung f├╝r die Role.

UDO EICKELMANN erscheint mir zwar auch ein wenig zu jung f├╝r die Rolle des Athos allerdings war er schauspierlisch und gesanglich sehr gut. Engel aus Kristall ist eins schwieriger Song und Marc Clear hat ihn sehr gepr├Ągt. Folglich bin ich mit sehr hohen Erwartungen reingegangen, die Hr. Eickelmann vollkommen erf├╝llt hat.

Ein ebenfalls schwieriges Erbe tritt FRANZISKA BECKER an. Sie war ganz gut. Schauspielerisch einwandfrei, konnte sie mich gesanglich nicht immer ├╝berzeugen. Leider singt sie manche T├Âne sehr hoch, was sich nicht immer gut anh├Ârt. Wie ich finde, h├Ârt man oft raus, dass sie Lisa Wartberg schon einmal gespielt hat. Vom Typ her passt sie dort auch perfekt hun

So nun zu D'Artagnan, MARLIN FARGEL. Er ist ein klasse Schauspieler, der vor allem das Lied Vater sehr toll interpretierte. Insgesamt ├╝berzeugte er in den ruhigen oder traurgien Szenen. Ihm fehlte ein bisschen die Unbeschwertheit. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau

Abschlie├čend m├Âchte ich jedem diese Produktion ans Herz legen. Es ist wirklich toll, die Musketiere so zu sehen

LiveinTheater (99 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


31129
Optisch ein Desaster

27.06.2016 - Ich kann mich der obigen Beurteilung nur bedingt abschlie├čen. Ich war bei der Premiere und habe mich gefreut, die unz├Ąhligen Ohrw├╝rmer dieses Musicals wieder zu h├Âren, dazu das hervorragende Orchetser von Heiko Lippmann. Und auch die Darsteller waren klasse, allen voran Merlin Fargel, Franziska Becker und Franziska Schuster. Nicht anschlie├čen kann ich mich der positiven Bewertung f├╝r Ron Holzschuh, dem ich in keiner Phase den kardinal abgenommen habe, dazu spielte er viel zu k├╝nstlich. Doch w├Ąre das der einzige Kritikpunkt, w├Ąre es immer noch ein herausragender Abend gewesen.
Das er aber letztlich nur sch├Ân (aber eben nicht herausragend) war, lag an der Optik der Inszenierung. Klar, die Domfestspiele sparen immer am B├╝hnenbild. Aber jetzt auch schon bei den Kost├╝men? Nicht mal die Musketiere liefen in einheitlicher Uniform herum. Die Kleider der K├Ânigin und der Milady waren eine Katastrophe und die Kardinalsgarde sah auf wie ein Haufen Bauern beim Kirchgang. Dazu die Frisuren der Damen. W├Ąhrend Constance authentisch war, musste man sich st├Ąndig fragen, wer sich die Frisuren/Per├╝cken der Milady und der K├Ânigin ausgedacht hat. Das war schon sehr entt├Ąuschend in diesem Teilbereich, denn ein Musical sollte ja auch etwas f├╝r┬┤s Auge liefern.
Schade fand ich auch die K├╝rzungen, so fehlte die ├ťberfahrt nach England komplett, obwohl dazu sogar ein geeignetes B├╝hnehnbild vorhanden gewesen w├Ąre, wenn die hohe Treppe drehbar gewesen w├Ąre. Auch die Hugenotten kamen viel zu kurz mit ihrer Schauspieltruppe. Insgesamt ein sch├Âner Abend, aber leider kein perfekter...und diese Abstriche w├Ąren leicht vermeidbar gewesen.

NordlichtHB (32 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


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Handlung
Der junge und mutige D'Artagnan reitet 1626 nach Paris, um wie sein Vater ein Musketier zu werden - also in die Leibgarde des K├Ânigs aufgenommen zu werden. mehr

Weitere Infos
Was beim Starlight die Rollschuhe sind bei den Musketieren die Degen - eine Herausforderung f├╝r die Cast. Neben D'Artagnan und den Musketieren m├╝ssen auch Rochefort, der Herzog von Buckingham und Milady de Winter k├Ąmpfen k├Ânnen. Um die Ger├Ąusche m├Âglichst echt hinzubekommen, wird mit echten Stahlwaffen gefochten. In den Handschuhen stecken Mikrophone, um das Klirren der Klingen zu verst├Ąrken.

 Kurzbewertung [ i ]
(agu)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

So machen die Musketiere Spa├č: Mit grandiosen Fechtszenen und ausdrucksstarken Bildern spannend inszeniert.

24.06.2016

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 3.33 Sterne

 Termine

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