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Drama

Cabaret

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© Rudolf A. Hillebrecht
© Rudolf A. Hillebrecht
Craig Simmons ("Die Show ihres Lebens") inszeniert den viel gespielten Klassiker von John Kander und Fred Ebb open-air vor dem Dom.

(Text: Andreas Gundelach)

Premiere:14.06.2013
Rezensierte Vorstellung:14.06.2013
Letzte bekannte Auff√ľhrung:04.08.2013


Die Gandersheimer Domfestspiele wagen sich 2013 mit "Cabaret" an einen echten Klassiker, der aktueller nicht sein k√∂nnte. Rund um den Kit-Kat-Club im Berlin der sp√§ten 1920er Jahre treffen verschiedenste Lebensweisen und -stile aufeinander, verschmelzen fast poetisch, um sp√§ter in den M√ľhlen des aufkeimenden Nationalsozialismus zermahlen zu werden. Die Geschichten von Frl. Schneider, Herrn Schulz, Clifford Bradshaw und Sally Bowls lie√üen sich fast ohne Schwierigkeiten auch ins heutige Europa und die heutige Welt √ľbertragen. Sehns√ľchte und Hoffnungen f√ľhren zu einem kurzen Gl√ľck, w√§hrend die Schatten des Extremismus allgegenw√§rtig sind und besonders bei schwachen Pers√∂nlichkeiten fruchtbaren Boden finden.

In ihren Details betrachtet ist die Gandersheimer Inszenierung pfiffig und gut durchdacht: "One Man and Two Ladies" erscheinen pl√∂tzlich unerwartet unter einem Bett, "Money" wird gierig bis in den Zuschauerraum hinein gesammelt und die legend√§re "Ananas" findet auf dem Flur der Pension Schneider ihren Platz. Das hervorragende Kost√ľm- und Maskenbild ist stets keck, aber nie zu vulg√§r, und unterst√ľtzt die einzelnen Charaktere optimal. Die einzelnen Rollen sind durchweg gut besetzt und ausgearbeitet. Sehr intime Rollen wie die des Frl. Schneider stehen im Kontrast zu den zombieartig anmutenden T√§nzerinnen des Kit-Kat-Club.

© Rudolf A. Hillebrecht
© Rudolf A. Hillebrecht

Die Schauspieler rund um Franziska Schuster (Teilnehmerin des TV-Castings "Ich Tarzan, Du Jane" mit anschlie√üender Ausbildung an der Joop-van-der-Ende-Akademie Hamburg) liefern in den Choreographien von Mathias Schwarz eine tolle Leistung, spielen mit dem Publikum, sind r√ľhrend, anmutig, stark und verletzlich. Auch abseits des Handlungsfokus verbleiben sie perfekt in ihren Rollen und erz√§hlen stumm ihre Geschichten weiter.
Mit liebenswerter Berliner Schnauze gewinnt Petra Welteroth (Frl. Schneider) schnell die Sympathie der Zuschauer, an ihrer Seite gibt Hans-J√∂rg Frey (Hr. Schneider) den charmanten Verehrer alter Schule. √úber allem thront d√§monengleich der Conf√©rencier (brillant und pr√§sent: Jens Schnarre), der in wechselnden Kost√ľmen die Handlung begleitet, kommentiert oder d√ľster unterbricht.
Unterst√ľtzt von der bew√§hrten Band der Domfestspiele rund um Heiko Lippmann tanzen und singen sich alle Darsteller schnell in die Herzen der Zuschauer.
Ausdrucksstarke und abwechslungsreiche Choreo¬≠graphien mit starken Finalbildern sorgen teilweise f√ľr √ľberschw√§nglichen Szenenapplaus.
Doch an einigen anderen Stellen schw√§chelt die Auff√ľhrung. Das Lichtdesign wirkt √ľber weite Teile einfallslos. Gut abgestimmte Farbelemente stehen nur starr auf der B√ľhne, auf Projektionen wird vollst√§ndig verzichtet. Selbst nach dem Einbruch der Dunkelheit unterst√ľtzt das Lichtdesign die Handlung nur minimal.
Das B√ľhnenbild ist funktional, wenn auch zeitweise zu abstrakt. Es verzichtet auf jegliche Details und tr√§gt so ebenfalls wenig zur Handlung bei. Das aufkeimende NS-Regime wird so nur vom Kost√ľmbild aufgenommen, auf der B√ľhne dienen nur einige Zitate Hitlers auf gedruckten wei√üen Fahnen zur Unterst√ľtzung.

© Rudolf A. Hillebrecht
© Rudolf A. Hillebrecht

Und so springt der Funke des Gesamtwerks nicht voll √ľber: Zum Ende der Auff√ľhrung setzt ein langanhaltender und freundlicher Applaus ein, doch erst nach einiger Zeit kommt es zu ersten Standing Ovations. Vielleicht liegt es am bedr√ľckenden Thema Nationalsozialismus, vielleicht am modern umgesetzten und dann sehr abrupten Ende des St√ľcks.

Trotzdem lohnt sich f√ľr "Cabaret"-Fans ein Besuch vor dem Gandersheimer Dom. "Cabaret"-Neulinge werden die zauberhaften Momente der Auff√ľhrung genie√üen k√∂nnen, ein Gesamtkunstwerk durften sie -zumindest in der Premiere - noch nicht erleben.

(Text: Andreas Gundelach)



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Kreativteam

Musikalische LeitungHeiko Lippmann
RegieCraig Simmons
ChoreografieMathias Schwarz
AusstattungKati Kolb


Besetzung

Sally BowlesFranziska Schuster
ConférencierJens Schnarre
Clifford BradshawDirk Schäfer
Frl. SchneiderPetra Welteroth
Herr SchulzHans-Jörg Frey
Frl. KostRebecca Siemoneit-Barum
Ernst LudwigMario Germlich
EnsembleAlice Hanimyan
Julia Hiemer
Johannes Kiesler
Stefan R√ľh
Tabea Scholz




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Rudolf A. Hillebrecht
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Berlin kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. mehr

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Auff√ľhrungsrechte: Verlag Felix Bloch Erben

 Kurzbewertung [ i ]
(agu)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Gute Choreographien, tolle Kost√ľme und klasse Cast in schwachem Licht- und B√ľhnenbild.

17.06.2013

 Termine

Leider keine aktuellen Auff√ľhrungstermine.


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