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Vampir-Klassiker

Dracula (Wildhorn)

Mein größter Traum!


© Sabine Haymann
© Sabine Haymann
Das Stadttheater Pforzheim zeigt mit Frank Wildhorns "Dracula" ein Musical, das in Deutschland bisher selten gespielt wurde. Für die Produktion wurden ausgezeichnete Darsteller besetzt, die allerdings gegen eine blutleere Inszenierung ankämpfen und oft verloren dem Treiben auf der Bühne gegenüberstehen.

(Text: Dominic Konrad)

Premiere:31.12.2012
Rezensierte Vorstellung:11.01.2013
Letzte bekannte Aufführung:26.06.2015


Wenn Frank Wildhorn auf dem Programm steht, heißt das Schmalz und Herzschmerz vom Feinsten. Seine Musicals sind leicht verdauliche Kost, die aber ein breites Publikum anspricht. Dass man mit so einem Stück auf dem Spielplan wohl nicht viel falsch machen kann, muss man sich auch am Stadttheater Pforzheim gedacht haben und erwarb die Rechte für "Dracula", Wildhorns Vampirromanze nach Bram Stokers gleichnamigen Schauerroman.

Für die Besetzung hat man sich nicht lumpen lassen: Als Vampirfürst wurde Musicalveteran Chris Murray verpflichtet, der bereits in der deutschsprachigen Erstaufführung des Stückes als Vampirjäger van Helsing zu sehen war. Murray interpretiert die Titelrolle mit großen Gesten und drohender Miene, die ausgezeichnet zum Bild des Untoten passen. Vor allem in den Szenen im transsilvanischen Schloss zeigt er sich mit aristokratisch-gebieterischem Habitus als absolute Glücksbesetzung. Die gesanglichen Anforderungen stemmt Murray ohne Schwächen, sein dunkles Timbre passt hervorragend.

Die anderen Darsteller können stimmlich ebenfalls voll und ganz überzeugen und werden von einem imposanten Orchester unter der Leitung von Tobias Leppert bestens unterstützt. Besonders hervorzuheben ist Yvonne Luithlen, die die Lucy Westenra mit Frische, Elan und glockenklarer Stimme zum Besten gibt. Eine starke zweite Dame neben Femke Soetanga, die als Mina Murray die weibliche Hauptrolle übernimmt. Soetanga läuft gerade im zweiten Akt, wenn ihre Rolle an Fahrt gewinnt, zu Höchstleistungen auf. Mit viel Charme und Esprit liefert sie eine gelungene schauspielerische wie gesangliche Interpretation der zwischen Ehepflicht und wilder Leidenschaft zerrissenen Frau. Dennoch fällt es ihr schwer, die Rolle der Mrs. Danvers abzustreifen, die sie noch kurz zuvor bei "Rebecca" in Stuttgart spielte. Gerade im ersten Akt wirkt Soetanga spröde und altbacken. Mit der jugendlichen Lucy an ihrer Seite erinnert ihre Mina in ihrem weißen Belle-Epoque-Kleidchen an eine Gouvernante wie im Filmklassiker "Zimmer mit Aussicht".

Licht und Tontechnik des Pforzheimer Theaters stoßen bei "Dracula" an ihre Grenzen. Die schwächelnde Tontechnik schafft es über weite Strecken nicht, Sänger und Orchester so abzumischen, dass der Text verständlich bleibt. Ab und an übersteuern auch die Mikrophone. Das Lichtbild ist oft unglücklich und wenig stimmungsfördernd gewählt, die Hauptakteure verschwinden teils in dunklen Ecken. Schattenspiele, die in Referenz an Murnaus Stummfilm "Nosferatu" versucht werden, verpuffen daher fast unbemerkt.

Die Inszenierung von Wolf Widder orientiert sich in ihren Bildern deutlich an den bekannten Verfilmungen des Dracula-Stoffes, vor allem Francis Ford Coppolas Kinofilm, und bietet nur wenig originelles Potential. Die Bühne bleibt dabei unnötigerweise oft recht nackt und unbelebt – Chor und das Tanzensemble kommen nur in wenigen Szenen vor. Mit der stimmlich einwandfreien Cast weiß Widder nichts anzufangen und lässt die Darsteller schauspielerisch völlig im Regen stehen. Thomas Christ als Jonathan Harker wirkt stellenweise so hölzern wie der Pflock, den er dem Grafen in die Brust rammen will, was zugegebenermaßen auch dem Skript geschuldet ist, und Renfield, der von Benjamin Savoie gespielte diabolische Diener des Grafen, verkommt trotz des stimmungsvoll gesungenen Solos zur Witzfigur. Vor unfreiwilliger Komik strotzen auch die lieblos aneinandergereihten Auf- und Abgänge des Grafen. Mal kraxelt Murray über das (wenig einfallsreiche) Spinnennetzdekor im Vampirschloss, mal kriecht er unter dem Vorhang hervor oder fliegt mit kaum vorhandener Körperspannung am Seil über die Bühne. Die Kampfsequenzen sind derartig lieblos und dilettantisch inszeniert, dass sie an eine mittelmäßige Laiengruppe erinnern. Schade, denn die Szene um "Nosferatu" zeigt, dass es anders geht: Vor dunkler Kulisse winden sich drei Wesen über Kopf in der Luft und unterstützen das van Helsing-Solo bestens.

Schon einmal erfreulich, dass man sich in Pforzheim eines Musical angenommen hat, dass neben den vielen "My Fair Ladies“ und "Anatevkas“ heraussticht und die deutsche Musicallandschaft belebt. Es bleibt die Hoffnung, dass Pforzheim in Zukunft den Weg zu interessanteren Inszenierungen findet.


Musical von Frank Wildhorn (Musik) sowie Don Black und Christopher Hampton (Buch und Texte)
Deutsche Übersetzung von Roman Hinze

(Text: Dominic Konrad)






Kreativteam

Musikalische LeitungTobias Leppert
InszenierungWolf Widder
Bühne und KostümePetra Mollérus
ChoreografieJames Sutherland


Besetzung

DraculaChris Murray
Mina MurrayFemke Soetenga
Jonathan HarkerThomas Christ
Prof. Abraham von HelsingJon Geoffrey Goldsworthy
Arthur HolmwoodSteffen Fichtner
Dr. Jack SewardKlaus Geber
Philipp Büttner
Lucy WestenraYvonne Luithlen
Quincey MorrisIngo Wagner
Nico Schweers
RenfieldBenjamin Savoie
VampirinnenChiharu Takahashi
Manuela Wagner
Gitte Pleyer
Franziska Hornyai
Laura Wick
Aline Münz



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Dracula mit MURRAY ist ein MUß!

22.06.2015 - Diese Show muß man gesehen haben, auch wenn man vorher "prominentere" Besetzungen gesehen und gehört hat! Die Anreise hat sich allemal gelohnt, eine wunderbare Darbietung mit herausragendem(r) Chris Murray und Femke Soetenga. Am Ton und tlws. an der Ausleuchtung der Darsteller hapert es manchmal, aber all das wird wettgemacht durch die Stimmen und das Schauspiel der Hauptakteure. Leider gibt es in dieser Saison nur noch am 26.6. eine Vorstellung!

besimusical (12 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


... gemeinsam durch die Nacht

04.01.2013 - Nach dem begeisternden Grafen von Monte Christo (Wildhorn) im Dezember in Leipzig ging es am 3. Tag des Jahres 2013 nach Pforzheim.

Immer wieder zeigt sich was Stadttheater heute leisten können wenn Sie wollen.

Als eines der ersten Theater in Deutschland wird hier die Show gezeigt. Und die kann sich sehen lassen.
Auch wenn Beamer und Projektionen wohl inzwischen zum Standard werden ist die Bühne sparsam aber ausreichend gestaltet.

Wie die im fesselnden Duett (Trio) Ich lebe nur weil es dich gibt besungene Nacht, ist die Bühne größtenteils in schwarz gehalten.

Diverse Schwarze Vorhänge geben den Blick auf einzelne Räume frei. Zu Beginn z.B. ein Blick in den Speisesaal DRACULA´s mit großem Fenster und einem Spinnennetz.
Dazu ein Tisch 2 Leuchter. Fertig. Mal ein Sonnenschirm und 2 Gartenstühle… mal ein Bett und schwebend leichte weiße Vorhänge (Rebecca lässt grüßen).

Später wird mithilfe der Podien auf 2 Ebenen gespielt. Whitby Bay und die Beerdigung Lucy´s sind dabei eindrucksvolle Beispiele.

Gelegentlich singt DARCULA rechts oben am Bühnenportal und hängt in einem Spinnennetz.
Die Flugszenen sind eher unspektakulär und unnötig.

Hin und wieder wirkt an manchen Stellen das Licht zu grell. Andere Szenen sind wirklich sehr schön und farbig ausgeleuchtet.
Die Kostüme sind der Zeit angelehnt und sehr schön.

DIE STORY ist hinreichend bekannt und wird hier nicht näher erläutert.

DIE MUSIK ist eine der besten von Wildhorn. Sehr filmisch mit großen Melodien, vielen Wechseln und Stilrichtungen. Die Badische Philharmonie macht das ganz hervorragend.
Einzig der Song Rosanne wird hier gestrichen. Schade. Die Übersetzung wurde zur CD aus Graz nochmals überarbeitet. Manche Lieder sind 1:1 identisch. Oft gab es zeilenweise Änderungen.

DER TON leidet gerade zu Beginn sehr darunter. Thomas Christ als Jonathan ist fast nicht zu verstehen. Im Laufe der ersten 20min des Abends wurden die Tonqualität besser.

Dennoch erreicht Sie kein so gutes Niveau wie in den Musicalhäusern anderswo. Schade bei den tollen Stimmen und dem wunderbaren Orchester.

DIE DARSTELLER: Dracula spielt und singt Chris Murray mit großer Stimme und viel Ausdruck. Leider ließ die Textverständlichkeit manchmal zu wünschen übrig.

Mina Murray wird von Femke Soetenga gegeben. Was für eine Stimme. Als Mr. Danvers durfte ich Sie bereits einmal erleben. Hier hat Sie eine sehr anspruchsvolle Rolle mit intesivem Schauspiel und großen Songs. Frenetischer Applaus nach jedem Ihrer Darbietungen.

Jonathan Harker spielt Thomas Christ. Eine eher kleine Rolle mit nur 2 Songs.
Dafür 2 sehr schöne. Toll gemacht.

Prof. Abraham v. Helsing - Jon Goldsworthy. Eine tolle Präsenz und eine warme Stimme. Er spricht sehr deutlich und singt wunderbar. Ihm hätte auch der DRACULA gestanden.

Lucy Westenra gespielt von Yvonne Luithlen war eine Überraschung. Diesen Namen sollte man sich merken.

FAZIT: In fast 2 Stunden 45min bekommt man eine spannende und musikalisch einwandfreie Produktion zu sehen. Die familienfreundlichen (subventionierten) Eintrittspreise ab 14 Euro sind mehr als sinnvoll angelegt.

TIPP: Dem Theater kann man nur raten dringend in eine neue Tontechnik mit richtigem Mischpult zu investieren.
Die Cast und die Zuschauer hätten es verdient.

mrmusical (66 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


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(krd)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Wildhorns Vampir-Melodram mit erstklassiger Besetzung. Die Inszenierung leidet jedoch unter der blutleeren Regie.

13.01.2013

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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