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Klassiker

Cats

The Moments of Happiness


© Alessandro Pinna
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Die aktuelle internationale Tournee-Inszenierung von "Cats" kann im Deutschen Theater München beinahe rundum überzeugen. Zwar müssen beim Bühnenbild tourneegeschuldete Abstriche gemacht werden, allerdings wird man durch eine grandios aufspielende Besetzung und eine auf den Punkt gebrachte Inszenierung mehr als getröstet. Hier greift alles wunderbar ineinander. Die Lichtregie, die Choreografie, das Live-Orchester hinter der Bühne und – und das muss gerade bei einer Tournee besonders betont werden – die Tontechnik leisten ganze Arbeit: Die Mischung zwischen Orchester und Gesang ist optimal abgemischt und auf das Deutsche Theater München abgestimmt.

(Text: Frank Guevara Pérez)

Rezensierte Vorstellung:10.06.2022


Wenn Andrew Lloyd Webber über die Entstehung von "Cats" spricht, erzählt er beinahe immer die Geschichte vom Abend der ersten Preview vor der Weltpremiere in London. Er stand gemeinsam mit Cameron Mackintosh hinter der Bühne und machte sich Vorwürfe darüber, das Leben seiner talentierten jungen Cast ruiniert zu haben: Eine Show über Katzen mit Menschen in Katzenkostümen könne nicht gutgehen und er würde in den nächsten Minuten sicherlich die Katastrophe seines Lebens erleben. Dann waren die ersten Töne der Ouvertüre verklungen und nach einer - für ihn Ewigkeiten andauernden - Pause applaudierte das Publikum begeistert. Mittlerweile einundvierzig Jahre später funktioniert dieser Zauber in den vielen verschiedenen Leben von "Cats" noch immer. So auch in der aktuellen internationalen Tournee, die im Juni 2022 im Deutschen Theater München zu Gast ist.

© Alessandro Pinna
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Dabei bietet die Inszenierung wenig Neues: Sowohl die überdimensionierte Müllhalde beim Vollmondschein wie auch die berühmten Kostüme sind im Großen und Ganzen über die Jahre unverändert geblieben. Sie wurden jetzt lediglich auf Tourneetauglichkeit getrimmt. So reicht die Müllhalde nicht wie in der aktuellen Wiener Inszenierung bis weit in den Publikumsraum hinein, sondern endet am Bühnenportal. Trotzdem muss man auf keine der vertrauten Elemente des Bühnenbilds verzichten: Sowohl die große verrostete Waschmaschine als auch der LKW-Reifen, auf dem zum Ende der Show Grizabella in den Katzenhimmel auffährt, sind dabei. Auch hier musste wieder eine kleine Veränderung zu Gunsten der Gegebenheiten der unterschiedlichen Spielorte vorgenommen werden: Die letzten paar Meter in die Bühnenhimmel legt Grizabella schwebend an einem Seil zurück. Dieser Effekt verstärkt aber eigentlich sogar noch viel mehr den Eindruck, des in-den-Himmel-Aufsteigens. Auch die Kostüme sehen im Gegensatz zur Wiener Inszenierung ein bisschen abgespeckter, aber auch in dem einen oder anderen Detail ein bisschen fantasievoller aus. So hat man beispielsweise Rum Tum Tugger eine riesige Schmalztolle à la Elvis Presley verpasst.

© Alessandro Pinna
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Eigentlich völlig untypisch für ein Musical von Lloyd Webber ist bei "Cats", dass es drei verschiedene Fassungen der Show gibt. Diese unterscheiden sich jeweils im Song des Theaterkaters Gus und zwar, wenn er sich in seine größte Rolle zurückträumt. In der Ur-Inszenierung gab es an dieser Stelle den Song „The Ballad of Billy McCaw“, am Broadway dann ein Opernduett „In una tepida notte“. In einem späteren Broadway-Revival wurden die beiden Songs komplett gestrichen und durch einen kurzen Part „The Great Rumpus Cat“ ersetzt. Diese Version wurde nun auch für die aktuelle Tournee übernommen. Gesungen wird die Show mit den englischen Originaltexten. Dies ist insoweit erwähnenswert, da man sonst bei Inszenierungen im deutschsprachigen Raum in der Regel eher auf die Übersetzung von Michael Kunze zurückgreift.

© Alessandro Pinna
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Bei der Choreografie hat man auf die ikonische Originalchoreografie von Gillian Lynne zurückgegriffen und nicht auf die modernisierte Fassung von Andy Blankenbühler von 2016. Getanzt wird bei "Cats" quasi immer und zu jeder Zeit im Stück. Gerade hier fällt die Spielfreude des Ensembles besonders auf. Mit höchster Präzision und einer unglaublichen Leichtigkeit werden die komplizierten Choreografien wiedergegeben. Dabei gibt es immer wieder Interaktionen mit dem Publikum. Sei es, wenn der Rum Tum Tugger mit den Damen (und Herren) in den ersten Reihen flirtet, um sie danach - ganz in Rum Tum Tugger-Manier - zu ignorieren, oder wenn die Katzen sich bei ihren Auftritten durch die Stuhlreihen im gesamten Theatersaal schlängeln. Das Orchester, das fürs Publikum unsichtbar in einem separaten Raum spielt, liefert einen vollen Sound ab und gibt mit seinem Tempo die Geschwindigkeit der Show vor. Sowohl die großartig besetzen Hauptcharaktere als auch die kleineren Neben- und Ensemblerollen kommen mit dieser Herausforderung allerdings hervorragend zurecht. Es würde dem Ensemble-Charakter des Stücks an dieser Stelle nicht gerecht werden, einzelne Darstellerinnen und Darsteller hervorzuheben.

Vielleicht liegt die Antwort auf die Frage, was "Cats" über so viele Jahre so erfolgreich gemacht hat, genau in dem eben Beschriebenen: Es macht einfach Spaß und es ist eine große Freude, eine so gelungene - wenn auch herkömmliche – Inszenierung mit so viel Enthusiasmus zu erleben.

© Alessandro Pinna
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Eine andere Geschichte, die Lloyd Webber gerne im Zusammenhang mit der Londoner Ur-Inszenierung erzählt, ist die des Besuchs von Barbra Streisand in der Show: Damit sie keiner erkennt, wurde sie erst an ihren Platz geführt, als das Licht im Zuschauerraum schon ausgeschaltet war. Hinter der Bühne war die Aufregung wegen des hohen Besuchs natürlich groß und man versuchte ihr den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Unter anderem wurde extra für ihren Besuch teurer Champagner besorgt und Lloyd Webber hatte sich beim Versuch die Flasche zu öffnen von oben bis unten mit Champagner übergossen. Auf die Frage, was Barbra Streisand in der Pause trinken wolle, antwortete diese dann aber, dass sie gerne ein Glas Milch hätte. Leider gab es im ganzen Theater keine Milch und so lief Lloyd Webber, der an diesem Abend als einziger keinen Job im Theater hatte, los in einen kleinen Supermarkt im Umkreis des Theaters. Wie es das Schicksal will, hatte man dort aber auch nur Milch in Kaffee-Portions-Größen. So kaufte Lloyd Webber mehrere Packungen davon und kippte sie alle zu einem Glas zusammen. Als die Pause dann kam, hatte Barbra Streisand das Theater bereits verlassen. Nach dem ersten Anspielen von "Memory" zum Ende des ersten Aktes hatte sie beschlossen, dass sie den Song unbedingt aufnehmen wolle. Bis heute ist es die bekannteste Aufnahme eines Songs aus einem Musical und gleichzeitig wohl auch der bekannteste Song von Barbra Streisand. Jeder, der bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts von "Cats" gehört hatte, kam spätestens jetzt nicht mehr daran vorbei. Der Siegeszug von "Cats" um die Welt war nicht mehr aufzuhalten. So entstehen Legenden.

(Text: Frank Guevara Pérez)

© Alessandro Pinna
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Diese Produktion lief in folgenden Zeiträumen und Theatern:
06.05.2014 bis 17.05.2014 im New Wimbledon Theatre London
06.12.2014 bis 25.04.2015 im London Palladium London
23.10.2015 bis 02.01.2016 im London Palladium London
19.04.2016 bis 22.05.2016 im Musical Theater Basel
07.11.2016 bis 12.11.2016 im New Wimbledon Theatre London
25.04.2017 bis 07.05.2017 im Theater de Beaulieu Lausanne
18.07.2017 bis 06.08.2017 im Deutschen Theater München
09.08.2017 bis 19.08.2017 im Admiralspalast Berlin
23.08.2017 bis 27.08.2017 in der Alten Oper Frankfurt
29.08.2017 bis 03.09.2017 im Festspielhaus Baden-Baden
05.09.2017 bis 10.09.2017 im Musicaltheater am Richtweg Bremen
12.09.2017 bis 17.09.2017 im Theater am Marientor Duisburg
08.11.2017 bis 26.11.2017 im Musical Dome Köln
12.02.2019 bis 24.02.2019 im Theater 11 Zürich
13.05.2022 bis 29.05.2022 im Theater 11 Zürich
01.06.2022 bis 26.06.2022 im Deutschen Theater München

(Text: Frank Guevara Pérez)



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Kreativteam

MusikAndrew Lloyd Webber
TexteT.S. Eliot
RegieTrevor Nunn
Choreografie, Co-RegieGillian Lynne
BühneJohn Napier
LichtDavid Hersey


Besetzung

=2022=

Alonzo Sebastian Goffin
Bill Bailey Aaron Hunt
Bombalurina Lizzie Nance
Bustopher Jones
Asparagus
Rumpus Cat
Hal Fowler
Carbucketty Joel Cooper
Coricopat Shakeel Kimotho
Demeter Frances Dee
Grizabella Jacinta Whyte
Jellylorum Aimee Hodnett
Jemima Lottie Stephens
Jennyanydots
Gumbie Cat
Sarah-Marie Maxwell
Mavavity
Admetus
Aaron Elijah
Mungojerrie Harry Robinson
Munkunstrap Russell Dickson
Old Deuteronomy Martin Callaghan
Quaxo
Mistoffelees
Liam Mower
Rum Tum Tugger Ed Wade
Rumpelteazer Ella Kemp
Skimbleshanks Philip Bertioli
Tantomile Milam Cacacie
Vicotria
White Cat
Maija Hikasa
Swings Anna Campkin
Kayleigh Thadani
Carrie Willis
Daniel Timoney
Roan Pronk
Freddie Clements
Daniel Timoney
Connor McAllister


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31979
Cats und ich werden keine Freunde

19.02.2019 - Cats (Tour englisch) Zürich 17.02,2019 13:30

Lange habe ich mich gesträubt, diesen Klassiker anzuschauen. Irgendwie reizte mich die Partitur nie. Da es nun mal in der Nähe spielte, entschloss ich mich kurzfristig, Cats ein Chance zu geben, sich in mein Herz zu spielen. Dies ist leider nicht gelungen.

Musik: 2 von 5
Besetzung: 4 von 5 (4.Punkt für tänzerische Leistung)
Inszenierung: 3 von 5
Ausstattung: 3 von 5
Gesamt: 3.5 von 5

Mit der Musik von Cats werde ich auch nach diesem Besuch nicht warm. Mir blieb einzig Memory in den Ohren. Der erste Akt plätscherte in meinen Augen etwas dahin. Der zweite Akt hatte etwas mehr Power. Die 8 köpfige Band spielte im Hintergrund. Solide, aber für ein solches Strück bräuchte es schon etwas mehr Musiker und vor allem Streicher.

Eine tagesaktuelle Castliste war weder aufgehängt, noch dem Programmheft beigelegt. Die Cast war solide, aber in meinen Augen stach kaum jemand heraus. Im Grossen und Ganzen alles durchschnittliche Stimmen. Eine Ausnahme war Grizabella, Welche ein einwandfreies Memory lieferte, was auch kurz Gänsehaut erzeugte. Top hingegen, wie die Cast die anspruchsvolle Choreografie leistete.

Zur Inszenierung kann ich nichts sagen, da ich frühere Versionen nicht kenne.

Die Ausstattung war für eine Tour ok. Die Müllhalde bot aber kaum Überraschungen.

Das Theater 11 war übrigens fast ausverkauft. Viele Familien mit Kindern.

Fazit: War nett, es einmal zu sehen. Aber Freunde werden Cats und ich nicht. Und weit reisen würde ich dafür auch nicht.

nummelin3 (25 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


31556
ich will wieder ein orchester haben...

17.09.2017 - Auch ich war in Cats und ich kann dieses Keyboard geklimper nicht mehr ertragen. Es ist einfach nur noch grausam. Erst bei den Vampiren und jetzt hier. Kein Bass und es hört sich an als wenn die Musik aus einem Kofferradio kommt. 60 Minuten plätschert alles vor sich hin und dann.. wumms. volles rohr beim letzten Lied im ersten Akt. volle Breitseite, Schlagzeug Gitarrensolo und es drückt einen in den Sitz.. ich wette da kam Clicktrack zum Einsatz.. Nach der Pause aber wieder Bandsound.

Das Ensemble ist rund. Doch war mit die Grizabella deutlich zu jung. Der einzige Darsteller der für mich Ausstrahlung hatte war der vom Munkustrap.

Inszenierung: 4 von 5
Musik:0,5 von 5
Besetzung: 4,0 von 5
Ausstattung: 4 von 5

Ich bezahle sofort 20 Euro mehr pro Ticket wenn im Graben wieder ein Orchester sitzt.

Kirmesboxer (14 Bewertungen, ∅ 2.8 Sterne)


31553
Sehenswerte Tourproduktion

13.09.2017 - An sich kann ich mich hier sehr kurz fassen und mich den drei bisherigen Kritiken soweit anschließen. CATS ist in dieser Tourversion sehr sehenswert und vielleicht sogar das Beste was dem Werk passieren konnte.

Insbesondere die Choreographien und die Ensemble-Nummern sind ganz stark, das Bühnebild für eine Tour sehr detailreich und auch die Musik ist gut abgemischt und klingt rund. Das bei der Übersetzung nur Hinweise zur Handlung gegeben werden, passt ebenfalls gut ins positive Gesamtbild. Dazu ein nahezu volles Theater am Marientor, schön.

Besuchte Vorstellung:
12.09.17 - Theater am Marientor, Duisburg

Inszenierung: 4,0 von 5
Musik: 4,0 von 5
Besetzung: 4,5 von 5
Ausstattung: 4,0 von 5

Gesamtfazit: 4,0 von 5

MyMusical (26 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


31540
Die Jellicle Cats tanzen wieder

27.08.2017 - Cats ist ein Klassiker, den ich (leider) bisher nie so wirklich zu schätzen wusste. Denn die aktuelle Tournee- Produktion des Musicals kann überzeugen, was vor allem an den Darstellern liegt aber auch an der soliden Inszenierung und der Optik, die einem geboten wird.

Die Inszenierung entpricht größtenteils der, die ich von der DVD kenne. Ein schöner Unterschied ist jedoch, dass die Katzen regelmäßig die Bühne verlassen und durch den Zuschauerraum streifen. So erhält man die Möglichkeit die wahnsinnig schön gestalten Kostüme bzw das Make Up genauer unter die Lupe nehmen zu können. Auch die bunten Lichterketten sorgen für eine schöne Atmosphäre. Die Inszenierung überzeugt und ist vor allem auf die Choreographie fokussiert, was bei diesem Stück auch einleuchtend ist. Ein toller Regieeinfall war das Angebot in der Pause, hier möchte ich jedoch nicht zu viel verraten.

Die Musik ist sehr mitreißend, hier und da aber fast schon ein wenig zu laut, was jedoch nie so schlimm war, da darunter nicht die Textverständlickeit gelitten hat.

Die Darsteller sind alle gut bis sehr gut. John Ellis spielt den Old Deutoronomy sehr gut und bringt die Rolle des liebevollen Clananführers überzeugend rüber, vor allem, wenn er mit Grizabella agiert. Stimmlich ist er sehr beeindruckend
Matt Krzan ist als Rum Tum Tugger gut, dürfte seine Rolle allerdings gern noch etwas extremer spielen.
Joanna Ampil ist für mich eine wahre Entdeckung als Grizabella. Sie singt und spielt mit einer Intensität, dass man bei jedem Auftritt von ihr am liebsten weinen möchte, weil es so berührend ist. Kleiner Kritikpunkt: optisch ist sie für die Rolle gut 10 Jahre zu jung.

Die Ausstattung ist passend und da gibt es auch nichts zu kritisieren.

FAZIT
Inszenierung: 4,5 / 5
Musik: 4,5 / 5
Besetzung: 4 / 5
Ausstattung: 4,5 / 5

Gesamtfazit: 4,5 / 5

LiveinTheater (99 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


31538
Wie ein guter, alter Wein

24.08.2017 - Man mag grundsätzlich von CATS halten, was man will, aber es ist nunmal die Mutter aller "geklonten Großproduktionen" und hat das Genre Musical von Grund auf revolutioniert und international groß gemacht.
Und mit was? Mit Recht.
Nun durfte ich diese glorreiche Tourproduktion bestaunen.
Hier stimmt eigentlich alles: Das Bühnenbild, das ausgezeichnete, aufwendige Lichtdesign, die vor Energie sprühenden Darsteller (was für ein wunderbarer Mr. Mistofelees Robbie McMillan ist!) und die vielen zeitlosen Hits der Show.
Da es sich um die englischsprachige Originalproduktion handelt, werden deutsche Unter-, bzw. Nebentitel gezeigt.
Dies finde ich erstmals sehr gut gelöst und nicht störend, wird für jeden Song doch nur die Quintessenz und das Thema eingeblendet, nicht aber der gesamte Songtext.
Glücklicherweise hat man alle Verschlimmbesserungen wieder verworfen, die Herr Webber zum Londoner Revival 2014 an seinem eigenen Werk verbrochen hat. Allem Voran muss der gute alte Rum Tum Tugger (John Brannoch) jetzt nicht mehr peinlichst sich an die Jugend anbiedernd herumrappen, sondern darf wieder der arrogant-sympathisch-verrückte Elvis-Verschnitt sein, der er seit 1981 ist. Eine neue, richtig sinnvolle Änderung in gibt es in Akt 2: Das schon immer extrem zähe und nicht enden wollende "Growltiger's last stand" wurde ersatzlos gestrichen, dafür hat Gus seinen theatralischen Auftritt im (glücklicherweise auch gekürzten) Pekes vs. Pollicle's-Kampf als Rumpus Cat. Das funktioniert ganz famos und überspringt endlich unnötige Längen im zweiten Akt, der nun wirklich fließend Schlag auf Schlag ein Highlight nach dem anderen präsentiert: Skimbleshanks, Macavity, Mr. Mistofelees und zu guter Letzt Grizabella mit DEM Musicalabräumer schlechthin: Memory. Und abräumen tut Joanna Ampil wirklich: Als wäre es nichts, beltet und schluchzt sie diesen Welthit heraus und bekommt zurecht tosenden Applaus für ihre hervorragende Gesangsleistung. Einziger Wermutstropfen: In der instrumentalen Bridge von "Memory" klingt das "Orchester" (es ist eine kleine Band bestehend aus 8 Musikern) extrem billig. Ansonsten verkraftet die Show die massive Reduktion der Instrumente ganz gut; da kommt ihr entgegen, dass der Gesamtsound sowieso sehr synthielastig in den 80ern verwurzelt ist. Trotzdem fehlen gerade echte Bläser, besonders in Songs wie "Macavity".
Aber das ist wirklich schon der einzige Kritikpunkt an dieser hervorragenden Tour.
CATS altert in Würde (eben gerade nach Rückgängigmachung der grausamen Neuerungen) und ist, für mich jedenfalls, wie ein guter Wein:
Man weiß ihn erst im Alter richtig zu schätzen und der Kater steckt einem noch tagelang in den Knochen 😉.

AdamPascal (67 Bewertungen, ∅ 4.2 Sterne)


31511
‚Moments Of Happiness‘ in München!

02.08.2017 - CATS
30. Juli 2017 um 14.00 Uhr
Deutsches Theater, München


Nachdem das Musical ‚CATS‘ all die Jahre an mir vorbei ging und ich auch nie den Drang hatte, es sehen zu müssen, war es nun doch endlich soweit und wir führen nach München um die englischsprachige International-Tour zu sehen. Und jetzt kann ich auch verstehen, warum es eines der erfolgreichsten Musicals der Welt ist! Dieses Musical muss man gesehen haben, es hat alles was ein gutes Musical braucht! Okay, es gibt nicht wirklich eine Handlung, aber die ganze Show wird so sympathisch auf die Bühne gebracht, dass man dies ganz schnell vergisst! Es ist alles stimmig - das einfache, trotzdem beeindruckende Bühnenbild gibt den Katzen den richtigen Raum für die vielen Tanzszenen, das Lichtdesign ist genial (ich würde sogar behaupten eines der Besten die es jemals gab) und dazu noch die tolle Musik von Sir Andrew Lljod Webber! Ich hatte die Musik gar nicht mehr so flott in Erinnerung, es gibt viele Lieder die man danach noch tagelang im Ohr hat. Sogar das für mich ansonsten sehr langweilige Lied ‚Memory‘ wirkt sehr stark in dieser Inszenierung. Aber genau an diesem Punkt komme ich ins grübeln… Ist dieses Musical wirklich so gut? Ja und Nein! Ich glaube, diese Show braucht ein tolles, perfekt besetztes Ensemble (welches so gut wie immer auf der Bühne ist) um diesen Eindruck zu hinterlassen! Und zum Glück ist dies bei dieser Produktion der Fall! Jede einzelne Rolle wird von den Darstellern so gut ausgefüllt, dass man ihnen von der ersten Sekunde an abnimmt, sie wären Katzen. Das Highlight dieser Produktion ist ganz klar Lee Greenaway, welcher als Skimbleshanks auf der Bühne steht! Man merkt ihm seine Spielfreude sofort an und er ist ein super Tänzer und Sänger mit sehr ungewöhnlicher Stimme! Joanna Ampil als gebrochene Glamour-Cat Grizabella umgibt von Anfang an etwas mystisches und ihr ‚Memory‘ wurde zu recht mit viel Applaus belohnt. John Ellis als Old Deuteronomy spielt sehr rollendeckend ohne sich groß in den Vordergrund zu spielen. Eine sehr sympathische Jennyanydots gibt Joanna Lee Martin genauso wie Robbie McMillan als Mister Mistoffelees.

Für mich eine der schönsten Vorstellungen die ich in diesem Jahr besucht habe und ich hätte wirklich nie geglaubt dass ich dies mal über ‚Cats‘ sagen würde…!
Wer die Gelegenheit hat, diese Produktion zu sehen sollte diese Chance auf jeden Fall nutzen! Wer weiß, wann es das nächste Mal in dieser großen Inszenierung in Deutschland zu sehen sein wird…


Inszenierung: 4,5 von 5
Musik: 4,5 von 5
Besetzung: 5,0 von 5
Ausstattung: 4,5 von 5

Gesamtfazit: 4,5 von 5

p.braeu (erste Bewertung)


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Handlung
Einmal in jedem Jahr findet sich die Gemeinschaft der Katzen zum Jellicle-Ball auf einer Müllkippe in London zusammen, um eine Katze zu erwählen, die ein neues Leben erhalten soll. mehr

Weitere Infos
Auch die Interpretation des zentralen Songs "Memory" durch Barbra Streisand wurde ein Welterfolg. Mit "Cats"-Produktionen in Wien und Hamburg begann Mitte der achtziger Jahre die Geschichte des kommerziellen Ensuite-Musicals im deutschsprachigen Raum.

 Kurzbewertung [ i ]
(fgp)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Mit großer Spielfreude und viel Publikumsinteraktion zeigen alle Beteiligten der internationalen Tourneeproduktion, dass sie den Slogan der Show 'now and forever' durchaus ernst nehmen.

11.06.2022

 Leserbewertung
(6 Leser)


Ø 3.83 Sterne

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