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Märchenhaftes Musical

GRIMM! Die wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf

Fressen heute Wölfe noch Mädchen?


© Matthias Heyde
© Matthias Heyde
Es war einmal... So beginnt auch das Märchen von der großartigen Besetzung, die in minimalistischer Ausstattung (Ulrike Reinhard) eine vorhersehbare, aber leicht überdrehte Variante des Rotkäppchen-und-der-böse-Wolf-Stoffes grandios rettet. Ein Abend nicht nur für Wald-Dorf-Schüler und Waldmeistertee-Trinker. Alle Grammatik-Freaks ignorieren das falscher Deutsch-Grammatik. Schließlich geht es um DAS Rotkäppchen und SEINEN Wolf...

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:19.03.2015
Rezensierte Vorstellung:21.03.2015
Letzte bekannte Aufführung:26.07.2017


© Matthias Heyde
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Der böse Wolf tanzt Tango mit Mutter Geiß, Dicklinde Schwein hat gar kein Übergewicht und Hofhund Rex nennt sich zwar Jäger, ist aber in Wirklichkeit ein Angsthase. Peter Lunds Ausflug in die Welt der Märchen lässt das aus Kindertagen bekannte Personal in neuem Licht erscheinen und hält die ein oder andere Überraschung bereit. So hütet die streng vegan lebende, schwäbelnde Zicke in Wirklichkeit nur sechs Kinder, zwei Sauen gestehen sich ihre Liebe und der in seinem Job unglückliche Rex ist schließlich doch noch auf dem Weg zur blutrünstigen Bestie. Wie im Disney-Musical von der Schönen und dem Biest, muss auch hier das Rotkäppchen in den Wald ziehen, um seine Dorfbewohner davon zu überzeugen, dass der Wolf GRIMM eigentlich ein netter Typ ist.


© Matthias Heyde
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Allerdings erzählt Lund, der neben dem Buch auch für die routinierte Inszenierung verantwortlich ist, die Geschichte nicht stringent genug. So steht zum Beispiel Schweinchen Didi zu Beginn auf der Bühne, stülpt sich einen gelben Gummihandschuh auf den Kopf und verrät durch sein Krähen, dass es viel lieber ein Hahn sei. Lund nutzt dies als Metapher für die schwule Seite des Charakters, die aber nie ausdrücklich angesprochen wird. Stattdessen flüchtet sich der Regisseur in Gesten (wiederholte Griffe ans Geschlechtsteil) oder lässt das Schwein in die Hocke gehen, um sein dickes Hinterteil für eine Mutprobe (Biss des Wolfes) zu präsentieren. Das wirkt albern, unausgegoren und kratzt nur an der Oberfläche. Lund verschenkt auch Potential mit der Figur des Schweinchens Schlau, das zwar unsympathisch gezeichnet ist – seine Ambitionen, Machthaber über die Gesellschaft zu werden, sind allerdings nur in Ansätzen erkennbar. Etwas mehr Mut hätten Buch und Inszenierung durchaus gut getan.


© Matthias Heyde
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So dümpelt der Abend trotz vieler Gags dramaturgisch und leicht vorhersehbar dahin. Dazu klingt Thomas Zaufkes Musik nur mäßig innovativ und es scheint, als hätte man alles in ähnlicher Form irgendwo schon einmal gehört. Die vielen Songs, begleitet von einer agilen, siebenköpfigen Band unter der Leitung von Hans-Peter Kirchberg, strotzen zwar vor schönen Melodien und abwechslungsreichen Rhythmen, besitzen allerdings keine wirklichen Ohrwurmqualitäten.


© Matthias Heyde
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Ein Glücksgriff ist hingegen die Ausstattung von Ulrike Reinhard, die die Welt konsequent in Gut und Böse einteilt. Der Zuschauer weiß sofort, wo die Szenen spielen, da Reinhard mit nur je vier Buchstaben das weiße D-O-R-F auf der Vorderbühne und den schwarzen W-A-L-D im Hintergrund minimalistisch andeutet. Die hellen Buchstaben lassen sich zu immer neuen Sitzmöglichkeiten umgruppieren, während die dunklen, stehenden Buchstaben wie bedrohliche Bäume wirken, zwischen denen die Darsteller auf verschieden hohen Podesten herumklettern können. In ihren fantasievollen Kostümentwürfen greift Reinhard das Farbschema auf, wobei sie die Darsteller nicht als Tiere verkleidet, sondern dies nur andeutet. So tragen die Dorfschweine Fatsuits unter ihren hellen Latzhosen, während das im Wald hausende Schweinchen Wild eine zottelige Aussteigerin im punkigen Outfit ist.


Die Show hat von Anfang an ein hohes Tempo, das durch die vielen an- und ausgetanzten Songs noch unterstrichen wird. Neva Howards Choreografien sind zwar nicht besonders anspruchsvoll, dafür aber wie beim Showstopper "Leben mit Wolf" optisch sehr effektvoll. Alle zehn Darsteller brillieren hier ungemein und punkten mit ihrer hohen Beweglichkeit. Dazu singen alle fantastisch, wobei Devi-Ananda Dahm (Dorothea) in der besuchten zweiten Vorstellung in "Du bist mein bester Freund" beim hohen Schlusston patzt und ihn herausschreit. Sie ist allerdings ein zunächst herrlich naives Rotkäppchen, das trotzig seinen Weg geht. Dabei harmoniert sie perfekt mit Jan Rekeszus, der mit samtig-charmantem Bariton und hünenhafter Erscheinung als Wolf GRIMM auf den Punkt genau besetzt ist. Eine weitere Entdeckung ist Sophia Euskirchen, die mit angenehm rauchiger Stimme die ausgeflippte Oma Eule gibt. Als lesbisches Liebespaar Dicklinde und Schweinchen Wild schmachten Feline Zimmermann und Kiara Lillian Brunken ganz herrlich balladesk "Wir haben Schwein gehabt", während Anthony Curtis Kirby (Rex) bei "Ich habe Blut geleckt" so richtig jazzig aufdrehen kann. Großer Jubel für alle Darsteller, die eigentlich ein besseres Stück verdient haben...

(Text: kw)






Kreativteam

Buch und InszenierungPeter Lund
Musikalische LeitungHans-Peter Kirchberg
Tobias Bartholmeß
ChoreografieNeva Howard
AusstattungUlrike Reinhard


Besetzung

=2017=

Schweinchen WildKiara Lillian Brunken
Dorothea ("Rotkäppchen")Devi-Ananda Dahm
Oma EuleHolger Off
SchlauMarkus Fetter
RexAnthony Curtis Kirby
DidiDennis Hupka
Gisela GeißKatharina Beatrice Hierl
GrimmDennis Weißert
SultanMichael Dixon
DicklindeJasmin Eberl
Band

KlavierHans-Peter Kirchberg
Tobias Bartholmeß
GitarreJo Gehlmann
Hossein Yacery Manesh
Trompete, Piccolo-TrompeteRainer Brennecke
ReedsSidney Pfnür
Karola Elßner
SynthesizerMarkus Mittermeyer
Tobias Bartholmeß
SchlagzeugStephan Genze
KontrabassMax Nauta


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Matthias Heyde
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Jubelnder Applaus für eine gelungene Show

17.04.2015 - Auch in diesem Jahr ist die Produktion der UdK in Kooperation mit der Neuköllner Oper eine willkommene Bereichung der Berliner (und nicht nur der) Musicalszene, die eigentlich nur ein Manko hat, es gibt zuwenig Plätze. Innerhalb kurzer Zeit waren alle Karten ausverkauft und das sicher nicht nur an Freunde und Verwandte der Studenten.
Das Stück ist ziemlich vorhersehbar, jedoch ist es eine gute Grundlage für die Studenten ihr Können zu zeigen und das steht in diesem Fall sicher im Vordergrund. Die Dialoge flott und an der richtigen Stelle witzig. Trotzdem gelingt es sehr gut, zu zeigen, wie sich die Dorfbewohner gegen den Wolf zusammen rotten, oft auch gegen besseres Wissen.Die Musik hat mir sehr gut gefallen, sehr abwechslungsreich und eine gute Charakterisierung jeder Figur.
Die Studenten machen ihre Sache ausnahmslos toll, auch die mit den weniger dankbaren Aufgaben, gestalten ihr jeweiliges Tier ganz wunderbar. Es ist eine große Freude, ihnen beim Spielen zusehen, alle strotzen nur so vor Energie.
Herausheben möchte ich eigentlich niemanden. Oma Eule/Sophia Euskirchen fällt durch ihre besondere Stimme auf, der Wolf sicher durch seine körperliche Präsenz und seinen sehr schönen Bariton.
Alle bewegen sich mit viel Elan und Können auf der Bühne und zeigen in diesem Jahr wieder eindrücklich, dass Musical ein 3-Sparten-Fach ist.
Für alle, die sich diese Show noch ansehen möchten, ist die Wiederaufnahme im Herbst zu empfehlen, ich hatte einen sehr schönen Abend und kann das Stück nur empfehlen.

Charlotte (44 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


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