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Deutschsprachige Erstaufführung

Peter Pan

Reise ins Nimmerland


© Uwe Köhn
© Uwe Köhn
Die Oper Halle bringt erstmals in Deutschland die britische Musical-Adaption von "Peter Pan" auf die Bühne. Die Inszenierung von Cusch Jung wartet mit einem opulenten Bühnendesign und zwei gesanglich großartigen Hauptdarstellern auf, bleibt aber inhaltlich auf Niveau eines seichten Märchens ohne Tiefgang.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:21.03.2014
Rezensierte Vorstellung:21.03.2014
Letzte bekannte Aufführung:18.06.2016


Die Geschichte vom Jungen, der nie erwachsen werden will, ist hinlänglich bekannt und wurde im Laufe der letzten 100 Jahre dutzende Male für Bühne und Leinwand adaptiert. Der "Peter Pan"-Stoff lässt dabei viel Raum für mannigfaltige Interpretationen. Die Musical-Version von George Stiles und Anthony Drewe (u.a. "Mary Poppins" und "Soho Cinders"), die hier ihre deutschsprachige Erstaufführung erfährt, bleibt allerdings recht nah am Original.

© Uwe Köhn
© Uwe Köhn


Prinzipiell ist das nicht negativ. Auch der Umstand, dass der Erzählton eher auf ein jüngeres Publikum abzuzielen scheint, ist grundsätzlich nicht schlimm, handelt es sich bei James Matthew Barries "Peter Pan" ja ursprünglich um eine Kindergeschichte. Doch nicht nur in Hinblick auf den abendfüllenden Charakter der Inszenierung und das dementsprechend größtenteils erwachsene Publikum, wünscht man sich im Laufe des Stückes häufig, dass inhaltlich mehr Tiefgang gezeigt würde. Stattdessen bleibt die Interpretation des Stoffes oberflächlich, die Witze flach und die Charaktere auffällig zweidimensional. Peter (Björn Christian Kuhn) ist kindlich-frech und abenteuerlustig, Wendy (Ines Lex) vernünftig und mütterlich, und Captain Hook (Cusch Jung) bitterböse und gemein – eine nuancierte Charakterzeichnung sucht man vergebens. Das ist vor allem deshalb schade, weil "Peter Pan" durchaus mehr hergibt, als hier auf der Bühne gezeigt wird. Das Dilemma um die menschlichen Ursehnsucht nach andauernder Sorglosigkeit der Kindheit sowie die Furcht vor Veränderung werden nur am Rande angesprochen. Die gealterte Wendy (Gabriele Bernsdorf) führt als Erzählerin durch das Musical und kommentiert ihre eigene Geschichte in einem Tonfall, als würde sie aus einem Buch vorlesen – das mag gewollt sein, geht aber auf Kosten jeglicher Emotionalität und bringt auch inhaltlich keinerlei Mehrwert.

Auch musikalisch ist "Peter Pan" nicht ohne Schwächen. Die Songs von George Stiles sind schön anzuhören und schnörkellos. Sie gehen schnell ins Ohr, bleiben aber – mit Ausnahme der starken Auftakt-Nummer "Es liegt was in der Luft heut' Nacht" – nicht im Gedächtnis. Dennoch würde man gerne mehr davon hören, denn das Verhältnis aus langen Sprechszenen und relativ kurzen, kaum handlungstragenden Songs ist unausgewogen.

© Uwe Köhn
© Uwe Köhn


Die stimmlichen Leistungen der Darsteller sind insgesamt eher durchwachsen, doch die beiden Hauptdarsteller lassen in dieser Hinsicht absolut nichts zu wünschen übrig. Gesanglich zahlt es sich aus, dass man bei der Besetzung von Peter und der jungen Wendy auf erwachsene Darsteller zurückgegriffen hat. Der glasklare Sopran von Ines Lex macht ihr leider viel zu kurzes Solo "Hinter'm Sternenzelt" zum musikalischen Highlight des Abends, und Björn Christian Kuhn singt Peters Songs mit angenehmer, voller Stimme, die er auch dann wohltuend zu modulieren versteht, wenn er auf halber Raumhöhe über der Bühne 'fliegt'. Dass Darsteller jenseits der Dreißig optisch nicht mehr als 12-Jährige durchgehen, versteht sich von selbst und fällt nicht wirklich unangenehm ins Gewicht. Doch während Kuhns Peter Pan zumindest in seinen Manierismen an einen kleinen Jungen erinnert, fehlt Lex in ihrer Darstellung die Jungendlichkeit. Allerdings ist das nur bedingt ihrer Interpretation anzulasten, denn ihre Texte klingen über weite Strecken kaum wie Äußerungen aus dem Mund eines Kindes.

© Uwe Köhn
© Uwe Köhn


So kann Cusch Jungs Inszenierung von "Peter Pan" weder inhaltlich noch musikalisch vollends überzeugen. Was jedoch optisch auf der relativ kleinen Bühne der Oper Halle geboten wird, ist Weltklasse und lässt so manche Schwäche des Stückes vergessen. Das Bühnenbild vom Karin Fritz ist opulent, atmosphärisch und erstaunlich wandelbar. Fritz lässt das nächtliche London zum Leben erwachen, sorgt für eine Mischung aus Geborgenheit und Unheimlichkeit in Wendys Kinderzimmer, kreiert fantasievolle, malerische Landschaften im fernen Nimmerland und nimmt die Zuschauer mit auf Captain Hooks riesiges Piratenschiff. Vor allem im ersten Akt dauern die hinter geschlossenem Vorhang stattfindenden Wechsel zwischen den Szenenbildern etwas länger, doch das nimmt man gern in Kauf, wenn das Ergebnis so ansprechend ist wie hier. Zudem überbrückt das tadellos spielende Orchester unter Führung von Kay Stromberg charmant die Wartezeit.

© Uwe Köhn
© Uwe Köhn


Passend zur Szenerie sind auch die Kostüme von Karin Fritz und Alevtina Enders überaus fantasievoll, mit viel Liebe zum Detail (z.B. Tinkerbells leuchtender Rock) gearbeitet und wunderschön anzusehen. Das Bühnendesign von "Peter Pan" übt genug Faszination aus, um klein und groß gleichermaßen zu begeistern – umso bedauernswerter ist es, dass die Geschichte hinter der Optik zurückbleibt.

(Text: cl)






Kreativteam

Musik George Stiles
Gesangstexte Anthony Drewe
Buch Willis Hall
Deutsche Übersetzung Roman Hinze
Musikalische Leitung Kay Stromberg
Regie Cusch Jung
Bühne und Kostüme Karin Fritz


Besetzung

Peter Pan Björn Christian Kuhn
Erzählerin
Die alte Wendy
Gabriele Bernsdorf
Mrs. Mary Darling Angela Mehling
Olivia Saragosa
Mr. George Darling
Captain Hook
Cusch Jung
Wendy Ines Lex
Joanna Nora Lissai
Smee Olaf Schöder
Tinkerbell Lara Bischof
Nele Welk
Tiger Lily
Liza
Tae-Eun Hyun
Laura Petereit
Nana, der Hund
Ein Krokodil
Tinkerbell als Puppe
Rafal Zeh
Slightly, verlorener Junge Kilian Eschke
Robin Solf
Jesper Vöcks
Tootles, verlorener Junge Kilian Eschke
Robert Griese
Pascal Kemmer
Nibs, verlorener Junge Vincent Seidel
Jonathan Rath
Curly, verlorener Junge Martin Breitkopf
Lorenz Fröhlich
Erster Zwilling, verlorener Junge Fabian Krystossek
Hannes Ullmann
Zweiter Zwilling, verlorener Junge Johannes Hartleb
Anton Huschka
3 Nixen Paula Engel
Rebekka Scheufler
Marie Gedicke
Maja Schülert
Victoria Schwenzfeier
Marianne Werge
Ein Zeitungsjunge Jesper Vöcks
Robin Solf
Indianerinnen Rebecca Giesel
Julia Hänsel
Deslin Ami Kaba
Marlene Pawlak
Lia Weiß
Theresa Fritzsch
Luisa Heeger
Antonia Piller
Rahel Scheufler
Leoline Wätzold,
(Laura Weiske)
(Linda Wiegeleben)
(Paula Lorek)
(Pauline Riethmüller)

Gentleman Starkey, Pirat Andreas Guhlmann
Gentleman Starkey, Pirat Kristian Giesecke
Cecco, Pirat Peter Winger
Cecco, Pirat Michael Mehnert
Mullins, Pirat Hwa Young Chun
Mullins, Pirat Shin Heon Hyun
Bill Jukes, Pirat Sebastian Byzdra
Bill Jukes, Pirat Robert Bily
Noodler, Pirat Till Voß
Noodler, Pirat Jörg Decker
Cookson, Pirat Timothy Alois Cruickshank
Cookson, Pirat Jörg Decker
Skylights, Pirat Frank Kaufmann
Skylights, Pirat Shin Heon Hyun
Erster Zwilling, Pirat Michael Mehnert
Erster Zwilling, Pirat Shin Heon Hyun
Erster Zwilling, Pirat Jörg Decker
Zweiter Zwilling, Pirat Kristian Giesecke
Zweiter Zwilling, Pirat Robert Bily




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Uwe Köhn
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31029
Ein kleiner Geniestreich

25.02.2016 - 14.02.2016 Oper Halle:

Die Texte ähneln sehr stark dem Original-Roman, wodurch man sich leicht ins Gesamtgeschehen hineinversetzen kann. Inhaltlich ist das Libretto somit recht einfach gestrickt, aber dafür, dass das Stück auch für Kinder geeignet sein muss, sind sie fantasievoll und klar gestaltet. Es sind viele Witze eingebaut, Pan schmeichelt mit übertriebenen Mädchen-Komplimenten und Pirat Smee erhält einen sächsischen Akzent...zum Lachen gibt es genug und das nicht nur für Kinder. Was für den Einen kitschig wirkt, passt meines Erachtens sehr gut zum Stück, da es die Unbeschwertheit des Librettos weiterführt und es schließlich ein Musical ist, dass sich selber nicht so ernst nimmt.
Die Musik ist vollgepackt mit eingängigen und verspielten Melodien. Sie untermalen die Handlung perfekt und machen sichtlich Spaß ihnen zu zuhören. Die Staatskapelle zeigt hier ihr ganzes Talent. Voller Schwung und hörbarer Freude bringen sie Nimmerland tadellos in den Saal. Die Tontechnik ist allerdings ausbaufähig: Einige Sprechszenen erscheinen zu leise, wogegen einige Songs schon im Ohr donnern.
Die Inszenierung von Cusch Jung (sicherlich noch ausbaufähig)ist farbenfroh und voller Kreativität. So symbolisieren die Türrahmen, die auch in den Nimmerland-Szenen zu erkennen sind, und der Big Ben als Piratenfelsen, dass sich alles nur in den Köpfen der Kinder abgespielt. Letztendlich erreicht das Stück erfolgreich einen Appel, dass man seine Kindheit bewahren soll. Diese träumerische Fantasy spiegelt sich auch in den opulenten Bühnenbildern wieder, für die man wirklich den Hut ziehen muss. Die Oper Halle zeigt, was alles auf der Bühne möglich sein kann. Man fühlt sich richtig in die Schauplätze hineinversetzt. Alleine die Szenenwechsel dauerten teilweise recht lange und wurden zum Teil auch nicht instrumental überbrückt, weshalb Ungeduld bei jüngeren Zuschauern aufkam. Die Kostüme waren ein wahrer Augenschmaus. Sehr detailverliebt, perfekt abgestimmt zu Charakter und Bühnenbild.
Zu den Darstellern: Björn Kuhn scheint auf den ersten Blick etwas alt für die Rolle, aber er ist ein Zeichen dafür, dass man trotz Größe und Aussehen immer noch ein Kind sein kann. Er überzeugt restlos durch seinen glasklaren Tenor, der Peter Pan die nötige Dynamik, Frechheit und Kindlichkeit einhaucht. An seiner Seite glänzt Ines Lex als traumhafte Wendy. Trotz fantastisch ausgeprägter Opernstimme, bleibt auch sie ihrem jungen Charakter treu. Gabriele Bernsdorf führt mit ihrer guttuenden mütterlichen Stimme als Erzählerin/ alte Wendy authentisch durch die Vorstellung. Highlight des Abends war Cusch Jung: Er spielt den Hook nicht nur, sondern lebt ihm. Vor seinem Talent und seiner Präsenz kann man nur dahin schmelzen - Grandios! Des Weiteren noch ein großes Kompliment an den hauseigenen Kinder- und Jugendchor, deren Mitglieder als Verlorene Jung, Inderinnen und John und Michael auftraten. Alle Kinderdarsteller zeigten großes Talent und sichtlich Spaß am Spielen. Profis könnten das nicht besser. Generell profitiert die Inszenierung von einem sehr leistungsstarken Ensemble.

Inszenierung: 4/5 Sterne
Musik: 4/5 Sterne
Besetzung: 5/5 Sterne
Ausstattung 5/5 Sterne

Was die Oper Halle hier zeigt ist Weltklasse. Sie haben es geschafft, das Kind in mir wieder zu erwecken. Für mich eines der schönsten Musicals, die ich sehen durfte. Preis-Leistung ist unverbesserlich. Absolut empfehlenswert, insbesondere für Familien!

Shiva (5 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


30726
Eine Reise nach Nimmerland

22.03.2015 - Ein großartiges Musical, welches sich selbst nicht so ernst nimmt, sorgt als deutschsprachige Erstaufführung in Halle für einen tollen Musicalabend. Die Story wurde klassisch zur literarischen Vorlage gehalten, was auch ok war. Die deutsche Übersetzung bezeichne ich auch als gelungen. Manche Stellen waren zwar etwas kindisch, allerdings ist es ja immerhin ein Familien-Musical und ich glaube, die jüngeren Gäste haben es sehr genossen. Die Musik fand ich persönlich einmalig schön: Die ganze Woche gingen mir die Lieder nicht aus den Kopf. Neben Ohrwürmern wie "Es liegt was in der Luft heut' Nacht" und "Nimmerland" hat mich u.a. "Hinterm Sternenzelt" sehr berührt. Diese wurden von der Staatskapelle in angenehmer Lautstärke fehlerlos präsentiert. Das Bühnenbild war für die Oper Halle sehr aufwendig und detailverliebt und passte sehr gut zur Handlung. Leider waren die Szenenwechsel teilweise etwas zu lange. Die Kostüme waren sehr harmonisch und wunderschön anzusehen. Ebenfalls bewundernswert die Choreographien, besonders die Fechtchoreographien waren klasse. Zu den Darstellern: An erster Stelle muss man die Mitglieder des Kinder- und Jugendchors vom ganzen Herzen für ihre Leistungen loben. Björn Christian Kuhn konnte mit seiner glasklaren Stimmfarbe Peter Pan die erwartende Jungendlichkeit und Dynamik verleihen und hat mich vollkommen begeistert. Ines Lex konnte mit ihrer schönen Opernstimme als Wendy ebenfalls überzeugen, wirkte neben Kuhn aber etwas blass. Gabriele Bernsdorf als alte Wendy und Olivia Saragosa als Mrs. Darling konnten ebenfalls gesanglich und schauspielerisch überzeugen. Olaf Schöder verlieh Smee mit seinem sächsischem Akzent einen großartigen Humor, der dem Saal dauerhaft zum lachen brachte. Das Highlight des Abend war Cusch Jung als Captain Hook - granatenmäßig!

Zusammengefasst hat mich das Gesamtpaket insbesondere der Musik und Cusch Jung einmalig verzaubert. Absolut empfehlenswert, besonders für den kleinen Preis:)

Tobias (7 Bewertungen, ∅ 3.9 Sterne)


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Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Inhaltlich und musikalisch eher seichte Kost, jedoch optisch beeindruckend opulent umgesetzt.

22.03.2014

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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