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Berlin-Hommage

Beats Of Berlin

Zeitreise im Velo-Taxi


Berlin lässt sich prima per Fahrrad-Rikscha erkunden. "Beats Of Berlin" bietet eine solche Sightseeing-Tour auf der Musical-Bühne, verbunden mit einem Trip durch die Hauptstadt-Geschichte. Dabei enttäuschen Buch, Musik und Regie. Einzig die Hauptdarsteller rechtfertigen einen Besuch im Admiralspalast.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:21.02.2014
Rezensierte Vorstellung:21.02.2014
Letzte bekannte Aufführung:01.06.2014


Mehr Klischee geht nicht: Mehmet, ein türkischstämmiger Stadtführer (Cihan Demir), kutschiert den schwäbelnden Erstsemestler Tobias (Valentino Karl) und die urige Berliner Pflanze Anna (Dagmar Biener) in seinem Fahrradtaxi durch Berlin. Vorbei am Schloss Charlottenburg, dem Brandenburger Tor und all den anderen Sehenswürdigkeiten, die Ausstatter Ronald Schaller als mit wenigen Pinselstrichen skizzierte Modelle auf die ansonsten leere Bühne stellt.


Anders als andere Hauptstadt-Besucher fahren die Velotaxi-Passagiere im Musical an den Touristen-Hotspots nicht einfach nur vorbei. Im von Dr. Eva Maria Kabisch entwickelten Buch taucht das Trio unmittelbar in die Geschichte der Hauptstadt ein und radelt vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Mauerfall. Dabei wird es zu Protagonisten der Historie und verwandelt sich in Landsknechte, Kriegsheimkehrer oder Schwarzhändler.


Eine frappante Idee, die die Autorin jedoch trotz der Bearbeitung durch Regisseur Alexander g. Schäfer gehörig vergeigt. Zum einen fallen für Berlin wichtige historische Ereignisse wie beispielsweise der Besuch John F. Kennedys in West-Berlin, der Arbeiteraufstand in Ost-Berlin oder die gesamte Nazi-Diktatur mit dem Reichstagsbrand unter den Tisch. Andererseits fehlt dem Stück trotz der gut gemeinten Rahmenhandlung eine verbindende Klammer. So zerfleddern die Szenen und wirken beliebig aneinandergereiht. Wer da was warum erlebt, bleibt unklar.


Das zweite Problem von "Beats Of Berlin" sind die Kompositionen von Klaus Wüsthoff. Da kann die kleine, mitten auf der Bühne postierte Band (Leitung: Peter A. Rodekuhr) noch so engagiert aufspielen: Wüsthoffs schräg klingende, sehr jazzige Partitur mit Tschingdarassabum-Zutaten fehlt jeglicher Ohrwurmcharakter und lässt Kurt Weill aus der Ferne grüßen. So verwundert es wenig, dass gerade die kritisch-kabarettistische Nummer vor der Pause („Ich bin die Hure Politik“), die in der ausgehenden Weimarer Republik spielt, einigermaßen zündet.


Regisseur Alexander g. Schäfer überlässt die Darsteller in ihren mannigfaltigen Rollen sich selbst. Neben den drei bereits Genannten stehen noch Friedericke Schäfer, Heiko Akrap und Ronald Schaller in Episodenrollen auf der Bühne. Trotz der vielen Kostümwechsel (Frank Schäfer und Esther Friedmann sorgen mit einfachen Mitteln für Zeitkolorit) erstehen keine wirklichen Typen. In dem meist frontal ins Publikum gespielten Szenen fehlt es an Biss und Spannungsbögen, schnell macht sich Langeweile breit. Mit der Folge, dass unklar bleibt, was dieses mit dem Zusatz "A German History Musical" untertitelte Stück eigentlich sein will: Geschichtsstunde? Unterhaltungsrevue? Touristenbespaßung?


Immerhin stehen in den drei Hauptrollen gute Darsteller auf der Bühne: Angeführt wird das Trio von Dagmar Biener, der Idealbesetzung für eine rustikale Berliner Kodderschnautze. Sie lässt sich in keiner Sekunde die Butter vom Brot nehmen, muss sich gesanglich allerdings immer wieder in den Sprechgesang flüchten. In einigen Szenen passt das sehr gut (beispielsweise im bereits erwähnten 1. Akt-Finale "Ich bin die Hure Politik"), hört sich aber vor allem in Duetten oft schräg an. Cihan Demir geht ganz in seiner Rolle als liebenswerter Macho-Gockel auf, der in Valentino Karl einen wissbegierigen Zuhörer aus der Provinz findet. Demir und Karl kämpfen sich wacker mit ihren angenehmen, gut geführten Tenorstimmen durch die rhythmisch vertrackte Partitur und sind auch in den wenigen Tanzszenen top. Retten können sie dieses unausgegorene, unbefriedigende Stück allerdings nicht: Das Musical-Velotaxi fährt mit angezogener Handbremse und auf platten Reifen gegen die Wand.

(Text: kw)






Kreativteam

Musical von Dr. Eva-Maria Kabisch
(Buchbearbeitung von Alexander G. Schäfer) und Klaus Wüsthoff
(Musik)


Kreativ-Team

Inszenierung Alexander g. Schäfer
Musikalische Leitung Peter A. Rodekuhr
Ausstattung Ronald Schaller
Kostümsupervision Frank Schäfer
Kostüme Esther Friedmann


Besetzung

AnnaDagmar Biener
TobiasValentino Karl
MehmetCihan Demir
Musiker

Piano Peter A. Rodekuhr
Percussion Charly Köhn
Reeds Tobias Fiege
Bass Lars Hüner



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


30303
Ein Stück was niemand brauch!

21.02.2014 - Frau Bienert! und 2 Tänzer sind ohne frage super!
Ich Wäre im ersten Teil fast eingeschlafen! In der Mitte ging es dann los! Leider kein
Hit zum mit Singen!
Ein unnützes Musical für Berlin!
Preußen unwürdiges Stück!
Verfälscht und Unreal!

chef de cuisine (14 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


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(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Mit dem Velo-Taxi durch die deutsche Geschichte. Dagmar Biener (Anna), Cihan Demir (Mehmet) und Valentino Karl (Tobias) mühen sich verbeglich: Dieses Musical scheitert an seinem eigenen Anspruch.

21.02.2014

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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