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Rock-Musical

Frühlings Erwachen

So'n verficktes Leben


© Koblenzer Jugendtheater
© Koblenzer Jugendtheater
Cynthia Thurats Inszenierung von "Frühlings Erwachen" in der Kulturfabrik Koblenz überzeugt mit talentierten, jungen Darstellern, die es schaffen, die Emotionen des Stückes auf die Zuschauer zu übertragen. Streckenweise fehlt ein wenig Tempo in den Ensembleszenen.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:19.04.2013
Rezensierte Vorstellung:19.04.2013
Letzte bekannte Aufführung:28.09.2013


Der gleichnamige Wedekind-Klassiker, auf dem das Musical "Frühlings Erwachen" beruht, behandelte zur damaligen Zeit Tabu-Themen, die allerdings auch heute noch nichts an Bedeutung verloren haben. Hier geht es um erste sexuelle Erfahrungen, Missbrauch, Homosexualität, Abtreibung und den Leistungsdruck von Schule und Gesellschaft. Das Koblenzer Jugendtheater, gegründet 1991, hat es sich zum Ziel gesetzt, begabte Jugendliche zu fördern und zusammen mit professionellen Theatermachern – von der Regie bis zur Tontechnik – das Beste aus ihnen herauszuholen.
Bei "Frühlings Erwachen" stehen in der Tat talentierte Jugendliche auf der Bühne. Dass die Produktion teilweise etwas zu brav und langatmig wirkt, ist weniger ihnen anzukreiden als der Tatsache geschuldet, dass diese Show in vielen Szenen von der Spritzigkeit der Choreografie und der Raffinesse des Bühnenbildes lebt. Beides zündet hier jedoch nur in Ansätzen.

© Koblenzer Jugendtheater
© Koblenzer Jugendtheater

Dennoch wird stets versucht, sich den Gegebenheiten anzupassen. Die Choreografien von Sascha Stead beispielsweise sind dem Alter der Darsteller ordentlich angepasst. Man erlebt keine akrobatisch anmutenden Tanzeinlagen wie in anderen Inszenierungen (beispielsweise beim Tanz mit den Schulpulten in "So’n verficktes Leben"). Dafür gibt es einfache Choreografien, diese jedoch synchron und passend zur Musik. Leider geht – auch wenn man noch so sehr daran denkt, dass die jugendlichen Darsteller ihr Bestes geben – ein Teil der Dynamik in den besagten Tanzszenen verloren.
Ähnliches gilt für das Bühnenbild, das der minimalen Bühne entgegenkommt: Eine Rampe im Vordergrund, im Hintergrund der Baum, an dem sich Melchior und Wendla näher kommen und das ein oder andere Versatzstück. Ein paar "Schmankerl", wie man sie aus anderen Inszenierungen kennt (beispielsweise Schultafeln, die im Laufe des Stückes bemalt werden), hätten die Szenerie aber sicherlich noch etwas belebt.
Auf der Haben-Seite des Abends steht ganz gewiss das Ensemble des Jugendtheaters, das ausnahmslos überzeugen kann. Zwischendurch vergisst man gar, in einem Amateurtheater zu sitzen und kann sich ganz dem Gesang und dem Schauspiel der jungen Künstler hingeben. Ganz besonders gelingt das immer dann, wenn Lena Fuhrmann als Wendla auf der Bühne steht. Ihre Stimme klingt sehr ausgereift für ihr Alter, sie hat ein angenehmes Vibrato und eine sehr überzeugende Bühnenpräsenz. Dies macht Songs wie "Mama" zum Erlebnis. Eine positiv überraschende Leistung.

Ihr Bühnenpartner Christian Blex (Melchior) musste sich zuerst etwas warmspielen, überzeugte aber spätestens ab dem Treffen zwischen ihm und Wendla und der damit verbundenen Angst vor seiner eigenen Courage. Solche Szenen, die viel Emotion und Ausdruck von Seiten der jungen Schauspieler verlangen, gibt es in "Frühlings Erwachen" zuhauf. Die Tatsache, dass sich die Jugendlichen in diesen Szenen nicht verlieren, ist ihnen hoch anzurechnen und der guten Arbeit von Regisseurin Cynthia Thurat zu verdanken. Ihreszeichens selbst Schauspielerin schafft sie es, die Personen sicher zu führen. Sie ist stets darauf bedacht, dass die besagten Emotionen beim Zuschauer auch ankommen. Sicher keine leichte Arbeit bei der Auswahl des Stückes.
Das übrige Ensemble rockt ordentlich und tritt in unterschiedlichen Rollen auf. Die Ensembleszenen gelingen – gesanglich und schauspielerisch – zuverlässig. Leider funktionierte am Premierenabend die technische Aussteuerung nicht ganz sauber, sodass die Chorszenen teilweise etwas laut und schrill über die Rampe kamen.
Das Sieben-Mann-Orchester unter der Leitung von Holger Kappus unterstreicht den Theaterabend mit einer streicherlastigen Besetzung, die gut zu dem Gesehenen passt und augenscheinlich mit Elan bei der Sache ist.
Bis auf die eingangs erwähnten minimalen Abstriche ist die Inszenierung sehenswert und der Kauf eines Tickets lohnt sich. Spannend für Kenner der Show ist sicherlich zu sehen, was jugendliche Amateure aus diesem Drama-Musical herausholen.

(Text: Jens Alsbach)



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Kreativteam

Regie Cynthia Thurat
Choreographie Sascha Stead
Gesangliche Enstudierung Cynthia Grose
Bandleitung Holger Kappus
Ausstattung Christian Binz
Dramaturgische Begleitung Annika Rink


Besetzung

Melchior Gabor Christian Blex
Wendla Bergmann Lena Fuhrmann
Moritz Stiefel Markus Baulig
Hänschen Rilow Maxime Mourot
Ernst Röbel Paul Mannebach
Georg Zierschnitz Jona Breitbach
Otto Lämmermeier Bernhard Plechinger
Ilse Neumann Kim Heinen
Martha Bessel Katharina Hellbach
Thea Lara Kuntz
Anna Isabelle Klein
Frau Ks. Claudia Felke
Mann André Wittlich




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(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Solide, streckenweise etwas zögerliche Inszenierung des Coming-Of-Age-Musicals mit talentierten Jugendlichen in den Hauptrollen

20.04.2013

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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