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Drama

Sunset Boulevard

Was vor uns lag, ahnten wir nicht


© Bernd Böhner
© Bernd Böhner
"Träume aus Licht" - das Mantra der Hollywood Diva Norma Desmond findet sich nicht nur im Libretto, sondern auch auf der Bühne der Fürther "Sunset Boulevard"-Inszenierung immer wieder. Dabei machen ein geschicktes Bühnenbild, tolle Musik und starke Darsteller diesen Ausflug in das Haifischbecken Hollywoods tourneetauglich.

(Text: Merle Wilts)

Premiere:17.10.2014
Rezensierte Vorstellung:15.11.2014
Letzte bekannte Aufführung:31.12.2014


Tourneeproduktionen leiden oftmals darunter, dass es viele Spielorte gibt und die Inszenierung sich den ständig wechselnden Bühnen-Gegebenheiten anpassen muss. Dass dies aber auch hervorragend funktionieren kann, zeigt Regisseur Gil Mehmert mit seiner aktuellen Version von "Sunset Boulevard". Tatsächlich schafft er es mit seiner Inszenierung und der Ausstattung von Heike Meixner sogar, die beschränkten Möglichkeiten in eine Stärke zu verwandeln. So stellt beispielsweise jedes Ensemble-Mitglied ein Teil von Norma Desmonds Wagen dar, in einer anderen Szene hält jeder Akteur ein Bild von Norma in der Hand. Was im ersten Moment vielleicht etwas absurd klingt, funktioniert wunderbar. Außerdem wird der geringe Platz auf der Bühne durch viele bespielbare Ebenen mit einer Gerüstkonstruktion optisch vergrößert.

Zudem wird auf wandelbare Bühnenelemente gesetzt: Der kreisrunde Mittelpunkt kann zur Filmbühne werden, aber genauso als Sofa oder Tanzbar fungieren. Besonders gelungen sind die Schattenspiele, die immer wieder eingebracht werden: Hinter einem großen Fenster in der hinteren Bühnenmitte sieht man Norma um ihren Affen trauernd oder die Silvesterparty am Ende des ersten Aktes aus einer ganz anderen Perspektive. Auch die Kostüme fügen sich sehr gut in das Gesamtbild ein.

© Bernd Böhner
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Durch die Story rückblickend führt der Drehbuchautor Joe Gillis – Oliver Arno zeichnet ihn als arroganten Schnösel, aber auch als verletzlichen Schreiberling und zieht dabei schon bei seinem ersten Auftritt als Erzähler mit viel Charisma die Aufmerksamkeit auf sich. Ihm liegen die ruhigeren Erzählparts genauso wie die Stellen, an denen er selbst im Geschehen aktiv wird. Dabei singt er sich absolut sicher durch die anspruchsvollen Gesangstexte. Ganz besonders blüht er jedoch im zweiten Akt auf, schreit manche Passagen regelrecht ins Publikum und transportiert so enorm viel Emotion. Die Wandlung des Charakters innerhalb eines Jahres wird überdeutlich, lebendig und greifbar. Wenn der finale Schuss auf ihn fällt, ist es merklich leise im Zuschauerraum.

© Bernd Böhner
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Seine Interpretation des Joe lebt aber auch von einem starken Gegenüber: Cornelia Drese spielt die alternde, exzentrische Film-Diva unheimlich authentisch. Zusammen mit Arno ergibt sich daraus eine starke Dynamik. Ihr voller Sopran füllt das Theater – mal ist sie aufgebracht, mal verträumt, mal tieftraurig und schlussendlich verfällt sie in einen Wahnsinn, der nahezu Angst einflößt. Sie meistert ein wahres Wechselbad der Gefühle, bleibt dabei aber immer glaubhaft und verleiht dem Charakter eine tolle Komplexität. Wenn Drese die Bühne betritt, dann gehört ihr diese komplett. Auch ihre sehr eigene Liebe zu Joe spielt sie berührend und mitreißend. Das ungleiche Paar geben Arno und Drese großartig ab, ihr Zusammenspiel ist dynamisch und die Szenen, in denen sie gemeinsam agieren, kommen ganz besonders eindringlich daher.

© Bernd Böhner
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Ebenso hervorragend besetzt ist aber auch Max von Mayerling (Hardy Rudolz). Sein warmer Bariton singt sich sehr gefühlvoll durch seine Parts; er spielt einer von der Liebe zu Norma nahezu besessenen Ex-Mann, der seine gefallene Diva um jeden Preis vor Schlimmerem bewahren will. Großes Theater ist auch der Moment, in dem er Joe seine wahre Identität enthüllt und sein Schauspiel nahezu in Bitterkeit umschlägt.

Das komplette Ensemble singt sich mit viel Energie durch die Ensemblenummern und legt Spielfreude an den Tag, die begeistert. Jede Nebenrolle wird dadurch etwas besonderes und es macht Spaß, die Darsteller auf der Bühne zu beobachten.

© Bernd Böhner
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Musikalisch in Szene gesetzt wird das Musical-Drama von dem Sinfonieorchester des Bolschoi Opern- und Ballett-Theater der Republik Belarus unter der Leitung von Heiko Lippmann. Der Aufwand, solch ein großes Orchester auch auf einer Tournee einzubinden, hat sich gelohnt: Die Melodien von Webber klingen satt, an manchen Stellen fühlt man sich wie im Kinosaal, so dicht ist die an Filmmusik angelehnte Atmosphäre.

"Sunset Boulevard" auf Tournee ist definitiv keine abgespeckte Sparversion - hier gibt es für oftmals kleines Geld einen groß inszenierten Hollywood-Thriller mit satter musikalischer Untermalung und einer starken Besetzung, die wie ein Puzzle ineinandergreift. Manches Mal fühlt sich dieser Musicalabend schon fast mehr nach einem Kinobesuch an und dies zeigt eindeutig, wie gut diese Inszenierung es schafft, in die schöne Schweinwelt Hollywoods zu entführen.

© Bernd Böhner
© Bernd Böhner


(Text: Merle Wilts)




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Produktion: Sunset Boulevard (Opernhaus Bonn)



Kreativteam

Musikalische LeitungHeiko Lippmann
RegieGil Mehmert
ChoreografieMelissa King
AusstattungHeike Meixner


Besetzung

Norma DesmondHelen Schneider
Cornelia Drese
Joe GillisOliver Arno,
(Robert D. Marx)

Betty SchaeferJulia Lißel
Max von MayerlingHardy Rudolz,
(Reinhard Brussmann)

Cecil B. DeMille, Sheldrake u.a.Reinhard Brussmann,
(Claus Dam)

Manfred, Myron u.a.Claus Dam
Artie GreenManuel Mairhofer
EnsembleMandy-Marie Mahrenholz
Alice Hanimyan
Nadja Weise
Ulrike Figgener
Anna Preckeler
Antonia Welke
Arne David
Adrian Hochstrasser
Johannes Kiesler
Marco Herse Foti
Christian Stadlhofer
Andreas Gräbe




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Bernd Böhner
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


sehr schöner weihnachtstag

27.12.2014 - 25.12. wunderschöne Aufführung
Hardy Rudolz und Oliver Arno
brillieren.
Orchester und Ensemble einfach gelungen.

Helen Schneider hat mal wieder unter Beweis gestellt, dass sie die beste Verkörperung der Norma Desmond darstellt.

helenfan (5 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


Enttäuschend

11.12.2014 - Als sich gestern der Vorhang in Ludwigshafen hob, gab er den Blick auf das, in vergangenen Rezessionen als zweckmäßig beschriebene, Bühnenbild frei.
Da wohnt also eine Diva? Freunde von mir bezeichneten es als "problematisch". Ich würde es als völlig daneben beschreiben. Ein für eine Boulevardkomödie passendes Bühnenbild stand da.
Die Treppe wirkte wie eine, wo man den Sack Kartoffeln aus dem Keller holt. Norma verschwand hinter einem Vorhängelchen zum umziehen. Das sah einfach peinlich aus.

Zu Norma. Hatte Helen Schneider was mit ihrer Stimme machen lassen? Nee, das ist sie ja gar nicht! Keine Ansage wies darauf hin, das Cornelia Drese singt. Und sie sang gut, nur das mir das verrückte fehlte. Erst am Ende fing sie richtig an zu brillieren, da kam alles zum Vorschein, was schon vorher hätte da sein müssen. Das schiebe ich jedoch der Regie und nicht der Darstellerin in die Schuhe.

Oliver Arno gefiel mir ausgesprochen gut, der Joe Gillis ist allerdings auch eine recht platte Rolle. Auch Julia Lißel hatte eine super angenehme Stimme. Nur ist die Betty Schaefer nun mal auch eine Rolle auserhalb des Rampenlichts.

Hartwig Rudolz spielte den Max tatsächlich wie man ihn erwartet. Als gefallener Regisseur der Regie über das Leben seines Schützlings führt. Das kam in dieser Inszenierung mehr den je rüber. Sehr schön.

Das Orchester war prima, hat Spaß gemacht die Musik so zu hören.

Ich bewerte hier die Inszenierung und nicht alleine die Darsteller. Daher zwei Punkte, da bei dem Bühnenbild einfach alles platt aussah. Einzig die Silvester Szene und Schlussszene waren stark, auch ins Licht gesetzt. Scheint so, als haben man fast nur auf diese Szenen Augenmerk gelegt.
Ein Stück, dass man theoretisch vor einer großen Stahltreppe aufführen kann, muss nicht in einer komischen Pappkulisse spielen.

TazMA (25 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


Sunset Blvd. begeistert auch auf Tour

29.11.2014 - Nach Besuchen von Sunset Blvd. in Magdeburg, Amsterdam und Pforzheim war die Tourfassung aus Fürth nun meine vierte Begegnung mit dem Stück.

Spontan habe ich von der Aufführung in der wunderschönen Barockstadt Ludwigsburg erfahren und ein Ticket gebucht. Das Preis-Leistungsverhältnis war fantastisch. PK 1 unter 40€.

Dafür bekam man einiges. Ein grandioses und kraftvolles Orchester, eine starke Besetzung und eine reduzierte aber sehenswerte Ausstattung. Zudem wird hier die originale Übersetzung von Michael Kunze (CD Fassung) gesungen. Eine Wohltat.

Cornelia Drese ist eine Norma die viel ironischer und klarer auftritt. Sie singt ganz wunderbar und berührt vor allem in den Balladen und im Finale.

Robert D. Marx war Joe Gillis. Schneidig, galant aber auch sehr hin und hergerissen. Stimmstark und mit toller Ausstrahlung begeistern mich zudem Hardwig Rudolz als Max und Reinhard Brussmann als Demille.

Grandios war vor allem die Textverständlichkeit im komfortablen Forum am Schlosspark. Das große Orchester spielte.die herrlichen Melodien von Sir A.L. Webber mit Verve und sehr sauber.

Das Licht und die tollen Kostüme ergänzten den Gesamteindruck der wunderbaren Aufführung. Hingehen und genießen.

mrmusical (66 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


Eine wunderbare Inszenierung

16.11.2014 - Die Sunset Boulevard Inszenierung ist wirklich nur zu empfehlen.
Das Orchester ist sehr gut und auch die Darsteller machen ihren Job fabelhaft.
Es gab viele Gänsehaut-Momente und das Preis-Leistungsverhältnis ist mehr als optimal!

Auch das Bühnenbild ist völlig in Ordnung in Anbetracht dessen, dass es sich um eine Tour handelt und täglich wo anders gespielt wird.

jenny173 (erste Bewertung)


Solide Inszenierung mit enttäuschenden Hauptdarstellern.

14.11.2014 - Insgesamt beeindruckt der Abend besonders durch das toll aufspielende Orchester. Frau Drese als Norma legte die Rolle für mich zu normal und undifferenziert an, mir fehlte der Glamour und das Divenhafte. Gesanglich war es eine solide und auch gänsehautwürdige Leistung in Nur ein Blick und Als hätten wir nie Goodbye gesagt. Oliver Arno ist stimmlich top, wirkt aber zu bubihaft und jung um den Joe überzeugend zu geben.
Trotzdem war es ein gelungener Abend und zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fiyero (38 Bewertungen, ∅ 3.2 Sterne)


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Handlung
Hollywood in den Fünfzigern. mehr

Weitere Infos
Bei der Tony Award Verleihung 2005 wurde das Stück mit sieben Trophäen ausgezeichnet - darunter für das beste Musical, die beste Musik und das beste Buch.

 Kurzbewertung [ i ]
(wil)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Gil Mehmert bringt einen packenden Hollywood-Thriller in einer ausgeklügelten Tourneefassung auf die Bühne - getragen von einer durchweg authentischen und starken Besetzung.

15.11.2014

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 3.60 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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