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Abenteuer-Musical

Die Schatzinsel (Martin)

Johoho, und 'ne Buddel voll Rum!


© spotlight musicals
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Der Musicalsommer Fulda landet mit seiner Adaption der klassischen Abenteuergeschichte einen großen Erfolg. Die Besetzung stimmt, das Ausstattungsteam leistet mit geringen Mitteln Großes, die Songs bleiben lange im Ohr. Mängel in der Personenführung, verkrampfte Kampfszenen und eine altbackene Choreographie werden durch Spielfreude ausgeglichen, bleiben aber Schwachpunkte der Aufführung.

(Text: Ingo Göllner)

Premiere:17.07.2015
Rezensierte Vorstellung:02.08.2015
Letzte bekannte Aufführung:02.09.2018


spotlight musicals bringt nach der Uraufführung im Mai 2015 in Brünn "Die Schatzinsel" erstmals nach Deutschland. Weil der ursprünglichen Geschichte eine Liebesgeschichte fehlt, ohne die für die Autoren ein modernes Musical nicht vorstellbar war, hat man die Piratengeschichte wie bei "Finding Neverland" mit der dramaturgisch passend hingebogenen Biografie des Autors Robert Louis Stevenson verknüpft.

Edinburgh, 19. Jahrhundert: Robert Louis Stevenson (Friedrich Rau) will Schriftsteller werden, doch sein Vater (Norbert Lamla) plant für ihn eine Anwaltskarriere. Louis reist nach Frankreich und trifft dort in einer Künstlerkolonie auf die Amerikanerin Fanny Osbourne (Anna Thorén) und verliebt sich. Fanny hat ihren herumvagabundieren Ehemann in den USA gelassen und will sich ihrer Malerei widmen. Louis und Fannys Sohn Lloyd (Benjamin Klein) entdecken ihre gemeinsame Vorliebe für Piratengeschichten und Louis beginnt auf Grundlage einer Geschichte, die ihm sein Vater als Kind erzählt hat, für Lloyd "Die Schatzinsel" zu schreiben. Fanny will ihrer Ehe noch eine Chance geben und kehrt nach San Francisco zurück. Doch Louis reist ihr nach. Parallel dazu verläuft die allseits bekannte Handlung von Stevensons Roman, in dem Darsteller die Figuren übernehmen, die teilweise auf ihren Figuren in der realen Geschichte basieren. So wird Lloyd zu Jim Hawkins, Sally zu seiner Mutter, Louis' Vater zu Kapitän Smollett und Louis zu Dr. Livesey und Ben Gunn.

© spotlight musicals
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Die Übergänge von Fiktion zu Realität und umgekehrt verlaufen sehr geschmeidig, oft innerhalb eines Songs. Besonders gelungen ist das bei "Ich bin das Kommando" und "Herr der Insel". "Ich bin das Kommando" ist ein humorvolles Beispiel, wenn Norbert Lamla (Was für eine Stimme!) von Kapitän Smollet wieder zu Vater Stevenson wird. "Herr der Insel" verursacht Gänsehaut, wenn sich Friedrich Rau (stimmlich wandlungsfähig von zart bis rockig) eindrucksvoll in den Gollum-haften Ben Gunn verwandelt. Insgesamt bleiben die Charaktere aber recht flach. Besonders hart trifft es dabei Fanny Osborne. Wenn eine Frau im 19. Jahrhundert mit Kind aber ohne ihren Mann von Amerika nach Europa geht, um dort ihre Malerei zu verbessern, klingt das doch nach mehr als nur der Figur, die im Stück bloß die – sehr schönen und von Anna Thorén hervorragend interpretierten – Balladen singt.

© spotlight musicals
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Die anspruchsvolle Doppelrolle ihres Sohns Lloyd / Jim Hawkins spielt Benjamin Klein, dessen Bühnenpräsenz, Schauspieltalent und Singstimme beachtlich sind. Mit schlagkräftigem Bariton und passender Statur balanciert Andreas Lichtenberger als Pirat Long John Silver gekonnt zwischen Bösewicht und Jims väterlichem Freund.

Dennis Martin hat tolle Songs komponiert, die die Handlung vorantreiben. Er kommt nicht ganz ohne "Fluch der Karibik"-Zitate aus und Piraten scheinen grundsätzlich nur Lieder im 6/8-Takt zu singen, aber er hat eingängige und abwechslungsreiche Melodien geschrieben. Die 5-Sterne-Wertung verpasst er nur wegen des furchtbaren, "Cotton Eye Joe"-artigen "Bristol City", das besser in einen Westernsaloon als in eine englische Spelunke passt. Frank Hollmann hat die Musik sehr effektvoll orchestriert. Wie bei spotlight leider üblich, gibt es keine Live-Musiker, sondern die Musik wird eingespielt. Auch wenn man hört, dass das Orchester mit Keyboards aufgefüllt wurde, hat Hollmann sehr differenziert und detailliert gearbeitet und es nicht dabei belassen, die Soloinstrumente mit einem bloßen Klangteppich zu unterlegen. Diese Partitur, mit einem richtigen Orchester gespielt, muss großartig klingen!

© spotlight musicals
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Die Bühne ist im Grunde genommen einfach gestaltet: ein drehbares hohes Holzgestell und diverse Vorhänge, auf die Videos projiziert werden. Diese Videos von Peter Hlusek in Verbindung mit der ausgeklügelten Beleuchtung von David Kachlír und den farbenfrohen Kostümen von Andrea Kucerová und Andrea Mudrack sorgen dafür, dass man die eingeschränkten Möglichkeiten der Bühne vergisst und sie als großartiger wahrnimmt, als sie eigentlich ist. Die Ausstattung trägt viel zur Atmosphäre der Aufführung bei. Regisseur Stanislav Slovak verlässt sich anscheinend vollkommen auf die Optik und die hervorragenden Darsteller, denn er begnügt sich damit, sie auf- und abtreten oder sie am Bühnenrand stehend reden zu lassen. Dabei passieren ihm auch grobe Fehler. So redet Louis als Erzähler im Off davon, dass der Seeräuber Billy Bones in der Kneipe von Jims Mutter die Abende nur Rum trinkend und vor sich hin starrend verbringt, man sieht dazu aber, wie er die Gäste aus der Kneipe rausschmeißt. Später sitzt Jim Hawkins im Apfelfass und die Off-Stimme erzählt uns, dass Jim hört, wie sich eine Person direkt vor das Fass setzt; Long John Silver sitzt aber auf der Bühne ein gutes Stück weg. Das hätte auffallen müssen.
Die Idee, weibliche Besetzungsmitglieder auf der Hispaniola zu haben (die dort passenderweise putzen!), ist sicher darin begründet, dass man eben noch Personal für diese Szene brauchte und die Damen im Ensemble in diesen Szenen nichts zu tun hatten, aber wer glaubt denn, dass im 18. Jahrhundert irgendein Kapitän eine Frau auf sein Schiff gelassen hätte?

Wenig kreativ war leider Michael Matej bei der Choreographie. Die behäbigen und spannungslosen Kämpfe laufen so ab: Person A hebt die Hand zum Schlag, Person B (ein gutes Stück von Person A entfernt) fällt um. Die Tänze wirken, als könnten sie problemlos von einer Hobby-Jazztanzgruppe nachgetanzt werden: Schritt nach links, Armbewegung, Schritt nach rechts, Armbewegung.

"Die Schatzinsel" hat eine mehr als beachtliche, in der besuchten Vorstellung mit Standing Ovations gefeierte deutsche Erstaufführung hingelegt. Das Stück empfiehlt sich für weitere Produktionen an anderen Theatern – dann vielleicht mit aufmerksamerer Regie, besserer Choreographie und Livemusik. Eine Bereicherung im deutschsprachigen Musicalrepertoire ist es aber auf jeden Fall.

© spotlight musicals
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(Text: Ingo Göllner)






Kreativteam

Musik, Buch, LiedtexteDennis Martin
Buch, LiedtexteChristoph Jilo
Buch, LiedtexteWolfgang Adenberg
RegieStanislav Slovak
ChoreografieMichal Matej
Musikalische LeitungMaximilian Klakow
BühneJaroslav Milfait
KostümeAndrea Kutscherova


Besetzung

=18.08.-02.09.18=

Louis
Dr. Livesey
Ben Gunn
Friedrich Rau
Sascha Kurth,
(Kristian Lucas)

Fanny
Mrs. Hawkins
Anna Thorén,
(Larissa Windegger)
(Jenny Schlensker)

Vater
Captain Smollett
Reinhard Brussmann,
(Thomas Christ)

Long John Silver Andreas Lichtenberger,
(Frank Logemann)

Blind Pew Olaf Meyer,
(Sascha Laue)

Trelawney Kristian Lucas,
(Christian Schöne)

Mutter Larissa Windegger,
(Caroline Zins)

Hands
Bones
Frank Logemann,
(Stephan Przywara)

Ensemble Kristin Heil
Denise Obedekah
Sharon Rupa
Jenny Schlensker
Nicole Sydow
Michelle Tönnies
Michael Beck
Thomas Christ
Farid Halim
Sascha Laue
Stephan Przywara
Martin Ruppel
Christian Schöne
Andrea Viggiano
Extra-Ensemble Jörg Alt
Torsten Paul
Swings Caroline Zins
Claus Opitz


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


30859
Überwiegend gut gelungen

16.08.2015 - Wieder gibt es ein neues Historien-Musical aus der Spotlight Produktion.
Auch wenn DIE SCHATZINSEL vielleicht nicht rundum perfekt gelungen ist, so ist sie doch unterhaltsam, hochprofessionell, nicht ohne Bildungsanspruch und ihr Geld absolut wert.

Man könnte beklagen, dass der erste Akt nur schwer in Fahrt kommt. Ihm fehlen die dramaturgisch packenden, emotionalen und auch musikalischen Höhepunkte.
Auch ist die Personenzeichnung sehr einfach und schlicht gehalten. Die meisten Protagonisten wirken recht schablonenhaft und eindimensional. Konstellationen werden eigentlich nur behauptet. Sie haben kaum Zeit sich nachvollziehbar zu entwickeln.

Geschuldet ist dieser Zeitdruck dem Umstand, dass eigentlich zwei Stücke in einem Musical erzählt werden.
Auf unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen werden Stevensons Lebensweg als auch sein Roman DIE SCHATZINSEL dargestellt.
Das ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben und unter Berücksichtigung der oben genannten Abstriche auch bewundernswert gelöst.
Das (Musical-)Buch schafft es harmonisch und fließend die beiden Geschichten immer wieder zu verbinden und zu trennen. Die Inszenierung kommt sehr gekonnt ohne störende Fragmente und Brüche aus.

Sehr hilfreich ist dabei auch eine überaus gelungenes Bühnenbild. Große fahrbare Bühnenelemente, Vorhänge, Projektionen und Filmeinspielungen sind ständig im Einsatz. Ohne hektisch zu wirken, lassen sie die große Anzahl unterschiedlichster Schauplätze plastisch entstehen.

Die Darstellerriege ist bestens ausgesucht.
Friedrich Rau, Ana Thoren, Frank Logemann, Andreas Lichtenberger und Norbert Lamla sind alle gesanglich stark und mit professioneller Bühnenpräsenz bei der Sache.
Schauspielerisch ist aber leider auf Grund der literarischen Vorgabe nicht mehr möglich.

Hauskomponist Dennis Martin hat die beiden Erzählebenen unterschiedliche Stilrichtungen verwendet.
Für Stevensons Lebensweg (inklusive Liebesgeschichte) gibt es klassische Musical-/Balladenkompositionen.
Für die Seeräubergeschichte hat er ein Spannung erzeugendes, filmartiges Underscoring mit einzelnen Shanty-Anklängen.
Das passt bestens.

Gute Kritiken, ausverkaufte Vorstellungen und der lautstarke Jubel des Publikums bestätigen, dass die Kreativen von Spotlight auch diesmal wieder den Geschmack getroffen haben.

kevin (163 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


30847
Tolle Cast und gute Geschichte

03.08.2015 - Die Spotlight-Musicals sind eine Reise wert. Bei der Schatzinsel gibt es zwei Handlungsstränge: Das Leben des Autors und die Entstehung des Buches "Die Schatzinsel". Ein wieder sehr gelungenes Stück mit überzeugenden Darstellern. Hoffentlich wird es in den nächsten Jahren nochmals gespielt.

Lisa09 (28 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


30821
Auf nach Fulda

23.07.2015 - Ein Musical für die gesamte Famielie! Schöne und gut gebaute Geschichte, die geschickt den Roman mit dem Leben seines Verfasserers verbindet. Hinter der Produktion steht kein finanzkräftiger Großkonzern. Deshalb beschränkt man sich auf das Wesentliche. Gute Darsteller, allen voran der der sympathische Friedrich Rau und der immer großartige Norbert Lamla. Praktisches Bühnenbild und gutes Licht. Die Musik - vom Band - gefällt mir, obwohl Dennis Martin viele musikalische Klischees - die genau, und das ist ja auch völlig in Ordnung, den Erwartungen der Mehrheit des Publikums entspricht - bedient. Ich erwähne das nur, weil ich davon überzeugt bin, das Dennis Martin ohne jegliche Zwänge wahrscheinlich noch viel Bessseres auf die Beine stellen könnte.

JürgenE (44 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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(ig)

Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Gelungene Verknüpfung der bekannten Piratengeschichte mit der Biografie ihres Autors. Viele Ohrwürmer, atmosphärische Lichtregie, geschickter Videoeinsatz und die hervorragende Besetzung trösten über Schwächen in der Inszenierung hinweg.

03.08.2015

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 3.67 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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