Norden Westen Osten Sden
Termine aus DeutschlandsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Ost )Shows A-Z ( Ost )Premieren ( Ost )Der Zauberer von Oz


Klassiker

Der Zauberer von Oz

Dorothy und die Hexen


© Veranstalter
© Veranstalter
Nur schwer zu ertragender, dilettantischer Musical-Abend mit Komplettausfällen bei Regie, Choreografie und Tontechnik.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:05.09.2015
Rezensierte Vorstellung:05.09.2015
Letzte bekannte Aufführung:06.12.2015


Bilderbuch-Wimmelbild auf der Theaterbühne: Wer genau hinschaut, kann auch von einem zentralen Mittelplatz im Parkett aus Kurioses, Unerwartetes und Erschreckendes entdecken: Da wird wiederholt der tierische Darsteller des Hundes Toto vor seinen Auftritten an der Bühnenseite in Position gebracht. Wer will, kann unterhalb der Leinwand, die die Spielfläche begrenzt, die auf der beleuchteten Hinterbühne wartende Darstellerbeine zählen. Und auch der "Trick", wie Schnee im Theater entsteht, wird unfreiwillig komisch visualisiert: Während es auf der Bühne längst digital schneit, greift auf der Seitenbühne jemand hektisch in eine Plastiktüte und wirft den künstlichen Niederschlag gegen einen rotierenden Ventilator, der dann einen harmlosen Schwarm an weißen Flöckchen auf die linke Bühnenseite bläst. Peinlicher geht es kaum!


Eine nicht nur sprichwörtlich tragende Rolle spielen in dieser unterm Strich jämmerlichen, alles andere als magischen "Zauberer von O"-Umsetzung die Bühnenarbeiter. Wie selbstverständlich und für alle sichtbar nehmen sie während der Handlung Umbauten vor und platzieren Versatzstücke. Die amateurhafte Ausleuchtung, bei der die auf dem Boden platzierten Spots immer wieder die Zuschauer blenden, und die unaufmerksame Tonregie mit ihren oft viel zu spät aufgezogenen Mikrofonen machen der mit 3 ½ Stunden viel zu lang geratenen Show den Garaus.


© Veranstalter
© Veranstalter



Erfreulich, dass der Veranstalter ein 15-Mann-Orchester (Dirigent: Adrian Rinck) im Graben platziert. Die Musiker geben ihr Bestes, um die ganz dem klassischen Musical verpflichtete Partitur von Harold Arlen zum Funkeln zu bringen. Allerdings übertönen sie dabei oft die Sänger auf der Bühne, sodass Gesang und Text nur schwer zu hören sind. Wieder versagt die Tonregie auf ganzer Linie.


Sabine Laubersheimer inszeniert die Show sehr klassisch und ganz der (filmischen) Vorlage verpflichtet. Allerdings wirken die Dialoge – wie im Fall von Dorothys Tante Em – wie auswendig gelernt und teilnahmslos aufgesagt. Andere Darsteller – wie Bernd A. Zille als übertrieben weich gezeichneter und wenig geheimnisvoller Professor Marvel beziehungsweise Zauberer – wirken wie Rollen-Parodien. Gleiches gilt auch für einzelne szenischen Lösungen: Zwar findet die Regisseurin für den Sturm, der Dorothy aus Kansas fortträgt, eine frappierend einfache und optisch akzeptable Lösung: Vier Tänzerinnen drehen ihr auf Rollen stehendes Haus, während im Hintergrund Projektionen das Unwetter andeuten. Allerdings fehlt es an atmosphärisch dichterer Beleuchtung, sodass die Szene eher bemüht und lächerlich wirkt. Bernd A. Zilles Bühnenbild mit allerlei Versatzstücken unterstreicht die im Reich der Märchen angesiedelte Handlung, wobei das Refugium der bösen Hexe des Westens mit seinen Plastikskeletten für Heiterkeit im Publikum sorgt. Die Hintergrund-Einblendungen wirken wie Abbildungen aus einem Märchen-Bilderbuch, die durch teilweise recht alberne Animationen (blinzelnde Augen im Fall des Hexen-Bühnenbildes) ergänzt werden. Optisch wirklich ein Hingucker sind die Kostüme, die mit viel Liebe zum Detail die Figuren gut charakterisieren. Wer sie entworfen hat, verschweigt der Besetzungszettel.


Ein Lichtblick in dieser unausgegoren, peinlichen Produktion ist Tatjana Roth als jugendliche Dorothy mit einem großen Herzen am rechten Fleck. Sie ist ein echter Sympathieträger in der Show und bewegt sich im Tanz mit lässiger Eleganz. Auch wenn mit "Überm Regenbogen" die deutsche Übersetzung des Hits "Somewhere over the Rainbow" etwas gewöhnungsbedürftig ist, schwebt Roth im Vergleich mit den anderen Solisten mit einem lockeren, schönen Sopran durch diesen Song und alle anderen Gesangsaufgaben. Ihr ebenbürtig ist mit sattem, hohen Bariton Maximilian Hintz als Blechmann. Als Onkel Henry ist er allerdings völlig fehlbesetzt, da er optisch eher Dorothys jüngerer Bruder sein könnte.


© Veranstalter
© Veranstalter



Interessant ist die Besetzung der Vogelscheuche mit einer Sängerin. Miriam Sauter spielt und tanzt diese Figur hinreißend, enttäuscht allerdings mit ihrer matten Gesangsstimme. Gleiches gilt für Dawid Adler, den den Löwen zudem etwas arg albern anlegt. Die beiden Hexen könnten nicht unterschiedlicher besetzt sein: Chiara Caforio ist eine liebreizende Glinda, die mit feinen Koloraturen aufhorchen lässt. Als bösartige Gegenspielerin müht sich Mona Roth, der Hexe des Westens einen diabolischen Anstrich zu verleihen. Dabei nervt sie schon nach nur wenigen Minuten mit ihrem hysterischen, kreischigen Lachen, dem sie eine raue Sprechstimme entgegensetzt. Richtig Angst macht nur Roths gesangliche Leistung: Sie wirkt völlig überfordert und versemmelt mit matter Tiefe den flotten "Jitterbug". Ist die Partitur hier jazzig-schmissig, fehlt dem müden Aerobic-Tanzgehüpfe und -geschreite jegliche optische Entsprechung. Den Choreografen verschweigt der Besetzungszettel vielleicht nicht ohne Grund, denn auch allen anderen Tanzszenen enttäuschen, zumal das äußerst schwache Tanzensemble sie nicht einmal synchron auszuführen vermag. Auch gesanglich ist die Ensemble-Leistung ein Fiasko.


© Veranstalter
© Veranstalter



Es verwundert nicht, dass in der Premieren-Vorstellung bereits während des ersten Aktes Zuschauer den Saal verlassen und nach der Pause noch mehr Plätze leer bleiben. Wäre dieser "Zauberer von Oz" die Aufführung einer Schul-Musical-AG, wäre vieles verschmerzbar. Eintrittspreise zwischen 21 und 64 Euro für eine solche Leistung sind jedoch eine nicht zu verzeihende Unverschämtheit.


© Veranstalter
© Veranstalter


(Text: kw)



Wie ist Deine Meinung zu dieser Produktion?
Diskutiere mit im Musicalzentrale-Forum.






Kreativteam

InszenierungSabine Laubersheimer
Musikalische LeitungAdrian Rinck
BühnenbildBernd A. Zille


Besetzung

DorothyTatjana Roth
VogelscheucheMiriam Sauter
BlechmannMaximilian Hintz
LöweDawid Adler
GlindaChiara Caforio
Böse HexeMona Roth
ZaubererBernd A. Zille




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Veranstalter
© Veranstalter
© Veranstalter
© Veranstalter


Wie ist Deine Meinung zu dieser Produktion?
Diskutiere mit im Musicalzentrale-Forum.


Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


30877
Gruselig!

10.09.2015 - Schlimm - schlimmer - am Schlimmsten!
Jedes (auch schlechte) Wort für diese Produktion wäre zu viel des Guten!
Admiralspalast wird von mehr entertainment geführt. Wer kauft solche Produktionen ein?

musicalman (5 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


30875
Es ist so wie von Ihnen beschrieben

10.09.2015 - Hallo, kann Ihre Kritik nur unterstreichen. Das hier habe ich dem Admiralspalast geschrieben:

Über 3 Stunden dauert der "Zauberer von Oz". Das war nicht die einzige Überraschung dieser katastrophalen Produktion. Das gutwillige und gutgelaunte Publikum wurde mit einer Produktion bestraft, die man nur im weiteren Sinne als "professionell" betrachten darf. Für die saftigen Ticketpreise gibt es eine lange, aber ansonsten leider unzumutbare Show. Einige Darsteller können schlicht nicht singen, haben offenbar nur für die Produktion versucht ein paar Töne herauszubringen. Aber es geht bitter schief. Unerklärlich auch, warum der Regisseur mit einem solchen Sprachfehler auf der Bühne steht und versucht seinen Text zu artikulieren. Für ein Amateur-Provinztheater wäre diese Inszenierung nett, wenn auch um zwei Stunden zu lang. Doch wenn man für eine Karte rund 65€ verlangt, dann ist das wirklich eine vollkommen ungenügende Leistung. Die Kulissen sind billig, während der gesamten Show stapfen die Bühnenbauer über die Bühne als wären auch sie Schauspieler, so etwas hat noch niemand im Publikum gesehen. Die Tontechnik hat massive Probleme und das Orchester lieferte schiefe Töne. Liest sich wie ein totaler, ungerechter Verriss. Aber es war so, viele Zuschauer sind während der Vorstellung einfach gegangen. Keine Frage: Die jungen Schauspieler bemühen sich, besonders die Hexe versucht es noch einigermaßen. Aber wenn man die angeklebte Pyrotechnik am Hexenbesen offen sieht, dann kann keine Illusion entstehen. Die armen Kinder im Saal mussten drei Stunden aushalten, manche sind eingeschlafen. Was sollen sie um 23:30 Uhr im Theater auch anderes tun? Ich frage mich, ob die Verantwortlichen im Admiralspalast sich die Proben nicht mal angeschaut haben? Klar, hat sich die Truppe da oben auf der Bühne bemüht. Aber das geht einfach nicht. Nicht für den Preis, nicht für die Länge, nicht im Admiralspalast. Das ist schon sehr irritierend. Oder kann man den Admiralspalast buchen und dann auf der Bühne irgend etwas spielen? Fazit: Als Amateur-Theater für 60 Minuten naja, als 3-Stunden-Profiproduktion ein absurdes Szenario. Was ich nicht verstehe: So etwas muss man doch selber sehen!

Gruß Frank Farenski

farenski (erste Bewertung)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Atlanta Stage Company

Tournee
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 Der Zauberer von Oz (Wien)
weitere Produktionen finden

 Kurzbewertung [ i ]
(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Musical an der Schmerzgrenze: Über 3 Stunden quält diese Aufführung auf Schultheater-Niveau zu happigen Eintrittspreisen das Publikum. Lichtblick: Tatjana Roth als Dorothy mit einem echten Hund (Toto) und Maximilian Hintz (Blechmann).

06.09.2015

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2022. Alle Angaben ohne Gewähr.

   BURGFESTSPIELE ALZENAU / IM WEISSEN RÖSSL

   BROADWAY FIEBER SOLINGEN

   Wir suchen Dich!

   Ein Platz für Ihre Werbung?

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was läuft aktuell in diesen Musicalhäusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ Düsseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ München: Deutsches Theater +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle Spielpläne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -Süd, Österreich, Schweiz, Niederlande, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;