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Klassiker

Jesus Christ Superstar

What's The Buzz...


© Matthias Baus
© Matthias Baus
Es ist immer eine Freude mitzuerleben, dass man bei einem so häufig gezeigten Stück wie "Jesus Christ Superstar" noch positiv überrascht werden kann. Die in englischer Sprache gezeigte Inszenierung von Markus Dietze ist modern, inspirierend, stimmt nachdenklich und ist obendrein exzellent besetzt.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:08.07.2016
Rezensierte Vorstellung:08.07.2016
Letzte bekannte Aufführung:24.07.2016


Langsam schlängelt sich eine weiße Linie aus LED-Lichtern im Hintergrund der Bühne in die Höhe - ein Kreuz aus Licht entsteht. Jesus steht mit nacktem Oberkörper und weißer Jeans auf einem Treppengerüst, auf das mit Scheinwerfern die Inschrift "INRI" geschrieben steht. Das stille Ende einer bildgewaltigen Inszenierung des Lloyd Webber Klassikers: Jesus-Darsteller Marcel Hoffmann steigt die Treppe hinunter, während seine Anhänger im Off weinen. Ein fesselnder Effekt, der von der anschließenden Bühnenüberschrift "In the end he will be judged in terms of love" untermauert wird.

© Matthias Baus
© Matthias Baus

Hoffmann liefert eine glänzende Leistung ab. Sicher in allen Tönen singt er sich durch die nicht einfache Partitur und setzt Akzente mit "I Only Want To Say" oder auch schauspielerisch mit der eben erwähnten Kreuzigungs-Szene.

Aber auch abseits der Titelrolle beweist das Theater Koblenz bei der Auswahl der Besetzung ein geschicktes Händchen. Besonders positiv fällt Christof Maria Kaiser als Judas Iskariot auf. Er stimmt in der Rolle des Verräters sowohl leise als auch schrille Töne an, schreit sich aber nicht durch die sehr rockigen Nummern seiner Partie, sondern findet eine gelungene Mischung. Im Gedächtnis bleibt sein sehr gut inszenierter Selbstmord, bei dem er immer tiefer auf dem Treppengerüst herabsinkt, um dann unten liegend zu Tode zu kommen.

© Matthias Baus
© Matthias Baus

Maria Magdalena wird von Charlotte Irene Thompson gespielt. Die Darstellerin hat eine angenehm soulige Stimme, die sehr gut zur Rolle passt.
Positiv fallen auch Georg Leskovich als Pilatus mit gelber Perücke und gelben Schuhen und Sebastian Haake als Simon auf. Beide Darsteller haben ein gewaltiges stimmliches Potential, und man ist beinahe enttäuscht, dass ihnen das Stück nicht mehr Spielraum bietet. Einzig Klaus Philipp als Petrus fällt ein wenig hinter den Leistungen der anderen Darsteller zurück - sein "Could We Start Again, Please" im Duett mit Charlotte Irene Thompson bleibt etwas flach und uninspiriert.

© Matthias Baus
© Matthias Baus

Inszenatorisch ist alles - und noch etwas mehr - aus der Show herausgeholt worden. Regisseur Markus Dietze setzt auf eine moderne Variante, die mit Live-Videoprojektion und allerlei technischem Aufwand arbeitet. Lobenswert vor allem, dass die Projektionen nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern der Unterstützung der Geschichte dienen. Judas beispielsweise singt teilweise frontal in die Kamera und generell ist die "Regie" der Kameraarbeit so zurechtgeschnitten, dass im Hintergrund interessante Einblicke in die unmittelbare Atmosphäre auf der Bühne geboten werden.

Verschiebbare Treppengerüste werden eifrig hin und her geschoben, ergeben immer wieder neue Räume und untermalen die Szenerie mit eingearbeiteten Scheinwerfern und Lichtkegeln. So entstehen bildgewaltige Szenen, die keine zusätzlichen Requisiten benötigen. Die jeanslastigen und schrill-bunten Kostüme stammen von Christian Binz. Besonders die Markt-Szene und das Superstar-Finale bleiben durch die aufwändige Kostümierung in Erinnerung.

© Matthias Baus
© Matthias Baus

Beeindruckend bei Musicalinszenierungen des Koblenzer Theaters ist immer die Mixtur aus Sängern, Ballettensemble und Opernchor des Hauses. Alle arbeiten Hand in Hand: So bilden Teile des Opernensembles die Riege der Hohepriester (Jongmin Lim als Kaiphas mit sicherem Bass) und das Ballett stellt sowohl einige Jünger als auch Tänzer im Tempel oder an Herodes’ Hof dar. All dies bildet eine gelungene Symbiose und die Choreografie von Mario Mariano unterstützt die teils flotten Lloyd-Webber-Songs; lediglich "King Herod’s Song" hat man schon energiegeladener und innovativer choreografiert gesehen.
Die aus elf Musikern bestehende Band spielt flott und energisch, die Musik ist teilweise extrem laut, jedoch immer balanciert ausgesteuert.

© Matthias Baus
© Matthias Baus

Das Theater Koblenz zeigt auch in diesem Jahr, dass es spannend ist, sich an einen Klassiker heranzuwagen. Ähnlich wie bei "Cats" im vergangenen Sommer wurde hier abwechslungsreich inszeniert und sowohl für Neulinge als auch für Kenner ein packendes Theatererlebnis erzeugt.

(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

Musikalische Leitung Karsten Huschke
Inszenierung Markus Dietze
Choreografie Mario Mariano
Bühne und Kostüme Christian Binz
Video Georg Lehndorff
Dramaturgie Juliane Wulfgramm


Besetzung

Jesus von Nazareth Marcel Hoffmann
Maria Magdalena Charlotte Irene Thompson
Judas Iskariot Christof Maria Kaiser
Pontius Pilatus Georg Leskovich
Kamphas Jongmin Lim
Annas Mario Mariano
Herodes André Wittlich
Petrus Klaus Philipp
Simon Zealots Sebastian Haake
Andreas Ian McMillan
Jakobus Michael Seifferth
Johannes Pierre Doncq
Philippus Arkadiusz Glebocki
Bartholomäus Tim Leonard
Thomas Alexey Lukashevich
Matthäus Rory Stead
Jakobus Michael Waldrop
Thaddäus Nathaniel Yelton
Johanna Michèle Silvestri
Susanna Hyunhwa Lee
Salome Eva Krumme
Priester 1 Marco Kilian
Priester 2 Dirk Eicher
Priester 3 Tae-Oun Chung



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Bei dieser Inszenierung gillt : "everything is allright"

11.07.2016 - Grandiose Inszenierung mit hohem Unterhaltungscharakter! Besonders der Titelsong "Jesus Christ Superstar" in Form einer 40er Jahre Revue - das hat mir super gefallen. Auch die lustigen Kostüme des Opernchores sind ein Highlight der Inszenierung. Das minimalistische Bühnenbild gepaart mit einer Videoleinwand funktioniert Super. Musikalisch auf sehr hohem Niveau. Mein Tipp: Anschauen!

Warum? das steht alles in der Kritik

Webberboy1981 (erste Bewertung)


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Handlung
Die letzten sieben Tage Jesu Christi. mehr

Weitere Infos
Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 18. Februar 1972 in der Halle Münsterland (Münster) mit Reiner Schöne in der Hauptrolle statt.

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 Kurzbewertung [ i ]
(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Zeitgemäße Inszenierung, die eine hervorragende Qualität seitens der Darsteller und Regiearbeit bietet.

09.07.2016

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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