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Klassiker

Evita

Dunkles Argentinen


© Sabine Haymann
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Da kann Eva Perón noch so sehr in teuren Roben und mit Schmuck behängt glitzern und funkeln – die Atmosphäre auf der Stuttgarter Bühne ist düster. Das Bühnenbild ist sehr dunkel gehalten, auch die Militärpräsenz trägt nicht zur Entspannung bei, da muss Evita ja als Lichtgestalt daherkommen. Die Geschichte der umstrittenen Frau des argentinischen Präsidenten funktioniert dank Regie und Ausstattung in dem recht kleinen Theater erstaunlich gut. Wermutstropfen sind die sehr abgespeckte Band und die nicht optimal besetzte Hauptdarstellerin.

(Text: Ingo Göllner)

Premiere:11.12.2015
Rezensierte Vorstellung:19.12.2015
Letzte bekannte Aufführung:05.11.2016


"Evita" ist hier keine reine One-Woman-Show, auch wenn die Geschichte es nahelegt. Natürlich steht sie im Zentrum des Abends, aber die anderen Figuren verkommen nicht zu reinem Beiwerk: Die komplette Besetzung ergibt ein harmonisches Ganzes. Regisseur Ulf Dietrich hat ein gutes Gefühl für Ensemble-Szenen und Details. Ob das die schnellen Kostümwechsel bei "Adios und Danke" sind (Evita trägt zu jedem verabschiedeten Liebhaber ein anderes Negligé), Peróns wenig zimperlicher Weg nach oben bei "Das Handwerk des Möglichen", die Darstellung nationaler Eigenheiten bei der "Regenbogen-Tour" oder wenn sich bei "Buenos Aires" Militärs zunächst unbemerkt unter die tanzenden Passanten mischen – es sind die durchdachten Kleinigkeiten, die im Zusammenspiel mit Dominik Büttners Choreographie mit großer Leichtigkeit für das gewisse Etwas sorgen.

Dabei wirkt die Bühne, als der Vorhang sich öffnet, sehr bedrückend, denn die Hauptfarbe des Abends ist dunkelbraun – ein Zeichen, dass die Verhältnisse in Argentinien eher düster sind. Das effektive Bühnenbild von Dietmar Teßmann besteht aus fahrbaren, hohen Holzelementen in eben diesem Farbton, die je nach Standort oder Drehung eine Häuserfront oder das Innere eines Hauses mit Treppe und Galerie ergeben. Die bunten Kostüme von Monika Seidl bieten dazu einen guten Kontrast.

© Sabine Haymann
© Sabine Haymann


Stephanie Theiß überzeugt darstellerisch als strippenziehende Präsidentengattin und geschickt sich selbst vermarktende Repräsentantin des Regimes. Ihre Rede nach "Wein‘ nicht um mich, Argentinien" ist ein sehr starker, intensiver Moment. Die ehrgeizige junge Evita, die bedenken- und skrupellos Sex für die Karriere einsetzt, nimmt man ihr allerdings nicht ab. Sie ist altersmäßig eher bei Perón und nicht mehr das "Kind", als das der Sänger Magaldi sie bezeichnet. Ihre Stimme klingt in der Mittellage schön und voll, auch tiefe Töne sind kein Problem, aber geht sie weiter nach oben, wird sie gepresst und schrill. In schnellen Passagen kämpft sie mit dem wenig geschmeidigen Text der deutschen Übersetzung.

© Sabine Haymann
© Sabine Haymann


Manuel Lopez gibt seinem Che eine sympathische Ausstrahlung und eine leichte, helle Stimme. Trotz gelegentlicher ironischer Spitzen bleibt er mehr braver Erzähler als bissiger Kommentator.

Perón wird von Michael Hiller, der dem Machtmenschen auch Emotionen zugesteht, mit viel Bühnenpräsenz ausgestattet. Sein Bariton klingt voll, aber manche Einsätze kommen noch etwas unsicher.

Das Ensemble beeindruckt besonders im Zusammenspiel, durch seine Wandelbarkeit und im Chorgesang.


Niclas Ramdohr dirigiert sehr präzise, hat aber trotzdem alle Hände voll zu tun, Bühne und Orchestergraben zusammenzuhalten. Es wackelt immer wieder an den sehr rhythmischen Stellen. Der achtköpfigen Band gelingen besonders die rockigen Passagen, aber Glanz und Pathos bleiben auf der Strecke. Das Becken ist natürlich kein Konzertbecken und scheppert statt zu klingen, die Trompete trifft viele hohe Töne nicht und die Streicher-Kantilenen klingen mit Keyboard künstlich wie auf einer Karaoke-CD.

Szenisch ist die Übertragung auf eine kleinere Bühne gelungen, musikalisch nur bedingt.

(Text: Ingo Göllner)






Kreativteam

Musikalische LeitungNiclas Ramdohr
(in Stuttgart)
Heiko Lippmann
(auf Tour)
InszenierungUlf Dietrich
ChoreografieDominik Büttner
BühnenbildDietmar Teßmann
KostümbildMonika Seidl


Besetzung

=Tour 09/2016-11/2016=

Eva PerónStephanie Theiß
CheManuel Lopez
PerónMichael Hiller
MagaldiRamin Dustdar
Peróns GeliebteAlice Macura
EnsembleAlina Bier
Lucia Isabel Haas Muñoz
Eva Patricia Klosowski
Bianca Spiegel
Thorin Kuhn
Christopher Wernecke
Sascha Schaller
Marc Trojan
Oriol Sànchez i Tula
Daniel Wernecke


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Sabine Haymann
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


30964
Was für ein Zirkus, welch eine Show ...

31.12.2015 - Mit diesen Worten führt "Che" in das Thema ein und man kann wirklich erleben das EVITA auch in einem kleinen Theater funktionieren kann.

Immer wieder hat das Alte Schauspielhaus in den letzten Jahren bewiesen das man auch Musical kann. Einfacher, differenzierter, akzentfreier und günstiger als in den großen Musicaltempeln der Stadt.

Beides hat seine Berechtigung und ist kaum zu vergleichen und dennoch kann diese EVITA begeistern.

Aufgrund der Gegebenheiten besteht die Bühne aus 3 einzelnen Teilen die immer wieder anders zusammengeschoben neue Bilder ergeben. Mal Kino in Buenos Aires, mal Eva´s Heimat mal das Treppenhaus in dem Eva ihre Liebhaber abserviert und natürlich der Balkon.

All das ist in grau und braun gehalten und wirkt bisweilen etwas "einfach". Zudem geht das Einrasten der Bremsen nicht immer lautlos vonstatten aber das ist zu verzeihen. Dennoch bietet die Ausstattung eine Reihe schöner Bilder.

Das teilweise warme gelbe Licht lässt bisweilen erkennen das man in Südamerika ist.

Die Kostüme sind ebenso sehr schön anzusehen und geben einen guten Kontrast zum eher dunklen Bühnenbild. Gerade die Roben und Kleider EVITAs werden immer aufwändiger und auch die Aristorkatische Gesellschaft darf mit edlen Hüten und Kostümen "funkeln".

Hervorzuheben ist in jedem Fall die ausgezeichnete Textverständlichkeit. Die Choräle sind wunderbar synchron und sauber und kommen auch im 2. Rang glasklar an. Auch die Lautstärke war sehr angenehm und nie drängte die kleine Band (9 Personen) in den Vordergrund. Mit bisweilen sehr inimen Arrangements mit Gitarre auf der Bühne entsteht hier ein Klangteppich der sehr berührend war.

Manuel Lopez ist ein sehr "baver" Che. Er singt die Partitur fantastisch und kann sich gut bewegen. Er ist aber weniger bissig und zünisch als man die Rolle kennt. Teilweise erinnerte das Staging mit Kellneroutfit an Luigi Lucceni aus "Elisabeth".

Stephanie Theis ist macht ihre Sache ebenfalls gut. Etwas gewöhnungsbedürftig ist zweifellos der oftmals strenge Wechsel in die Kopfstimme. Ihre tiefe Sprech- und Singstimme passt aber perfekt zu den Reden EVITAS und den Höhepunkt setzt sie mit "Verlass mich nicht". Der neu eingefügte Song (aus dem Film) war mein Highlight in Stuttgart.

Michael Hiller ist ein toller Peron. Mit großer warmer Stimme kann er in seinen Songs berühren und aufrütteln.

Auch das gesamte Ensemble bietet eine tolle Show und zeigt gute Choreografien.

Auch die Regie hat sich einiges einfallen lassen um die Show sehenswert zu machen. Zu erwähnen dabei die Treppenhaus-Szene und auch der Tod Evita. Interessant war zudem das der Walzer EVITA und CHE nicht getanzt wurde. Dennoch war die Spannung da.

Alles in allem ein unterhaltsamer Abend der mit 2 Stunden und 10 min. incl. Pause erstaunlich kurz aber nicht weniger begeistern war. Bei dem Preis-Leistungsverhältnis einfach Klasse.

mrmusical (80 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Der Klassiker funktioniert auch in einem kleinen Theater erstaunlich gut. Die musikalische Seite und die Hauptdarstellerin können nur teilweise überzeugen.

21.12.2015

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