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Musical

La Cage Aux Folles

15 Pinkelpausen von Lübeck nach St- Tropez


Die Geschichte von Albert (alias Albin alias Zaza), seinem Partner Georges und dessen Sohn Jean-Michel, der sich in die Tochter eines stockkonservativen Moralisten verliebt, ist spätestens seit der entstaubten Hollywood-Verfilmung „The Birdcage“ (mit Nathan Lane als Albert und Robin Williams als George) einem breiten Publikum bekannt. Doch die Bühnenfassung von Harvey Fierstein und Jerry Herman kennen viel zu wenige.

(Text: mtw)

Premiere:24.09.2004
Letzte bekannte Aufführung:28.05.2005


Nicht erst seit der gelungenen „My Fair Lady“-Inszenierung der vergangenen Spielzeit wissen die Gäste des Theater Lübeck, dass sie von den dortigen Musiktheater-Produktionen - sowohl vom Ensemble als auch von Regisseur Thomas Mittmann - eine hohe Qualität erwarten dürfen. Und so verwundert es nicht wirklich, dass die Gratwanderung zwischen Travestie-Komödie und den doch ernsteren Untertönen im Leben eines homosexuellen (Eltern-)Paares ausgezeichnet gemeistert wird.

Georges leitet einen berühmten Travestie-Club in St. Tropez, in dem sein Partner Albert als Zaza mit allem divenhaften Charme der Star jeder Show ist. Steffen Kubach gibt einen wunderbar überempfindlichen Albert und auch wenn seine maskuline Statur dies nicht wirklich vermuten lässt, gibt er in Pumps und Kleidern eine richtig gute Figur ab.

Doch optisch stehlen die 10 ‚Cagelles’, allen voran Martin Hirner als Mercedes, jedem anderen auf der Bühne die Schau: Ihre schier endlos langen Beine stecken in High-Heels und die Sicherheit, mit der sich die zehn Tänzer über die Bühne bewegen, versetzt so manche Dame im Publikum in Erstaunen. Ihre Szenen zeigen die gut durchdachte Choreographie von Pascale-Sabine Chevroton bis ins kleinste Detail.

Rainer Luxem hat seine liebe Müh als Conferencier Georges die Allüren „seines“ Stars zu ertragen. Zudem hat er in Steffen Kubach einen Partner, der ihm gesanglich haushoch überlegen ist. Doch durch sein sympathisches Spiel zwischen Verzweiflung, tiefer Liebe zu Albin und fürsorgendem Vater für Jean-Michel macht er dieses kleine Manko absolut wieder wett.

Der ehemalige "Starlight Express"-Darsteller Laurent N’Diaye hat seine Rollschuhe an den Nagel gehängt und stöckelt stattdessen in halsbrecherisch hohen Lackpumps und Supermini über die Bühne. Er gibt immer wieder lautstark zu verstehen, dass er viel lieber die Zofe Claudine wäre als der Diener Jacob, doch trotz seines durchdringenden Jaulens bleibt sein verrücktes Lachen im Ohr, dass immer wieder ansteckend auf das Publikum wirkt – nicht zuletzt sicherlich auch deshalb, weil vor allem mit seiner Rolle zahllose Klischees über Homosexuelle bedient werden.

Jean-Michael-Darsteller Alexander Gronen ist fast ein wenig zu jungenhaft, obgleich er seinen Part als liebestrunkener Sohn eines gleichgeschlechtlichen Paares, der wegen seiner konservativen Schwiegereltern in arge Bedrängnis kommt, sehr überzeugend spielt.
Von den verbleibenden Protagonisten bleibt lediglich Katharina Schutza im Gedächtnis, die dem Moralminister Dindon als Jacqueline hilft, sein Gesicht vor der Presse zu wahren.

Die Ausstattung von Wolfgang Buchner schafft den Spagat zwischen biederem Bürgertumsschick der Dindons und aufreizend-lasziven Flitterkostümen der Cagelles im wahrsten Sinne des Wortes glänzend. Auch die Szenenbilder (Bühne/Backstage-Bereich des Clubs und Wohnzimmer von Georges und Albert) bestechen durch ‚kleine’ Details wie rosa beleuchtete (männliche) Rückansichten oder sich drehende Spiegelsäulen. Mit dieser Ausstattungsleistung steht das Theater Lübeck größeren Häusern in nichts nach.

„La Cage aux Folles“ ist erneut eine rundum gelungene Musical-Produktion. Dazu tragen auch die von Steffen Kubach mit viel Gefühl intonierten Songs wie „Ich bin was ich bin“ in vollem Umfang bei. Das Stück ist genau das richtige für Freunde des Extravaganten – mehr als zweieinhalb Stunden Spaß, ohne dabei billig zu wirken.

Ein Wort noch zur Ouvertüre: Die auf der Leinwand präsentierte Reise von Lübeck an die Côte d’Azur überbrückt das etwas unruhige Auftakt-Arrangement von Jerry Herman und ihre Originalität schürt die Spannung auf das, was da noch kommen mag.

Musik und Gesangstexte: Jerry Herman
Buch: Harvey Fierstein
nach der gleichnamigen Komödie von Jean Poiret




(Text: mtw)




Verwandte Themen:
Produktion: My Fair Lady (Theater Lübeck)



Kreativteam

Musikalische Leitung Ludwig Pflanz
Inszenierung Thomas Mittmann
Ausstattung Wolfgang Buchner
Choreographie Pascale-Sabine Chevroton


Besetzung

Georges Rainer Luxem
Albin alias „Zaza” Steffen Kubach
Jean-Michel Alexander Gronen
Jacob Laurent N'Diaye
Edouard Dindon Dieter Kaiser
Marie Dindon Margrit Cuwie
Anne Dindon Imke Looft
Annette Pfeifer
Jacqueline Katharina Schutza
Francis Lars Jacobsen
Monsieur Renaud Tomasz Mysliwiec
Madame Renaud Andrea Alexander


„Les Cagelles”

Mercedes Martin Hirner
Chantal Andreas Swoboda
Phädra Robin Belfond
Hanna Percy Angeles
Julie Felix Grüning
Dermah Raphael Douglas
Odette Ulrich Gebauer
Clo-Clo Dino Di Iorio
Angelique Oliver Nöldner



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


3974
Niveauvolle Unterhaltung

31.12.2009 - Bei diesem Stück besteht immer wieder die Gefahr, zu sehr in überzogene Klischees abzugleiten. Gott sei Dank gelingt es dem Regisseur neben der großen Tuntenshow im Nachtclub (und diese Formulierung ist absolut nicht negativ gemeint) auch die Bezihungen der Personen zueinander ernst zu nehmen. So gelingt ein berührendes Stück mit tollen gesanglichen Leistungen (insbesondere Steffen Kubach).
So charmant präsentiert kann der Käfig voller Narren bestimmt seinen Teil zum Thema Toleranz und Akzeptanz Andersdenkender beitragen.

Meikel


4222
Sehr gut!

30.01.2005 - Eine sehr gute Produktion. Mit dem Opern- und Schauspiel-Ensemble hat das Theter Lübeck tolles auf die Bühne gebracht. Eine riesige Zaza, vor allem was die Stimme angeht. Es lohnt sich auf jeden Fall für diesen Narenkäfig, nach Lübeck zu fahren.

Hardy


2679
Famos

10.10.2004 -

Anton


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Handlung
"La Cage Aux Folles" ist die Geschichte des homosexuellen Albin, der als Drag Queen Zasa im titelgebenden Nachtclub seines Lebensgefährten George auftritt. mehr

Weitere Infos
Deutschlandpremiere war am 1985 am Berliner Theater des Westens

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(3 Leser)


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