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Drama

Aida

Durch das Dunkel der Welt


Prominent besetzte Produktion des Musicals von Elton John und Tim Rice über eine nubische Prinzessin und ihre verbotene Liebe zum künftigen ägyptischen Pharao. Ordentlich inszeniert, jedoch mit einigen Wermutstropfen.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:10.09.2011
Rezensierte Vorstellung:10.09.2011
Letzte bekannte Aufführung:20.01.2012


Nubische Prinzessin und ägyptischer Heerführer – eine Liebe, die unerfüllt bleiben muss und letztlich im Tod der beiden endet. Dies sind die Eckdaten des Musicals, das das Staatstheater Darmstadt in dieser Spielzeit präsentiert. Dazu verpflichteten sie zwei namhafte Musicaldarsteller für die Hauptrollen und einen musicalerfahrenen Regisseur – da kann kaum etwas schiefgehen. Und doch bleibt der Eindruck nach der Premiere ein wenig gedämpft, so richtig wollte der Funke der lodernden Liebe nicht über die Rampe springen.

Inszeniert ist das Stück größtenteils solide. Regisseur Johannes Reitmeier bringt alle Elemente des Hauses zusammen. Vom Opernchor bis zur Statisterie ist alles vertreten.
Das Bühnenbild ist einfach und zweckmäßig. Dessen zentralen Elemente, zwei sich ständig drehende Treppengerüste, werden jedoch irgendwann schlichtweg langweilig. Die Bühnenmaschinerie fährt kräftig in alle Richtungen, der Sinn des vorbeifahrenden Palastes erschließt sich allerdings nicht wirklich. Die Grabkammer im Finale, die hydraulisch nach oben fährt, ist wiederum beeindruckend und wirkungsvoll in die Handlung integriert.
Chris Murray als Radames hat eine sehr angenehme Stimme, die jedoch in der Rolle erst einmal irritiert, da man den Radames eher rockig und weniger klassisch intoniert kennt. Leider trübt seine mangelnde schauspielerische Leistung – ausladende und übertrieben wirkende Gesten – diesen positiven Eindruck.
Dominique Aref spielte die Aida bereits im Colosseum in Essen. Ihre Stimme ist bei den leisen Tönen angenehm und warm, bei den lauteren Passagen trifft sie, zumindest am Premierenabend, nicht jeden Ton und wirkte eher leise und kraftlos. Gerade bei einem Song wie „Die Sonne Nubiens“, dem großen Finale des ersten Aktes, bremst das die Kraft des Stückes arg. Zwischendurch hatte man außerdem den Eindruck, Sänger und Orchester sind sehr schlecht abgemischt und die Stimmen gehen in den Klängen des Orchesters unter.
Sehr befremdlich und eher an die Oper „Aida“, denn an das Musical erinnernd ist der opulente Opernchor, den Regisseur Reitmeier immer wieder auf die Bühne bringt. Sicherlich ein guter klassischer Chor, der bestens geeignet ist für die großen Operninszenierungen des Staatstheaters, wirkten die Herren hier eher störend als unterstützend. Man hätte sich ein paar Personen weniger auf der Bühne gewünscht, die aber dafür wirklich agierend und nicht nur dekorativ stehend oder aus dem Takt tanzend. Und auch hier wäre eine Portion „Rock“ hilfreicher gewesen als zu viel „Klassik“.
Sigrid Brandstetter als Amneris ist nicht das „Modepüppchen“, das man aus vergangenen Inszenierungen kennt. Einerseits schade, andererseits kommt dadurch die ernste Seite der Rolle zum Ende der Show besser zur Geltung. Als netter Gag gemeint, jedoch mit der Zeit fragwürdig, ist der Frisörstuhl, auf dem sie ständig liegt. Zwischendurch fragt der geneigte Zuschauer sich, ob die Arme ein Fußleiden hat oder wieso sie, bis zum Finale, wo sie ihren Stuhl selbst schieben darf, immer nur sitzend zu sehen ist.
Überraschend gut ist Randy Diamond in der Rolle von Radames’ Vater Zoser. Imposant in seiner Erscheinung, mit kraftvoller, durchdringender Stimme, fällt er besonders bei dem Reggae-Song „Eine Pyramide mehr“ positiv auf.

So bleibt die Antwort auf die Frage, ob Elton Johns Rock- und Popmusical in einem Mehrspartenhaus funktionieren kann eine zwiespältige: Es funktioniert, allerdings mit Abstrichen.

(Text: jal)




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Kreativteam

Musikalische Leitung Vladislav Karklin
Inszenierung Johannes Reitmeier
Choreografie Anthoula Papadakis
Bühne Thomas Dörfler
Kostüme Michael D. Zimmermann


Besetzung

Radames Christopher Murray
Martin Pasching
Aida Dominique Aref
Zoser Randy Diamond
Amneris Sigrid Brandstetter
Nehebka Sarah Rögner
Mereb Andreas Wagner
Pharao Hans-Joachim Porcher
Amonasro Malte Godglück
Mit Werner Volker Meyer
Klaus Riedelsheimer
Geoffrey Browne
Juri Lavrentiev
Stephanie Eineder
Hanna Broström



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


11 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


29551
Nett...

08.04.2012 - Als ich das Staatstheater Darmstadt verließ stellte ich mir die Frage ob AIDA an Stadt- und Staatstheatern funktionieren kann. Die Antwort lautet wohl: Kann es, muss es aber nicht.

Das Staatstheater Darmstadt inszeniert solide, einige Einfälle sind sogar mehr als nett. So fährt bei 'Wie Vater, so Sohn'  die gesamte Beleuchtungsmaschinerie von der Decke und sorgt für tolle Effekte. Der Rest ist halt mehr oder weniger solide Arbeit. Die Treppenkonstruktion dreht sich hübsch, wird aber irgendwann langweilig.

Der Vorteil, Und gleichzeitig Nachteil, eines Mehrspartenhauses ist, dass man hier auf den Openchor, das Tanzensemble und die Statiserie zurückgreifen kann. Vorteil deswegen, weil die Ensemblenummern so einfach schön voll wirken. Nachteil deswegen, weil der Opernchor eben mit klassischen Sängern besetzt ist. Ihr Gesang ist natürlich nett, passt aber einfach nicht in ein Rockmusical und schauspielerisches Talent muss man bei den Damen und Herren nun mal leider suchen.

Die Enttäuschung des Abends ist eindeutig Dominique Aref. Sie mag ja noch ganz süß spielen, geht es jedoch ans singen, fragt man sich zweitweiß in welcher Provinz man gelandet ist. Über weite Strecken zu dünn und leise geht sie in der Regel im Ensemble unter oder ist im Duett mit Chris Murray nicht mehr zu hören. Lediglich bei 'Die Sonne Nubiens' vermag sie einigermaßen zu überzeugen. An vergangene Leistungen aus Essen kann Aref hier rein ar nicht anknöpfen. Schade, lebt dieses Stück doch von seiner Hauptdarstellerin.

Chris Murray als Star des Abends? Er spielt gut, singt hübsch. Ihm fehlt jedoch definitiv die Rockröhre und außerdem fragt man sich, wer denn am Staatstheater Darmstadt für's Casting zuständig ist... Mit knapp 50 ist Murray, trotz allen Versuchen Jung zu wirken, eindeutig zu alt für die Rolle.

Star des Abends ist zweifelsohne Sigrid Brandstätter. Sie singt und spielt toll und spätestens bei der Wahrheit weint man mit ihr. Der frisörstuhl ist eine witzige Idee. Die verwöhnt Prinzessin lässt sich auf ihrem Thron durch die Gegend schieben. Und wer hier schreibt dass sie diesen Stuhl erst zum Ende verlässt, hat eindeutig nicht richtig hingeguckt.

Randy Diamond gibt ihnen wunderbar fiesen Zoser. Der Rest des Ensembles spielt und singt nett, teilweise allerdings viel zu opernlasitg (besonders Mereb). Wie bereits erwähnt, scheint man in Darmstadt von Casting nicht all zu Vol zu verstehen.

Ein Problem das wohl alle öffentlichen Theater haben ist der Ton. Teilweise viel zu leise, fliegen einem im nächsten Moment fast Diethern weg. Aber auch. Ur kurzzeitig, denn einige Sekunden später ist alles schon wieder zu leise..

Alles in allem ist AIDA in Darmstadt eine sehenswerte Produktion mit Abstrichen und einer soliden, bei weitem jedoch nicht perfekten, Besetzung.

MarcCohen84 (7 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


29301
mittelmäßig

04.11.2011 - Eine absolut durchschnittliche Produktion ohne besondere einfälle. Das Bühnenbild ist ideenlos, langweilig und eher sinnbefreit. Chor und Solisten sollten bei der Oper Aida bleiben, da fällt es nicht auf, dass sie weder schauspielern noch tanzen können.

typisch Stadttheater eben.

Martin1972 (erste Bewertung)


29293
schöner Abend

29.10.2011 - Zunächst muss ich sagen, dass mir die Inszenierung von Johannes Reitmeier gut gefallen hat, viel Tempo auf der Bühne und wenig "Herumgestehe". Die Kostüme waren auch schön, nur die Ausstattung z.T. etwas seltsam (Was sollte der Stuhl von Amneris?).

Die Gäste, die sich das Staatstheater geholt hatte, erfüllten zum größten Teil die Erwartungen, bis auf eine Ausnahme. Diese betraf leider die Titelpartie: Dominique Aref spielt die Rolle zwar sehr souverän, aber stimmlich geht sie allzu oft unter, sei es im Duett mit ihren Partnern oder in den großen Chorszenen. Vielleicht eine Indisposition?

Ganz anders Sigrid Brandstetter, die eine sehr sympathische und stimmstarke Amneris singt (für den Stuhl kann sie ja nichts). Sie schaffte es, dass wir richtig mit ihr mitleiden, wenn sie herausfindet, dass ihre beiden Freunde sie betrogen haben.

Star des Abends war jedoch Chris Murray in der für ihn untypischen Liebhaberrolle. Ich muss gestehen, ich war skeptisch, aber schon, als ich ihn sah (schlank und durchtrainiert, wie ich ihn noch nicht kannte), war mir klar, er packt das. Dass er stimmlich alles souverän auf die Reihe bekommt, war eh klar - Hut ab.

Desgleichen ein Powertyp auf der Bühne: Sein Bühnenvater Randy Diamond. Endlich mal ein Zoser, der tanzen kann! Und singen und spielen tut er auch gut - die Szenen mit Vater und Sohn mutierten zu Höhepunkten der Show.

In denn kleineren Rollen gab es wenig zu bemängeln, einzig das opernhafte Timbre von Andreas Wagner als Mereb war nicht wirklich mein Geschmack.

Das Orchester begleitete flott und ohne allzu großes Übertönen der Sänger. Alles in allem also ein empfehlenswerter Abend. Und im Gegensatz zu dem, was hier steht, gibt es noch Vorstellungen bis in den Januar. Also hingehen!

antonia (8 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


29256
Aida 3.10. in Darmstadt

05.10.2011 - Mit grosser Erwartung sah ich die Aida Vorstellung im Staatstheater Darmstadt. Mit wenigen Abstrichen war ich begeistert! Ich habe manchmal den Eindruck, dass hier Leute schreiben die selbst aus dem direkten Theaterumfeld kommen und ihre ganz persönlichen aber beeinflussten Bewertungen schreiben. Gut, die Tontechnik war nicht berauschend - Dominique Aref ist nicht die starke Aida die man erwartet. Vor allem stimmlich nicht. An Chris Murray muss man sich gewöhnen aber seine Stimme ist einzigartig. Sigrid Brandstetter als Amneris war einfach toll! Sie bekam auch viel Applaus - sowie auch Randy Diamond als Zoser toll ist! Mereb als Opernsänger zu besetzen ist seltsam, aber okay. Eine durchaus gelungene Show mit netten Regieeinfällen.

Genie56 (erste Bewertung)


29255
Stück HUI - Tontechnik PFUI

03.10.2011 - Durch Zufall habe ich das Stück 2x am Staatstheater Darmstadt gesehen. Beim ersten Mal, mit Martin Pasching als Radames fand ich es grandios, wenngleich ich der Meinung bin, dass der Tontechniker sich sein Lehrgeld zurück geben lassen sollte. Chris Murray, den ich dann am 1.10. in dieser Rolle sah, ging gar nicht. Nicht nur, dass er statt zu singen eher schreit, bewegt er sich auch wie ein Besessener.

Einfach Spitze, in jeder Vorstellung der Mereb - offenbar aber auch (von Fanclubs abgesehen) der heimliche Star und Publikumsliebling. Leider hat man den Eindruck, daß sowohl Aida als auch Amneris nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. Das ist schade! Hier hätte eine bessere Regie mehr bewirken können. Das Stück als solches ist nicht unbedingt der Hit. Aber man will ja nicht meckern, sondern froh sein. Generell aber sollte es mehr geben und dann bei der Besetzung genauer geschaut werden, denn Martin Pasching ist einfach besser, als Chris Murray...

Bitte mehr Musical in Darmstadt und Tontechnikern, die ihr Handwerk verstehen!

RÄCHERderBÜHNE (erste Bewertung)


29251
Noch eine AIDA mehr....

02.10.2011 - Gestern sah ich die Darmstädter Aida. Wie immer an diesem Haus erwartete ich eine grosse Inszenierung. Leider war mir vieles nicht ganz schlüssig. Zwei Treppenportale als Pyramiden werden irgendwann langweilig, die Folterszene Amonasros war gänzlich verschenkt und Amneris dauernde Fahrt in einem Kosmetikstuhl...naja....Die Darsteller haben mir gut gefallen. Leider scheint mit dem Ton etwas nicht zu stimmen, es gab oft Übersteuerungen, vor allem bei Dominique Aref. Sie wurde so laut aufgedreht, dass man meinte die Mikroports knacken zu hören. Gegen Chris Murray und Sigrid Brandstetter mit ihren Röhren hatte sie es auch schwer. Alles in allem aber ein schöner empfehlenswerter Musicalabend!

showbizz (erste Bewertung)


29242
Fast gelungen!

18.09.2011 - Ich kann mich dem Rezensenten der Musicalzentrale anschliessen - bis auf die Interpretation der Amneris. Wie angenehm die Pharaonentochter zwar oberflächlich, aber nicht aufgesetzt schrill oder hysterisch zu sehen! An dieser Stelle ein grosses Lob an Sigrid Brandstetter die besonders ihren Song Wahrheit herzzerreissend interpretierte. Ein Highlight der Show. Dominique Aref klang leider müde und schauspielerisch war ich etwas enttäuscht nachdem ich sie in Coburg sehr gut fand. Chris Murray als Radames ist leider absolut fehlbesetzt trotz solider Leistung.

Orlando2 (erste Bewertung)


29241
Mit Abstrichen gut....

18.09.2011 - Ein schwaches Stück bleibt ein schwaches Stück. AIDA gehört sicher in diese Kategorie. Wenn dann aber auch die Darsteller schwach sind....allen voran leider Aida Darstellerin Dominique Aref. Stimmlich wie schauspielerisch geht sie einfach unter, fällt nicht weiter auf. Chris Murray versucht zu retten, kann es aber nicht. Im Gegenteil vieles wirkt einfach nur aufgesetzt. Die Überraschung des Abends sind Sigrid Brandstetter als Amneris die toll singt und eine starke Präsenz ausstrahlt und Randy Diamonds Zoser. Chor und Orchester gewohnt solide und brav. Schade!

Krollo (erste Bewertung)


29240
Tolle Bühne, wenig Pep

13.09.2011 - Beleuchtung und Bühnenbild sind einfach toll!
Aber das war's.
Von den Hauptdarstellern überzeugt nur Sigrid Brandstetter als Amneris.
Dominique Aref zeigt erst kurz vor der Pause, was stimmlich in ihr steckt, aber leider geht sie sonst im Ensemble unter.
Chris Murray ist einfach entsetzlich. Er hat eine sehr kräftige Stimme und singt um ihn herum alles in Grund und Boden, seine Darstellung ist steif und Null überzeugend.
Die Premiere geriet denn auch recht zäh. Die Dialogszenen ziehen sich wie Kaugummi, die Kampfszenen wirken nicht harmonisch sondern extrem einstudiert. Aber womöglich spielt sich das noch ein.
Die Standing Ovations am Ende fand ich übertrieben.
Das Staatstheater Darmstadt zeigt, was technisch da möglich ist, aber sonst ist das Stück heiße Luft.

bernstein (29 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


29237
Schwaches Stück - gerettet

12.09.2011 - Das Stück an sich ist einfach nur schwach. Zu viele Balladen - zu wenig Up-Tempo. Aber gut - das weiss man ohnehin von dem Stück. Darum hat die Regie hier beste Arbeit geleistet, über diese Defizite hinweg zu begleiten. Chris Murray ist mir einfach zu hart! Gesanglich ist er sicher einer in der großen Liga, für diese Rolle aus meiner Sich zu sehr Macho und Haudegen. Manchmal singt er die Kollegen einfach nur in Grund und Boden.

Absolutes Highlight der Show ist Andreas Wagner der den Mereb gibt. Seine Stimme gibt der Rolle mehr als Gänsehaut. Er schenkt seiner Rolle Gefühl. So hätte ich mir auch Radames gewünscht.

Fazit: durch Regie gerettetes Stück mit viel bunt und Bewegung auf der Bühne. Grandiose Kostüme,Bühne und Choreographien sowie einem Mereb der dem Stück einmalig schöne Momente schenkt!

MUSICALicus (erste Bewertung)


29236
Zwischen fantastisch und schrecklich

11.09.2011 - Mit sehr viel Vorfreude besuchte ich am gestrigen Tag die Premiere von "Aida" im Staatstheater Darmstadt. Leider wurde diese in weiten Teilen getrübt. Dies ist m. E. vor allem der Regie geschuldet, die die Charaktere des Stücks überzeichnete. Warum zum Beispiel die drei Hauptdarsteller bei "Einen Schritt zu weit" alle Augenbinden tragen ist ja noch eine nette Idee, aber diese wie in einem schlechten Sketch sich drehend von einer Treppe herunterhangeln zu lassen - lächerlich! Hier wurden leider die Bewegungsabläufe teilweise so unglücklich gewählt, dass "Aida" stellenweise eher wie die Persiflage auf ein Musical wirkt - große Gesten - wenig Inhalt.

Amneris Wandlung im Stück von der oberflächlichen "Tussi" bis hin zur gereiften Pharaonin war immer ein Kern des Stückes, hier bleibt Amneris bis zu ihrem Solo "Wahrheit" einfach doof. Die Regie hat ihr einen Friseurstuhl (wieviel PS der wohl hat? ;-) )an die Seite gestellt, mit der Amneris die meiste Zeit über die Bühne geschoben wird, bei der "Wahrheit" darf sie ihn dann selbst auf die Bühne schieben und sich dessen am Ende vor der Hochzeit entledigen. Welchen Sinn dies haben soll habe ich trotz vieler Interpretationsversuche leider nicht erkannt. Sigrid Brandstetter als Amneris hat an sich eine schöne Stimme, leider wirkt diese für die Rolle der Amneris etwas zu schwach. Sie ist dennoch eine gute Komödiantin und hat zu Recht viel Applaus eingeheimst.

Chris Murray als Radames ist verdientermaßen der Star dieser Aufführung. Auch wenn er optisch eher den Anti-Helden gibt, seine Stimme drückt jeden in den Sitz, jeder Ton, jedes Lied war ein Hit. Das einzige, was man im ankreiden kann ist, dass er leider seine Gesangspartnerin unter den Bühnenboden gesungen hat, man hat sie gar nicht mehr gehört.

Womit wir - leider - bei der größten Enttäuschung des Abends wären. Ich habe Aida schon sehr oft in verschiedenen Inszenierungen gesehen und Dominique Aref war in der Essener und der Tourinszenierung meine absolute Lieblingsbesetzung und für mich nun auch der Grund nach Darmstadt zu fahren. Wenn ich Dominique an diesem Abend das erste mal gesehen hätte, dann wäre ich der festen Überzeugung gewesen, dass sie eine schwache Sängerin ist. Sie sang über das ganze Stück hinweig zu leise, ging im Orchester und mit ihren Gesangspartnern komplett unter. Sie wirkte gequält, ihre Stimme tränenunterdrückt. Was auch immer los war - das war leider wirklich eine schlechte Leistung.

Lobend erwähnt seien noch Randy Diamond als Zoser (wenn er auch dieser Figur so anlegt wie Jekyll & Hyde hoch 100000) und Andreas Wagner als Mereb. Dieser Mereb ist zwar -anders als man dies kannte - in den besten Jahren, aber seine schöne Opernstimme hat mir bei "Ich kenn dich" Gänsehaut beschert.

Das Bühnenbild, das Licht und die Projektionen sind allesamt sehr gelungen, wenngleich auch die zweigeteilte Treppe im Pyramidenstil etwas zu oft eingesetzt wird.

Fazit: Ein netter Theaterabend mit einigen Minuspunkten.

Azeroth (erste Bewertung)


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(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Rock- und Popmusical mit starkem Bühnenbild und enttäuschenden Hauptdarstellern.

18.09.2011

 Leserbewertung
(11 Leser)


Ø 3.09 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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