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Jesus Christ Superstar

Lass sie mich hassen


© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Andrew Lloyd Webbers oft gespielte Rockoper kommt in Bad Gandersheim in einer modernen Inszenierung, die zum Nachdenken anregt, auf die Bühne - getragen von einem tollen Ensemble und einer gut aufgelegten Band.

(Text: Michael Rieper)

Premiere:02.07.2015
Dernière:16.08.2015


"Follow me!" Allgegenwärtig prangt diese Aufforderung auf dem Dach über der Band, auf einem dicken Buch, das Jesus wie eine Bibel immer bei sich trägt und in manchen Szenen auch auf den T-Shirts der Jünger. Regisseur Achim Lenz folgt in seiner Inszenierung dem Gedanken, was heute passieren würde, wenn eine charismatische Führungspersönlichkeit wie Jesus auftaucht und ein Gefolge hinter sich schart. Wiederholt sich die Geschichte von vor 2000 Jahren? Lenz' Inszenierung sorgt für viele spannende Momente, gerade auch für diejenigen Zuschauer, die schon andere Inszenierungen der Rockoper gesehen haben.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Wer ist dieser Jesus, der von Christian Alexander Müller charismatisch und mit gewohnt sicherem, wenn auch fast schon etwas zu schönem Tenor interpretiert wird? Ist er ein Sektenführer? Etwa eine Art Charles Manson des 21. Jahrhunderts? Oder doch eher ein Pazifist, der sich gegen ein totalitäres Regime wendet? Sein Gegenspieler Pontius Pilatus (Daniel Ris - gesanglich der schwächste Solist des Abends, gefällt aber mit starkem Schauspiel) kommt im geschniegelten Anzug und mit schwer bewaffnetem Begleitschutz als moderner Unterdrücker daher. An seiner Seite Kaiphas und Annas – die Hohepriester werden in dieser Inszenierung als Geheimdienstler gezeigt, die die Treffen bzw. Aktivitäten von Jesus und seinen Jüngern immer wieder argwöhnisch beobachten und mit dem Smartphone filmen.

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Noch deutlicher zeigt sich die unkonventionelle Personen-Interpretation an Maria Magdalena, die hier von Julia Lißel überraschend selbstsicher verkörpert wird. Üblicherweise eine mehr oder weniger schuldbewusste Sünderin im roten Kleid, ist sie hier eine toughe junge Frau in hautengen Jeans und Tanktop, die sich gemeinsam mit den Jüngern als anscheinend gleichberechtigtes Mitglied zur Lagebesprechung trifft. Wenn Judas Jesus vorwirft, dass er sich mit so einer Frau einlässt, schaut sie nicht beschämt zu Boden, sondern will sich wütend auf Judas stürzen. Auch die ansonsten oft uneindeutige Beziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena erhält durch eine extra eingefügte kleine Liebesszene, die deutlich macht, dass zwischen den beiden definitiv mehr passiert als nur das Einsalben von Jesus' Stirn, eine neue Komponente.


Und dann ist da noch Judas: Aleksander di Capri stiehlt genau genommen allen die Show. Er stellt die Zerrissenheit des Verräters, der doch eigentlich ein Anhänger von Jesus' Grundidee ist, intensiv dar, lässt die Zuschauer wirklich mitfühlen, wie schwer ihm der Verrat fällt, und begeistert mit flexiblem Stimmeinsatz.

Einzig die Herodes-Szene will sich nicht so recht in diese moderne Interpretation einfügen. Dabei gibt Dirk Weiler alles und macht aus seinem Song ein vom Publikum heftig beklatschtes Kabinettstückchen. Doch wo soll man diesen leicht tuckigen König in seinem pyjama-ähnlichen Outfit zwischen dem gewaltbereiten Machtinhaber Pontius Pilatus und dem gewaltfrei dagegen angehenden Jesus einsortieren?

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Heiko Lippmann macht als musikalischer Leiter mit seiner Band eine gewohnt gute Figur und bringt gerade die rockigen Passagen von Lloyd Webbers Partitur mitreißend-kraftvoll zu Gehör. Ausstattungstechnisch wird – wie üblich – vor dem Gandersheimer Dom äußerst sparsam gearbeitet. Hauptrequisiten sind eine Reihe roter Tische und passender Stühle, an denen z.B. die Abendmahlszene oder auch die Lagebesprechungen der Jünger stattfinden. Zum Finale werden die Tische noch für einen besonderen Clou genutzt: Da das Stück in der Gegenwart angesiedelt ist, passt eine Kreuzigung als Tötungsmethode nicht wirklich und so liegt Jesus zum Ende des Musicals zusammengekrümmt auf dem Boden, wie in einer Zelle. Dann erscheinen seine Jünger und legen ihn auf einige zusammengeschobene Tische. Sie strecken seine Arme zur Seite aus, so dass sein Körper dort liegt, wie er am Kreuze hängen würde. Nach seinem Tod stellen sie um ihn herum Kerzen ab, die damit noch einmal die Kreuzform unterstützen. Ein eindrucksvolles Schlussbild einer mitreißenden Inszenierung!

(Text: Michael Rieper)






Kreativteam

Musikalische Leitung Heiko Lippmann
Regie Achim Lenz
Choreografie Marc Bollmeyer
Bühne und Kostüme Bernhard Niechotz


Besetzung

Jesus von Nazareth Christian Alexander Müller
Judas Ischariot Alexander di Capri
Maria Magdalena Julia Lißel
Pontius Pilatus Daniel Ris
Kaiphas Daniel Dimitrow
Annas Oliver Polenz
Petrus Jannik Nowak
Simon Zelotes Tobias Berroth
Herodes Dirk Weiler
Ensemble Alice Hanimyan
Magnus Heitmann
Johannes Kiesler
Gregor Knop
Jannik Nowak
Silvio Römer
Jens Schnarre
Luise Schubert
Dominika Szymanska
Bosse Vogt




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Hillebrecht/Die Foto-Maus
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Handlung
Die letzten sieben Tage Jesu Christi. mehr

Weitere Infos
Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 18. Februar 1972 in der Halle Münsterland (Münster) mit Reiner Schöne in der Hauptrolle statt.

 Kurzbewertung [ i ]
(mr)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Packende, gut besetzte Inszenierung, die zum Nachdenken anregt.

10.07.2015

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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