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Lady Day At Emerson's Bar & Grill

Ein Billie Holiday-Abend


Nach einer sehr langen Stunde und vierzig Minuten verlässt man das Theater mit einem gewissen Freiheitsgefühl, denn die Inszenierung von Tankred Schleinschock funktioniert auf mehreren Ebenen überhaupt nicht. Das Premierenpublikum schien trotzdem zufrieden gewesen zu sein.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:27.11.2004
Letzte bekannte Aufführung:04.05.2007


Das dramatische Leben von Billie Holiday war gekennzeichnet durch Vergewaltigung, Prostitution, Drogen und Rassendiskriminierung und bietet somit genügend Stoff für einen berührenden, mitreißenden und erschreckenden Abend, doch leider bekommt man davon nicht viel mit. Große Emotionen wollen einfach nicht aufkommen.
Sonja Hermann präsentiert die Holiday als eine scheinbar verzweifelte, leicht verrückte und alkoholabhängige Diva, die auf ihr Leben zurückblickt und noch mal die wichtigsten Stationen Revue passieren lässt. Das gelingt ihr nicht immer überzeugend, sie wirkt oft zu jung und agil, alles wirkt irgendwie nur durchschnittlich. Sie schafft es nicht das Publikum für sich einzunehmen. Ein solches Format braucht eine Bühnenpersönlichkeit, die allein durch ihre Präsenz überzeugt und mitreißt, das fehlt Sonja Hermann gänzlich. Stimmlich kann sie da schon mehr überzeugen. Sie singt die Jazzsongs mit viel Elan, doch leider oft zu emotionslos. Ein weiteres Manko, womit sie zu kämpfen hat, ist die simple Tatsache, dass Billie Holiday eine schwarze Sängerin mit einer schwarzen Stimme war. Beides kann Sonja Hermann leider nicht vorweisen und so wird es spätestens in dem Moment bizarr, wenn sie als weiße Darstellerin über die Rassendiskriminierung erzählt und sich als schwarze Frau präsentiert. Da braucht man schon sehr viel Vorstellungsvermögen, um das ansatzweise glauben zu können.
Ihr Pianist wird von Regisseur Tankred Schleinschock dargestellt, der wohl auch ein Schwarzer sein soll, aber wie Sonja Hermann europäische Ursprünge hat. Er spielt die Songs mit Engagement, sein Schauspiel ist rollendeckend.
Schleinschock hat auch gleich für die Übersetzung gesorgt, die ein weiteres großes Manko der Inszenierung darstellt. Denn unerklärlicherweise hat er sich für einen Sprachmix aus Englisch und Deutsch entschieden, was nun überhaupt nicht funktionieren will. So gibt es Momente, in denen Billie auf Deutsch zu ihrem Pianisten spricht und dieser antwortet auf Englisch. Das trägt nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit der Inszenierung bei. Hätten sie sich auf kurze englische Schlagworte beschränkt, wäre es in Ordnung gewesen. So fragt man sich aber ständig, was das eigentlich soll. Peinlich wird es dann zusätzlich, wenn Schleinschock mit einem starken deutschen Akzent Englisch spricht, während seine deutschen Texte mit einem künstlichen englischen Akzent garniert werden.
Wenn man aber erst einmal die ersten sehr langatmigen 60 Minuten überstanden hat, dann gewinnt das Stück doch noch etwas an Format. Als der Tod des Vaters Thema von Billie Holiday wird, überwindet Sonja Hermann ihr unentschlossenes, mittelmäßiges Spiel und kann endlich etwas im Publikum bewegen. Der erste Moment, in dem man mit Billie leidet und mitfühlt kommt allerdings ziemlich spät. Und kurioserweise steigern sich das Stück und gleichzeitig das Spiel von Hermann immer mehr. Die letzten 15 Minuten funktionieren dann plötzlich überraschenderweise sehr gut und das Ende kann dann doch noch emotional ergreifen, doch leider reicht das nicht für einen gelungenen Abend aus.
Hätte man die Intensität der letzten 15 Minuten bereits zu Beginn des Stückes erreicht, dann wäre es sicherlich ein sehr emotionaler und bewegender Abend geworden. So empfiehlt sich dieses Stück höchstens für Jazzliebhaber und Fans von Billie Holiday.



(Text: mf)






Besetzung

Billie HolidaySonja Hermann
Klavierspieler Jimmy PowersTankred Schleinschock



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