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Tragödie

Aida

Jede Geschichte handelt von der Liebe


Die Musical-Adaption der gleichnamigen Verdi-Oper um die tragische Liebe zwischen ägyptischem Heeresführer und nubischer Sklavin in prominenter und "Aida"-erprobter Besetzung (Judith Lefeber, Christian Alexander Müller, Bettina Mönch). Eine Inszenierung mit großen emotionalen Highlights, die jedoch streckenweise unter ihrer optischen Inkonsistenz leidet.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:10.09.2011
Rezensierte Vorstellung:16.09.2011
Letzte bekannte Aufführung:20.06.2014


Bei seiner Inszenierung von Elton Johns "Aida" ist Regisseur Matthias Winter auf Nummer sicher gegangen – zumindest, was die Besetzung betrifft: Alle drei Hauptdarsteller konnten in der Vergangenheit bereits in den Stage-Entertainment-Produktionen Erfahrung mit dem Stück und ihrer jeweiligen Rolle sammeln. Gerade in einem Musical, in dem das Zusammenspiel des Protagonisten-Gespanns stärker als bei vielen anderen Musicals die Glaubhaftigkeit und emotionale Resonanz der Geschichte ausmacht, wirkt sich diese Routine spürbar positiv auf die gesamte Produktion aus.

Christian Alexander Müller ist stimmlich eher klassisch als rockig zu Hause und damit kein 'typischer' Radames, was sich allerdings gerade bei den Balladen als großes Plus erweist und Liedern wie "Durch das Dunkel der Welt" ein sehr großes Klangvolumen gibt. Mit einer sehr starken Stimme inklusive unglaublichem Stimmumfang kann auch seine Bühnenpartnerin Judith Lefeber in der Titelrolle aufwarten. Schauspielerisch zeigt Lefeber einige Schwächen, aber das Zusammenspiel von Aida und Radames wird davon glücklicherweise nicht gestört – die Chemie stimmt, sowohl bei den aggressiven Wortgefechten zu Beginn des Stücks als auch im Verlauf ihrer tragischen Liebesgeschichte. Bettina Mönch gelingt als Amneris die Gratwanderung zwischen unbekümmertem Blondchen mit Vorliebe für rosa und einer künftigen Herrscherin, die ihre Träume zerplatzen sieht. Beim Showstopper "Mein Sinn für Stil" kann sie sich stimmlich beweisen, schauspielerisch brilliert sie vor allem in Amneris‘ leisen, tragischen Momenten, insbesondere in der Szene, in der Aida und Radames verurteilt werden.

Abseits des Protagonisten-Trios gibt Steffen Friedrich einen auf der ganzen Linie überzeugenden Zoser, der sein Intrigenspiel hinter einem charmanten Lächeln verbirgt und mit "Eine Pyramide mehr" eine dynamische Solonummer zum Besten gibt. Als Aidas gewitzter Landsmann Mereb ist Fehmi Göklü darstellerisch authentisch, aber gerade beim Solo "Ich kenn Dich" wünscht man sich etwas mehr Stimmvolumen.

Die Inszenierung selbst gibt – vor allem in Hinblick auf szenische Umsetzung und Bühnenbild – nicht immer ein in sich geschlossenes Gesamtbild. Mal entstehen Szenenbilder mit viel Liebe zum Detail, etwa Amneris‘ Ankleideräume und Gewänder ganz in Barbie-Pink und mit Prinzessinnen-Kitsch. Mal wird abstrakt und minimalistisch gearbeitet. Mal kommt die Großbild-Leinwand zum Einsatz, auf der auch schon mal ganz anachronistisch das Sklavenlager mit Stacheldrahtzaun vergittert wird. Gleichermaßen geben auch die Kostüme von Walter Schütze kein einheitliches Bild ab, was sich besonders bei den Outfits von Radames (im Musketier-Look) und Aida als störend erweist.

In der Rahmenhandlung begegnen uns neben dem wiedergeborenen Liebespaar Radames und Aida als Museumsbesucher auch Amneris als Reiseleiterin (im doppelten Sinne) sowie ein mürrischer Zoser, der zum Museumswächter degradiert wurde – eine nette Idee mit Augenzwinkern, die allerdings auch etwas vom emotionalen Tiefgang ablenkt.

Dass die Inszenierung trotz einiger optischer Unstimmigkeiten funktioniert, verdankt sie neben der hervorragenden Leistung der Hauptdarsteller vor allem der geschickten Umsetzung der emotionalen Schlüsselszenen. Zu einem Höhepunkt wird dabei insbesondere "Durch das Dunkel der Welt", bei dem mit Hilfe der Drehbühne Distanz und Annäherung zwischen Radames und Aida vor dem Hintergrund von Lichteffekten auf der Projektionswand geschickt dargestellt werden, bevor die beiden gemeinsam im Bühnennebel versinken.

Erwähnenswert sind schließlich noch der stimmstarke Chor, der in den Ensemblenummern des Stückes für Dynamik sorgt, sowie das hervorragende Ballett, das unter der Choreographie von Lode Devos großartige Tanzszenen auf die Bühne bringt.

(Text: cl)




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Kreativteam

Musikalische Leitung Heiko Lippmann
Tom Bitterlich
Inszenierung Matthias Winter
Bühne und Kostüme Walter Schütze
Choreografie Lode Devos
Choreinstudierung Simon Zimmermann


Besetzung

Aida Judith Lefeber
Amneris Bettina Mönch
Julia Lißel
Radames Christian Alexander Müller
Armin Kahl
Zoser Steffen Friedrich
Mereb Michael Heller
Nehebka Claudia Müller-Kretschmer
Pharao Roland Glass
Amonasro Thomas Mäthger


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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Starke Darsteller in scheußlichen Kostümen

06.10.2013 - Selten habe ich eine Aufführung gesehen, die dermaßen unter einem schlechten Ausstatter zu leiden hatte, wie diese. Kostüme und Bühnenbild schwanken zwischen 3 Musketiere, Bad Segeberg und La Cage auf Folles. Besonders hart hat es dabei Radames und Amneris getroffen. Auch war mir bis dahin nicht klar, dass Amonasro ein alter Indiander ist.
Nun zum positiven, die Darsteller waren durch die Bank hervorragend und brachten ihre Rolle trotz Handicab wunderbar rüber. Julia Lißel spielte Amneris wie man sie sich vorstellt, nicht komplett Barby und zum Ende mit viel Tiefgang. Radames war der Held, dem C.A. Müller starken Ausdruck verlieh, auch wenn die Regie ihn immer nur von Links nach rechts über die Bühne schickte. Michael Heller als Mereb machte aus seiner kleinen Rolle das Beste und wurde zurecht mit viel Applaus bedacht. Das Orchester trug zum guten Gesamteindruck maßgeblich bei. Der Tontechniker hätte etwas ausgefeilterr steuern können, manchmal hatte er Mühe die einzelnen Stimmen zu trennen.
Insgesamt sehr anhörenswert, über die Kostüme muss man einfach hinwegsehen.

Charlotte (48 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


Starke Hauptdarsteller - starkes Ensemble...

02.10.2011 - ...auch wenn ich wohl kein AIDA-Fan werde.
Am 29.09. habe ich die Vorstellung im Chemnitzer Opernhaus besucht und mich sehr solide unterhalten gefühlt! Judith Lefeber als Aida singt mit starker, sicherer und sehr dynamischer Stimme - gerade in den Extremen hat sie mich beeindruckt. Auch Christian Alexander Müller erfüllt meine persönlichen Erwartungen mühelos, er kann als Radames viele Facetten seiner herrlichen Stimme zeigen. Leider bleiben Beide schauspielerisch hinter den Möglichkeiten ihrer Rollen zurück. Aida ist so lange so hart, trotzig und stark stark stark, dass ihre Liebe zu Radames aus dem Nichts zu kommen scheint. Radames läuft in vielen Szenen mit einer für mich unklaren Motivation im maniriertesten 'Jugendlicher Held'-Schritt ever auf der Bühne hin und her und wieder hin und wieder her - ist das der Regie nicht aufgefallen? Das ist so schade! Beiden wünsche ich es anders. Bettina Mönch hat mit Amneris die wohl interessanteste Rolle in diesem Stück zu füllen und das tut sie! Sowohl stimmlich (völlig zu Recht tobender Szenenapplaus nach 'Mein Sinn für Stil') als auch schauspielerisch hat sie für mich an diesem Abend die stärkste Leistung gezeigt. Michael Heller zeigt eine entzückende Interpretation des Vertrauten Mereb, ich freue mich schon auf seinen Alfred in Berlin! Sehr überzeugt hat mich Roland Glass als konservativer Herrscher Ägyptens, der mit unglaublicher Präsenz den Saal mucksmäuschenstill werden lässt. Ebenfalls treffend besetzt ist Steffen Friedrich als Zoser, der seine Pläne herrlich intrigant präsentiert, sowohl sängerisch als auch schauspielerisch treffsicher.
Das Ensemble unterstreicht mit großer Bandbreite komische und tragische Szenen stimmgewaltig und mimisch auf den Punkt, es hat Spaß gemacht den Damen und Herren des Opernchores und Balletts zuzuschauen!
Für mich generell schwierig ist der Spannungsbogen in AIDA. Im ersten Akt ist es ein wahnsinniges Auf und Ab zwischen Verzweiflung und aufkeimender Hoffnung, die Handlung wird aber nicht temporeich vorangetrieben. Im zweiten Akt passiert dann aber alles auf einmal - zumindest wird auf der Bühne alles auf einmal 'erzählt' - und 'zack' sitzen Aida und Radames schon in der Grabkammer. Also ehrlich! Aber gut, wenn AIDA also eher als Balladensammlung denn spannende Geschichte begriffen wird, dann wünsche ich mir, dass in den stärksten Szenen nicht der Bildschirmschoner auf der Großleinwand mitläuft! Wenn ich Judith Lefeber und Christian Alexander Müller engagiert habe ist solcher Firlefanz nicht nötig! Die beiden KÖNNEN singen, und wie! In solchen Moment wünsche ich mir, dass sich die Regie mehr auf den Zauber verlässt, den die Hauptdarsteller mit ihren Stimmen miteinander schaffen - ich wäre dankbar.

catecaneverall (20 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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(cl)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Starke Darsteller in einer insgesamt guten, aber nicht immer ganz stimmigen Inszenierung.

25.09.2011

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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