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Abenteuer

King Kong

Der Affe und das Mädchen


Mit einem zu lang geratenen ersten Akt, einer unausgewogenen Mischung aus Komik und Dramatik und einer einseitigen Partitur kann "King Kong", die zweite Musical-Eigenproduktion des Katielli Theaters, nicht vollends überzeugen.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:03.02.2012
Letzte bekannte Aufführung:18.02.2012


In seiner kurzen Bestehenszeit hat sich das Katielli Theater in Datteln zur Off-Bühne des Ruhrgebiets entwickelt und hat mit seinem spannenden und abwechslungsreichen Spielplan die Aufmerksamkeit der Musicalliebhaber im Pott gewonnen. Mit "King Kong" aus der Feder von Paul Graham Brown (Musik und Originalliedtexte) und James Edward Lyons (Buch und deutsche Übersetzung) ist dem kleinen Haus allerdings kein allzu großer Wurf gelungen.

Das Drei-Personen-Stück leidet in erster Linie unter einem langatmigen ersten Akt und einer Unentschlossenheit, ob es seine Geschichte ernst oder als Persiflage erzählen will. So widmet sich das Buch zunächst in aller Ausführlichkeit den Beziehungen der drei Protagonisten und betont dabei humoristische Momente, während der Fokus im zweiten Akt plötzlich auf dramatischen Szenen liegt.

Demgemäß wirken die Interpretationen der Darsteller recht unentschlossen. Bernd Julius Arends pendelt als Filmemacher Carl Denham unausgewogen zwischen einem Komiker mit Hang zum Overacting und einem ernsten, filmversessenen Wahnsinnigen, dessen einziges Ziel es ist, den Riesenaffen vor die Linse zu bekommen. Harald Taubers Darstellung des Kapitäns Jack Driscoll wirkt ebenso unfertig und lässt erst am Ende des ersten Aktes einen schlüssigen Charakter durchscheinen. Hier hätte die Regie von Buchautor Lyons die Personenführung viel stärker ausfeilen müssen.

Am besten gelingt Katharina Koch der Einstieg in das Stück. Ihre Darstellung der erfolglosen Schauspielerin Ann Darrow folgt nicht dem klassischen Bild einer Hollywoodschönheit, sondern erinnert eher an eine Berliner Göre, die etwas tollpatschig, aber nicht auf den Mund gefallen ist. Mit einem guten komischen Timing hat sie die Lacher auf ihrer Seite.

Während im ersten Akt jede Idee, jedes Gefühl, jeder Moment gefühlt mehrfach besungen wird und der Fokus auf die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Figuren weder handlungstreibend noch spannend ist, wird die Geschichte nach der Pause glücklicherweise stringenter erzählt. Das Schiff erreicht die Insel, endlich kommt King Kong ins Spiel, das Tempo zieht deutlich an. Doch nachdem man die Figuren als komische Charaktere kennengelernt hat, wirken sie im Kontext dramatischer Szenen nun etwas deplatziert. So kommt es auf der Flucht vor King Kong, die eigentlich auf Spannung baut, zu unbeabsichtigtem Gelächter im Publikum, weil erneut der Eindruck einer Persiflage entsteht.

Lyons gelingen im zweiten Akt aber auch eindrucksvolle Bilder, wie zum Beispiel die Verkörperung der Eingeborenen. Diese werden auch vom Darstellertrio gespielt, das mit Masken am Hinterkopf und Baströckchen ausgestattet ist und sich durch eine Drehung mit dem Rücken zum Publikum blitzschnell in die Inselbewohner verwandeln kann. Auch die Darstellung von King Kong ist so einfach wie beeindruckend. Durch das Hereinfahren eines Fellvorhangs, der halbrund auf der Bühne hängt, wird die Anwesenheit des Riesenaffen angedeutet. Passende Laute und Atemgeräusche sowie die dynamische Bewegung des Vorhangs von hinten beflügeln die Fantasie der Zuschauer und machen King Kong sehr lebendig. Dazu wird in einer Szene noch eine große Affenhand von der Seitenbühne hereingefahren, in die sich Ann Darrow hineinlegen kann.

Das restliche Bühnenbild besteht aus einem wandel- und drehbaren Quader, der vom American Diner, über das Schiff, den Dschungel und die Schluchten bis hin zur Spitze des Empire State Building alle Örtlichkeiten darstellt. Für eine kleine Bühne eine sehr funktionale und praktische Lösung.

Komponist Paul Graham Brown begleitet die Darsteller auf einem E-Piano höchstpersönlich. Seine Musik, die im Bereich von Chanson mit Anklängen an Jazz und 30er-Jahre-Musik anzusiedeln ist, wirkt trotz des Einsatzes künstlicher Streicher und Drums recht eintönig und verstärkt dadurch den Eindruck der Langatmigkeit. Vielleicht fehlen auch einfach zusätzliche Musiker, die dem Klang ein wenig mehr Abwechslung und Fülle geben. Ohrwurmmomente wie bei "Jetzt bin ich mal dran" täuschen nicht darüber hinweg, dass die Partitur vom Songaufbau und Tonumfang her insgesamt recht monoton ist.

So setzt "King Kong" immer nur zwischendurch kurzzeitig einzelne Glanzpunkte. Das Premierenpublikum war trotzdem begeistert und zollte dem gesamten Team Beifall mit Standing Ovations.

(Text: mf)




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News: Bernd Arends: Musical bedeutet nicht Megaspektakel (26.09.2012)



Besetzung

Mit Bernd Julius Arends
Katharina Koch
Harald Tauber



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


29458
Grossartiges Wiedersehen :-)))

05.02.2012 - Nachdem ich "King Kong" im "Kleinen Theater" in Berlin kennen und lieben gelernt hatte, war ich sehr begeistert, daß es im KATiELLi wieder gespielt wird. Ich habe mich sofort auf den Weg gemacht und habe die Premiere erlebt. Es war einfach schön, die Berliner Inszenierung, die aufgrund der größeren Bühne noch deteilreicher ausgestaltet werden konnte mit der großartigen Katharina Koch als Ann Darrow, die diese Rolle in Berlin schon so brilliant gespielt hat, dem ebenso überzeugenden und detailverliebten Bernd Julius Arends als Carl Denham und einem sehr leidenschaftlicher Jack Driscoll, hervorragend gespielt von Harald Tauber! Ich habe den Abend in diesem symphatischen Theater sehr genossen und würde gern noch einmal hingehen, wenn Datteln nur nicht so weit von Berlin entfernt wäre...

Lady Carmilla (7 Bewertungen, ∅ 4.6 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
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02363 / 567 51 99
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(mf)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Kammerspielartige Version des Filmklassikers, die sich in der Inszenierung von James Edward Lyons nicht zwischen Komödie und Drama entscheiden will.

04.02.2012

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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