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Drama

Titanic

Nichts was spiegelt auf dem Wasser...


© Thuner Seespiele
© Thuner Seespiele
Max Sieber hat das Musical von Maury Yeston (Musik) und Peter Stone (Libretto) kurzweilig, berührend und dynamisch inszeniert. Das perfekt besetzte Ensemble überzeugt ebenso wie das beeindruckende Bühnenbild vor der einmaligen Kulisse des Thunersees. Eine Bereicherung ist, dass sich die Thematik direkt auf und am Wasser abspielt.

(Text: Simone Jaccoud)

Premiere:11.07.2012
Rezensierte Vorstellung:14.07.2012
Dernière:30.08.2012


"Hallo? Kann mich jemand hören? Ist hier noch irgendjemand am Leben? Geben sie uns ein Zeichen!", schallt es eindrücklich über den nächtlichen Thunersee. Lichtquellen symbolisieren Rettungsboote, die nach dem Untergang Überlebende suchen. Einer der stärksten Momente der Inszenierung: Auf der Bühne (Ueli Binggeli) ragt der Schiffsbug der Titanic hoch auf, umgeben vom Element Wasser, das so zentral mit der Geschichte des Schiffunglücks verbunden ist.

Regisseur Max Sieber achtet darauf, dass sich die einzelnen Charaktere des Stücks – die Passagiere der ersten, zweiten und dritten Klasse, die Besatzung – gut voneinander unterscheiden (dabei helfen auch die prachtvollen Kostüme von Regina Staiger und Bettina Steiner). Sieber gibt den einzelnen Protagonisten den Raum, typische Eigenschaften ihrer Figuren zum Tragen zu bringen und meistert es gemeinsam mit dem Choreographen Simon Eichenberger, das bisher größte Ensemble der Thuner Seespiele sicher über die Bühne zu führen. Jede Bewegung, jeder Standort und jede Mimik sitzt. Der Chor fügt sich in diesem Jahr so gut ein, dass dieser vom Ensemble nicht mehr zu unterscheiden ist.

Die Titanic lässt sich drehen und das Publikum sieht drei bespielbare Ebenen: Die Kapitänsbrücke, den Funk- und den Heizraum. Auf zwei Seiten lassen sich Elemente hochfahren, welche mit Türen versehen sind. Diese bilden den Speisesaal und den Raucherraum der ersten Klasse sowie die Kabinen der Reisenden. Auf den Elementen befindet sich die Reling. Die Kapitänsbrücke und der Funkraum werden das ganze Stück hindurch bespielt. Dem Publikum wird dadurch eine hohe Dynamik vermittelt – die Titanic ist unterwegs.

Iwan Wassilevski dirigiert sein Orchester versiert und umsichtig, wie man es von ihm gewohnt ist. Das Stück musste aufgrund von Auflagen der Anwohner Thuns um vierzig Minuten reduziert werden. Einige Songs wurden deshalb gekürzt oder gänzlich gestrichen. Zeitweise schreitet die Handlung deshalb sehr rasch voran. Die Verantwortlichen für den Sound (Thomas Strebel) leisten auch dieses Jahr Großes: Die Titanic rumpelt, ächzt und krächzt, während sie untergeht. Auch die Kollision mit dem Eisberg wirkt authentisch und bedrückend. Auch Die Projektion der untergehenden Titanic auf einem Wasservorhang ist imposant.

Die zentralen Charaktere des Stücks sind ideal besetzt. Mit Michael Flöth und Jens Janke konnten die Seespiele zwei Darsteller der Originalproduktion aus Hamburg gewinnen. Flöth überzeugt auch in Thun als Kapitän Edward J. Smith mit starker Bühnenpräsenz und seiner angenehmen sonoren Stimme. Jens Janke übernimmt die Rolle des Bandleaders Wallace Hartley. Er wirbelt strahlend und tänzerisch über die Bühne.

Philipp Hägeli als Frederick Barrett zeigt sich stimmlich präsent und tänzerisch akzentuiert. Werner Bauer interpretiert die Rolle des Chef-Butlers Henry Etches. Er ist ein versierter Darsteller und füllt die Rolle mit viel Schalk, Einfühlungsvermögen und einer warmen Stimme. Lucius Wolter als Thomas Andrews ist stimmsicher und bringt die Verzweiflung seines Charakters überzeugend über die Rampe. In die Rolle des Funkers Harold Bride schlüpft Wolfgang Türks. Er verleiht seiner Figur viel Leben, Hingabe und überzeugt mit seiner angenehmen Stimmfarbe.


Patrick Adrian Stamme interpretiert den ersten Offizier Charles Lightoller; eine eher kleine Rolle. Lightoller ist jedoch nahezu das gesamte Stück über anwesend. Stamme verleiht ihm Stolz und Selbstsicherheit. Eine Entdeckung ist Tim David Hüning als Frederik Fleet im Ausguck. Sein Lied „Kein Mond“ singt er sehr einfühlsam mit viel Ausdruck und einer sanften Stimme. Besonders zu berühren vermögen Christine Rothacker und Claus Brantzen als das Ehepaar Strauss. Die beiden wirken sehr authentisch.

"Titanic" ist ein gewichtiger Meilenstein in der zehnjährigen Musicalgeschichte der Thuner Seespiele. Den Machern gelingt es, eine imposante und an den richtigen Stellen ruhige Inszenierung auf die Beine zu stellen. Erfreulich ist der empathische Umgang mit der Thematik. Der Einbezug des Element Wassers und das eher kühle Sommerwetter passen ideal. Sehr sehenswert.

(Text: sj)




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Kreativteam

RegieMax Sieber
Musikalische LeitungIwan Wassilevski
ChoreografieSimon Eichenberger
BühnenbildUeli Binggeli
TondesignThomas Strebel
LichtdesignGuido Petzold
KostümeRegina Staiger
Bettina Steiner
DramaturgieDaniel Allenbach


Besetzung

Edward J. Smith, Kapitän Michael Flöth,
(Nils-Holger Bock)

William Murdoch, 1. Offizier Jörn Linnenbröker
Charles Lightoller, 2. Offizier Patrick Adrian Stamme
Herbert Pitman, 3. Offizier Martin Christoph Rönnebeck
Frederick Barrett, Heizer Philipp Hägeli,
(Sasha Di Capri)

Harold Bride, Funker Wolfgang Türks,
(Tim David Hüning)

Henry Etches, Chef-Butler Werner Bauer,
(Joachim Völpel)

Frederik Fleet, Ausguck
John B. Thayer
Tim David Hüning,
(Thorsten Ritz)

Wallace Hartley Jens Janke,
(Jörg Hilger)

Katharina, Page Antje Eckermann
Andrew Latimer, Chefsteward Benjamin Fröhlich
Robert Hichens, Quartiermeister Jan Messerli
Swing Kristian Lucas
Kate McGowan Katja Uhlig,
(Anna Müllerleile)

Jim Farrell Sasha Di Capri,
(Patrick Adrian Stamme)

Kate Mullins Anna Müllerleile
Kate Murohy Marion Wulf
J. Bruce Ismay, Eigentümer David Morell,
(Jörn Linnenbröker)

Thomas Andrews, Konstukteur Lucius Wolter,
(Florian Fetterle)

Ida Straus Christine Rothacker,
(Isabella Rapp)

Isidor Straus Klaus Brantzen,
(Martin Christoph Rönnebeck)

Charlotte Cardoza Kiki Maeder
Julia Saner
Jay Yates Thorsten Ritz
Madeleine Astor Jeannine Michele Wacker
John J. Astor Joachim Völpel
Mme Aubert Marleen de Vries
Silke Braas-Wolter
Benjamin Guggenheim Nils-Holger Bock
Eleanor Widener Diana Spadarotto
George Widener Jörg Hilger
Marion Thayer Isabella Rapp
Bertha Lehmann Bea Rohner,
(Isabella Rapp)

Johann Lehmann Roland Herrmann,
(Benjamin Fröhlich)

Caroline Neville Saskia Philipps
Charles Clarke Florian Fetterle




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Thuner Seespiele
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


29655
Alle Mann an Bord!

11.07.2012 - Die Seebühne Thun bietet eine grandiose Kulisse für Maury Yestons großartiges Musical. So wirken die Übergänge zwischen Bühne und See, der teilweise auch bespielt wird (z.B. mit den zu Hilfe kommenden Schiffen) fließend.
Das Bühnenbild ist gleichsam liebevoll wie vielschichtig. Eine sehr nette Idee sind die historischen Autos, die bei der Anreise der Passagiere zum Einsatz kommen. Die Bühne, die auf verschiedenen Ebenen bespielt wird, besitzt sowohl ein Dreh- als auch verschiedene Kipp-Elemente, die das sinkende Schiff in die nötige Schieflage bringen. Der eigentliche Untergang wird mittels Projektion auf eine Leinwand gelöst, die an einem Kran hängt. Leider wirkt die Animation eher billig und ist zudem historisch inkorrekt, da das Auseinanderbrechen des Schiffes nicht deutlich wird.
Die Technik funktionierte bis aus deutliche Störgeräusche in den Mirkos einwandfrei.
Alle Hauptrollen sind solide besetzt. Besonders herausragend fand ich Michael Flöth, der wie schon in Hamburg einen würdevollen Kapitän abgibt, sowie Jens Janke, der nicht nur beim Ragtime viel Spielfreude und Elan zeigt. Titanic in Thun wirkt aber vor allem auch durch die eindrucksvollen Ensemble-Szenen.
Das Orchester unter der Leitung Iwan Wassilevski setzt Maury Yestons wundervolle Partitur angemessen und mit dem nötigen Drive um. Da das Musical in Thun nicht als Zwei-Akter, sondern ohne Pause durchgespielt wird, fielen leider gleich mehrere Lieder („Zu aller Zeit“; „Gott steh mir bei in Wasserfluten“) bzw. Liedpassagen („Sieh mal Charles…“) dem Rotstift zum Opfer. An anderen Stellen wurden Lieder deutlich verkürzt („Eine Zeit voller Glanz und Pracht“ und „Aufstehn, aufstehn“), was mir gerade bei letztgenannter Szene sehr negativ auffiel. Die Song-Texte unterscheiden sich auch ansonsten immer wieder stellenweise von der Hamburger und der Magdeburger Fassung.
Die Rollen von Alice und Edgar Beane wurden in der Thuner Adaption durch Bertha und Johann Lehmann ersetzt, die ihre Texte in bestem Schwiizerdütsch darbieten. Eine originelle Idee, die beim Publikum ankommt. Völlig zu Nebendarstellern geraten dagegen Caroline und Charles, deren Rollen kaum Bedeutung in der Thuner Inszenierung haben.
Auch wenn Titanic Thun an die Original-Broadway-Inszenierung , die Tour-Fassung in den Niederlanden und die Hamburger Version nicht heranreicht, kann ich einen Besuch nur empfehlen. Also: Alle Mann an Bord!

EdgarBeane (6 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


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(sj)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Eine stimmige und dynamische Inszenierung. Das spielfreudige und perfekt besetzte Ensemble unterstreicht diesen Eindruck.

16.07.2012

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