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Tipp der Redaktion
Biografical

End of the Rainbow

Schicksal Kinderstar


© DERDEHMEL/Urbschat
© DERDEHMEL/Urbschat
Dem Schlossparktheater gelingt mit "End of the Rainbow" von Peter Quilter ein ganz großer Wurf. In diesem Biografical stimmt einfach alles: Inszenierung, Ausstattung, Darstellung und Musik. Bravo!

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:01.09.2012
Rezensierte Vorstellung:01.09.2012
Letzte bekannte Aufführung:07.01.2018


Müde? Hungrig? "Nimm 'ne Pille!" - die Mutter der kleinen Judy empfiehlt ihrer Tochter für alle Lebenslagen runde Problemlöser. Das behauptet die von Kinoleinwand und Showbühne bekannte Judy Garland in ihren letzten Lebenswochen und rechtfertigt damit, dass sie auch über vierzig Jahre später auf Hilfe aus dem Arzneischrank angewiesen ist. Mit dem Unterschied, dass die erwachsene Judy sie mit Hochprozentigem herunter spült. "Jedes Mal, wenn ich Wasser trinke, habe ich das Gefühl, etwas fehlt".

Peter Quilter setzt Judy Garland mit "End of the Rainbow" ein alles andere als glänzendes Denkmal. Der Autor zeigt ein von Pillen und Promille gezeichnetes menschliches Wrack, das nur in benebeltem Zustand ertragen kann, Judy Garland zu sein. "Gott, ist das furchtbar" sind dann auch die ersten Worte, die er die Bühnenfigur sagen lässt, die 1969 im Zuge einer Comeback-Konzertserie in London versucht, die Illusion einer großartigen Diva aufrecht zu erhalten. Dieses Dilemma wird von zwei sehr gegensätzlichen Männern begleitet: Mickey, Judys sehr viel jüngerer Manager und Verlobter Nummer fünf, versucht, von echter Zuneigung getrieben, ihren wirtschaftlichen Bankrott abzuwenden, indem er sie "fit" auf die Showbühne treibt. Hierfür hält er zunächst Antidepressiva, Aufputschmittel und Alkohol von ihr fern, stellt später allerdings Ökonomie vor Gesundheit und besorgt ihr die für die Auftritte erforderlichen Drogen. Sein Gegenpol ist Anthony, ein schwuler Pianist und langjähriger Vertrauter von Judy, der sich um seine kollegiale Freundin sorgt und ihren Totalzusammenbruch durch Absage der Auftritte verhindern will. Letztendlich besiegt Judys Sucht ihre Vernunft und sie wendet sich von Anthony ab. In einem kurzen, finalen Monolog schildert dieser ihre letzten Lebensstationen: Heirat des Managers, Tod mit 47 Jahren durch Medikamentenüberdosis und Beisetzung, bezahlt von Frank Sinatra.
Quilters gelungene Mischung aus sarkastischem Humor und Dramatik ist bei Folke Braband bestens aufgehoben. Seine Regiearbeit setzt auf feinsinniges Herausarbeiten der Zerrissenheit der drei Protagonisten in ihrem Selbst und der Interaktion miteinander. Braband legt die Charaktere vielschichtig an und lässt dem Publikum viel Spielraum zu entscheiden, wie viel Liebe im Handeln des Managers liegt, ob Judy überhaupt noch einen Bezug zur Realität hat und welcher der beiden Herren am konsequentesten handelt. Der Regisseur nutzt geschickt den gesamten kleinen Bühnenraum aus und hat ein sicheres Händchen für das Timing von Pointen und Dramatik. Doch nicht nur Buch und Inszenierung reißen das Publikum bei der Premiere zu minutenlangen, stehenden Ovationen hin.

© DERDEHMEL/Urbschat
© DERDEHMEL/Urbschat



Glanzpunkte setzen auch die exzellenten Musiker, die unter der Leitung von Ferdinand von Seebach Judys Konzertpassagen im Stück jazzig und federleicht swingend begleiten. Postiert am hinteren Bühnenrand, vor einem beleuchteten "Judy"-Schriftzug, zaubert die Sechs-Mann-Band auch optisch eine klassische Show-Atmosphäre. Für die in Garlands Hotel-Suite spielenden Szenen lässt Ausstatter Stephan Dietrich, der auch für das geschmackvolle 1960er-Kostümbild verantwortlich zeichnet, weiße Versatzstücke (Tür, Sofa und ein Fenster) in den kargen Raum einrollen. Davor steht am linken Bühnenrand ein Flügel, an dem Pianist Anthony Platz nimmt und sowohl mit Judy Songs probieren kann, aber auch ihre Auftritte mit der Band begleitet. Christoph Schobesberger spielt tatsächlich Klavier, überzeugt aber vor allem in der Darstellung eines hilflosen Realisten, der letztendlich daran scheitert, Judy zurück in die Realität zu ziehen. Seinen Gegenpart Mickey lotet Torben Krämer gekonnt zwischen sorgendem Liebhaber und Geschäftsmann aus. Aufgrund der der großartig gespielten Konfrontation beider Charaketere vermeiden es beide Darsteller, ihre Figuren zu bloßen Stichwortgebern verkommen zu lassen.

© DERDEHMEL/Urbschat
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Im Mittelpunkt des Abends steht allerdings rein vorlagenbedingt Katharine Mehrling als Judy Garland. Mit ungeheurer Bühnenpräsenz, divenhaftem Gehabe (Choreografie: Danny Costello) und leicht angerauter Stimme gibt sie einen abgehalfterten Showstar. Mehrling wechselt mühelos auf der Klaviatur der Stimmungen von himmelhochjauchzend zu total am Boden zerstört und torkelt als unfreiwillig abstinenter Junkie wie ein ferngesteuerter, willenloser Zirkusgaul über die Bühne. Eine grandiose Leistung, die sie gesanglich mit ihrer differenziert eingesetzten Stimme komplettiert. Wenn Mehrling ganz am Schluss am Boden sitzend apathisch "Somewhere Over the Rainbow" anstimmt, Töne verschleppt und ihre Stimme wegbrechen lässt, dann spürt das Publikum: Pillen sind auf keinen Fall universelle Problemlöser.

(Text: kw)




Verwandte Themen:
News: Mehrling spielt Judy Garland (08.06.2012)



Kreativteam

Stück vonPeter Quilter
Deutsche ÜbersetzungHorst Johanning
InszenierungFolke Braband
Musikalische Leitung und ArrangementsFerdinand von Seebach
Bühne und KostümeStephan Dietrich
Choreografie Danny Costello


Besetzung

Judy GarlandKatharine Mehrling
Mickey DeansTorben Krämer
AnthonyChristoph Schobesberger
Stimme des ReportersTom Westerholt
Band

E-Piano
Posaune
Ferdinand von Seebach
Gitarren Jo Gehlmann
Bass Andreas Henze
Saxofon
Flöte
David Beecroft
Trompete Christoph Titz
Schlagzeug Stephan Genze




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© DERDEHMEL/Urbschat
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


7 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31616
Großartiges Schauspiel-Konzert

23.10.2017 - Eher Schauspiel mit Konzert, als ein Musical, überzeugt die Show vor allem durch Katharine Mehrling. Eine One-Woman-Show mit 2 Nebendarstellern, einer Band und der Geschichte über die letzten Wochen des Niedergangs von Judy Garland. Buch, Regie und Inszenierung des Stückes empfand ich allerdings als langweilig und vorhersehbar. Schauspiel-Dialoge im Hotelzimmer wechseln sich ab mit 1 - 2 musikalischen Nummern im "Konzertsaal". Immer der gleiche Ablauf. der Drogenabsturz der Garland erschien mir "weichgespült" dargestellt, zu wenig drastisch. Im 2. Akt kommt sie mit ner kleinen Platzwunde von einer Absturz Tour. Lächerlich! Die Wirklichkeit wird ziemlich schlimmer ausgesehen haben und das hätte man auf der Bühne auch darstellen können. Auch sonst wird der Verfall nur angedeutet, niemals in ganzer Hässlichkeit präsentiert. Und das Ende im Tod wird in wenigen Sätzen abgehandelt. Echte Emotionen kommen so nicht auf. "End of the Rainbow" wurde in London und New York für Preise nominiert - aber nur für Darsteller-Preise. Buch und Regie blieben unbeachtet. Zu Recht. Eher Mittelmaß. Aber wegen Katharine und der übrigen Cast trotzdem empfehlenswert.

Clementine (10 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


29999
Mehr davon!

14.05.2013 - Ist zwar schon was her, trotzdem muss ich noch loswerden:
So ein toller Theaterabend. Katharine Mehrling sang und spielte unglaublich gut.
Torben Krämer (fast die spannendste Figur im Stück) überzeugte mich voll und ganz, hoffe man sieht ihn noch in mehr Produktionen des Schlossparktheaters.
Die Band macht einen tollen Job.
Das sterile Bühnenbild fand ich auf dei Dauer etwas ermüdend, alles in allem war es aber ganz tolles Musiktheater mit hochkarätiger Besetzung. Danke!

Lewandowski1953 (2 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


29785
Wunderbar

10.11.2012 - Eine tolle Katharine Mehrling spielt Judy Garland, so gut, dass man sich wirklich vorstellen kann, wie schwer es war Judy Garland zu sein. Die Musik war wunderschön, toll gesungen, super auch Herr Schobesberger am Klavier. Beim letzten Lied, Over the Raibow hatte der halbe Saal Tränen in den Augen.

Charlotte (53 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


29733
Genial! Ein muß! Brava Katharine!

02.10.2012 - Genial! Ein muß! Brava Katharine!

chef de cuisine (14 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


29710
Unausgegoren

16.09.2012 - Die Gesangstimme von Frau Mehling war bei meinem Besuch falsch ausgesteuert.

Problematischer aber ist, dass die laut Rezension "feinsinnig herausgearbeitete Zerissenheit" der Personen leider nur als ziellose Konfusion zum Ausdruck kam. Die Versatzstücke des Verhaltens in den Einzelszenen waren vielfach wiedersprüchlich und liessen eher darauf schliessen, dass der Autor - und dann verständlicherweise der Regisseur selbst nur verwirrt waren.
Diese Verwirrung kam auch in zusammengewürfelten Stilelementen von schlechter Boulevard-Komödie bis zur Tragödie zum Ausdruck. Das war sicherlich gewollt, hat vielleicht auch Denkanstösse gegeben, aber nicht zu einem stimmigen Stück geführt. Konfusion allein reicht eben nicht.

Die dargestellten Personen waren dabei zum Teil schon glaubwürdig, änderten sich aber so sehr, ohne dass die Änderungen überzeugen konnten, dass die Glaubwürdigkeit wieder in sich zusammenfiel.

Ist das Stück wenigstens interessant gescheitert? Wohl nur exemplarisch, aber nicht interessant. Der Autor hätte sich mit dem Thema, das sicherlich Einiges hergegeben hätte, so lange befassen sollen, bis er wusste, was er scheiben wollte.

FirstCritic (erste Bewertung)


29705
Einfach nur GRANDIOS & mehrlinghaft

02.09.2012 - Was für ein berührender, bewegender, ergreifender, intensiver Abend.
Katharine Mehrling übertrifft sich mal wieder selbst. Die Frau ist WELTKLASSE!
Der ganze Abend war mehr als rund! Die Inszenierung ist super, die Schauspieler und Band fabelhaft.
Ein MUST SEE

Rotpünktchen (erste Bewertung)


29704
Genial! Ein muß! Brava Katharine!

02.09.2012 - Ein Toller Abend!
Eine Homage an Judy Garlqand!
Wieder und wieder ein Brava!
Eine Bühnenpräsens! Toll!
Auch wenn Prommis en masse, da waren! Seltene Prommis!
Nicht das übliche!
Eine Ikone lebt!

Cuisinier le (3 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


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 Kurzbewertung [ i ]
(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Daumen hoch für diesen bedrückenden Blick auf eine von Pillen und Promille gezeichnete Entertainerin. Grandios: Katharine Mehrling als Junkie-Diva Judy.

02.09.2012

 Leserbewertung
(7 Leser)


Ø 3.86 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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