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Bibeldrama

Jesus Christ Superstar

Heaven on their minds


© Stefan K├╝hle
© Stefan K├╝hle
Das Theater Hagen zeigt ein stimmiges Update des Lloyd-Webber-Klassikers im englischen Original - mit den Musical-Profis Hannes Staffler (Jesus) und Carsten Lepper (Judas) als G├Ąsten.

(Text: Andreas Haider)

Premiere:18.01.2014
Rezensierte Vorstellung:18.01.2014
Letzte bekannte Auff├╝hrung:27.06.2015


Warten auf den Abflug Richtung Himmel: Die Hagener Inszenierung von "Jesus Christ Superstar" verlegt die Handlung in ein zeitgem├Ą├čes Ambiente, das an eine Flughafen-Lobby erinnert. Hier diskutiert ein kurzhaariger, t├Ątowierter Messias mit einem Judas in Jeans-Outfit und einer Schar trendig gekleideter Fans ├╝ber seine Heilsbotschaft. Im Gegensatz zu anderen Frischzellenkuren, die dem oft gespielten St├╝ck immer wieder gerne aufgezwungen werden, wirkt der Modernisierungsansatz von Regisseur Thilo Borowczak angenehm unverkrampft, seine Metaphern sind nachvollziehbar und stimmig.

© _DSC8905
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W├Ąhrend sich Jesus und seine Anh├Ąnger in einer kargen Wartehalle mit schwarzen W├Ąnden, Plastiksitzen und Treppen aufhalten, schmieden die Hohepriester als konservative Anzugtr├Ąger ihre Intrigen in einer eleganten, hellen Lobby mit Flatscreen und Whiskey-Bar (B├╝hne und Kost├╝me: Lena Brexendorff). Borowczak verzichtet auch in der Personenf├╝hrung auf abgenutzte Bilder. So wird Jesus in der Tempel-Szene nicht physisch vom Volk mit Heilsgesuchen bedr├Ąngt. Stattdessen zeigen ├╝berlebensgro├če Projektionen von leidenden Menschen, was in seinem Kopf vor sich geht. Und am Ende wird er nicht explizit ausgepeitscht oder ans Kreuz genagelt, sondern windet sich qualvoll, ohne ber├╝hrt zu werden. Seine eigentliche B├╝rde kommt von innen.

© Stefan K├╝hle
© Stefan K├╝hle


Hannes Staffler singt die anspruchsvolle Titelrolle mit starker Rockstimme und beeindruckendem Falsett. Sein Jesus ist nachdenklich und introvertiert, dadurch allerdings auch ein wenig zu unauff├Ąllig und ohne strahlende Superstar-Aura. Im Gegensatz dazu pr├Ąsentiert Carsten Lepper den Judas als charismatischen Getriebenen, der an seiner Zerrissenheit verzweifelt und schlie├člich den Verstand verliert. Seine klassisch geschulte Stimme harmoniert jedoch nicht immer mit der rockigen Partitur.

© Stefan K├╝hle
© Stefan K├╝hle


Mit einem ├Ąhnlichen Problem hadert auch Marilyn Bennett als Maria Magdalena. Sie strahlt eine interessante Mischung aus Verruchtheit und M├╝tterlichkeit aus, l├Ąsst aber in den H├Âhen eine kr├Ąftige Belt-Stimme schmerzlich vermissen. Da das Duett "Could We Start Again Please?" in dieser Inszenierung gestrichen wurde, geht sie im zweiten Akt verloren hinter ihren pr├Ąsenteren Kollegen Rainer Zaun (Pilatus), Richard van Gemert (Herodes) und Orlando Mason (Kaiaphas). Das Hausensemble wird unterst├╝tzt von Studierenden der Hochschule f├╝r Musik Osnabr├╝ck, die f├╝r jugendliches Flair und dynamische Tanzeinlagen sorgen.

© Stefan K├╝hle
© Stefan K├╝hle


Beim Sound ist noch Luft nach oben. Die bekannten Songs von Andrew Lloyd Webber kommen etwas d├╝nn aus den Boxen, sodass beim Schlussapplaus die beachtliche Gr├Â├če des eingesetzten Orchesters ├╝berrascht. Eine kleinere, daf├╝r aber auf Rockmusik spezialisierte Band h├Ątte der gelungenen Produktion sicher noch mehr Auftrieb gegeben.

(Text: Andreas Haider)






Kreativteam

Musikalische Leitung Steffen M├╝ller-Gabriel
Regie Thilo Borowczak
Ausstattung Lena Brexendorff
Choreographie Ricardo Fernando


Besetzung

Jesus Hannes Staffler
Sascha Krebs
Judas Carsten Lepper
Victor Hugo Barreto
Maria Magdalena Marilyn Bennett
Brigitte Oelke
Pontius Pilatus Rainer Zaun
Herodes Richard van Gemert
Kaiaphas Orlando Mason
Rolf A. Scheider
Hannas Kejia Xiong
Philippe Ducloux
Petrus Christian Bindert
Simon Zelotes Tillmann Schnieders
Prister Werner Hahn
Sebastian Joest
Tae-Hoon Jung
J├╝nger Dirk Achille
J├╝rgen Brehm
Mathias Meffert
Marcel Kaiser
Matthias Knaab
Wolfgang Niggel
Matthew Overmeyer
Emanuele Pazienza
Bernd Stahlschmidt-Drescher
Johan de Bruin
Frauen bei Jesus Lisandra Bruhns
Angelika Linder
Hannah Noack
Elena Otten
Franziska Vosseler



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


30505
Geld zu schade

07.10.2014 - Was diese Inzenierung mit JCSS zu tun haben soll - ich wei├č es nicht - das Orchester zu schnell - die S├Ąnger kommen nicht hinterher - deshalb kommt keiner der S├Ąnger so richtig in die G├Ąnge - Die Maria Magdalena k├Ânnte Jesus Mutter sein - so kam es auch r├╝ber - also - lieber sch├Ân Essen gehen und dieses St├╝ck in Hagen meiden !

maulwurf (8 Bewertungen, ∅ 1.8 Sterne)


30299
Hammer Inszenierung f├╝r Stadttheater

15.02.2014 - JCS in Hagen habe ich vor rund 20 Jahren schonmal gesehen. Damals in einer einfachen aber sehr eindr├╝cklichen Inszenierung, die mir lange im Ged├Ąchtnis geblieben ist.

Die jetzige Inszenierung ist vollkommen anders, aber immernoch sehr eindr├╝cklich und auf einem hohen qualitativen Niveau in allen Brreichen, au├čer hier und da vielleicht mal die Tontechnik.

Die recht aufwendige Drehb├╝hne er├Âffnet gro├čartige Ansichten. So z.b als Pilatus Jesus freilassen will, der physisch sehr gro├če Kaiaphas ihm aber den Weg auf der Treppe versperrt oder die Hosanna-Szene.

Zur Besetzung: Judas und Jesus waren der Hammer, Pilatus und Kaiaphas waren ebenfalls aussergew├Âhnlich gut.

Die Maria Magdalena war untypisch besetzt aber keinesfalls unpassend.

Da hat das kleine Theater Hagen einen richtigen Knaller auf die B├╝hne gebracht.

MChamp (2 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


30274
@dolcetto

24.01.2014 - Ich m├Âchte hier auf die Wertung von dolcetto hinzuf├╝gen: Sie bezeichnen die Darstellerin der M.M. als krasse Fehlbesetzung. Als Hinweis: Solisten aus dem Hausensemble sind zur Mitwirkung verpflichtet. Wenn sie also f├╝r eine Inszenierung eingeteilt werden, so ist das nicht ihnen anzulasten, wenn sie ggf nicht optimal f├╝r die Rollen sind, weil sie sonst anderes Repertoire singen. Die Verantwortung in jedem Fall die Theaterleitung, nicht der Darsteller-er ist vertraglich zur Mitwirkung in jeder musikalischen Produktion verpflichtet. Ich denke auch, dass Ihre Kritik "Fehlbesetzung" so verstanden werden muss, nicht als Angriff auf die S├Ąngerin.

Bella115 (8 Bewertungen, ∅ 3.1 Sterne)


30272
Spannende! Zwei tolle Hauptdarsteller!

22.01.2014 - Die Inszenierung ist neu und modern. Vielleicht manchmal gew├Âhnungsbed├╝rftig. Vieles verstehe ich nicht. Es spielt in einer Art "Warteraum". Warum? Aber dennoch alles in allem ein wirklich toller Abend wenn man ├╝ber B├╝hnenbild und manchen Kost├╝men hinweg schaut. 15 Minuten Standing Ovations bei der Premiere sprechen f├╝r sich.
Zur Besetzung:
Carsten Lepper kenn ich schon seit seiner Essener Zeit als Lucheni in Elisabeth. Seine damals schon grosse B├╝hnenpr├Ąsenz ist nochmals ins Uferlose gewachsen, seine Stimme klingt klar, rockig, seine H├Âhen sind atemberaubend kraftvoll. Hannes Staffler als Jesus ist ein toller Rocks├Ąnger. Er hat super gesungen. Manchmal h├Ątte ich mir mehr Kraft gew├╝nscht aber ich vermute das die Inszenierung das so wollte, das sein Jesus eher weicher ist. Aber auch das funktioniert im Laufe des zweiten Aktes gut.
Maria Magdalena (Marilyn Bennett) ist zwar schon etwas ├Ąlter, ihre Stimme klingt eher klassisch. Hat mich nicht gest├Ârt. Leider geht die Beziehung zwischen Jesus und ihr verloren, da im zweiten Teil ein wichtiger Song fehlt (Could we start again). Gut war auch der Pilatus (Rainer Zaun/ein eigentlicher Operns├Ąnger am Theater Hagen) mit grosser Kraft und spannendem Spiel.
Das gesamte restliche Theater-Ensemble ├╝berzeugt sehr und das in einem Repertoire-Theater hat Seltenheitswert. Toll! Das muss man im Ruhrgebiet suchen. Erinnert mich an die alte, gute Zeit in Gelsenkirchen am Musiktheater.
Die ├╝berregionale Presse schreibt sehr gut und ich kann mich den guten Kritiken anschliessen aber der obigen von der Musicalzentrale nur in Ans├Ątzen. Einfach selbst anschauen. Es lohnt sich!

musicalman (5 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


30265
sehenswerte Inszenierung

19.01.2014 - Eine moderne, sehr gelungene Inszenierung mit sch├Ânen Regieeinf├Ąllen und einer etwas anderen, wundersch├Ânen Schlussszene.
Ton, B├╝hnenbild, Choreographien gefielen mir sehr gut. Die Kost├╝me erinnerten mich allerdings teilweise an WWRY... (Herods Song, JCS).
Die Darsteller, auch die kleineren Rollen waren f├╝r mich bis auf eine Ausnahme wirklich gut besetzt. Hannes Staffler kannte ich vorher nicht, sein Jesus war stimmlich und darstellerisch sehr ausdrucksstark. Schade, dass bei Gethsemane auf den Schlusssatz verzichtet wurde.
Auch Carsten Lepper als Judas war top.
Allerdings empfand ich M. Bennett/Maria Magdalena als krasse Fehlbesetzung. Man mag die Rolle rockig, soulig, auch popm├Ąssig singen, aber Richtung Operette geht gaaaar nicht !
Mit einer anderen Maria Magdalena w├╝rde ich diesen JCS unbedingt empfehlen.

dolcetto (22 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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Die deutschsprachige Erstauff├╝hrung fand am 18. Februar 1972 in der Halle M├╝nsterland (M├╝nster) mit Reiner Sch├Âne in der Hauptrolle statt.

 Kurzbewertung [ i ]
(ah)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 2.80 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Auff├╝hrungstermine.


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