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Grusical

Sweeney Todd

Ein blutiger Rachefeldzug


© TfN
© TfN
Eines der meistgespielten Werke von Stephen Sondheim. Es erzählt von dem Barbier Sweeney Todd, der unschuldig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde und nach seiner Entlassung Rache nehmen will.

(Text: mr)

Premiere:27.04.2013
Letzte bekannte Aufführung:15.06.2013


Musical von Stephen Sondheim (Musik und Texte) und Hugh Wheeler (Buch)

(Text: TfN)






Kreativteam

Musikalische LeitungLeif Klinkhardt
InszenierungUwe Schwarz
ChoreografieKatja Buhl
Bühne und KostümeSteffen Lebjedzinski


Besetzung

Sweeney ToddTom Zahner
Mrs. LovettKaroline Goebel
Anthony HopeJonas Hein
Richter TurpinJens Krause
JohannaCaroline Zins
Büttel BamfordAlexander Prosek
BettlerinKatja Buhl
PirelliJens Plewinski
TobiasMagdalene Orzol
Mr. Fogg
Vogelhändler
Tim Müller




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© TfN
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


7 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


30013
Glanzpunkte aus der 2. Reihe

29.05.2013 - Besuchte Vorstellung am 28.05.13 in Hildesheim.
Die von mir besuchte Vorführung war leider nur passabel. Grundsätzlich muss ich mich vielen Vorrednern anschließen und sagen, dass die Besetzung nicht optimal ist. Es wirkt wie der Versuch avantgardistische Typveränderungen in ein Werk hinein zu bringen welches diese in keinster Weise benötigt. Hier ist vermutlich ein Regisseur zugegen gewesen der krampfhaft alles nur um der Änderung willen verändern wollte ohne dabei die vorhandenen Ressourcen zu berücksichtigen. Sehr schade, denn das Potenzial ist in dieser Company vorhanden. So dümpeln aber Darsteller in Rollen umher die ihnen nicht gerecht werden. Kritisch habe ich vor allem das Protagonistenpärchen Lovett-Todd empfunden. Er, unverständliches deutsch und eine Stimme die nicht zur Stilistik des Werkes passt, wenngleich gut geführt. Sie, viel zu jung im Zusammenspiel mit ihm und noch nicht reif genug um die nuancenreichen Partien mit echtem Leben zu füllen. Somit erweisen sich Goebel/Zahner zumindest in dieser Konstellation als mangelhaft und leider sehr künstlich hölzern. Joahanna/Anthony gelingt eine glaubwürdige Symbiose wenngleich ihre Charaktere nur selten die banale Zweidimensionalität dieser Inszenierung verlassen können. Beide können durch den Gesang überzeugen doch die Leidenschaft bleibt dabei auf der Strecke. Tupin/Bamford gehören für mich zu den Glanzpunkten der zweiten Reihe an diesem Abend. Stimmsicher und mit der notwendigen Portion "Dramatik" in der Stimme überzeugen sie sowohl gesanglich als auch darstellerisch. Krause mit leichten Unsicherheiten im großartig gesetzten Geißelungslied und Prosek sehr sauber in den hohen Stellen der zwielichtigen Figur des Büttels.
Toby/Pirelli, gelungen und ein echter Gewinn für diese Inszenierung. Vor allem Tobi rettet durch sein natürliches und un-affektiertes Spiel viele Szenen zwischen Lovett und Todd. Orzol war eine gute Wahl für diese Rolle.
Buhl gibt die Bettlerin sehr überzeugend und ist ein interessanter Typ für diese Rolle. Lediglich der Gesang wirkt stellenweise unpassend.
Müller sorgt für einen der seltenen faszinierenden Momente des Abends als Leiche.
Der Chor funktioniert, wird aber auch nur als "Beiwerk" verschwendet und reiht sich somit in die verschenkten Gelegenheiten dieser Inszenierung ein.
Das Orchester spielt gut aber wenig enthusiastisch und kann somit die Stimmung nicht wirklich heben.
Zusammengefasst ist die Bilanz des Abends eher ernüchternd und der fade Beigeschmack von Verschwendung guter Ressourcen bleibt. Die Regie ist wenig fesselnd und leider handwerklich schlecht. Die Charaktere dümpeln vor sich hin während auf großen Leinwänden schöne Bilder die Aufmerksamkeit von den Darstellern stehlen und vielleicht auch stehlen sollen um über Defizite hinwegzutäuschen. Mit lebendigem Theater, mit Musical hat das leider nicht viel zu tun. Wenn ich den Film hätte sehen wollen ...

ManuelKontz (erste Bewertung)


29998
Defizite aber empfehlenswert

14.05.2013 - Gebe meinen Vorrednern in manchen Punkten recht.
Die Videoprojektionen erdrücken die Darsteller förmlich und auch die Textverständlichkeit ist nicht immer optimal, ob das nun am Tontechniker liegt oder an der Artikulation der Darsteller sei mal dahingestellt.
Auch die Dialogregie hätte in vielen Fällen viel detaillierter ausfallend sollen, dann wären auch Handlungsstränge wie die Liebesgeschichte von Anthony und Johanna berührender gewesen.
Ich bin aber sehr erschrocken über die Art, wie mein Vorredner über die Darsteller herzieht, das ist ja jenseits von sachlicher Kritik..
Deshalb maße ich es mir auch mal an, meine Meinung zu dem Gesehenen zu äussern.
Jens Krause und Alexander Prosek sind ein herrlich unsympathisches Gespann, vor allem 'mea culpa' beeindruckt. Und die Nummer am Klavier von Prosek ist sehr komisch.
Caroline Zins singt wunderschön, in der von mir gesehenen Vorstellung (10.5.)
klang ihr Stimme nicht angestrengt, genauso Jonas Hein der 'Johanna' zu einem melodischen Höhepunkt des Abends macht.
An dieser Stelle muss ich leider sagen, das die Ausstattung gar nicht geht. Hein sieht irgendwie verkleidet aus, gar nicht zu sprechen von dem armen Chor der aussieht wie das schwarz weiße Elend. Singen tun sie aber klasse! Hätte gerne mehr Gesichter gesehen, war bei der dunkeln Beleuchtung aber fast unmöglich.
Tom Zahner als Sweeney Todd find ich weitgehend gut, stimmt, man versteht ihn schlecht und auch gesanglich ist er nicht die typische Besetzung für so einen Part. (Kann man ihm aber auch nicht anlasten finde ich) Trotzdem kann ich seine Wut gegen die Welt gut nachvollziehen.
Komplettiert wird die starke Ausstrahlung des Zweiergestirns durch Karoline Goebel als Mrs Lovett (überraschend junge Besetzung für Mrs Lovett, vor allem im Vergleich zu Zahner) Sie beherrscht ihre Rolle durch und durch und überzeugt stimmlich wie darstellerisch.
Tim Müller ist der Stuntman der Show, wahnsinn was der geleistet hat. Naja, seht selbst :-)
Jens Plewinski als Pirelli - hier kann man mal wieder die Ausstattung kritisieren- sieht leider echt aus wie eine Kopie von Glöökler. Schade, so hatte er kaum Raum etwas eigenes zu kreieren.
Bleibt noch Magdalena Orzol. Das find ich mal eine originelle Idee, dass diese Rolle von einer Frau gespielt wird. Sie singt 'Nichts kann euch geschehen' mit einem glockenklaren Sopran und spielt sehr berührend.
Alles in allem gibt es sicherlich Defizite bei Regie und Ausstattung. Die Darsteller aber machen ihre Sache toll und das Orchester (unter der Leitung von Leif Klinkhardt) spielt die Musik von Sondheim beeindruckend gut. Ich würde es mir vielleicht noch mal ansehen, diesmal vielleicht von einem anderen Platz aus, denn manchmal waren die Metallstreben der Türme im Weg.

Lewandowski1953 (2 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


29997
Nicht empfehlemswert

11.05.2013 - Das war irgendwie leider leider wirklich enttäuschend. Am Anfang erschlägt einen alles, man denkt sich "wow" aber das wars dann auch schon. Schon ersten Szenen fließen so dahin. Bühnenbild und Kostüm erklären sich mir überhaupt nicht, ärgern eher durch Definitionslosigkeit und hässlichen Grundfarben der Verkehrsbeleuchtung rot-gelb-grün. Die Kostüme sind absolut irritierend, Johanna sieht z.B.aus wie Eponine und Cosette aus Les Miserables, singt zusammen mit Anthony ( J.Hein) aber völlig belanglos vor sich hin. Beide Darsteller präsentieren sich lediglich als kühle, blasse Singmaschinen, zudemin die Stimme von C.Zins in den Höhen angestrengt kling..M.Orzol als Toby sieht aus wie eine Vogelscheuche aus einem Kindermärchen und, leider ist auch einiges viel zu hoch für die Darstellerin ( wird glaube ich doch eigentlich von einem Mann gesungen ?). Pirelli hat sich kostümtechnisch aus dem Rotlichtmilieu aktuell aus Berlin wohl auf die Bühne verirrt. Vom Gesang her komplett überfordert, ich habe das Gefühl er trifft keinen Ton.Frau Lovett ( C.Goebel ) trägt Trauer und kommt eher als pubertierende Tochter von S.Todd daher. Die Leistung ihrer Darbietung ist in bestem Falle solide, für mich in keinem Fall herausstechend und in Bezug auf die Darstellerinnenriege der Vergangenheit, definitiv ernüchternd farblos.
Zur Regie kann ich für meinen Teil nur sagen, selten so gut geschlafen. Wo ist da der Thriller. Ja, es rollen Köpfe, modernes streiles Bühnenbild und Galgen???? Aha. Das Orchester unter der Leitung von L.Klinkhardt stört nicht, ist aber auch nicht besonders aber es weckt einen manchmal wenigstens auf. Naja man muß die Musik auch mögen ist nicht jedermanns Sache.Weiterhin fand ich, daß die Darsteller sich alle eher durch das Stück kämpfen als spielen, aber das spielt sich vielleicht noch ein. Ich habe ja nur die Premiere gesehen. Der Chor steht meistens, wie so oft...gibt dem ganzen Aber wenigstens einen dramatischen Beigeschmack durch die Klangunterstützung. Wenigstens hier ein wenig "bombast".
Die Videoeinspielungen, die zur Zeit ja sehr in Mode gekommen sind, sind beachtlich und wirken sehr aufwändig und gelungen, verfehlen aber durch zu viel des Guten an Wirkung und lenken irgendwann ab. Aber vielleicht ist das ja auch gut so. Was für mich einmal mehr unverzeihlich jedoch ist, daß man die Hauptdarsteller , v.a. leider ausgerechnet den Todd-Darsteller (T.Zahner ) wirklich sehr oft gar nicht versteht, ausserdem fehlt es ihm meiner Meinung nach an dramatischer Stimmdarstellung und Tiefe, was das äußerliche Spiel leider auch nicht wet macht.
Ehrlich gesagt war ich nach der Vorstellung relativ ratlos. Es gibt keine herausragenden Leistungen, keine ergreifenden Ecken und Kanten, nichts besonderes. Und das bei dieser besonderen Musik die an Dramatischem keine Wünsche offen ließe.
Wer das Stück nicht nur als Film sehen , sondern auch auf der Bühne kennenlernen möchte,soll es sich anschauen. Bei dieser Umsetzung wähle ich allerdings lieber den Film. Ein ( größeres) 3-Sparten-Haus wie die Staatsoper Hannover wäre vielleicht der geeignetere Aufführungsort mit den geeigneteren Mitteln und Akteuren für ein so opernlastiges Stück gewesen.
Der eine Stern ist übrigens für den Komponisten!

Theater55 (15 Bewertungen, ∅ 2.6 Sterne)


29996
Leider nur passabel

09.05.2013 - Dieser Musicalabend blieb leider weit hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Besuch der letzten Produktion (Zum Sterben Schön)machte ich mich voller Vorfreude auf den Weg ins Theater. Diese wurde leider größtenteils enttäuscht. Aber lieber von Anfang an:
Das Bühnenbild ist schön wenn auch stilistisch unentschieden. Die Kostüme größtenteils bunt zusammengemischt und teilweise gar nicht passend. Vor allem der Chor wirkt viel zu aufgedonnert um die Bevölkerung der "schäbigen" Fleet Street darzustellen.
Die Videoprojektionen sind sehr schön gemacht aber in der Masse geradezu erschlagend und lenken viel zu sehr von den Darstellern ab. Die Beleuchtung ist generell zu dunkel und wirkt unprofessionell. Das Orchester unter Leitung von Klinkhardt spielt gut aber nicht überragend und wirkt an vielen Temporeichen Stellen zu "matschig". Wirkliche Choreografien gab es nicht, somit kann ich auch nicht darauf eingehen. Zu den Darstellern erlaube ich mir hier eine tiefer gehende Kritik da ich bereits sehr viele von ihnen schon in mehreren Stücken sehen durfte.
Buhl wirkt in der Rolle der Bettlerin stimmig, da stört auch der streckenweise unsaubere Gesang nicht weil er passend ist. Müller erscheint nur als Zaungast in vielen verschiedenen Rollen ist aber mit seinen akrobatischen Sterbeaktionen einer der Höhepunkte. Zins singt die Partie der Johanna sehr schön bleibt aber sehr blass in der Charaktergestaltung. Krause überrascht als Richter und ist sicherlich einer der Lichtblicke des Abends. Plewinski gibt einen schrillen Pirelli kann aber stimmlich nicht punkten. Prosek, da muss ich mich meinem Vorredner anschließen, ist falsch besetzt (dazu nehme ich später noch Stellung)meistert aber die anspruchsvolle Tenorpartie erstaunlich gut und überzeugt spielerisch auf ganzer Linie. Hein gibt einen naiv-liebesblinden Anthony der passend wirkt. Orzol spielt die Hosenrolle des Tobi souverän und stimmsicher. Nun zum wichtigen Protagonistenpärchen: Goebel überzeugt stimmlich auf ganzer Linie zeigt aber wenig Veränderung in ihrem Spiel und legt viel zu wenig Wahnsinn an den Tag. Trotz dieser Defizite ist sie eindeutig der stärkere Teil dieses Zweigestirns. Zahner spielt konstant kann aber nur über kurze Strecken mitreißen, desweiteren ist seine Verständlichkeit, dem Akzent verschuldet, miserabel. Den wirklich anspruchsvollen Arien des Sweeney Todd ist er leider nicht gewachsen und entpuppt sich somit als tragischer Fehlgriff in der Besetzungskiste. Die Besetzung hätte ich mir nicht so vorgestellt. Es wirkt so als ob man viele Zettel mit Namen drauf in eine Kiste geschmissen hat und dann nach gut Glück gezogen hat. Wirkliche, künstlerisch und stimmlich starke Mitglieder des Ensembles (z.B. Prosek) haben keine Entfaltungsmöglichkeiten und andere scheitern wiederum an den gestellten Aufgaben. Ich kann diese Besetzungsstrategie wirklich nicht nachvollziehen!

Das Stück schwächelt in der Inszenierung von Schwarz ebenfalls sehr massiv. Es fehlt Schwung und Nachvollziehbarkeit. Alles wirkt wie mit der heißen Nadel gestrickt und kann nur an sehr wenigen Stellen begeistern (wie z.B. An der See und Mea Culpa).
Schade, dass dieses wirklich sehr schöne Werk nicht die Inszenierung und Besetzung erhalten hat die es verdient. Ich kann es nicht empfehlen.

SonjaHaberer (2 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


29987
Überwiegend enttäuschend

30.04.2013 - Um ehrlich zu sein war ich von der gebotenen Darbietung in Hildesheim größtenteils enttäuscht. Der Darsteller des Sweeney Todd war leider ein absoluter Fehlgriff. Unverständliche Sprache, hölzernes oft affektiertes Spiel und eine störend nasale Singstimme haben mir den Abend sehr verdorben und mir immer wieder die Frage durch den Kopf schießen lassen: "Warum besetzt man so eine Rolle mit jemanden der es offensichtlich nicht bewerkstelligen kann sie auszufüllen!" Da konnte selbst die solide Leistung der Mrs. Lovett nichts mehr reißen. Die Videoprojektionen die sehr gut gemacht waren sollten wohl über die dramatischen Defizite der Regie und Rollenentwicklung hinwegtrösten aber Theater ist nunmal nicht Kino und so ging der Schuß meines Erachtens nach voll nach hinten los. Nur sehr wenige konnten an diesem Abend überzeugen. Dazu gehören allen voran Mrs Lovett, Tobias und Pirelli. Anthony und Johanna haben leider keinen Platz die schöne Liebesgeschichte auszubauen und somit verkommen ihre Figuren zu banalen Begleitfiguren auf die man auch verzichten könnte. Der Büttel ist interessant angelegt und schauspielerisch sehr gekonnt gespielt leider aber gesanglich vollkommen falsch besetzt. Auch ein Affe mit Ohrenschützern hätte diese Rolle mit einem Tenor besetzt und nicht einem Bariton (mit einer wirklich schönen Stimme) aufgezwungen der daran nur scheitern kann.

Summa Summarum eine enttäuschende Umsetzung eines wirklich guten Stoffes.

Nicht empfehlenswert ...............

ArnoArno (erste Bewertung)


29986
SweeneyTodd mit gemischten Gefühlen

30.04.2013 - Da dies mein erster richtiger Kontakt zu Sweeney Todd war, kann ich leider wenig über die Qualität der Umsetzung schreiben. Ob es am eher zähen Original liegt oder doch die Umsetzung unraffiniert war, vermag ich nicht festzumachen. In jedem Fall hat die Inszenierung in Hildesheim Längen, die so sicherlich nicht sein müssten. Die Hauptrollen finde ich (bis auf die der Bettlerin) charmant besetzt und auch mit Sweeney kann ich mich anfreunden - hätte mir persönlich allerdings eine etwas plakativere Figur und Darstellung gewünscht. Der Chor überzeugt mit seiner Stimmgewalt und einzelne Nebenrollen brillieren. Für die sehr hohen Gesangspassagen fehlt es meiner Meinung nach allerdings an passenden Darstellern.

Zum zweiten mal positiv überrascht war ich vom Bühnenbild eines TfN-Musicals. Bis auf ein paar unnötige Knarzer in den Umbaupausen hat es der Bühnenbildner (wie schon bei "Zum Sterben schön") verstanden, mit überschaubaren Elementen eine Vielzahl an Situationen und Szenenbildern zu schaffen. Ein ausgezeichnetes Licht (mit kleinen Schwächen, dazu gleich mehr) unterstützt das Bild mit systematisch aufgebauten Projektionen.

Besonders im Intro des Stücks fühlt man sich sofort an hervorragende Inszenierungen sehr großer Musicalhäuser erinnert. Ähnlich z.B. LesMiserables oder WeWillRockYou sorgt ein sich aufbauendes Projektionsbild auf einer Gaze für die Einführung ins Stück um dann das Ensemble für das Intro partiell freizugeben. Im Laufe des Stücks erreichen verschiedene wiederkehrende Projektionselemente in immer anderen Anordnungen ein stimmiges Gesamtbild. Etwas störend hingegen ist die Menge an großflächigen bewegten Projektionen die zwar verlangsamt aber immer noch zu schnell ablaufen. So werden in vielen Szenen auch Projektionen mehrfach durchlaufen anstatt nach einem Durchlauf als Standbild zu verharren. Das lenkt auf Grund der Größenverhältnisse von der dann klein wirkenden Darstellern ab und wirkt auf Grund des "Media-Overflows" im zweiten Akt schließlich ermüdened. Es ist sehr positiv, dass die meisten Projektionen mit Schauspielern des tfn eigens für die Produktion kreiert wurden und so allgemein stimmig sind. An einigen Stellen ist es allerdings eindeutig zu viel des Guten. Zum Ende hin freut man sich dann wirklich über den Einsatz einer simplen Nebelmaschine als Entspannung für die Augen. Persönlich finde ich, dass Projektionen als Stilmittel bei Umbauten eine tolle Idee sind, allerdings nie alleine ohne Schauspieler laufen sollten. So gibt es eine Szene, in der der Richter in überdimmensionaler Größe längere Zeit direkt zum Publikum spricht. Würde hier Jens Krause auch selbst noch in seiner Rolle als Richter auf der Bühne vor der Projektion stehen und sprechen, wäre die Szene weitaus besser gelöst.

Das Licht arbeitet diesmal mit sehr steilen Verfolgern, was vor allem den Projektionen sehr zu Gute kommt. Zeitweise stehen die Kulissenelemente nicht ganz präzise und die Opera trifft an ihnen vorbeigleitende Strahlen. Schwierig wird es in eher dunklen Szenen in denen dann der Beamer mit seiner Projektion die gesamte Beleuchtung übernehmen soll. Hier wäre etwas mehr Front- oder Gassenlicht wünschenswert, alternativ auch eine Aufhellung der Projektion im unteren Bereich oder eine Verfolgerlösung z.B. aus den Gassen vorne (ist beispielsweise bei Wicked hervorragend gelöst).

Das komplexe Bühnenbild arbeitet zum Teil mit eingebauten Scheinwerfern. Diese Idee ist gut, vermag allerdings nicht immer die Schatten der dicken Metallelemente in den Gesichtern der Schauspieler zu vermeiden. Auch hier wäre eine noch genauere Festlegung der Spielpositionen oder der Einsatz weiterer Verfolger wünschenswert. Ich nehme an, dass sich das Stück dann auch noch etwas besser entfalten kann, weil die Mimik der Darsteller deutlich besser erkennbar wird. Eine Idee wäre in diesem Zusammenhang übrigens auch der Einsatz einer Livecam (falls das tfn hier mitliest ;) und deren Einbindung in die Projektion.

Das Orchester hat meines Erachtens einen guten Job gemacht, mit wenigen Ausnahmen im Bereich der Pauke war die Abmischung ebenfalls gut. Lediglich der Gesang war zeitweise zu leise und daher wohl auch noch etwas schwerer verständlich.

Ich persönlich hätte mir einen sanfteren und detaillierteren Einstieg in das Stück gewünscht, ebenso ein entweder stärker optisch abgegrenztes oder anders gestaltetes Ende. Ähnlich zum Film wäre die bildhafte Erklärung der Vorgeschichte sicherlich ein guter Ansatz gewesen, dem Stück die Möglichkeit zur Steigerung zu geben. Das sehr pompöse Intro macht es dem Stück schwer, sich weiter zu steigern. Zwar schafft es das dennoch immer wieder, aber damit wird es dann zeitweise wirklich "too much".

Zusammenfassend bereue ich den Abend nicht, ich fand die Umsetzung interessant, zeitweise schockierend direkt, nur halt etwas zäh. Das Bühnenbild samt Projektion habe ich so in Hildesheim bisher noch nie erlebt und auch die lokale Kritik der Wochenendzeitung, die MusicalCompany würde altbackener inszenieren als die Opernsparte des Hauses, muss nach dieser Premiere verklingen.

Allgemein würde ich mir wünschen, dass das Stück noch etwas straffer wird und am Anfang/Ende runder. Beide Teile brechen mir persönlich zu stark mit dem Handlungsfluss.

Wer das Thema gut findet, die Musik Sondheims mag oder sich zumindest mit ihr arrangieren kann und einfach mal einen so wohl noch nicht dagewesenene Projektionsvielfalt erleben möchte, sollte dem Stück auf jeden Fall eine Chance geben. Eine seichte Unterhaltung wie Cats ist es allerdings (stückgegeben) natürlich nicht.

Tipp: Evtl. auch einfach mit den ~10 EUR-Tickets am Rand des zweiten Rangs für zweieinhalb Stunden Theater antesten ;)

ballrock2 (21 Bewertungen, ∅ 4.7 Sterne)


29980
Insgesamt eher ernüchternd!

28.04.2013 - Die Premiere in Hildesheim begann dank der stimmungsvollen und gut gemachten Videoprojektion sehr vielversprechend. Leider wurde die Erwartung aufgrund von großen Unstimmigkeiten in der gesamten Ausstattung nicht erfüllt. Das Bühnenbild wirkt noch passend wenngleich sehr kalt und steril die Kostüme jedoch können bis auf wenige Ausnahmen (Turpin und Pirelli) nicht überzeugen und sehen sehr zusammengewürfelt und fehl am Platz aus. Die Regie hat für meinen Geschmack die schwere Aufgabe dieses teils langatmige Werk spannend und frisch zu halten klar verfehlt. Lediglich dem Bemühen der Darsteller ist es zu verdanken dass man trotz viel zu dunkler Beleuchtung am Ball bleibt. Große Probleme hatte ich bei der Verständlichkeit von Todd. Wenn ich aufgrund eines Akzentes nur die Hälfte des Textes verstehe ist das inakzeptabel. Leider war der Gesang auch nur wenig überzeugend weshalb sich die Frage stellt warum diese Position nicht lieber aus dem Ensemble der Musicalcompany besetzt wurde. Die restlichen Darsteller wirken gut und gefallen. Mrs. Lovett sticht dabei besonders heraus und überzeugt.
Die Musik unter Leitung von Klinkhardt ist gut in Szene gesetzt ohne dabei die Handlung auf der Bühne zu stören.

LuiseW (erste Bewertung)


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