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Drama

Anatevka

Der Fiedler auf dem Dach


Jerry Bocks Klassiker um den Milchmann Tevje in einer vorbildlichen Inszenierung von Matthias Kniesbeck. Ob Bühnenbild, Kostüme oder Besetzung: Hier stimmt einfach alles.

(Text: ah)

Premiere:02.10.2004
Letzte bekannte Aufführung:22.05.2005


In diesem Jahr feiert Jerry Bocks Drama "Anatevka" bereits sein vierzigjähriges Bühnenjubiläum. Zahlreiche Stadttheater haben es seitdem in ihr Programm aufgenommen, neu interpretiert und manchmal auch modernisiert, indem beispielsweise die Handlung vom zaristischen Russland ins Deutschland des Zweiten Weltkriegs verlegt wurde. Ähnlich den Traditionen verhaftet wie die Hauptfigur Tevje, bleibt Regisseur Matthias Kniesbeck bei seiner Krefelder Inszenierung jedoch sehr dicht am Originalbuch. Das Resultat ist eine rundum gelungene Produktion auf beachtlich hohem Niveau.
Monika Goras Bühnenbild beeindruckt durch seine Ambivalenz. Die positive heimatliche Atmosphäre, die die Charaktere mit ihrem Dorf verbindet, springt ebenso auf den Zuschauer über wie die negative bedrückende Stimmung, die mit der Judenvertreibung nach und nach einsetzt. Das Kernstück der Bühne bildet eine Drehscheibe a la „Les Miserables“. Auf dieser befindet sich ein großes Holztor, vor bzw. hinter dem blitzschnell neue Schauplätze entstehen. Der Orchestergraben ist in drei Teile geteilt: Links sitzen die Musiker, die unter der Leitung von Jochen Kilian für perfekten Klang sorgen. In der Mitte ist die Bühne bis vorne bespielbar, während in die rechte Seite des Grabens ein kleines Wasserbecken eingelassen wurde, das Tevjes Töchter nutzen, um die Hausarbeit zu verrichten, oder die Füße im Wasser baumeln zu lassen. Die aufwändigen authentischen Kostüme von Heike Keinath fügen sich in diese Szenerie harmonisch ein.
Im Hintergrund ist eine gewölbte Leinwand mit Himmelsmotiv gespannt. Als Sinnbild für alles Heimatliche wird diese am Ende effektvoll heruntergelassen, nachdem alle Juden aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Der Blick auf die menschenleere Bühne, auf der sich nur noch das geöffnete Tor vor schwarzem Hintergrund dreht, verdeutlicht noch einmal die tragische und endgültige Zerstörung des traditionellen Lebensstils, der in Anatevka anfangs so geschätzt wurde.
Carsten Andörfer als Milchmann Tevje ist ebenso rollendeckend besetzt wie Ines Krug als seine Frau Golde. Die zweitälteste Tochter Hodel wird von Judith Jakob gespielt, die schon in der Wiener „Mozart!“-Produktion als Constanze zu sehen war. Insgesamt liefert das Ensemble eine runde Leistung ab, ohne dass jemand besonders hervorsticht.
Ganz in diesem Sinne sind es auch die Ensemblenummern, die das Publikum am meisten begeistern. Dazu trägt sicherlich die einfallsreiche Choreographie von Danielle Sasso bei, die Schauplatz gemäß auf Elemente des russischen Volkstanzes zurückgreift. Erwähnenswert sind hier besonders die Traumsequenz von Tevje und die Hochzeitsfeier von Zeitel und Mottel am Ende des ersten Akts.
Wenn es hier überhaupt einen Anlass zur Kritik gibt, dann liegt dieser wohl in der Tatsache, dass die Kopfmikrophone der Darsteller offenbar nur bei den Songs eingeschaltet werden. Bei den Dialogen muss man schon genau hinhören, um alles verstehen zu können. Dennoch: bei einem solch positiven Gesamteindruck, kann man getrost über dieses kleine Manko hinwegsehen. Maseltov!


(Text: Andreas Haider)




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News: PdW: Anatevka (27.09.2004)



Kreativteam

Inszenierung Matthias Kniesbeck
Musikalische Leitung Jochen Kilian
Bühne Monika Gora
Kostüme Heike Keinath
Choreografie Danielle Sasso


Besetzung

Tevje Carsten Andörfer
Golde Ines Krug
Zeitel Esther Keil
Hodel Judith Jakob
Chava Nikola Norgauer
Jente Suly Röthlisberger
Mottel Stefan Diekmann
Schandel Kerstin Pajic-Dahl
Perchik Adrian Linke
Lazar Wolf Tobias Wessler
Motschach Joachim Henschke
Rabbi Matthias Oelrich
Mendel Christopher Wintgens
Awram Sven Seeburg
Jussel Alexander Weichbrodt
Wachtmeister Robert Brandt
Fedja Paul Kaiser
Sascha Tim Moritz Breyvogel



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


5010
Berauschender Abend

31.12.2009 - Es war mal wieder ein berauschender Abend. Es hat rundherum alles gestimmt. Das Bühnenbild war sehr beeindruckend und hat die Stimmung von Anatevka voll getroffen. Die Schauspieler haben das jüdische Leben sehr gut rübergebracht. Schade fand ich nur, dass die Kopflautsprecher nur zum singen angeschaltet wurden. Dieser Wechsel war doch etwas störend.
Es war ein sehr reicher Abend.....
malatof(?)

Gruß Klaus Buresch

Klaus Buresch


5069
Wunderschön!

31.12.2009 - Ein wunderschöner Abend!

Die schauspielerische und gesangliche Leistung war wie meist in MG spitze!
Auch das Bühnenbild war wieder sehr stimmig und vermittelte viel Atmosphäre.

Mein Tipp: Unbedingt ansehen!

Guliwa


5143
Fehlende Familenmitglieder

31.12.2009 - Gut Schabbes

Wir haben gerade diese Seite entdeckt und mit großem Entsetzen festgestellt, dass in der Besetzungsliste 2 Familienmitglieder unterschlagen wurden, nämlich Sprintze und Bielke.
Wir haben in der Anatevkaproduktion in Stralsund/Greifswald mitwirken dürfen und sind bestürzt das diese beiden Figuren wohl "zuwenig Charakter" haben um in die Besetzungsliste aufgenommen zu werden.
Nur weil sie minderjährig sind heißt das noch lange nicht, dass sie kein Recht auf Annerkennung verdienen.
Selbst im kleinen Theater-Vorpommern wurde darauf geachtet und es wurde JEDEM ein kleiner Platz in der Besetzungsliste gegönnt (Masseltov Hans Aschenbach!)

MfG B. & S.

Bielke & Sprintze


5156
Mein Kompliment

28.03.2005 - Was für ein wunderbarer Abend! Ich war und bin sehr begeistert - das war eine der besten Produktion der Vereinigten Städtischen Bühnen, ganz ehrlich. Unbedingt sehenswert, es war herzerwärmend, lustig, berührend und traurig.
Eine ganz hervorragende Ensembleleistung!
Weiter so!

Lieselore


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Handlung
Milchmann Tevje wohnt mit fünf Töchtern und seiner resoluten Ehefrau in dem kleinen jüdischen "Schtetel" Anatevka, einem ukrainisches Dorf im Jahr 1905. mehr

Weitere Infos
Aufführungsrechte: Verlag Musik und Bühne.

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Ø 3.75 Sterne

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