Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Das Geheimnis des Edwin Drood


Krimi

Das Geheimnis des Edwin Drood

Wer ist der Täter?


© Stutte
© Stutte
Jedem Theater, das selten gespielte Musicals auf die Bühne bringt, gebührt Anerkennung und Dank für die Möglichkeit einer spannenden Neuentdeckung. Leider lässt die Inszenierung von Karl Absenger, die in Kooperation mit dem Theater Münster entstanden ist, einige Wünsche offen.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:14.02.2015
Rezensierte Vorstellung:14.02.2015
Letzte bekannte Aufführung:02.02.2016


Das Musical von Rupert Holmes bietet durch eine Stück-im-Stück-Struktur eine interessante Ausgangslage. Originär dreht sich die Rahmenhandlung um eine Theatertruppe im London des Jahres 1873, die eine Aufführung der unvollendeten Novelle "Das Geheimnis von Edwin Drood" von Charles Dickens präsentiert. Regisseur Absenger verzichtet auf diese zeitliche Einordnung und stellt an Stelle der fiktiven Schauspielgruppe das Krefelder Ensemble im Hier und Jetzt als Theatergruppe in den Mittelpunkt, das die Geschichte von Drood präsentiert. Dadurch erfreut sich das Abo-Publikum an ihre bekannten Gesichter, die mal mehr oder weniger sie selbst auf der Bühne sein können, und das Bühnenbild lässt sich unabhängig von der Ästhetik des 19. Jahrhunderts gestalten. Insgesamt scheint das dem Stück jedoch nicht besonders gut zu tun.

Die Handlung in der Rahmenhandlung ist eine klassische 'whodunit' Krimigeschichte: In einer kleinen britischen Gemeinde verschwindet der junge Edwin Drood an einem gewittrigen Weihnachtsabend – ein blutbefleckter Mantel lässt das Schlimmste vermuten. Mit dem Auftauchen eines fremden Detektivs, der sich dem Fall annehmen will, endet die Vorlage von Dickens. Die Theatergruppe muss somit das Ende improvisieren. Der Clou ist schließlich die Partizipation des Publikums, denn es kommen die verschiedensten Mörder in Frage – und natürlich darf das obligatorische Happy End nicht fehlen, sodass auch noch über die Kombination eines Liebespaares entschieden werden darf.

© Stutte
© Stutte

Die Inszenierung von Absenger hat immer dann Probleme, wenn die eigentliche Geschichte von Edwin Drood präsentiert wird, denn diese wirkt oft unschlüssig und unmotiviert. Das liegt auch an der Vorlage, die bewusst viele offene Szenen und Situationen zusammenwürfelt und erst später am Abend Zusammenhänge erkennen lässt. Etwas mehr Schwung und Stringenz hätten besonders dem langatmigen ersten Akt gut getan. Dazu kommt ein der Handlung kaum unterstützendes Bühnenbild von Karin Fritz (verschiedenste Möbelstücke, schrankartige Türmodule, eine mit bewegten Bildern projizierte Leinwand im Hintergrund), das durch unschöne Umbauten auch noch den Fortgang der Handlung ausbremst. Die Bühne ragt bis über die ersten Reihen des Theatersaals und erreicht somit eine große Tiefe. Vielleicht wäre ein intimerer Rahmen mit Konzentration auf das Wesentliche mit kreativeren Bühnenbild- bzw. Ausstattungsideen viel wirksamer gewesen.

© Stutte
© Stutte

Überzeugen können fast alle Szenen, die die 4. Wand durchbrechen und direkt das Publikum adressieren oder die eigentliche Theaterarbeit mit einbeziehen. So sind auch Inspizient und Souffleuse Teil der Handlung, wobei besonders Inspizient Joachim L. Bähr mit einigen witzigen Kurzauftritten im Gedächtnis hängen bleibt. Da der Fokus nach der Pause auf der Interaktion mit dem Publikum liegt, kommt der zweite Akt viel leichtfüßiger und unterhaltsamer über die Rampe. Herrlich, wie die Darsteller und Darstellerinnen um die Zuschauergunst buhlen und hoffen, als Mörder auserkoren zu werden, um sich noch einmal mit einem Solo präsentieren zu dürfen!

© Stutte
© Stutte

Tobias Wessler als Prinzipal, der mit viel Charme und Witz die Handlung erzählt und scheinbar die Fäden in der Hand hält, Axel Herrig als skurriler (an "Jekyll & Hyde" erinnernder) John Jasper sowie die jungenhafte, vorlaute Gabriela Kuhn in der Titelrolle, die traditionell als Hosenrolle angelegt ist, ragen aus dem spielfreudigen Ensemble heraus. Doch nur Kerstin Brix als Bordellchefin Prinzessin Puffer, die mit Charme und toller Stimme ihre zugegebenermaßen auch dankbaren Songs "The Wages of Sin" (inklusive Mitsing-Aktion des Publikums) und "The Garden Path to Hell" gibt, beeindruckt nachhaltig und verleiht ihrer Figur im zweiten Akt eine schöne, dramatische Tiefe. Kein Wunder also, dass sich das Publikum schließlich für sie als Mörderin entscheidet und so noch mal in den Genuss einer Reprise von "The Wages of Sin" kommt.

© Stutte
© Stutte

Insgesamt wird deutlich, dass es sich um ein Mehrspartenhaus mit einem "Mischensemble" auf der Bühne handelt. Trotz des schwungvollen, manchmal zu dominanten Orchesters unter der Leitung von Andreas Fellner will einfach kein homogenes Ganzes entstehen. An einigen Stellen klingt es zu opernhaft, manchmal mangelt es am komischen Timing oder anderen schauspielerischen Mitteln und aufgrund begrenzter tänzerischer Fähigkeiten einiger Ensemblemitglieder fällt Teresa Rotembergs Choreografie durch Schlichtheit und Kreativitätslosigkeit auf. Einzig das Ballettensemble darf einige anspruchsvollere Choreografien zeigen, wirkt dadurch aber auch separiert vom restlichen Ensemble.

© Stutte
© Stutte

Der Inszenierung fehlt es insgesamt an witzigen Ideen, Charme und Innovation, sodass man letztendlich nur erahnen kann, was für ein Riesenspaß das Stück hätte sein können. Das Premierenpublikum honorierte die Leistungen trotzdem mit minutenlangen Applaus und Standing Ovations.

(Text: Maik Frömmrich)






Kreativteam

Musikalische Leitung Andreas Fellner
Inszenierung Karl Absenger
Bühne und Kostüme Karin Fritz
Choreografie Teresa Rotemberg
Choreinstudierung Maria Benyumova
Dramaturgie Ulrike Aistleitner


Besetzung

Prinzipal
Sapsea
Tobias Wessler
John Jasper Axel Herrig
Dr. Chrisparkle Thomas Peter
Edwin Drood Gabriela Kuhn
Rosa Budd Susanne Seefing
Lisa Katarina Zimmermann
Helena Landless Lisenka Kirkcaldy
Neville Landless Julian Culemann
Fehmi Göklü
James Park
Durdles Markus Heinrich
Gehilfe von Durdles Sebastian Seitz
Prinzessin Puffer Kerstin Brix
Bazzard Andrew Nolen
Horace, Polizist Frank Valentin




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Theater
Theaterplatz 3
D-47798 Krefeld
02151/805125
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!
 Kurzbewertung [ i ]
(mf)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Unstimmige, zwischenzeitlich etwas schwerfällige Inszenierung von Karl Absenger, die ihre starken Momente in den interaktiven Publikumsszenen hat.

15.02.2015

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2020. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

   Ein Platz für Ihre Werbung?

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was läuft aktuell in diesen Musicalhäusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ Düsseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ München: Deutsches Theater +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle Spielpläne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -Süd, Österreich, Schweiz, Niederlande, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;