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Grusical

Dracula (Wildhorn)

Einsamer Mann


© Falk von Traubenberg
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Mit Blitz und Donner startet Dracula in die Hildesheimer Nacht. Craig Simmons inszeniert die Geschichte des Grafen und seiner Sehnsüchte - dicht in düsteren Bildern und viel Nebel gehüllt.

(Text: Andreas Gundelach)

Premiere:12.12.2015
Rezensierte Vorstellung:12.12.2015
Dernière:14.06.2016


Simmons, der in Hildesheim in den letzten Spielzeiten mit je einer Inszenierung zu Gast war, beginnt seine Arbeit mit kleinen Anleihen aus "Tarzan" und "Tanz der Vampire", findet dann schnell zurück zu seinem eigenen Stil und entwickelt daraus eine sehenswerte Version des blutrünstigen Grafen.

© Falk von Traubenberg
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In der Titelrolle steht Alexander Prosek auf der Bühne. Wirken Kostüme und Spiel zu Beginn eher etwas altbacken, gewinnt Proseks Figur im Laufe des Stücks immer weiter an Tiefe. Seine Darstellung wird einnehmender und bedrohlicher, wenn auch zeitweise ein klein wenig kitschig. Das Kreativteam unterstützt ihn dabei mit allerlei sehenswerten Auf- und Abgängen, die er gekonnt für sich zu nutzen weiß. Die Person seines Begehrens ist der Hildesheimer Neuzugang Elisabeth Köstner. Sie formt mit kräftiger Stimme eine sympathische Mina Murray, mit der es sich zu leiden und zu hoffen lohnt - die allerdings unnötigerweise den gesamten Abend an einem übersteuerten Mikrofon leidet.

© Falk von Traubenberg
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Mit Tim Müller (Jonathan Harker) und Jens Krause (Prof. van Helsing) setzt Simmons auf zwei bewährte Gesichter auf der TfN-Bühne. Müllers Reise auf der Gefühlsachterbahn von stocksteif über ekstatisch, Selbstzweifel und Trauer gelingt ihm hervorragend. Krauses Vampirjäger erinnert an eine Mischung aus Prof. Ambronsius und Sherlock Holmes. Diese Kombination ist interessant zu beobachten und verleiht der Rolle interessante Facetten eines genialen Jägers im Körper eines kauzigen alten Mannes. Wenn Krause und Prossek in "Zu Ende" einstimmen, beginnt ein magischer Moment im Theater, der gerne noch einige Minuten länger sein dürfte.

© Falk von Traubenberg
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Als besonderer Glücksfall entpuppen sich Sandra Pangl (Lucy Westenra) und Jürgen Brehm (Renfield). Pangl verfügt über starke Körperbeherrschung und Mimik. Je weiter Sie in den Strudel des Grafen gerät, desto besessener wirkt auch ihre Figur - eine Besessenheit, die sie bis in den kleinen Zeh auszuspielen vermag. Wenn Brehms zunächst genüsslich Fliegen verspeist und später vor Angst flehend auf dem Boden kauert, tut er dies so authentisch, dass Abscheu und Mitleid eine seltene Symbiose eingehen. Auch die übrige Cast in Hildesheim ist gut gewählt und die Ergänzung der Szenen mit Mitgliedern des Opernchors reichert klanglich und optisch viele Szenen an.

© Falk von Traubenberg
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Das Bühnenbild besteht aus vier großen Bühnenwagen und zwei Effektvorhängen. Esther Bätschmann gelingt es, daraus im schnellem Wechsel atmosphärische Bühnenwelten zu kombinieren, die den Bühnenraum in allen Dimensionen ideal ausnutzen. Umbauhelfer sind passend gekleidet und stören so kaum. Unterstützt wird sie von einer gelungenen Lichttechnik. In blau und türkis gehaltene, dezente Projektionen und viel Nebel (manchmal etwas zu viel) verleihen der Bühne Tiefe und Atmosphäre. Zeitweise arbeitet nur das Licht und Kulissen bleiben gänzlich unsichtbar, Figuren schweben oder stehen gänzlich vom Raum gelöst in der Luft. Auch sonst klotzen die Gewerke des Theaters. Podienfahrten, sichtbares Heben und Senken der Kulissenzüge, Durchlichteffekte mit Gaze, Pyrotechnik und ein fliegender Dracula verfehlen ihre Wirkung nicht. So entstehen immer wieder starke Bilder mit Erinnerungswert, die sich allerdings in den Pressefotos nur vage erahnen lassen.

© Falk von Traubenberg
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Bätschmanns Kostüme wirken hingegen vor allem zu Beginn unfertig. Ihr Dracula erinnert eher an die Hexe Ursula aus Disneys "Ariel" und seine Vampirinnen kleiden sich, als müssten sie gleich noch in Frau Wolfs Salon. Zumindest Dracula gewinnt später in seinem Ledermantel deutlich und auch die sonstigen Kostüme kombinieren sich in Beige-, Ocker- und Grüntönen zu einem harmonischen Bild. Nur der synthetisch-strahlende, azurblaue Anzug des Dr. Seward wirkt das gesamte Stück über wie ein Fremdkörper im Bühnenbild.

© Falk von Traubenberg
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Die Abmischung des Tons in Hildesheim ist auch bei "Dracula" immer wieder schwierig. Bei Duetten sind einzelne Mikrofone nicht hochgezogen, in Terzetten unterschiedlich stark verstärkt - zeitweise hört man einzelne Darsteller deutlicher direkt von der Bühne als aus der Verstärkung. Oft ist der Chor lauter als der Hauptsänger und das Mikrofon von Elisabeth Köstner übersteuert den ganzen Abend. So gehen immer wieder wichtige Gesangspassagen unnötigerweise im Klangnebel unter. Zudem verlieren die Songs so an Dynamik. Das üppig besetzte Orchester unter Leitung von Achim Falkenhauser macht einen sehr guten Job. Aber auch hier schmälert eine fehlende (oder deutlich zu leise) Verstärkung vor allem des Schlagzeugs an entscheidenden Stellen die Dramatik.

© Falk von Traubenberg
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Die Hildesheimer Premiere endet nach zweieinhalb Stunden mit lautem Applaus und geht in verdiente 10 Minuten Standing Ovations mit Bravorufen über. Die Mischung stimmt - nun muss sich nur noch die Abmischung des Tons einreihen.

(Text: Andreas Gundelach)




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Kreativteam

Musik Frank Wildhorn
Buch Christopher Hampton
Don Black
Inszenierung Craig Simmons
Musikal. Leitung Achim Falkenhausen
Ausstattung Esther Bätschmann
Choreographie Katja Buhl


Besetzung

Graf DraculaAlexander Prosek
Jonathan HarkerTim Müller
Prof. van HelsingJens Krause
Mina MurrayElisabeth Köstner
Lucy WestenraSandra Pangl
Dr. Jack SewardBjörn Schäffer
Quincey P. MorrisStephan Freiberger
Arthur HolmwoodJesper Mikkelsen
RenfieldJürgen Brehm
VampirinnenJudith Bloch
Agnes Buliga-Contras
Anne Lütje
Teresa Scherhag
Kathelijne Wagner




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31249
Großes Musical-Theater!

02.11.2016 - Wir haben die Premiere besucht und waren begeistert. Das kann sich mit einer großen Musical-Produktion ohne Weiteres messen. Tolle Stimmen, eine super Inzenierung und auch das Bühnenbild waren allesamt zu bestaunen. Besonders die Hauptrollen Alexander Prosek (Dracula), Elisabeth Köstner (Mina) und Sandra Pangl (Lucy) waren stark besetzt. Da waren einige Gänsehautmomente garantiert.Die weite Anreise hat sich gelohnt!
Sehr empfehlenswert.

Rehlein01 (3 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


30992
Eine Freude!

15.01.2016 - Eine Inszenierung von einem Stück wie Dracula in einem kleinen Stadttheater muss gut durchdacht sein. Die großen Show- und Magiemomente, wie in größeren Theatern, sind dort einfach nicht machbar. Doch das Team um Craig Simmons bemüht sich - und es gelingt für die Voraussetzungen wunderbar! Nur manchmal ist das Werfen der Knall-/Feuereffekte noch zu einstudiert und auffällig und der Nebel ist manchmal tatsächlich zu viel des Guten. Insgesamt ist die Inszenierung jedoch mehr als gelungen.
Die Musical Company ist wie gewohnt mit viel Freude bei der Sache, die Darsteller bringen ohne Ausnahmen eine tolle Leistung auf die Bühne. Besonders hervorzuheben sind Jürgen Brehm (tolles Schauspiel und sehr angehnehme Stimme!) und Elisabeth Köstner, die die Rolle der Mina perfekt verkörpert und mit ihrer Stimme begeistert! Das Stück ist zu Recht jetzt schon ein Verkaufsschlager am TfN und man kann nur hoffen, dass es noch ein paar Zusatztermine geben wird!

Mina. (2 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


30956
Beeindruckend!

17.12.2015 - Es war ein absolut gelungener Musicalbesuch. Ich liebe dieses Musical und habe es bereits in 3 verschiedenen Versionen gesehen also bin ich mit sehr grossen Erwartungen nach Hildesheim gefahren und wurde nicht enttäuscht. Diese Version ist mir bisher die Liebste. Es steckt so viel Liebe zum Detail darin, die Kostüme, das Bühnenbild, die Regie. Sie steckt voller Tempo, Gefühl und tollen Effekte. Die Darsteller haben sichtlich freude am Spiel und reißen die Zuschauer mit. Jeder Dracula den ich bisher gesehen habe hatte etwas unnahbares und mysteriöses an sich. Der Hildesheimer Darsteller - Alexander Prosek ist zusätzlich geradezu magisch. Eine ganz eigene und unvergleichliche interpretation dieser Rolle und eine Stimme zum dahinschmelzen. Kraftvoll und sanft zur gleichen Zeit. Weitere highlights waren Renfield - Jürgen Brehm der unglaublich goldig ist und Jonathan - Tim Müller. Ich hoffe ich kann es mir nocheinmal anschauen.

KleinesEinhorn (erste Bewertung)


30949
Wundervoll

13.12.2015 - Die lange Anfahrt aus Kiel hat sich gelohnt. Meine Frau und ich sind restlos begeistert. Ein wundervoller und spannender Abend im Musical Theater Hildesheim mit Dracula. Alle Darsteller waren super, besonders Dracula - wie eine Naturgewalt. Vielen Dank.

JürgenHentz (erste Bewertung)


30948
Brillante Umsetzung

13.12.2015 - Wildhorn Musicals sind nicht für jedermann! Ich habe bereits einige Inszenierungen von Dracula gesehen und bisher konnte mich noch keine vollends überzeugen. Simmons Umsetzung gelingt es jedoch eine gute und stimmige Atmosphäre zu erzeugen die dem Stoff gerecht wird. Tempo und Gewichtung erscheinen stimmig und erlauben es dem Zuschauer über eindeutige Unzulänglichkeiten der Adaption hinwegzuschauen. Die Darsteller überzeugen allesamt sowohl stimmlich als auch darstellerisch. Besonders hervorzuheben sind Prosek und Köstner die den schwierigen Balanceakt ihrer Rollen meistern und echte Gänsehautmomente erzeugen. Bühnenbild Kostüme und Ton runden die gelungene Premiere mit standing ovations ab. Sehr empfehlenswert!

DeRpAuL (22 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


30946
Licht und Schatten im Nebel der Nacht

12.12.2015 - Stimmige Inszenierung mit tollem Bühnenbild und Effekten. Ein starkes Ensemble mit Sandra Pangl (Lucy), Jürgen Brehm (Renfield) und Tim Müller (Jonathan). Sehr sehenswert, abzüglich von "Mina" sowie "Dracula" welche doch stimmlich arg "blass" blieben und nicht mit Ihren großen Nummern überzeugen konnten.

Gesehene Vorstellung: 12.12.2015 (Premiere)

Musical-Tourist (14 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


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(agu)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Gutes Orchester und starke Bilder sorgen für Gänsehautmomente. Manche davon gehen etwas im Bühnennebel unter.

12.12.2015

 Leserbewertung
(6 Leser)


Ø 4.50 Sterne

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