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Tipp der Redaktion
Abenteuer-Musical

Der Graf von Monte Christo

Literatur-Klassiker in Wildhorn-Manier


© Andreas Birkigt
© Andreas Birkigt
Frank Wildhorns Musicaladaption des Abenteuerromans von Alexandre Dumas ist erstmals in Deutschland zu sehen. Wie schon bei der hiesigen "Jekyll & Hyde"-Produktion führt wieder Cusch Jung Regie; in den Hauptrollen stehen abermals Marc Clear und Marysol Ximénez-Carrillo auf der Bühne.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:04.02.2012
Rezensierte Vorstellung:12.02.2012
Letzte bekannte Aufführung:06.05.2018


Im Vorfeld der Deutschland-Premiere von Wildhorns "Der Graf von Monte Christo" ließ Regisseur Cusch Jung verlauten, es solle so aussehen "als hätte die Produktion wahnsinnig viel Geld gekostet". Große Worte, doch seine Inszenierung hält, was er verspricht. Auch wenn die Bühne der Musikalischen Komödie eher klein ist, was darauf zu sehen ist, hat den Charakter und die Qualität einer Großproduktion.

Optisch opulent und mit viel Liebe zum Detail lassen Cusch Jung und Bühnenbildnerin Karin Fritz die Welt von Edmond Dantès eindrucksvoll und dennoch mit recht einfachen Mitteln entstehen und nutzen dabei die Bühnenbeschaffenheiten optimal. Mit Hilfe einer großflächigen Videoleinwand am hinteren Bühnenende wird Weite erzeugt und je nach Bedarf ein Marinehafen, ein Ballsaal oder eine unterirdische Grotte stimmungsvoll erschaffen. Pyroeffekte und eine hervorragend choreographierte Fechtsequenz werden publikumswirksam eingesetzt. Auch die Beleuchtungseffekte helfen dabei, die Illusion zu vermitteln und Atmosphäre zu erzeugen – sei es der fahle Mondschein, der durch das kleine Fenster in Edmonds Gefängniszelle dringt, oder die komplett in Rot getauchte Bühne, als der Titelheld seinen Widersachern blutige Rache schwört. Die Kostüme von Sven Bindseil fügen sich sehr gut in den historischen Rahmen ein, ohne dabei angestaubt oder erdrückend zu wirken.

Auch inhaltlich und dramaturgisch gibt es an der Inszenierung wenig auszusetzen. Der 1000-seitige Wälzer von Alexandre Dumas ist in Wildhorns Musicaladaption deutlich abgespeckt worden. Die Geschichte um Verrat, Gerechtigkeit und Neubeginn wird rasant erzählt, ohne jemals gehetzt zu wirken und kommt fast ohne unnötigen Ballast aus. Man findet nur zwei kurze Szenen, die das Stück inhaltlich nicht weiterbringen und auf die man gegebenenfalls hätte verzichten können: die verführerische aber inhaltsleere Kurtisanen-Nummer im ersten Akt und das Solo von Schwiegertochter Valentine, "Schöner Schein", das sich weder musikalisch noch gesanglich positiv hervorhebt. Ansonsten ist die Partitur von "Der Graf von Monte Christo" eingängig und bewegt sich auf kompositorisch hohem Niveau, auch wenn der eine oder andere Song sehr stark an frühere Wildhorn-Stücke erinnert. So klingt z.B. das Schurken-Terzett "Geschichte" wie "Die Fäden in der Hand" aus "Rudolf" oder die Chor-Nummer "So wie man hört" scheint geradewegs aus "Jekyll & Hyde" zu kommen.

Die Verpflichtung von Marc Clear als Edmond Dantès erweist sich als Glücksgriff. Clear gelingt es scheinbar mühelos, alle Fassetten der Titelfigur überzeugend darzustellen, ohne dass die Vielzahl an Wandlungen, die er im Laufe der Geschichte durchläuft, jemals unglaubwürdig wird. Auch stimmlich meistert er die Metamorphose vom verliebten, naiven Jüngling, der seiner Verlobten mit warmer Stimme das hoffnungsvolle Versprechen "Ein Leben lang" gibt, zum diabolischen Racheengel am Ende des ersten Aktes. Gerade in dieser Szene, als Edmond zu rockigen Klängen seinen Feinden die "Hölle auf Erden" wünscht, hat Clear seine Sternstunde.

An seiner Seite überzeugt Marysol Ximénez-Carrillo, die bereits gemeinsam mit Clear in Cusch Jungs "Jekyll & Hyde"-Inszenierung auf der Bühne stand, als Mercédès mit klangvoller Stimme und gefühlvoller Interpretation. Die drei Widersacher Edmonds werden von Andreas Rainer, Milko Milev und Kostadin Arguirov dargestellt - ein stimmgewaltiges Trio, das mit "Geschichte" und "Zuviel ist nie genug" zwei überaus dynamische Songs zum Besten gibt.

Regisseur Jung hat es sich nicht nehmen lassen, selbst auf der Bühne zu stehen. Als Abbé Faria, der im berüchtigten Château d’If seinem Mitgefangenen Edmond nicht nur zum Ausbruch verhilft, sondern ihn auch unterrichtet und zu Reichtum führt, ist er trotz verhältnismäßig kleiner Rolle einer der Hauptsympathieträger des Stückes. Begeistern kann auch Sabine Töpfer als Piratin Louisa Vampa – ihr kraftvoller Song "Wahrheit oder Wagnis" ist ein Showstopper wie er im Buche steht, der in dem sonst eher balladenlastigen Stück eine willkommene Abwechslung bietet.

Wie schon bei "Jekyll & Hyde" hat die Musikalische Komödie Leipzig auch mit "Der Graf von Monte Christo" eine ausgereifte, dramaturgisch starke und hervorragend besetzte Inszenierung auf die Beine gestellt, die einen Besuch lohnenswert macht.

(Text: cl)




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Kreativteam

Musikalische Leitung Tobias Engeli
Inszenierung / Choreographie Cusch Jung
Bühne Karin Fritz
Kostüme Sven Bindseil
Choreinstudierung Mathias Drechsler
Dramaturgie Marita Müller


Besetzung

Edmond Dantes
Graf von Monte Christo
Marc Clear
Mercedes Marysol Ximénez-Carrillo
Louis Dantes Mathias Paarsch
Morrel Roland Otto
Mondego Andreas Rainer
Danglars Fabian Egli
Kommissar Sebastian Fuchsberger
Villefort Milko Milev
Abbe Faria Dean Welterlen
Louisa Vampa Sabine Töpfer
Jacopo Paul Stampehl
Albert Jeffery Krueger
Valentine Iva Schell
Isabelle Linda Rietdorff


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Andreas Birkigt
© Andreas Birkigt
© Andreas Birkigt
© Andreas Birkigt

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


7 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


30111
Ein Abenteuerroman als Musical

09.09.2013 - Der Graf von Monte Christo-Das Musical
Ein Abenteuerroman als Musical! „ Der Graf von Monte Christo“, Musik von Frank Wildhorn, Text von Jack Murphy, basierend auf dem Romanklassiker von Alexandre Dumas.

Alexandre Dumas Romane sind sehr opulent. Trotzdem bieten die alten Historienromane gute Grundlagen für Filme und in abgespeckter Form für ein packendes Abenteuer- Musical.
Der Inhalt des Romans wurde von Jack Murphy auf das Wesentliche gekürzt. Frank Wildhorn komponierte die stimmungsvolle lebendige Musik.
Die erfolgreiche Erstaufführung fand im Musicaltheater in St.Gallen statt.
In der “Musikalische Komödie“ in Leipzig inszenierte Cusch Jung, der auch die Rolle des Abbe Faria übernahm, die gelungenen deutsche Erstaufführung.
Der junge Seemann Edmond Dantes verlobt sich mit seiner grossen Liebe Mercedes und wird zum Kapitän befördert. Doch Mondego liebt ebenfalls die schöne Mercedes und Danglars neidet Edmond die Beförderung zum Kapitän. Wie also den Erfolgreichen aus dem Weg räumen? Eine infame Verleumdung von Edmond beim Staatsanwalt Villefort genügt und Edmond verschwindet für Jahre unschuldig im dunklen Kerker auf der berüchtigten Gefängnisinsel Chateau d‘If . Dort trifft er zufällig auf den mitgefangenen, alten Abbe Faria, der ihm ein guter Freund und Lehrer wird und erbt dessen versteckten Schatz auf der Insel Monte Christo. Edmond gelingt die tollkühne Flucht aus dem brutalen Gefängnis, wird von Piraten gerettet und kann den Schatz heben.
„Ich bringe euch die Hölle auf Erden, wie ein dunkler Gott.“ schwört Edmond in seiner Verzweiflung. Geld für seine Rache hat er genug und er zieht sie durch. Kann er auch vergeben und Mercedes nach den vielen Jahren der Trennung wieder für sich gewinnen?
Marc Clear überzeugt als innerlich zerrissener Grafen von Monte Christo. Seine Widersacher spielen ihre Intrigen, Boshaftigkeit und Ängste glaubhaft.
Die temperamentvolle Piratenchefin hat ihre rauhe, zügellose Männercrew fest im Griff und die frechen Kostüme erinnern an den Film „Die Piraten der Karibik“. Die Kostüme entsprechen ansonsten der historischen Zeit.
Das Bühnenbild wechselt je nach Szene zwischen sparsamen und einfühlsamen sehr detaillierten Bildern, die der Fantasie der Zuschauer genügend Raum lässt. Gelungene Beleuchtungseffekte helfen Illusionen zu wecken und Stimmungen zu unterstreichen. Treffende Foto-und Videoprojektionen unterstützen dabei.
Das Duell zwischen den Widersachern im Morgengrauen wird mit historischen Waffen ausgetragen und durch passende Pyroeffekte unterstützt. Die rasanten, hervorragend choreografierten Fechtszenen mit Originalwaffen begeistern das Publikum.
Das Publikum dankte mit viel Applaus dem Ensemble und Orchester für die ausgereifte stimmige Inszenierung.
www.oper-leipzig.de

lebelu (2 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


29828
Unglaublich...

14.12.2012 - ... ich bin immer noch begeistert von der Aufführung in der MuKo in Leipzig am 13.12.

Was das Haus dort in der deutschen Erstaufführung bietet hat Qualität.

Gut und gerne 50 Menschen (oder mehr) auf der Bühne und mind. 20 im Orchestergraben. Ich war kurz an die VBW erinnert bei der Klangqualität. Auch hatte ich (Reihe 17) keine Probleme mit der Tontechnik feststellen können. Alles war harmonisch abgemischt. Live Orchester ist nun mal vorne sicher etwas lauter. Aber genial.

Die Bühne ist sehr gut gestaltet. Die verspiegelten Wände und Decken eröffnen in Verbindung mit dem Licht und den Projektionen (sehr schön/nicht zu kitschig) unglaubliche Perspektiven. Es sieht alles sehr "teuer aus".

Marysol Ximénez-Carrillo als Mercedes war für mich die Entdeckung des Abends. Eine tolle Darstellerin mit schöner Stimme für die Wildhorn´schen Balladen. Marc Clear ist ebenso hervorzuheben. Nach seiner Rolle als Athos in 3M habe ich ihn nicht mehr live erlebt. Er lebt die Rolle. Seine Soli bekommen zurecht viel Applaus.

Cush Jung gestern in einer Doppelrolle als Abbe Faria und als Danglas. In der Kerkerszene ein Komödiant erster Güte. Toll auch das Ensemble und der Chor insgesamt.

Danke allen für dieses tolle Erlebnis und weiterhin viel Erfolg.

mrmusical (76 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


29621
Christian Alexander Müller überzeugt!

20.06.2012 - Am 19.06.2012 hatte Christian Alexander Müller Premiere in seiner Rolle als Graf. Wie schon in Essen als Phantom, weiß er auch in dieser schweren Rolle vollständig zu überzeugen. Mühelos meistert er die Partitur und bekommt dafür zurecht lange stehende Ovationen am Ende. Auch der Rest des Ensembles und das große Orchester haben den Abend zu einem tollen Musicalerlebnis gemacht.
Vielen Dank dafür!

Kristoffer (4 Bewertungen, ∅ 4.8 Sterne)


29547
Sehr gelungen!

04.04.2012 - Wir waren ja zum ersten Mal in Leipzig und uns hat dieses kleine Theater sehr gefallen. Das Stück selber ist ein typisches Wildhorn-Stück und man erkennt viele Melodieansätze, die einen an Jekyll und Hyde oder Dracula erinnern, also sehr gut im Ohr bleiben.

Obwohl das Theater finanziell ein sehr begrenztes Budget hat, ist die Bühne fast optimal ausgenutzt worden und die Elemente wie Wasser, Wald oder Ballsaal sind mit der Beamerprojektion vollkommen gelungen umgesetzt worden. Auch wenn die Ausstattung auf der Bühne relativ klein gehalten wurde, sind durch die schräge Bühnenkonstruktion und die Spiegelseiten sehr gute Effekte erzielt worden. Das Lichtdesign hat sich im Laufe der Spielzeit verbessert und so muß ich lediglich anmerken, daß leider immer noch leichte Tonprobleme auftreten, die tagesabhängig zu sein scheinen. Am einen Tag übertönt das gewaltige Orchester oft die Stimmen der Darsteller. In einer anderen Vorstellung sind die Mikrophone wieder optimal eingestellt.

Das Stück ansich besteht aus vielen Balladen und schnelleren Nummern, einer (wie sollte es auch anders sein?)gekürzten Buchfassung, die aber sehr schön umgesetzt ist und, wenn man dem Text genau lauscht, sehr verständlichen Geschichte, die sehr berührt hat. Allen voran verkörpert Marc Clear als Edmond Dantes/Gefangener/Graf von Monte Christo seine Rollen und deren Verwandlung mit größter Spielfreude und Ausdruck und ihm steht ein tolles Ensemble zur Seite. Allein Fernand Mondega könnte noch etwas gemeiner sein um seiner Rolle gerecht zu werden.

Alles in allem ein sehr schönes Stück und eine tolle Inszenierung, die wir bereits mehrmals gesehen haben und auch noch ein weiteres Mal anschaun werden. Wir finden eine gelungene Deutschlandpremiere! Unbedingt reingehen!

rosaliew (erste Bewertung)


29473
Gelungene Inszenierung eines wenig überzeugenden Musicals

13.02.2012 - Trotz recht begrenzter technischer und finanzieller Möglichkeiten zeigt man in Leipzig eine Aufführung, die vor allem durch ihre Opulenz beeindruckt. Das ausgesprochen große Ensemble agiert auf einer halsbrecherischen Schräge, die die ganze Bühne dominiert. Die Seitenwäde sind verspiegelt und der Bühnenhintergrund wird per Beamer mit gelungenen Bildern und Animationen ausgeleuchtet. Zusammen mit einer ungeheueren Anzahl von prächtigen und detailverliebten Kostümen hätte dies ein perfekter optischer Rahmen für den Historienstoff sein können. Alleine das sehr antiseptische und atelier-mäßige Lichtdesign ist wenig stimmungsvoll geraten.

Der 900 Seiten dicke Roman musste natürlich entschlackt und zurechtgestutzt werden, um in eine 2,5 Stunden Aufführung zu passen. An solch einer Aufgabe sind schon zahlreiche andere Musicals gescheitert. THE FAR PAVILIONS, GONE WITH THE WIND oder auch DIE PÄPSTIN haben auf dem Weg vom Epos zum schlanken Musical (zu-)viel Federn lassen müssen und konnten als Adaption nicht mehr überzeugen.
So ist dann auch DER GRAF VON MONTE CHRISTO oftmals nur eine sehr fragmentarische und gehetzte Abarbeitung ausgewählter Stationen der Romanvorlage. Personenzeichnungen, Beziehungskonstellationen und nachvollziehbare Dramatik bleiben dabei leider zu oft auf der Strecke. (Mit einer eigenständigen Deutung von Schuld und Sühne, Rache und Vergebung hält sich Jack Murphys Buch erst gar nicht auf.)

Auch Frank Wildhorns Musik enttäuscht mich nachhaltig. (Und das, obwohl ich ansonsten zu seiner Anhängerschaft gehöre.)
Kaum eine Melodie ragt wirklich heraus und setzt sich im Gehörgang fest. Große Emotion, Leidenschaft, Pathos und Dramatik (wie sie Wildhorn sonst immer so gut bedienen kann) bleiben gänzlich aus und sorgen dafür, das die Aufführung stellenweise etwas zäh und fad erscheint.

In der Hauptrolle kämpft sich Marc Clear durch die zwei Jahrzehnte umspannende Handlung. Eigentlich könnte Edmond Dantes eine Paraderolle für einen guten Darsteller und Sänger sein. Allerdings gibt dieses Rohmaterial nicht allzuviel her. Der Charakter bleibt weitgehend eindimensional. Gerade auch im Zusammenspiel mit Marysol Ximenez-Carillo. Die große Liebe zwischen Edmond und Mercedes wird nur behauptet, findet aber niemals (nachvollziehbar) statt. Das wiederum macht eigentlich den ganzen zweiten Akt unglaubwürdig.

Cusch Jung (auch in der Rolle des Abbe Faria auf der Bühne) macht mit seiner Regie das Beste daraus. Er zeigt schöne Szenenbilder in schneller, flüssiger Abfolge. Gekonnt arrangiert er das große Ensemble stolperfrei und ellegant auf der schwierigen Schrägbühne. Ganz großartig ist ihm die Intergration von Opernchor und Ballett gelungen. Perfekt und mit großer Spielfreude fügen sich die Damen und Herren in Inszenierung und Handlungsverlauf ein.

Der Musikalischen Komödie ist es gelungen eine visuell und personell beachtliche Deutschlandpremiere zu stemmen.
Leider lässt das Rohmaterial aber vermuten, dass es sich bei DER GRAF VON MONTE CHRISTO nur um eine schnell und mit wenig Herzblut angefertigte Auftragsarbeit handelt.

kevin (163 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


29460
Einfach großartig

07.02.2012 - Catecaneverall hat bereits eine sehr gute Zusammenfassung geschrieben. Kompliment. In einem Punkt bin ich jedoch anderer Meinung: Frau Ximenez-Carrillo begeistert nicht nur mit einer unglaublichen Stimme, sondern spielt Ihren Part sehr überzeugend und nicht mit übertriebenem Pathos, was leicht hätte passieren können. Sie ist auf der Bühne einfach überzeugend. Ansonsten kann ich auch nur sagen, dass die MuKo wieder eine Großartige Inszenierung auf die Beine gestellt hat, die sich auf jeden Fall lohnt anzuschauen.

DDIOS (erste Bewertung)


29456
Wieder ausgezeichnet!

05.02.2012 - Auch von Cusch Jungs zweiter Inszenierung an der Musikalischen Komödie in Leipzig bin ich schlicht begeistert! Nach der öffentlichen Probe in der Woche vor der Premiere konnte ich den gestrigen Abend kaum noch abwarten und das Kreativ-Team der deutschen Erstaufführung des Grafen von Monte Christo hat nicht zu viel versprochen! Hier wird mit viel Phantasie und Kreativität atemberaubendes Theater gemacht! Wie schon in Jekyll&Hyde werden alle Personalressourcen der Musikalischen Komödie genutzt. Das ausgezeichnete Orchester wird dem Bombast, der Wildhorns Partitur fordert, mehr als gerecht und das Ensemble bestehend aus Opernchor, Ballett und Statisterie sorgen für den nötigen Trubel und (durch herrliche Kostüme) für reizendes Augenfutter auf der Bühne.
Die Geschichte beginnt rasant: Edmond Dantès kehrt als junger Seemann gerade von großer Fahrt zurück und feiert Verlobung mit seiner Mercédès als er von seinen Freunden verraten und unschuldig ins Chateau d'If geworfen wird. Dort begegnet er nach Jahren der Einsamkeit und Verzweiflung Abbé Faria, ebenfalls Gefangener, der sich mit seinem Fluchttunnel aus Versehen in Edmonds Zelle gegraben hat. Die gemeinsamen Szenen von Dantès und Faria sind für mich Highlight des Stückes. Marc Clear und Cusch Jung sind für sich allein schon wunderbare Schauspieler aber gemeinsam schaffen sie eine Chemie auf der Bühne, die völlig mitreißt. Ich wünschte nur, dass Jung auf den albernen Auftritt der tumben Wachmannschaft verzichtet hätte. Die Herren sollen mit ihrem Dialekt sicherlich für den ein oder anderen Lacher sorgen - aber warum an dieser Stelle der Geschichte?
Dantès entflieht schließlich dem Kerker, findet Farias geheimnisvollen Schatz von Monte Christo und will ihn nutzen um sich an seinen Verrätern zu rächen. Zweites Highlight des Abends: Bei 'Hölle auf Erden' kracht es so gewaltig im Orchestergraben, dass das Publikum ordentlich in die Sitze gedrückt wird - das macht Lust auf den zweiten Akt. Der kommt vom Tempo und der Erzählweise leider nicht ganz an den ersten Akt heran. Das Kernstück der Geschichte ist für mich eigentlich, wie der Graf von Monte Christo seine Rache plant und im Hintergrund die Fäden zieht um sich auf unterschiedliche Art und Weise an seinen Feinden zu rächen - was gefühlt in fünf Minuten passiert. Scheinbar gibt das die Partitur nicht anders her, trotzdem war das eine kleine Enttäuschung. Dafür bleibt genug Zeit zu erzählen, wie Edmond Dantès schließlich von seinem Hass ablässt und wieder der Mann wird, der er einst war - samt Happy End. Das versöhnt :)
Marc Clear als Hauptdarsteller begeistert einmal mehr mit einer großen Natürlichkeit. Sein Edmond versinkt zu keiner Zeit im totalen Pathos und so bleibt sein Handeln nachvollziehbar und er hat alle Sympathien stets auf seiner Seite. Cusch Jung als Faria geht einfach ans Herz und sorgt für große Erleichterung in der Schwere der Geschichte (ganz ohne sächsischen Dialekt...). Marisol Ximénez-Carillo gelingt stimmlich wieder ein großer Erfolg. Leider wird sie schauspielerisch der Rolle wenig gerecht und lässt den Stolz und die Haltung einer Katalanin sehr vermissen. Ihr körpersprachliches Repertoire ist da etwas eingeschränkt. Andreas Rainer als Fiesling Mondego gruselt besonders in den stilleren Momenten ('Jeder Tag ein kleiner Tod'), seine beiden Kollegen dürften gern noch eine Nummer schurkiger spielen.
Das dritte Highlight des Abends ist das Bühnenbild - was hier mit so einfachen Mitteln gezaubert wird ist wirklich sehenswert und mehr als gelungen!
Ich hoffe, dass viele Leipziger und Besucher Leipzigs die Gelegenheit nutzen und sich diese Produktion anschauen - ich persönlich freue mich schon auf die nächste Vorstellung :)

catecaneverall (20 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
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Handlung
Durch eine Intrige landet Edmond Dantès im Gefängnis in Châuteau d‘If. mehr

Weitere Infos
Zur Originalbesetzung gehörten unter anderem Thomas Borchert als Edmond Dantès / Monte Christo, Carsten Lepper als Fernand Mondego, Christoph Goetten als Gérard von Villefort, Karim Khawatmi als Baron Danglars und Dean Welterlen als Abbé Faria.

 Kurzbewertung [ i ]
(cl)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Opulentes Mantel-und-Degen-Epos in einer rundum gelungenen Inszenierung.

13.02.2012

 Leserbewertung
(7 Leser)


Ø 4.00 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

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