Norden Westen Osten Sden
Termine aus DeutschlandsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Kiss Me, Kate


Komödie

Kiss Me, Kate

Ich bin dein für alle Zeit


© Jutta Missbach
© Jutta Missbach
Der Cole-Porter Klassiker am Staatstheater Nürnberg hält inszenierungstechnisch keine riesigen Überraschungen bereit. Dafür besticht er aber durch eine glänzende Besetzung und ein Orchester in Höchstform.

(Text: Merle Wilts)

Premiere:13.02.2016
Rezensierte Vorstellung:21.05.2016
Letzte bekannte Aufführung:19.06.2016


Manchmal ist es schon nicht leicht mit der Liebe. Da scheidet man sich und dann spielt man doch gemeinsam im selben Stück – dazu noch ausgerechnet Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung". Da ist Chaos auf und hinter der Bühne mehr als vorprogrammiert...

Ein Stück im Stück – das fasst den eigentlichen Clou dieses Klassikers gut zusammen. Denn damit gibt es den ganzen Abend zwei Ebenen. Genau diese Unterscheidung der beiden Spielebenen – einerseits die Darsteller im Theater und das Geschehen hinter der Bühne, andererseits die Aufführung selbst – gelingt bei dieser "Kate" hervorragend. Auf der ersten Ebene spielen alle Darsteller sehr authentisch menschlich, während es auf der Bühne große Gesten und inbrünstig zitierte Shakespeare Phrasen gibt. Somit ist die Trennung ganz klar und eindeutig sichtbar und nachzuverfolgen; das verleiht der Story Hand und Fuß.

© Jutta Missbach
© Jutta Missbach

Das Bühnenbild von Torsten Mittelstädt überzeugt besonders bei den beiden Künstlergarderoben durch seine Detailverliebtheit sowie dadurch, dass vor allem die enorme Tiefe der Bühne im Staatstheater wunderbar genutzt wird. Die beiden Garderoben werden je nach Bedarf hereingefahren, dazu gibt es einen stufenartigen Aufbau für die "Bühne auf der Bühne" und am Ende wird sogar der Blick auf die hinterste Backstage freigegeben. Dazu passen auch die Kostüme, die bei der Shakespeare-Aufführung passend pompös und bunt sind. Witziger Einfall: Die Schärpen (ähnlich wie bei einer Misswahl), die die männlichen Shakespeare-Nebencharaktere wie beispielsweise Hortensio tragen.

Stückbedingt gibt es vor allem im zweiten Akt kleinere Längen, aber hier schafft das Ensemble oftmals Abhilfe und holt immer das Beste heraus durch seine getanzte und gesungene Spielfreude. Die beiden Opening-Nummern von Akt 1 ("Premienfieber") und Akt 2 ("Viel zu Heiß") gehören zu den Highlights des Abends. Die fetzigen Choreographien von Kati Farkas sprühen vor Energie, besonders bei "Viel zu Heiß" knistert es regelrecht auf der Bühne, so dicht ist die geschaffene Atmosphäre. Jede Nebenrolle fügt sich generell sehr gut in das Gesamtbild ein.

© Jutta Missbach
© Jutta Missbach

Sophie Berner und Christian Alexander Müller als das Hauptrollenduo Fred/Petrucchio und Lilli/Katharina sind in jeder Hinsicht ideal besetzt und tragen diese Inszenierung. Die starke Dynamik zwischen den beiden spürt der Zuschauer schon bei ihrem ersten gemeinsame Song "Wunderbar". Berner gibt in beiden Rollen eine launische und dabei herrlich komische Diva, die mit ihrem vollem Mezzosopran alle Nummern des Abends ausfüllt. Ihr "Ich hasse Männer" ist frech-witzig und setzt einen tollen Akzent.

Christian Alexander Müllers warme Stimmfarbe passt ebenfalls hervorragend zu seinen Rollen. Den rhythmisch und textlich gesehen sehr anspruchsvollen Song "Wo ist die liebestolle Zeit?" meistert er voller Charme mühelos – emotionaler Höhepunkt des gesamten Stückes ist jedoch seine Reprise von "Ich bin dein für alle Zeit". In dem Moment als Lilli scheinbar endgültig das Theater und damit ihn verlässt, kommt in der Komödie eine ungeahnte Gänsehaut-Stimmung auf, so viel Gefühl legt Müller in diese Nummer. Auch schauspielerisch vermag er in allen Facetten zu überzeugen, egal ob komödiantisch oder ernst.

Die ehemalige Nachtclubtänzerin Lois Lane (Antonia Welke) und ihr spielsüchtiger Freund Bill Calhoun (Manuel Dengler) geben ebenfalls ein dynamisches Paar ab, das auch gesanglich stimmig ist. Antonia Welke spielt lasziv, sexy und voller Humor. Ihr "Aber treu bin ich nur dir" ist dazu passend verrucht; alle Töne sitzen. Auch im Zusammenspiel mit dem Präsidenten (Richard Kindley), der leider rollenbedingt etwas flach bleibt, zieht sie alle Register.

© Jutta Missbach
© Jutta Missbach

In seiner Doppelrolle als Bühnenmanager Paul/Baptiste überzeugt auch Oliver Severin. Beim Nürnberger Publikum kommt aber besonders das sehr fränkische Gangster Duo (Volker Heißmann und Martin Rassau) an. Die beiden sind tollpatschig-witzig und der Lokalkolorit innerhalb der Rollen passt. "Schlag nach bei Shakespeare" wartet zwar mit etwas viel Reprisen auf, aber durch die pointierte Darstellung rückt dies in den Hintergrund.

Immer wieder gibt es durch Thomas Enzingers Inszenierung Ansätze, dem alten Klassiker einen moderneren Anstrich zu verleihen. Sei es das "Kiss me Kate"-Graffiti auf dem Bühnenbild, ein Schlagzeuger auf der Bühne oder der Selfie-Stick der Gangster – die Einfälle sind kreativ und witzig und verleihen der doch schon sehr in die Jahre gekommen Show einen gewissen Pepp. Großartig ist auch die Endszene, die den Geschlechterklischees ein Ende setzt, denn Katharina hält nicht die Hand unter Petrucchios Fuss – nein, Petrucchio legt sich gleich gemeinsam mit ihr auf den Boden. Von diesen Ideen hätte Enzinger in seiner Inszenierung gerne mehr einbringen können, um das angestaubte Image des Stückes ein bisschen aufzupolieren.

© Jutta Missbach
© Jutta Missbach

Zu Hochform läuft die Staatsphilharmonie Nürnberg auf. So muss Cole Porter sich beim Schreiben dieses Musicals seine Partitur gewünscht haben: Der Zuschauer hat wirklich das Gefühl, dass die Musiker unter der musikalischen Leitung von Christian Reuter durch die Noten fliegen. So satt, beschwingt und einfach nur rund klingt es aus dem Orchestergraben. Ein echter Ohrenschmaus. Wirklich schade ist nur, dass die Kraft dieses Orchester durch die Abmischung schon streckenweise zu laut für die Sänger ist.

"Kiss me Kate" in Nürnberg wartet mit tollen Darstellern und großartiger Musik in einer soliden Inszenierung auf – unterm Strich bleibt ein fast immer kurzweiliger und unterhaltsamer Theaterabend.

(Text: Merle Wilts)






Kreativteam

Musikalische Leitung Volker Hiemeyer
Inszenierung Thomas Enzinger
Choreographie Kati Farkas
Bühne und Kostüme Torsten Mittelstädt
Chor Tarmo Vaask
Dramaturgie Sonja Westerbeck


Besetzung

Fred Graham
Petrucchio
Christian Alexander Müller
Lilli Vanessi
Katharina
Sophie Berner
Milica Jovanovic
Bill Cahoun
Lucentio
Manuel Dengler
Lois Lane
Bianca
Antonia Welke
Paul
Baptista
Oliver Severin
HattieAnnette Potempa
Harrison HowellRichard Kindley
1. GangsterVolker Heißmann
2. GangsterMartin Rassau
GremioFrank Wöhrmann
HortensioJohannes Kiesler
EnsembleDaniel Roces
David Valls
Marina Maniglio
Nina Baukus
Yoko El Edrisi
Sabrina Reischl
Fanny Hoffmann



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31036
Sprühender Witz, mitreissende Kunst

28.02.2016 - "Kiss me Kate" hat mich am 22. Februar von Anfang bis Ende bestens unterhalten. Aus den vielen großartigen Leistungen möchte ich drei hervorheben:

Die beiden Hauptdarsteller überzeugen als Sänger und Schauspieler auf ganzer Linie. Die Rolle des Fred betont den Gesang etwas mehr, und der virtuose Opernsänger Christian Alexander Müller füllt sie souverän aus. In der Rolle der launischen Lilli brilliert Sophie Berner neben ihrem wunderbaren Gesang auch als sehr präsente Schauspielerin.

Die immer wieder wandelbare Antonia Welke spielt die Nachtclub-Schönheit Lois und zeigt neben ihrem großartigen Können als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin diesmal auch viel Humor und Haut. Ihr zuzusehen, ist in jeder Hinsicht ein Genuss.

Auch die übrigen Mitwirkenden überzeugen. Die Darsteller machen es leicht, der Handlung zu folgen, die Tanzszenen begeistern, das Bühnenbild ist klug gestaltet und das knackige Orchester illustriert jede Szene und jede Wendung der Handlung pointiert und präzise.

Ich bin beeindruckt und begeistert von den Leistungen aller Beteiligten, die mir einen sehr vergnüglichen Abend bereitet haben.

HansK (2 Bewertungen, ∅ 5 Sterne)


31028
Gute Unterhaltung, super Darsteller

21.02.2016 - Ich war gestern abend in der Vorstellung. Mir hats sehr gut gefallen und kann dieses Stück wirklich nur weiterempfehlen.

Christian Alexander Müller und Sophie Berner spielen Ihre Rollen so überzeugend gut, das macht richtig Spaß zuzuschauen. Das die beiden gut singen können muss man hier nicht extra erwähnen.

Aber nicht nur die beiden Hauptdarsteller sind in dem Stück gut besetzt. Gefallen haben mir vorallem Manuel Dengler als Bill Cahoun und
Antonia Welke als Lois Lane. Auch das gesamte Ensamble ist wirklich gut. Die Tanznummern machen auch sehr viel Spaß. Wer für einen guten Preis ein wirlich gutes Stück mit guten Darstellern und tollem Orchester erleben will ist hier gut aufgehoben.

Würde mich freuen, wenn öfters solche Produktionen in meiner Gegend stattfinden.

chris_ma (3 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Staatstheater
Richard-Wagner Platz 2-10
D-90443 Nürnberg
0180-1-344276
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 Kiss Me, Kate (Theater, Hauptbühne Radebeul)
 Kiss me, Kate (Wien)
weitere Produktionen finden

 Kurzbewertung [ i ]
(wil)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Der Musical-Evergreen überzeugt in Nürnberg vor allem durch eine hervorragende Besetzung sowie ein bestens aufgelegtes Orchester.

22.05.2016

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2020. Alle Angaben ohne Gewähr.

   STAATSOPERETTE DRESDEN

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

   Ein Platz für Ihre Werbung?

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was läuft aktuell in diesen Musicalhäusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ Düsseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ München: Deutsches Theater +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle Spielpläne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -Süd, Österreich, Schweiz, Niederlande, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmgliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;