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Biografical

Alma und das Genie

Erst Sex, dann Kunst?


© Hendrik Weber
© Hendrik Weber
Abseits vom kommerziellen Mainstream der Großproduktionen setzt die "Stammzellformation" auf neue, witzige Kammermusicals. Mit "Alma und das Genie" unterstreicht die Truppe dies nachhaltig. Der Abend sprüht vor (Wort-)Witz und musikalischer Vielfalt, die Nini Stadlmann (Alma) und Tom van Hasselt (Almas Genies und Pianist) genial umsetzen. Einziger Wehrmutstropfen: Die vorgestellte, ohne szenische Umsetzung und Tanz auskommende Fassung ist mehr ein musikkabarettistischer Abend als eine ausgereifte Musicalaufführung.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:02.02.2015
Rezensierte Vorstellung:20.02.2015


Vier Holzbuchstaben stehen im Lichtkegel auf dem Klavier: zwei "A" und je ein "L" und ein "M". Im Laufe des Abends werden sie zu immer neuen Worten gruppiert: etwa zum italienischen Wort für "die Böse" oder zum für sein Spucken bekanntes, in den Anden lebendes Tier. Vor allem aber zum Vornamen der Protagonistin, die auf einem Barhocker neben dem Piano sitzt: Alma, deren Nachname sich aus dem ihrer beiden bekannten Ehemänner Gustav Mahler und Franz Werfel zusammensetzt. Da Alma auf Latein auch für "die Mehrende" steht, sammelt diese Frau weiter Männer für ihr hemmungsloses Liebesleben ein. Neben großen Namen wie dem Komponisten Alexander Zemlinsky, dem Architekten Walter Gropius oder dem Maler Oskar Kokoschka auch einen Priester und einen auf Insekten spezialisierten Naturforscher.


© Henrik Weber
© Henrik Weber



Tom van Hasselt und Nini Stadlmann erzählen in ihrem biografischen Musical das Leben dieser Femme Fatale nach, indem sie einzelne Stationen als mit Songs untersetzte Plauderei von Alma streifen. Als die Zeitebenen durchbrechende Klammer dient dabei die Figur des Autors, der Alma am Klavier begleitet und sich danach sehnt, wie seine zahllosen historischen Vorbilder von dieser Muse geküsst zu werden. Denn Alma versteht sich als Triebfeder ihrer ursächlich fürs Bett gesammelten Genies.

Gleichzeitig arbeitet das Stück auch ihre Unzufriedenheit mit diesem selbst gewählten Los heraus. Von der früh an den Nagel gehängten Komponistinnen-Laufbahn ist Alma nichts geblieben. Sie hadert damit, dass von ihr nichts Bleibendes existiert und sehnt sich nach einem Denkmal, so wie es für ihren Vater im Wiener Stadtpark steht. Beim Song "Ich weiß nicht, wie man Statuen liebt", der bitteren Lebensbeichte einer nach außen hin so glamourösen wie öffentlichkeitsgierigen Frau, hält das ansonsten frech-fröhliche Stück unerwartet inne. Ein Gänsehautmoment, in dem Nini Stadlmann facettenreich das gebrochene Innere dieser bis dahin so dominanten Diva zum Vorschein bringt.

In der vorgestellten Form fehlt dem Stück eine szenische Umsetzung: Nini Stadlmann wirkt geradezu gefangen auf ihrem Barhocker. So bleibt "Alma und das Genie" hier mehr ein musikkabarettistischer Abend als ein Musical. Dafür aber ein brillanter! Das Stück lebt vom famosen, überraschenden Spiel mit Worten und Tom van Hasselts abwechslungsreicher, ohrwurmtauglicher Partitur, die vom Kinderlied über Walzer, Samba und Gospel bis zur großen, melodiösen Ballade reicht. Wer wagt sich an eine Umsetzung im größeren Rahmen? Dieser Geniestreich hat es auf jeden Fall verdient.

(Text: kw)






Kreativteam

Satirisches Musical vonTom van Hasselt
Nini Stadlmann
Regie Tom van Hasselt
Nini Stadlmann


Besetzung

AlmaNini Stadlmann
Almas GeniesTom van Hasselt




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Hendrik Weber
© Hendrik Weber
© Hendrik Weber
© Hendrik Weber

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Wer ist Alma Mahler?

25.02.2015 - Das neue Stück der Stammzellformation befasst sich mit einer in Deutschland eher unbekannten, aber nicht minder interessanten Dame des 20.Jahrhunderts, Alma Mahler. Ein wunderbarer Abend jenseits von SE Rotationseinerlei bei dem Nini Stadlmann einen großen Teil ihres Könnens zeigen konnte ( zum Tanzen war die Bühne zu klein) und Tom van Hasselt wieder einmal seine Kreativität unter Beweis stellte. Sicher kann man ein Zwei-Personen-Stück nicht mit einer riesigen Bühnenshow vergleichen, jedoch kommt es hier viel mehr auf Wortwitz und darstellerisches Können an und das fand ich toll.
Vielen Dank für einen neuen Beitrag zur wirklichen Weiterentwicklung des deutschen Musiktheaters.

Charlotte (43 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
Stammzellformation
Charlottenburger Straße 22
D-13086 Berlin
030 - 92 37 93 77
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Homepage
 Karten
Karten können über den jeweiligen Veranstaltungs­ort bezogen werden (siehe Liste rechts)

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Buch

Komposition

Musik

Besetzung

Dem Duo van Hasselt/Stadlmann ist ein furioser Abend mit viel (Wort-)Witz und beschwingten Melodien gelungen. In der vorgestellten Form allerdings mehr musikalisches Kabarett als Musical.

20.02.2015

 Termine
So09.07.19:00 Uhr
Lottehof (Wetzlar)
So30.07.16:30 Uhr
Gustav-Mahler-Komponierhäuschen (Maiernigg)


© musicalzentrale 2017. Alle Angaben ohne Gewähr.

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