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Revue

Sekretärinnen

Singende Tippsen


Wie sieht ein Arbeitstag im Leben einer typischen Sekretärin aus? Auf jeden Fall interessanter als man ihn sich vorstellt! Hier gibt es viel mehr zu hören als nur die Schreibmaschinensymphonie.

(Text: ah)

Letzte bekannte Aufführung:13.03.2004


Bunter hätte die Songauswahl fast nicht sein können. Ob Popballaden, Rockstücke, Chansons, Arien oder Schlager: In „Sekretärinnen“ ist alles vertreten. Doch was beim ersten Blick ins Programmheft willkürlich zusammengewürfelt erscheint, ist dramaturgisch gut durchdacht. Die Sekretärinnen sind so unterschiedlich, dass sie nur durch völlig verschiedene musikalische Stilrichtungen charakterisiert werden können. Auch wenn Autor Franz Wittenbrink keine durchgehende Geschichte entworfen hat, kommen einem die Frauen schon nach wenigen Minuten wie alte Bekannte vor, da die Lieder thematisch so passend aneinander gereiht sind, dass sie die Handlung ersetzen.
Auf der kleinen Bühne befinden sich nur sieben Schreibtische und ein Klavier, auf dem Ulrich Jokiel und Günter Lehr die Sekretärinnen begleiten. Rechts führt eine Tür ins Büro des Chefs. Diesen bekommt man zwar nie zu Gesicht, aber durch Klingelzeichen werden die Sekretärinnen abwechselnd in sein Büro geordert. Immer, wenn sich seine Tür öffnet, sitzen sie emsig tippend vor ihren Schreibmaschinen, aber sobald sie sich schließt, geht jede Sekretärin ihrer eigenen Beschäftigung nach. Es werden zum Beispiel Fingernägel lackiert, Zeitungen gelesen, private Telefonate geführt oder Kekse gegessen. Und mittags sind sich alle einig, dass sie sich ihre Pause nun aber wirklich verdient haben. Genau wie im echten Großraumbüro eben, nur dass hier zwischendurch gesungen und getanzt wird.
Besonders punkten kann Regisseur Manfred Langer beim Publikum, indem er plötzlich einen attraktiven Mann mit einer Kiste voller Cola-Dosen auf der Schulter durch das Büro laufen lässt, der die „schuftenden“ Frauen völlig aus der Ruhe bringt. Diese Szene veralbert einen bekannten Werbespot und kommt sehr gut an. Ebenso originell ist die Idee, die Sekretärinnen mit ihren Löffeln und Joghurtbechern musizieren zu lassen.
Die Kostüme von Monika Seidl sind etwas überspitzt gewählt und passen daher perfekt zu den eher karikativen Charakteren.
Jutta Boll spielt die spießige Chefsekretärin, die ihre Kolleginnen gerne mit Goethe-Zitaten langweilt. Umso überraschender ist es, wenn sie plötzlich wutentbrannt aus dem Chefbüro stürmt und Wolfgang Petrys Schlager „Wahnsinn“ anstimmt. Der Wirbelwind des Büros ist Elisabeth Ebner. Deutlich jünger und frecher als ihre Kolleginnen rappt sie „Ich bin zu geil für diese Welt“, zeigt aber auch ihre romantische Seite mit „Dream a little dream of me“. Susanne Hayo ist die an Liebeskummer erkrankte Heulsuse, die sich im „Shoop Shoop Song“ fragt, ob ihr neuer Verehrer auch der Richtige ist. Ihre beste Freundin, eine schwangere Sekretärin, wird von Christiane Richter dargestellt. Diese erfreut Musicalfans mit einer zum „Tippsen-Jargon“ hin umgetexteten Version von „Ich und mein Baby“ aus „Chicago“. Als strenge Feministin mit Identitätsproblem ist Kathleen Herzer zu sehen, die auch für die Choreographie verantwortlich ist. Im Duett mit Sven Prüwer wird ihr „Sie liebt mich einfach nicht“ von Xavier Naidoo zu einem der Highlights des Abends. Gabi Schmidt überrascht als biederes Mauerblümchen, das jedoch unter ihrem spießigen Bürokostümchen Reizwäsche trägt, und sich selbst als „stilles Wasser, das tief und schmutzig ist“ bezeichnet. Wenn überhaupt jemand gesanglich aus der durchweg guten Besetzung heraussticht, dann ist es wohl Alexandra Seefisch als rothaariger Vamp mit Hang zu Kleptomanie. Sie gibt nicht nur eine tadellos gesungene klassische Arie zum bestern, sondern überzeugt auch bei „I will always love you“ mit starker Beltstimme. Der Hahn im Korb ist Sven Prüwer als wenig attraktiver Bürobote. Er wird von den sieben Frauen verspottet bis er plötzlich seinen Putzmantel abstreift, Eros Ramazottis „Se bastasse una bella canzone“ schmettert, und zum Sexsymbol mit Brusthaartoupet mutiert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hier einfach für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und so wollte der Beifall am Premierenabend gar nicht enden. Als Zugabe gab es natürlich noch eine A-cappella-Version von Herbert Grönemeiers Resümee des Lieblingsthemas einer jeden Klischee-Tippse: „Männer“.



(Text: ah)






Besetzung

Mit Jutta Boll
Christine Richter
Kathleen Herzer
Alexandra Seefisch
Gabi Schmidt
Susanne Hayo
Sven Prüwer



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


888
Einfach umwerfend komisch!

01.02.2004 - Eine klasse Vorstellung mit einem umwerfenden Ensemble auf der Bühne... Bunt, schrill und super lustig! Bravo!

Kati


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