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Komödie

Sarg niemals nie

Ascherauchen macht high!


(c) Philipp Plum
(c) Philipp Plum
Totgesagte leben länger. Wer des Rotierens der immer gleichen Großproduktions-Klone überdrüssig ist, der kommt beim in der Studiobühne der Neuköllner Oper uraufgeführten „Sarg niemals nie“ voll auf seine Kosten: Ein überaus witziges Buch (Dominik Wagner), abwechslungsreiche Musik (Christoph Reuter, Cristin Claas) und eine Traum-Cast (Yvonne Greitzke, Patrik Cieslik, Tobias Licht) berauschen ebenso wie die auf der Bühne gerauchte Droge.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:17.07.2013
Rezensierte Vorstellung:17.07.2013


Davids Waffen im Kampf gegen die Billigkonkurrenten „Mac Sarg“, „Burgersarg“ und „Sarkozie“ heißen „Tøt“, „Sørg“ und „Friedhøf“. Was sich wie aus dem Sortiment eines schwedischen Möbelgiganten anhört, hat dort auch seinen Ursprung: Mit schwarzem Klebebandkreuz und Griffen aus der Küchenabteilung veredelt, wird aus dem Billig-Schrank „Pax“ ein hochwertiges Möbel für die letzte Reise.



Doch die zündende Idee zur Rettung des hochverschuldeten Familienbetriebes hat ausgerechnet Davids älterer Bruder, der überraschend aus Indien ins elterliche Bestattungshaus zurückkehrt, um sich sein gar nicht mehr vorhandenes Erbe auszahlen zu lassen: „Wir machen aus Asche Asche“, lautet Tims Vorschlag, denn die durch ein Missgeschick in eine Zigarette gelangten, verbrannten Überreste eines Kunden entfalten eine berauschende Wirkung. Der Wechsel ins Dealer-Gewerbe stößt beim Jüngeren zwar zunächst vor allem auf moralische Bedenken, doch die polnische Haushaltshilfe Dakmar kann den bis über beide Ohren in sie verknallten „Herrn David“ schließlich vom neuen Geschäftsmodell überzeugen.



Bei der Uraufführung von „Sarg niemals nie“ fließen reichlich Tränen, allerdings nicht aus Rührung, sondern weil es viel zu lachen gibt. Das liegt vor allem an Dominik Wagners Texten, die vor doppelbödigem Wortwitz nur so strotzen und sich locker und leicht einem eigentlich gar nicht so witzigen Thema nähern. Christoph Reuter (auch musikalischer Leiter der unsichtbaren Drei-Mann-Band) und Cristin Claas haben dazu eine eingängige, sehr abwechslungsreiche Musik komponiert: „Lass uns alles verschmutzen, ich will mit dir putzen“ ist funkig, „Was für eine Urne soll es sein?“ ist von der Werbung inspiriert und mit „Das ist schwarzer Humor“ gelingt dem Komponisten-Duo ein mitreißender Show-Stopper. Optisch erlebbar wird diese vielschichtige Partitur in den raffiniert-effektvollen Bewegungsfolgen, die Choreograf Jörn-Felix Alt im von Jennifer Wjertzoch entworfenen Bestattungsinstitut tanzen lässt. Dominiert wird die kleine Bühne von einem vor einer Urnenausstellung stehenden Sarg, der sich zu einem Sofa aufklappen lässt. Die Ausstatterin, die auch für das der Beerdigungszunft gut stehende Kostümbild zuständig ist, sorgt mit weiteren Überraschungen für originelle optische Lösungen.


Ganz auf Witz und Tempo setzt die Inszenierung, wobei Dominik Wagner und Jörn-Felix Alt das Komödiantische des Stoffes nicht überstrapazieren, sondern auch Raum für bewegende Momente lassen (Monologe mit der Urne des verstorbenen Vaters). Differenziert zeichnen sie auch die Figuren: Patrik Cieslik spielt David als fast schon zerbrechlichen, introvertierten Strebertypen, der, wenn er nicht mehr weiter weiß, Trost im Desinfizieren seiner Hände sucht. Als Indienheimkehrer Tim ist Tobias Licht hingegen ein selbstsicherer wie oberflächlicher, Testosteron gesteuerter Macho. Zwischen diesen beiden unterschiedlichen Männern steht Yvonne Greitzke als Polin, der ihr Akzent zu anstrengend ist. Ihre Dakmar ist auf der einen Seite eine geduldige, fleißige Angestellte, die andererseits auch als Frau wahrgenommen werden und ihre Bedürfnisse ausleben möchte. Das Darsteller-Trio ist eine jede Pointe auskostende, auf den Punkt spielende Besetzung und lässt auch musikalisch keine Wünsche offen. Cieslik, Licht und Greitzke singen ihre Soli, Duette und Ensemblenummern auf hinreißend hohem Niveau und harmonieren auch stimmlich in den unterschiedlichen Konstellationen.


Wenn sich nach rund achtzig pausenlosen Minuten die Geschichte etwas bemüht in Richtung Happyend gewendet hat (es findet sich das richtige Paar, das Trio verwirklicht eine legalere Geschäftsidee), herrscht im Zuschauerraum alles andere als Grabesstille: Der Jubel ist zu Recht groß.


Ein Musical zum Totlachen
Der erste und letzte Teil der dreiteiligen Sarga
Von Dominik Wagner, Jörn-Felix Alt und Christoph Reuter


Die Produktion gastiert seit 2015 in der Berliner Bar jeder Vernunft sowie 2017 im Kammertheater Karlsruhe und im Deutschen Theater München

(Text: kw)






Kreativteam

Idee Dominik Wagner
Jörn-Felix Alt
Jennifer Wjertzoch
Text Dominik Wagner
Musik Christoph Reuter
Cristin Claas
Inszenierung Dominik Wagner
Jörn-Felix Alt
Musikalische Leitung Christoph Reuter
Choreografie Jörn-­Felix Alt
Kostüme / Bühne Jennifer Wjertzoch


Besetzung

DakmarDenise Vilöhr
Juliane Dreyer
DavidBenjamin Sommerfeld
Manuel Steinsdörfer
TimDennis Kornau
KeyboardChristoph Reuter
Florian Wagner
BassSebastian Vogel
SchlagzeugChristian Hiltawski


Frühere Besetzungen? Hier klicken


Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Asche zu Asche

27.03.2017 - In Berlin fast schon zum Kult geworden, ist SARG NIEMALS NIE jetzt auch im K2 in Karlsruhe zu sehen.
Diese herrlich schwarze Musical-Komödie hat ihren ganz eigenen, sehr gelungenen Stil. Sie ist weniger familienfreundlich als z.B. THE ADDAMS FAMILY, aber trotzdem weit weniger vulgär und geschmacklos als THE BOOK OF MORMON. Lasst eure Kinder also zu Hause, aber Schwiegereltern können problemlos mitgebracht werden.

Die Kreativen hinter dem Musical haben ganze Arbeit geleistet.
Idee, Buch, Text und Regie stammen von Dominik Wagner und Jörn-Felix Alt.
Die Geschichte über die Betreiber eines Bestattungsunternehmens, die aus der "Zweit-Einäscherung" ihrer Klienten einen lukrativen Drogenhandel machen, kommt angenehm unprätentiös, ohne doppelten Boden und literarische Wichtigtuerei daher. Die Geschichte entwickelt sich flott und geradlinig, die Charaktere sind markant und dreidimensional, die Texte frech, originell und treffsicher.
Die Regie veredelt dieses wunderbare Rohmaterial perfekt.
Hohes Tempo, perfektes Timing und viele originelle Details und Ideen machen den Abend zu einem außerordentlich kurzweiligen Vergnügen.
Die großartigen Hauptdarsteller (es handelt sich auch um ein Drei-Personen-Stück) Denise Vilöhr, Manuel Steinsdörfer und Dennis Kornau sind ein fulminantes Trio Infernal, dass gesanglich, tänzerisch, komödiantisch allerbestens disponiert ist, und das Kunststück fertigbringt, dass man bei aller Verschrobenheit der Charaktere doch größte Sympathie für sie empfindet.

Die Musik von Christoph Reuter besteht aus einem unterhaltsamen und adäquaten Pop-Rock-Musical-Sound.

Multitalent Jörn-Felix Alt sorgt mit seinen Choreografien (auf der kleinen, aber witzig und wandelbar ausgestatteten Bühne) für ganz erstaunlich viel Dynamik und Tempo.

SARG NIEMALS NIE: Kleines Musical, viel Kreativität, großes Können, lautstarke Begeisterung.

kevin (127 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


Asche zu Asche

27.03.2017 - In Berlin fast schon zum Kult geworden, ist SARG NIEMALS NIE jetzt auch im K2 in Karlsruhe zu sehen.
Diese herrlich schwarze Musical-Komödie hat ihren ganz eigenen, sehr gelungenen Stil. Sie ist weniger familienfreundlich als z.B. THE ADDAMS FAMILY, aber trotzdem weit weniger vulgär und geschmacklos als THE BOOK OF MORMON. Lasst eure Kinder also zu Hause, aber Schwiegereltern können problemlos mitgebracht werden.

Die Kreativen hinter dem Musical haben ganze Arbeit geleistet.
Idee, Buch, Text und Regie stammen von Dominik Wagner und Jörn-Felix Alt.
Die Geschichte über die Betreiber eines Bestattungsunternehmens, die aus der "Zweit-Einäscherung" ihrer Klienten einen lukrativen Drogenhandel machen, kommt angenehm unprätentiös, ohne doppelten Boden und literarische Wichtigtuerei daher. Die Geschichte entwickelt sich flott und geradlinig, die Charaktere sind markant und dreidimensional, die Texte frech, originell und treffsicher.
Die Regie veredelt dieses wunderbare Rohmaterial perfekt.
Hohes Tempo, perfektes Timing und viele originelle Details und Ideen machen den Abend zu einem außerordentlich kurzweiligen Vergnügen.
Die großartigen Hauptdarsteller (es handelt sich auch um ein Drei-Personen-Stück) Denise Vilöhr, Manuel Steinsdörfer und Dennis Kornau sind ein fulminantes Trio Infernal, dass gesanglich, tänzerisch, komödiantisch allerbestens disponiert ist, und das Kunststück fertigbringt, dass man bei aller Verschrobenheit der Charaktere doch größte Sympathie für sie empfindet.

Die Musik von Christoph Reuter besteht aus einem unterhaltsamen und adäquaten Pop-Rock-Musical-Sound.

Multitalent Jörn-Felix Alt sorgt mit seinen Choreografien (auf der kleinen, aber witzig und wandelbar ausgestatteten Bühne) für ganz erstaunlich viel Dynamik und Tempo.

SARG NIEMALS NIE: Kleines Musical, viel Kreativität, großes Können, lautstarke Begeisterung.


Sehr amüsant

25.04.2014 - Ein wirklich unterhaltsames Stück. Da hat alles gepasst, tolle Cast, witziges, modernes Stück, Gesang und Tanz. Ich würde sagen, geht hin, wenn nicht schon wieder jede Show ausverkauft wäre.

Charlotte (44 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


ein sehr unthaltsames Stück

20.04.2014 - Wieder einmal beweist ein kleines Musical das es großes Theater sein kann! Es passt alles Geschichte, Music, Darstellern! Hoffe das es seinen weg auf die Spielpläne von Statheatern mit kleinen Studiobühnen macht! Ich habe mich köstlich amüsiert! Es zeigt das man das Thema Tod auch von einer komischen Seite angehen kann !

anybodys (2 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
Neuköllner Oper
Karl-Marx-Str. 131-133
D-12043 Berlin
030/68890777
Email
Homepage
 Karten
Karten können über den jeweiligen Veranstaltungs­ort bezogen werden (siehe Liste rechts)

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(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Morbider Ulk zwischen Urnen: Wortwitz, schwarzer Humor und ein tolles Darsteller-Trio unterhalten vortrefflich. Mehr Spaß beim Bestatter geht nicht.

17.07.2013

 Leserbewertung
(4 Leser)


Ø 4.00 Sterne

 Termine
Di09.01.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
Mi10.01.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
Do11.01.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
Fr12.01.1820:00 Uhr
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Sa13.01.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
So14.01.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
Mo02.07.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
Di03.07.1820:00 Uhr
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Mi04.07.1820:00 Uhr
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Do05.07.1820:00 Uhr
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Fr06.07.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
Sa07.07.1820:00 Uhr
Bar jeder Vernunft (Berlin)
So08.07.1819:00 Uhr
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Mo10.09.1820:00 Uhr
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Di11.09.1820:00 Uhr
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Mi12.09.1820:00 Uhr
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Sa15.09.1820:00 Uhr
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So16.09.1819:00 Uhr
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