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Komödie

49½ Shades! Die Musical-Parodie

Doppeldeutigkeiten und mehr


© Jens Hauer
© Jens Hauer
Unter der Regie von Kabarettistin Gerburg Jahnke erlebt der Zuschauer auch ohne wirklich große Stimmen und trotz mancher Peinlichkeit mit dieser Parodie auf den Erotik-Bestseller "50 Shades of Grey" einen vergnüglichen Abend.

(Text: Marcel Armlich)

Premiere:16.02.2014
Letzte bekannte Aufführung:26.07.2014


Zu Beginn des Stücks werden vier Herren von vier Damen in reizvoller Unterwäsche mit Reitgerte zurechtgewiesen. Nachdem die Lederkluft der Herren offenbart wird, nehmen diese an den Instrumenten auf der Bühne Platz und erstes Gelächter erhallt im Saal. Spätestens hier wird klar, dass dies keine werkgetreue Adaption der Roman-Trilogie von E.L. James ist.

Drei Frauen im besten Alter - der frisch geschiedene Vamp Jutta, die unscheinbare Susanne und die Pragmatikerin Sabine - wählen für ihren Buchclub den SM-Roman "50 Shades of Grey" und erwecken während ihrer Sitzungen die Protagonistin Ana zum Leben, die bei ihrer Suche nach der großen Liebe den geheimnisvollen Millionär Christian Grey und dessen speziellen Vorlieben beim Liebesspiel kennenlernt.

© Jens Hauer
© Jens Hauer

Wie es der Titel schon vermuten lässt, handelt es sich bei dem kurz vor der Premiere in "49 ½ Shades" umbenannten Stück um eine Parodie und das ist in jeder Minute der Inszenierung zu erkennen. So sind die Buchprotagonisten Ana und Christian völlig gegen den Strich besetzt. Während der dominante Millionär ein kleiner Mann mit Bauchansatz ist, wird die unterwürfige Ana als kräftige Frau dargestellt, die auch noch etwa einen Kopf größer ist als ihr Angebeteter. Beatrice Reece beeindruckt als Ana mit einer kräftigen Stimme und ist das gesangliche Highlight des Abends. Dagegen verblasst André Haedicke als Christian Grey, was aber vor allem dem Buch anzulasten ist. Sein herrlich selbstironischer Auftritt im rosa bauchfreien Badeanzug lädt jedoch zu Lachen ein.

© Jens Hauer
© Jens Hauer

Die drei Buchclubmitglieder werden von Sabine Urig und Ines Martinez, die beide schon in der Wechseljahrerevue "Heiße Zeiten" mit Regisseurin Gerburg Jahnke zusammengearbeitet haben, sowie von Kira Primke sympathisch gespielt und souverän gesungen. Für die schönsten komödiantischen Momente sorgt indes Dustin Smailes in einer Doppelrolle: zunächst als Anas nach ihr schmachtender Freund José und außerdem als Anas "innere Göttin", der es stets nach wilden Sex dürstet. Insbesondere mit seiner leidenschaftlichen Balznummer "Mein Schatz" bringt er das Publikum zum Toben. Gesanglich kann man sich nicht beklagen, auch wenn - abgesehen von Reece - niemand besonders hervorsticht.

Inszenatorisch besonders hervorzuheben ist, dass man die beiden Handlungsstränge nicht einfach nebeneinander herlaufen lässt, sondern immer wieder miteinander verwebt, vor allem, wenn die Buchclubmitglieder in den von ihnen imaginierten Szenen mit Ana und Christian auftauchen. Was sich hingegen mehr peinlich als witzig herausstellt, sind ein Auftritt der Tänzer als übergroße Penisse sowie ein Schattenspiel zu Beginn des zweiten Aktes, bei dem in Slapstickmanier verschiedenste Formen des Geschlechtsverkehrs dargestellt werden. Überhaupt ist der Humor natürlich Ansichtssache. Nicht jedem werden die oft derbe daherkommenden Dialoge gefallen, was aber aufgrund der Tatsache, dass es sich bei dem Stück eben um eine Parodie auf einem Roman mit Sexthematik handelt, nachvollziehbar ist und nur selten zu weit unter die Gürtellinie abdriftet. Die sympathisch aufspielenden Darsteller tragen außerdem dazu bei, dass der Zuschauer mehr lacht als genervt mit den Augen rollt.

Mit sichtbarem Spaß spielt die vierköpfige Band unter der Leitung von Jan Christof Scheibe Melodien bekannter Songs wie "Eternal Flame" von The Bangles oder "Let's get loud" von Jennifer Lopez. Auf diese hat Anna Bolk passend zum Thema neue, zweideutige Texte (z.B. "Mein Loch") verfasst, die ebenso wunderbar zu Jahnkes Dialogen passen wie die von Paul Kribbe herrlich überzogen inszenierten Choreografien.

© Jens Hauer
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"49 ½ Shades" ist sicher kein Meisterwerk und Freunde dramatischer Stoffe werden hieran womöglich kein Gefallen finden, aber trotz kleinerer Schwächen kann man mit dieser Parodie einen kurzweiligen und vergnüglichen Abend verbringen - auch dann, wenn man die Romane von E.L. James nicht gelesen hat.


Die Produktion war in folgenden Theatern zu sehen:
13.02. bis 23.03.2014 - Capitol-Theater, Düsseldorf
09.04. bis 04.05.2014 - Maag Music Hall, Zürich
05.06. bis 26.07.2014 - St. Pauli Theater, Hamburg
Die geplanten Gastspiele in Berlin und Bremen wurden abgesagt.

(Text: Marcel Armlich)






Kreativteam

Musikalische Leitung und ArrangementsJan Christof Scheibe
Regie und deutsche BuchfassungGerbung Jahnke
Deutsche LiedtexteAnna Bolk
ChoreografiePaul Kribbe
KostümeMario Reichlin
BühnenbildTom Presting


Besetzung

SabineSabine Urig,
(Jutta Habicht)

JuttaInes Martinez,
(Jutta Habicht)

Susanne
Katrin
Kira Primke,
(Dorothée Kahler)

AnaBeatrice Reece,
(Dorothée Kahler)

José
Innere Göttin
Dustin Smailes,
(Enrico De Pieri)

Christian GreyAndré Haedicke,
(Enrico De Pieri)

EnsembleRoss McDermott
Marta Di Giulio
David Eisinger
Giulia Vazzoler
Johannes Blattner
Victoria Maschuw



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Erkrather Str. 30
D-40233 Düsseldorf
01805/2001
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(arm)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Ein amüsanter Abend auch ohne große Stimmen und trotz mancher Peinlichkeit

 Termine

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