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Nordirland-Drama

The Beautiful Game

Lieben trotzdem, und dafür leben


Andrew Lloyd Webbers konfliktträchtiges Drama über Krieg, Liebe und Fußball in einer mutigen deutschen Erstaufführung, die vor allem von den starken Stimmen und dem engagierten Spiel der Darsteller sowie der ausgeklügelten Choreographie lebt.

(Text: Claudia Leonhardt)

Letzte bekannte Aufführung:24.03.2005


Belfast 1969. Im Leben der Teenager John (Gerald Michel), Thomas (Christian Theodoidis), Daniel (Tomasz Dziecielski), Ginger (Christoph Dyck) und Del (Gerd Wiemer) dreht sich alles um Fußball und die erste Liebe. Besonders John sieht sich als der kommende Star am Fußballhimmel – hat aber, zum Leidwesen des Trainers Pater O'Donnell (Hilmar Meier) und seiner Freunde, abseits vom Spielfeld nur noch Augen für Mary (Christina Elbe), während der mit Mädchen unerfahrene Ginger unbeholfen mit Bernadette anbandelt. Doch die grausame Realität des Nordirlandkonflikts holt die Gruppe schnell ein, und die Zukunftsträume zerplatzen im Minenfeld von Hass, Gewalt und Verrat wie Seifenblasen.

"The Beautiful Game" ist wahrscheinlich Andrew Lloyd Webbers bis dato ungewöhnlichstes und untypischstes Musical. Sicherlich, die große Ballade – das wunderschöne "Lieben trotzdem" ("Our Kind of Love") – darf auch hier nicht fehlen, aber insgesamt wirkt das Werk deutlich schnörkelloser und unmelodischer als seine Vorgänger (und Nachfolger). Ein Umstand, der wohl auch auf die Thematik zurückzuführen ist, denn obwohl "The Beautiful Game" häufig als 'Fußballmusical' charakterisiert wird, ist es im Grund doch alles andere als eine belanglose Hymne auf die angeblich schönste Nebensache der Welt und vielmehr ein schonungsloses, bitteres Portrait eines Bürgerkriegs, der ebenso sinnlos wie überwältigend ist. – Kein leichter Stoff, und gerade in einer Zeit, in der viele im Theater eher abspannen und Politik und Probleme vor der Tür lassen wollen, sicherlich eine sehr mutige Entscheidung der Staatsoperette Dresden, gerade dieses Stück – zudem noch in der deutschen Erstaufführung – auf den Spielplan zu nehmen.

Auch in der Umsetzung leistet die Staatsoperette ganze Arbeit. Eine stimmlich sehr starke Hauptdarstellerriege kann sowohl bei den dynamischen Ensemblenummern als auch bei den Balladen überzeugen. Besonders Romy Hildebrandt, die sich als protestantische Christine in den katholischen Del verliebt und dadurch den Hass von IRA-Sympathisant Thomas auf sich zieht, kann mit ihrer gefühlvollen Interpretation von "Lieben trotzdem" begeistern. Mary-Darstellerin Christina Elbe läuft nach ein paar Anlaufschwächen gegen Mitte des ersten Akts mit "Wo ich leb ist Gottes Heimat" zu Hochform auf und bleibt bis zum tragischen und doch hoffnungsvollen Finale ein Highlight des Stücks. Gerald Michel als John hingegen überzeugt zwar mit starker Stimme, hat aber immer wieder in den absolut unpassendsten Momenten Textschwächen, die zu allem Überfluss auch noch von einer viel zu lauten Souffleuse korrigiert werden – in einer Premierenshow wäre das sicherlich gerade noch verzeihlich, nach fast zweijähriger Spielzeit bleibt es etwas unverständlich. Auch Gerd Wiemers Del und Christian Theodoidis als Thomas sind typgerecht ideal besetzt.

Choreographisch ist das Stück auch ein kleines Meisterwerk – sei es beim Fußballfinale im ersten Akt, der Liebesszene von John und Mary bei "Das erste Mal" oder auch bei der bedrohlich wirkenden Gefängnissequenz (die Elisabeth-Fans sowohl vom Text als auch vom Rhythmus her doch sehr an "Hass" erinnern wird).

Alles perfekt ist bei der Dresdner Inszenierung des "herrlichen Spiels" trotzdem nicht. Dass die deutschen Texte zum Teil etwas holprig wirken, ist wohl weniger die Schuld von Übersetzerin Anja Hauptmann, die versucht, den Ton der Originaltexte so gut wie möglich zu treffen. Dass man diese Texte gerade bei den Ensemblenummern kaum versteht, liegt allerdings an der Tontechnik in der Staatsoper. – Und gerade bei einem Stück, das trotz des berühmten Komponisten nicht so bekannt ist, ist Textverständnis nun mal enorm wichtig.

Das Bühnenbild ist im ersten Akt zum Teil etwas zu sehr minimalistisch gehalten, und auch sonst ist das, was der Inszenierung fehlt, oftmals schlichtweg das Auge fürs Detail.

Trotzdem muss man den Hut ziehen vor der Staatsoperette: vor dem Mut des Intendanten, ein so politisches und 'unbequemes' Stück auf die Bühne zu bringen, aber auch – trotz ihrer Schwächen – vor der Qualität der Inszenierung. "The Beautiful Game" ist ein Stück, dass es wie nur wenige andere Musicals schafft, auf intellektueller und emotionaler Ebene gleichermaßen anzusprechen, und ist – auch für Nicht-Fußballfans und Politmuffel – auf jeden Fall einen Besuch wert.


(Text: cl)






Kreativteam

Musikalische Leitung Martin Wagner
Inszenierung Mei Hong Lin
Bühnenbild Thomas Gruber
Kostüme Diana Pähler
Choreografie Mei Hong Lin
Choreinstudierung Martin Wagner


Besetzung

Mary Christina Elbe
Martina Haeger
John Marcus Günzel
Gerald Michel
Thomas Christian Theodoridis
Jens Winkelmann
Del Michael Seeboth
Gerd Wiemer
Christine Romy Hildebrandt
Judith Jakob
Bernadette Mandy Garbrecht
Daniel Tomasz Dziecielski
René Schwarzer
Ginger Christoph Dyck
Pater O' Donnell Wolfgang Amberger
Hilmar Meier
Protestantisches Mädchen Simone Lichtenstein
Sean Kelly Florian Bräuer
Boris Koppitz
Alexander Taraduko
Schiedsrichter Dag Hornschild
Hans-Jürgen Wiese



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


5103
extrem Empfehlenswert

25.03.2005 -

Thomas


3573
war gut

16.12.2004 -

Katrin


3554
The Beautiful Game

15.12.2004 -

Josie82


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