Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Jedermann - Die Rockoper


Drama

Jedermann - Die Rockoper

Der Tod auf der Schwelle


Autor Peter Lund und Komponist Wolfgang Böhmer schreiben eine musikalische Version des 1911 uraufgeführten Theaterstücks von Hugo von Hofmannsthal: Der wohlhabende Jedermann sieht sich mit dem unerwartet auftauchenden Tod konfrontiert und kann trotz seines Reichtums und seiner Beziehungen nicht seinem Schicksal entkommen. Angekündigt ist eine zwischen Oper und Musical anzusiedelnde Partitur. Peter Lund übernimmt die Regie.

(Text: mr)

Premiere:10.07.2014
Letzte bekannte Aufführung:27.07.2014


Rockoper in zwei Akten von Wolfgang Böhmer
Text von Peter Lund nach Hugo von Hofmannsthal
Uraufführung – Auftragswerk des Theaters Erfurt
In deutscher Sprache

(Text: Theater Erfurt)






Kreativteam

Musikalische LeitungJürgen Grimm
InszenierungPeter Lund
BühnenbildHank Irwin Kittel
KostümeUlrike Reinhard
ChoreografieCedric Lee Bradley


Besetzung

JedermannAndreas Lichtenberger
Der TodBrigitte Oelke
Die LiebsteNadja Mchantaf
Die MutterKarin Bildt
Gott
Gärtner
Robert Wörle
Der gute GesellJörg Rathmann
Schuldnerfrau
Werke
Marysol Ximénez-Carrillo
Schuldner
Mammon
Máté Sólyom-Nagy
TeufelMartin Schäffner
Der VogtStefan Voigt
Die KöchinKeren Trüger
Der KnechtMatthias Knaab
Der dicke VetterMaciej Salamon
Der dünne VetterAndres Esteban
Die BaseTeresa Scherhag
FräuleinVenera Jakupov
SwingsTim Ludwig
Tina Schöltzke



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


30428
Großer Wurf in Erfurt

15.07.2014 - Da ist Erfurt ein großer Wurf gelungen. Durch die Feder von Peter Lund wurde der Jedermannstoff brilliant adaptiert. Durch seine Allgemeingültigkeit schafft es die alte Hoffmannsthal’sche Vorlage auch heute noch mahnenden Charakter zu vermitteln. Lund, der auch Regie führte, nutzt das imposante Ambiente der Domstufen und darf mit verschwenderischer Großzügigkeit mit Darstellern, Statisterie und stimmgewaltigen Opernchor, die Szenerie besetzen. Seine Personenregie ist auf diese gewaltige Bühne angelegt, wodurch allerdings mancher intimer Spielakt den Darstellern genommen wird. Als open Air Veranstaltung ist die szenische Umsetzung jedoch genial. Die Musik von Wolfgang Böhmer ist nicht sehr leicht zu kategorisieren. Er bedient tatsächlich diverse Stile im Laufe des Stückes. Auffallend ist aber der immense Melodienreichtum. Die Rockband und das Synfonieorchester verschmelzen gekonnt und interagieren eindrucksvoll. Es wird niemals ohrenbetäubend sondern sinnvoll ins fortissimo musiziert. Das Bühnenbild ist der Star des Abends. Solch eine perfekte Grundkulisse gibt es selten zu bestaunen. Das übrige Bühnenbild ist wunderbar angepasst und erweitert die vorhandenen Gegebenheiten perfekt. Die Kostüme sind witzig skurril, wobei man dem Tod mit Abstand die beste Ausstattung zukommen ließ. Der Tod wird von Brigitte Oelke dargestellt, die mit großem Einsatz sowohl stimmlich als auch spielerisch überzeugt. Sie ist der kongeniale Widerpart zu Jedermann, von Andreas Lichtenberger dargestellt. Er ist ein außerordentlich gut aussehender Jedermann. Er verkörpert das arrogante, gemeine genauso glaubhaft wie seine Wandlung zu einem Menschen, der es gerade noch rechtzeitig auf Erden lernt zu geben. Er meistert die rockigen Nummern ebenso, wie die leisen, berührenden. Spätestens wenn er gemeinsam mit den guten Werken, gespielt von Marysol Ximenez-Carrillo, zum letzten Lied „Leicht soll es sein“ anstimmt, kann man sich schwerlich der mahnenden Aussagekraft entziehen. Die weiteren Allegorien, wie der Teufel, Mammon und der liebe Gott sind solide und herrlich karikiert. Anstatt Buhlschaft wird diese von Lund als Liebste bezeichnet. Von der Opernsängerin, Nadja Mchantaf gesungen, erfährt ihre Figur bei Lund mehr Dominanz. Sie darf eine toughe Frau sein, die sich nicht alles gefallen lässt. Sie widerspricht, sie eckt an und büßt es schließlich indem sie am Scheiterhaufen schlüssig verbrannt wird. Auch die Mutter Jedermanns, Katja Bildt, hat Autorität und darf das stimmlich zeigen. Das Ensemble ist ambitioniert und unterstützt die Handlung, wie es sein soll. Es ist ein mehr als sehenswertes Stück und man darf nur hoffen, dass sich bald ein Theater die Rechte erwirbt und diese Produktion am Leben erhält. Es wäre unverständlich, wenn dieses Werk nicht den Weg in große Häuser finden würde, da es thematisch up to date ist, famose Musiknummern beinhaltet und einen ausreichenden Unterhaltungswert bietet.

ginger (erste Bewertung)


30427
Tod und Teufel

15.07.2014 - Das eingespielte Duo Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text/Inszenierung) kann mit seiner musikalischen Adaption von Hugo von Hofmannsthals Klassiker vollkommen überzeugen und sehr gut unterhalten.

Peter Lund orientiert sich sehr gekonnt an der mittelalterlichen Reimform der Vorlage, lässt sie aber trotzdem verständlich und elegant klingen.
Er nimmt sich literarisch die eine oder andere Freiheit, ohne allerdings nur einmal die Kernsubstanz und Aussage aus dem Fokus zu verlieren, zu verfälschen oder neu zu interpretieren.
So wird z.B. die Rolle der Buhlschaft (hier die "Liebste") gehörig aufgewertet. Die junge Naive wird in Lunds Buch zur starken, selbstbewussten, modernen Frau, die entscheident zu Jedermanns Läuterung beiträgt.
Veränderte Figurenkonstellationen von Gott, Tod, Teufel, Mammon und Werke fallen auf. Sie treten mehrfach als Vierer- oder Fünferrat auf, um recht flapsig-lakonisch (aber niemals banal und flach) um das Schicksal des Protagonisten zu schachern.
Für mich etwas unverständlich wurde leider der wichtige Charakter des "Glaubens" vollkommen weggelassen.

Auch Wolfgang Böhmers Musik ist bestens gelungen und bietet große stilistische Vielfalt ohne sich einem gängigen Musical-Mainstream anzubiedern: Bombastisch-dramatisch, operettig-leicht, rockig-kantig klingen die Kompositionen, die eindrucksvoll von einem klassischen Orchester und einer Rockband live gespielt werden.

Die optische Umsetzung und Inszenierung Lunds begeistert. Das große Areal der Domstufen wird von Ensembel, Chor und Statisterie mit prallem Leben gefüllt.
Das aufwendige Lichtdesign, dass auch immer wieder den kompletten Dom eindrucksvoll mit einbezieht, schafft wunderbar stimmungsvolle Phantasmagorien.
Herrliche Hingucker sind die vielen abwechslungsreichen Kostüme.
Angelehnt an kafkaesque Albträume, Alien-Style und Rocky Horror Show unterstreichen sie die Zeitlosigkeit des Stücks.

Auch die Besetzung kann nachhaltig für sich einnehmen.
Andreas Lichtenberger ist ein sehr charismatischer, präsenter JEDERMANN.
Brigitte Oelke ist als Tod der Liebling des Publikums. Sie begeistert mit extrem variabler Stimme und quicklebendigem Spiel.
Nadia Mchantaf als Liebste bringt mit wunderbarer Stimme die Oper in die Rockoper.

Insgesamt also eine sehr gelungene Aufführung, die gekonnt die Balance zwischen Tiefgang und Unterhaltung findet.
JEDERMANN ist insbesondere auch ein Lehrstück für die Macher der ALTEN DAME.

SO adaptiert man Klassiker für das heutige Musiktheater ohne literarischen Schiffbruch zu erleiden.

kevin (164 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Domstufen

D-99084 Erfurt
0361/22330
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!
 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

THEATER-TIPPS


Sitzen, Parken, Gastro: Unsere Leser geben Tipps für den Theaterbesuch.
Freilichtspiele Tecklenburg, Neue Flora Hamburg, Operettenhaus Hamburg, Raimund Theater Wien, SI-Centrum Stuttgart.
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;