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Klassiker

Evita

Wein nicht um mich, Argentinien


© Matthias Baus für das Theater Koblenz
© Matthias Baus für das Theater Koblenz
Das Theater der Stadt Koblenz präsentiert mit "Evita" eine gewöhnungsbedürftige Inszenierung des Klassikers mit vierfacher Besetzung der Titelpartie.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:29.12.2012
Rezensierte Vorstellung:15.01.2013
Letzte bekannte Aufführung:29.06.2013


Wer keinen Blick ins Programmheft geworfen hat bevor der Vorhang sich hebt, erlebt bereits im Prolog des Stückes eine Überraschung. Während die aufgebahrte Eva Perón am Bühnenrand beweint wird, treten vier Evitas auf der Hinterbühne auf. Diese Darstellerinnen - eine davon ein kleines Kind - stellen die verschiedenen Facetten der komplexen Titelfigur dar und stehen mal gemeinsam und mal abwechselnd auf der Bühne.
Was anfänglich nach einer spannenden Idee à la "Jekyll & Hyde" klingt, stellt sich im Laufe des Abends als das Problem dieser Inszenierung dar, verliert man doch bisweilen den Überblick über die vier "Hauptdarstellerinnen". Besonders derjenige Zuschauer, der wenig oder keine Erfahrung mit Webbers Musical hat, dürfte seine Probleme damit haben, dem Inhalt der Geschichte zu folgen.

© Matthias Baus für das Theater Koblenz
© Matthias Baus für das Theater Koblenz

So tritt Evita als "Aschenputtel" - eine junge Frau, die sich in der Großstadt in einen Tangosänger und später in Perón verliebt - auf. Weiterhin erlebt man sie als "Frau hinter dem Thron" – eine Figur, die sich mit ihrem Äußeren in Szene setzt und ihrem Mann politisch beisteht. Die dritte Evita nennt sich "Frau ohne Namen" und spiegelt die verschiedenen Stationen ihres Lebens wieder. Außerdem tritt Evita noch als Kind bzw. "lahme Puppe" auf, was augenscheinlich ihre Machtlosigkeit gegenüber der Rolle darstellen soll, die sie für ihren Mann spielen muss.

Letztlich bleibt nur ein Viertel dieses Darsteller-Quartetts in bleibender Erinnerung (Die Kinderdarstellerin einmal ausgenommen), nämlich Julia Steingaß als Aschenputtel. Sie überzeugt mit angenehmer Stimme und ihrer Präsenz. Die beiden anderen Darstellerinnen wirken eher steif und ihre Stimmen klingen doch sehr nach Opernchor und weniger nach Musical.
Leider leiden die Musiknummern des Musicals doch erheblich unter der Veränderung, die sich durch die Aufsplittung der Titelrolle ergibt. So wirkt zum Beispiel das große Solo dieser Show "Wein nicht um mich, Argentinien" seltsam verwirrend, wenn es als Terzett dargeboten wird. Man hätte sich gewünscht, dass einige Lieder - oder wenigstens dieses eine - nur von einer der Darstellerinnen gesungen werden. Der Abend gerät eher zu einem Ratespiel, welche Evita wohl welches Lied singen wird, was nicht über die holperige Erzählweise hinwegzutäuschen vermag.
Marcel Hoffmann gibt einen energiegeladenen Che, der fast ständig auf der Bühne ist und immer den richtigen Ton findet, mal verletzlich, mal aufrührend.

© Matthias Baus für das Theater Koblenz
© Matthias Baus für das Theater Koblenz

Choreografisch umgesetzt wurde das Stück von Ballettmeister Steffen Fuchs. Besonders spannend wird die Choreografie immer dann, wenn es szenisch gelingen muss, mehrere der Hauptdarstellerinnen als eine Person zu inszenieren.
Gut gelungen ist dabei besonders der "Walzer für Evita und Che".
Eindrucksvoll gelingen die Chorszenen, bei denen der Chor des Theaters aus dem Vollen schöpft und die Bühne von Zeit zu Zeit ungewöhnlich voll für eine Musicalproduktion wirkt. So klingen Songs wie "Wach auf, Argentinien" besonders bombastisch.
Ausstatter Dirk Steffen Göpfert nutzt die zweckmäßige Drehbühne für schnelle Szenenwechsel. So stört es auch nicht, dass die Bühne in beiden Akten keine großen Änderungen erfährt.
Intendant und Regisseur Markus Dietze hat mit seiner Inszenierung einen starken Eingriff in Andrew Lloyd Webbers Musical gewagt. Leider wirkt die Erzählstruktur dadurch eher unrund, und am Ende des Abends fragt man sich, ob drei Evitas weniger auf der Bühne auch ausgereicht hätten, um die Geschichte transparent – vielleicht sogar noch transparenter - zu machen.

(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

Musikalische LeitungChristopher Bruckman
InszenierungMarkus Dietze
ChoreografieSteffen Fuchs
BühnenbildDirk Steffen Göpfert
KostümeBernhard Hülfenhaus
VideoThomas Wolter


Besetzung

AschenputtelJulia Steingaß
Die Frau hinter dem ThronMalwina Makata
Evita ohne NamenRaphaela Crossey
Die lahme PuppeViktoria Eicher
Veronika Zetzmann
CheMarcel Hoffmann
PeronChristoph Plessers
MagaldiMartin Shalita
Persons GeliebteIsabel Mascarenhas
EnsembleMalwina Makala
Raphaela Crossey
Claudia Felke
Dirk Eicher
Tobias Rathgeber
Marco Kilian
Christiaan Snyman
Martina Angioloni
Yolanda Bretones Borra
Elena Lucas
Michael Jeske
Alexey Lukashevich
Christof Paul
Campbell Watt
Nathaniel Yelton




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Matthias Baus für das Theater Koblenz
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(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Gleich vier Evitas auf einer Bühne. Eine davon kann überzeugen, ansonsten sehr experimentelle Inszenierung.

15.01.2013

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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