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Europäische Erstaufführung

Catch Me If You Can

Ein Katz-und-Maus-Spiel


© Rita Newman
© Rita Newman
In der gleichnamigen Hollywood-Verfilmung mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks aus dem Jahre 2002 geht am Ende alles gut aus. Auf der kleinen Bühne der Wiener Kammerspiele in der Josefstadt inszeniert Werner Sobotka die auf Tatsachen beruhende, am Broadway mäßig erfolgreiche Geschichte um den Scheckbetrüger Frank Agagnale (gespielt von Rasmus Borkowski) - ebenfalls mit einem Happy End.

(Text: Hardy Heise)

Premiere:24.10.2013
Rezensierte Vorstellung:01.12.2013
Dernière:05.02.2014


Die gelungene deutsche Adaption, die manchmal lokalpatriotisch eher österreichisch und weniger hochdeutsch angelegt ist, unterhält wie ein sonntäglicher Tatort nach dem Motto: "Zurücklehnen und in jeder Szene gespannt sein."

Die Wahl des Theaters für diese Produktion hätte nicht besser sein können. Schon beim Betreten des frisch renovierten Theaters überrascht das Haus im Stil eines wahren Schmuckkästchens. Die Story und die Inszenierung passen sich ideal in das Haus ein, auch wenn die schmale Bühne mit insgesamt teilweise 17 Darstellern auf der Bühne fast überfüllt wirkt. Der Effekt der Nähe des Zuschauers zum Geschehen auf der Bühne wird dadurch nur noch verstärkt. Dabei besteht das Einheitsbühnenbild aus teilweise beleuchtbaren Quadraten und Rechtecken an den Wänden. Zwei Treppen im hinteren Bereich, die auf eine Empore führen, wirken wie eine Flugzeuggangway. Am oberen Ende der Treppe ist eine Videoleinwand für Projektionen angebracht und eine Drehtür für Auf- und Abgänge darunter. Dazu werden Requisiten wie Türen, Tische und Stühle durch ein geschicktes Lichtkonzept ergänzt. Besonders gelungen sind Frank Juniors Vorstellungen seiner Utensilien wie Schere und Klebstoff in stark vergrößerter Form im Stil der Fernsehwerbesendung "Der Preis ist Heiß" im TV.

© Rita Newman
© Rita Newman

Das Stück beginnt mit dem eigentlichen Ende der Geschichte der Verhaftung von Frank Abagnale junior im Jahre 1969. Im weiteren Verlauf erzählt dieser seinem Gegenspieler FBI-Agent Carl Henratty (interpretiert von Martin Berger) und dem Publikum seine Geschichte als Stück im Stück "Live und ganz in Farbe" charmant und oft humorvoll. Frank Agagnale Jr., ein geschickter und cleverer Scheckbetrüger sowie vermeintlicher Pilot, Arzt und Anwalt gibt sich dabei in einem komödienartigen Katz-und-Maus-Spiel ein Wettlauf mit dem ehrgeizigen und in grauem Trenchcoat und Hut gekleideten FBI-Agent Carl Henratty. Der immer wieder in Einsamkeit versinkende Polizist steht in der Darstellung von Authentizität und Emotionen dem sich stets auf der Flucht befindlichen Scheckbetrüger nicht hinten an. Beide Darsteller erreichen, dass sich die Zuschauer mit ihren Rollen identifizieren und der Sympathieausschlag in Schwarz-Weiß-Kategorien ausbleibt. Carl Henratty ist besessen von der Jagd des Frank Aganale, wobei dieser die Rolle des Gejagten durchaus genießt. Beide Figuren entdecken Ihre einzige Gemeinsamkeit, die Einsamkeit, was immer wieder in einigen Szenen anklingt und in einer Anrufszene am Ende des ersten Aktes klar zur Sprache kommt. Die kräftigen und klaren Stimmen der Darsteller heben die Vehemenz ihrer Vorgehensweisen deutlich heraus. Herrlich amüsant gelingt dann aber wiederum konträr zur Darstellung der Einsamkeit die Tanzszene "Brich kein Gesetz" von Martin Berger, der hier gerade seine Körperlichkeit perfekt und witzig einsetzt.

Frank Agagnale agiert in fast jeder Szene. Rasmus Borkowski nimmt sich dieser Präsenz durch seine Jugendlichkeit und einnehmende Ausstrahlung meisterlich an. Henratty wird von Berger zunächst mürrisch und bärbeißig, im Verlaufe des Stückes jedoch gelungen weicher und differenzierter interpretiert. Am Ende entwickelt er sogar nahezu vaterähnliche Gefühle für Frank Jr. und stellt diesen beim FBI an.

Lisa Habermann als Frank Jrs Verlobte Brenda Strong greift spät ins Geschehen ein, kann jedoch zum Ende mit ihrer melodiösen Stimme und einer eindringlichen Interpretation von "Flieg, flieg ins Glück", einem der schönsten Songs des Stückes, glänzen. Die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Frank Senior und Frank Junior wird von Borkowski und Axel Herrig anrührend herausgespielt. Herrig bewegt den Zuschauer mit seiner Darstellung des voranschreitenden Absturzes des Vaters. Karin Seyfried ist als Franks Juniors unglückliche Mutter stark unterfordert, spielt aber liebenswert mit authentischen französischem Akzent. Dean Welterlen und Ariane Swoboda bleiben in ihren kleinen Rollen als Brendas herrlich spießige Eltern in Erinnerung, da sie diese als Karikaturen interpretieren, was auch wunderbar gelingt.

Die Ensemblemitglieder spielen die weiteren kleinen Rollen, wobei jeder verschiedene Parts übernimmt. Dabei können sie vor allem tänzerisch in den einfalls- und abwechslungsreichen in den Handlungsstrang eingebetteten Choreografien Simon Eichenbergers glänzen. Für komische Momente sind die drei Assistenten Henrattys Tim David Hüning als prolliger Branton, Andreas Wanasek als netter Cod und Christian Petru als trotteliger Dollar zuständig, was ihnen zumeist gelingt.

© Astrid Knie
© Astrid Knie

Sobatkas Inszenierung ist insgesamt stimmig, im ersten Akt schwungvoll und mitreißend und am Ende mit kleinen Längen verziert. Besondere Würze und Authentizität verleiht ihr Marc Shaimans gut ins Ohr gehende Musik, die mit verschiedenen Stilen wie Jazz, Pop und Country im Stil der amerikanischen Musicals der 1960er Jahre das Stück perfekt einrahmt. Die fünfköpfige Band, bestehend aus Klavier, Bass, Gitarre, Schlagzeug und Reeds, spielt unter der Leitung von Christian Frank furios und brilliert - dabei liefert sie nahezu Orchestersoundniveau. Auf die Verwendung von Microports hätte in diesem Schmuckkästchen von Theater sogar fast verzichtet werden können.

Wie beim Tatort wird das Publikum blendend und spannend unterhalten, was hier sogar um Witz, Humor und abwechslungsreicher Musik ergänzt wird. Die Protagonisten werden vom Publikum am Ende zu Recht gefeiert. Gute Krimiunterhaltung ist eben beliebt - im Fernsehen und auf der Bühne.



Musical von Marc Shaiman (Musik und Texte), Terrence McNally (Buch), und Scott Wittman (Texte)
Deutsche Übersetzung von Werner Sobotka

(Text: Hardy Heise)




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News: Werner Sobotka: Garanten für Erfolg gibt es nicht (27.08.2013)



Kreativteam

Musikalische LeitungChristian Frank
RegieWerner Sobotka
ChoreografieSimon Eichenberger
BühneWalter Vogelweider
KostümeElisabeth Gressel
LichtMichael Grundner


Besetzung

Frank Abagnale, Jr.Rasmus Borkowski,
(Christian Petru)

Carl HanrattyMartin Berger
Paula AbagnaleKarin Seyfried
Frank Abagnale, Sr.Axel Herrig
Brenda StrongLisa Habermann
Roger StrongDean Welterlen
Carol StrongAriane Swoboda
BrantonTim David Hüning
CodAndreas Wanasek
DollarChristian Petru
EnsembleSarah Bowden
Lisa Habermann
Daniela Harbauer
Emma Hunter
Maren Kern
Miriam Mayr
Ariane Swoboda
Salka Weber
Dominik Hofbauer
Tim David Hüning
Christian Petru
Andreas Wanasek
Dean Welterlen



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


30241
Unglaubliche Leistung

06.01.2014 - Am Donnerstag und am gestrigen Sonntag hatte ich die Chance 2 der begehrten Karten in Wien zu bekommen.

Donnerstag dann die Mitteilung vor der Show das Rasmus nicht spielen wird. Stattdessen sprang kurzfristig Christian Petru ein. Eine enorme Leistung!

Die Show ist ja Quasi eine Show für einen Showman plus Company und was da geboten wurde war bis auf kleine Patzer einfach genial. Er gab einen jungen, verschmitzen und manchmal unsicheren Frank ab. Seine Stimme klann sehr angenehm und auch die enorme tänzerische Leistung in den vielen Nummern meisterte er mit Bavour.

Sonntag konnte ich dann im Vergleich dazu noch Rasmus Borkowski in der Rolle erleben. Er macht das wirklich grandios. Wer war eigentlich Leo di Caprio.

Ein Entertainer und Charmeur erster Güte. Auch der Cast und das Ensemble waren einfach gut. So viele Bekannte Darsteller auf einer Bühne in einer Show zu sehen war einfach bemerkenswert.

Was das kleine Haus da aus der Show herausholt ist einfach toll. Klasse.

Die Show hat Längen - das muss man zugeben - aber eher in den Dialogen oder in den nicht enden wollenden 3 Songs am Ende. Das ist aber ein Problem des Materials und nicht der Darsteller.

Ich bin gespannt ob es die Show mal nach Deutschland schafft. Das Stück ist mit der swingigen, jazzigen Musik perfekt für kleinere Theater geeignet.

Das Wiener Publikum goutierte die Show wenngleich am Nachmittag die Herrschaften ein wenig benötigten.

RAIMUND (4 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


30155
Kurzweilige Unterhaltung, hervorragende Darsteller

02.11.2013 - Über weite Strecken ist "Catch Me If You Can" ein Gute-Laune-Musical: buntes 1970er Flair, schön choreographierte Tanzeinlagen, beschwingte jazzige Melodien – und es macht einfach Spaß, zuzusehen, wie der sympathische Hochstapler Frank Abagnale jr dem FBI Mal um Mal auf der Nase herumtanzt.

Die beiden Hauptrollen sind mit Rasmus Borkowski als smartem Gauner, der eher durch Zufall in eine Betrügerei nach der anderen rutscht, und Martin Berger als mürrischen FBI-Agenten, der ihn zur Strecke bringen will, so passend und gut besetzt, als wären den beiden die Rollen auf den Leib geschneidert worden. Die gemeinsamen Szenen und Wortgefechte zwischen Frank und Carl sind die unangefochtenen Highlights des Stücks und lassen die anderen Charaktere in den Hintergrund rücken. Nichtsdestotrotz überzeugen auch Alex Herrig als Frank Sr., Karin Seyfried als Franks Mutter (die in der besuchten Vorstellung aufgrund von Stimmproblemen nur körperlich anwesend war und vom Ensemble so gut synchronisiert wurde, dass es ohne vorherige Ankündigung kaum aufgefallen wäre) und Lisa Habermann als Brenda.

Musikalisch ist "Catch Me If You Can" nett, aber nicht revolutionär. Von den Songs hat einzig Franks großes Solo "Goodbye" wirkliche Ohrwurmqualitäten – zwar bleibt auch "Live und ganz in Farbe" im Ohr, aber eher dank des häufigen Anspielens im Stück als aufgrund der Melodie.

Es sind die leisen und tragischen Momente, in denen "Catch Me If You Can" nicht immer funktioniert. Zum Beispiel Franks Liebe zu Brenda, der vom Drehbuch her nicht genug Raum gegeben wird, um die Ernsthaftigkeit und Bedeutsamkeit der Beziehung verständlich zu machen. Oder aber das Ende, wenn sich der immer noch in sprichwörtlichen Höhen schwebende Frank von der Realität zu Boden ziehen lassen muss und realisiert, dass sein Vater tot ist, seine Beziehung mit Brenda keine Zukunft hat und er vom FBI umstellt ist. Zu schnell wird hier noch ein Haken zum Happy End geschlagen, was den Spannungsbogen kaputt macht und gehetzt wirkt.

Das sind freilich Probleme des Stücks an sich und weniger der Wiener Aufführung, an deren Umsetzung des Stoffes es nichts zu kritisieren gibt und die hervorragend unterhält.

Sandrine (20 Bewertungen, ∅ 4.1 Sterne)


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