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Komödie

Sugar - Manche mögen's heiß

Männer helfen im Frauen-Orchester aus


© Marlies Kross
© Marlies Kross
Solide Inszenierung eines matten Musicals, die durch zwei grandiose Hauptdarsteller (Hardy Brachmann und Heiko Walter) aufpoliert und auf Spaß-Kurs gebracht wird.

(Text: kw)

Premiere:25.06.2016
Rezensierte Vorstellung:25.06.2016


Stöckelschuh statt Stütze. Um der drohenden Arbeitslosigkeit zu entkommen, verwandelt sich Joe in Josephine, aus Jerry wird Daphne. Mit Perücken und im Fummel heuern die beiden Musiker als Saxofonistin und Kontrabassistin bei der Damen-Combo "Society Syncopators" an, die zu einem Gastspiel von Chicago nach Miami aufbricht. Neben dem wirtschaftlichen Grund hat ihre Maskerade noch einen weiteren, überlebenswichtigen Vorteil: Sie ermöglicht den Männern die Flucht vor Gamaschen-Colombo und seinen Gangstern, denn die wollen die beiden Zufalls-Zeugen eines Ehrenmordes beseitigen. Nach allerlei Verwicklungen schiffen sich Joe und Jerry schließlich mit der Bandkollegin Sugar Kane beziehungsweise dem Multimillionär Sir Osgood Fielding auf dessen Luxusyacht in den Hafen der Ehe ein.


© Marlies Kross
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Was 1959 als Filmkomödie "Manche mögen's heiß" (im Original "Some Like It Hot") mit Jack Lemmon, Tony Curtis und Marilyn Monroe in den Hauptrollen brillant funktionierte, kommt in der 1972er Musical-Adaption von Peter Stone (Buch), Bob Merrill (Gesangstexte) und Jule Styne (Musik) recht holperig und hausbacken daher. Die das Gangsterfilm-Genre persiflierende, schwankhafte Handlung mit ihren oft sehr umfangreichen Sprechszenen orientiert sich eng am Kinovorbild, allerdings fehlt dem Musical eine mitreißende Partitur mit Ohrwurmpotenzial. Die dreizehn Styne-Songs klingen nach klassischer Broadway-Dutzendware, sind nett anzuhören, aber auch schnell wieder vergessen. Da kann Dirigent Ivo Hentschel die munter aufspielenden Musiker des Philharmonischen Orchesters des Staatstheaters Cottbus noch so satt im Orchestergraben swingen und walzern lassen: Im Gehörgang setzt sich kaum eine der Melodien fest.


© Marlies Kross
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Eine auf einem niedrigen Podest stehende Wand auf der Drehbühne ermöglicht mit nur wenigen Versatzstücken versehen reibungslose Szenenwechsel. So verwandelt sich zum Beispiel ein öder Bahnsteig nach der Rotation in eine schicke, lichte Hotellobby oder in die Millionärs-Yacht. Ausstatterin Barbara Krott zeichnet die Gangster-Metropole dabei eher trist und grau, während im Millionärsparadies Miami Goldtöne dominieren. Auch das mit vielen liebevollen Details gespickte Dreißigerjahre-Kostümbild setzt optische Glanzlicher und schicke Akzente.


Nicht nur dank der Ausstattung holt das Staatstheater Cottbus aus der schwachen Vorlage das Maximum heraus. Vater dieses Erfolgs ist Klaus Seiffert, der in seiner werkgetreuen Inszenierung ganz auf Tempo setzt und liebevolle Typencharakterisierungen auf die Bühne bringt. Dass Seiffert auch die Choreografien für die Darsteller entworfen hat, wirkt sich auch auf die Führung des Opernchores aus. Agieren Chormitglieder in Musicals landauf landab oftmals als statisch-unlustige Masse, so gelingt Seiffert hier das Wunder, dass sie sich im ersten Miami-Bild als drollig-überzogene, lüsternde Tattergreise durch die Szene schleppen. Mitglieder des Damenchores sind genauso spielfreudig als Mitglieder der Damen-Combo zu sehen.


© Marlies Kross
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Ohnehin beweist das Cottbusser Musiktheater-Ensemble, dass es durchaus auch musicaltauglich ist. Die Produktion kommt mit nur einem einzigen Gast aus: Alexander von Hugo. In der kleinen Rolle des zwielichtigen Ganoven Gamaschen-Colombo zeigt er – umringt von tumben wie kraftstrotzenden Gangstergenossen (Niko Ilias König, René Klötzer, Stefan Kulhawec und Juan Bockamp) – seine Steppkünste. Allerdings teilt er das Schicksal der anderen, vielen Nebenrollen: Er bleibt lediglich Stichwortgeber. Immerhin kann Carola Fischer als resolute Bandleaderin Sweet Sue mit sattem Alt im Show-Tableau "Chicago" das Ensemble anführen. In dieser Szene wird auch das Ballett (Choreografie: Dirk Neumann) einmal stärker gefordert.



Bei Bühnenadaptionen bekannter Filme besteht immer die Gefahr, dass eine durch einem Darsteller geprägte Figur bloß als bewährtes Abziehbild kopiert wird. Zum Glück ist Debra Stanley die blonde Marilyn-Perücke erspart geblieben, sodass sie als brünette Sugar Kane ihre eigene Figur kreieren darf. Stanley gibt nicht ein dummes Naivchen, sondern eine vom Leben bisher enttäuschte Frau, die endlich auch einmal einen großen Zipfel von der Wurst abbekommen möchte. Ihr schöner Sopran glänzt solistisch nach der Pause mit "So schnell werd' ich Sugar Shell", harmoniert aber auch prächtig mit ihren männlichen Bühnenpartnern. Trotz eines schönen Solos ("November") bleibt Bariton Andreas Jäpel (Sir Osgood Fielding) vor allem darstellerisch blass. Bei ihm wird nicht ganz klar, warum er die kecke Daphne so sehr begehrt und er sich nach Jerrys Demaskierung auch mit ihm als Partner zufrieden gibt.


© Marlies Kross
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Ganz im Zentrum der Vorstellung stehen Hardy Brachmann (Joe/Josephine) und Heiko Walter (Jerry/Daphne), die dem Affen so richtig Zucker geben. Dabei gleiten sie als Männer im Fummel nie in Richtung alberne Klamotte ab, sondern zeichnen Josephine und Daphne als bodenständige, charmante Damen. In seiner Drittverkleidung als angeblicher Millionär "Shell Junior" kann Brachmann dann noch eine weitere, snobistische Ader ausspielen. Beide Darsteller singen und tanzen, dass es eine wahre Freude ist, und retten damit die flaue Musicalvorlage.

(Text: Kai Wulfes)






Kreativteam

Musical nach dem Film "Manche mögen's heiß"

BuchPeter Stone
GesangstexteBob Merrill
MusikJule Styne
DeutschPeter Ensikat
Inszenierung, Choreografie Solisten und ChorKlaus Seiffert
Musikalische LeitungIvo Hentschel
Bühne und KostümeBarbara Krott
Choreografie BallettDirk Neumann


Besetzung

Sugar KaneDebra Stanley
Joe (Josephine)Hardy Brachmann
Jerry (Daphne)Heiko Walter
Sir Osgood Fielding, Inspektor, ImpresarioAndreas Jäpel
Sweet SueCarola Fischer
BienstockDirk Kleinke
Gamaschen-ColomboAlexander von Hugo
DudeNiko Ilias König
BenRené Klötzer
DickStefan Kulhawec
PedroJuan Bockamp
Poliakoff, TaxifahrerMatthias Bleidorn
Zahnstocher-Charlie, MozzarellaIngo Witzke
Erster Gangster, Zug-Ansager, SchaffnerAlexander Trauth
Society Syncopators

OlgaKaterina Fridland
Sandra Bösel
DoloresMeike Funken
Beate Dittmann-Apel
MarylouKatharina Dittmar
Angela Budich
RosellaJulie Szelinsky
Sylvia Walter
RitaJennifer Hebekerl
Inmaculada Marín López
DeborahGreta Dato
DonnaDenise Ruddock
MitziEmily Downs
Opernchor

Ballett

Statisterie

Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus





Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Männer in Frauenkleidern gehen immer! Klaus Seiifferts solide Inszenierung und zwei grandiose Hauptdarsteller (Hardy Brachmann und Heiko Walter) retten ein erschreckend schwaches Musical.

25.06.2016

 Termine
So31.12.19:00 Uhr
Großes Haus (Cottbus)
Termine 2018
Mo01.01.1819:00 Uhr
Großes Haus (Cottbus)


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