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Drama

Sunset Boulevard

A star is back.


Helen Schneider brilliert in der Rolle der Norma Desmond und macht Sunset Boulevard zu einem Genuss.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:21.06.2011
Rezensierte Vorstellung:03.07.2011
Letzte bekannte Auff├╝hrung:29.07.2011


Man muss sich freimachen von der gro├čen B├╝hnenshow, die in den neunziger Jahren im West End, am Broadway oder hier zulande in Niedernhausen zu sehen war. Bei den Bad Hersfelder Festspielen gibt es keine Hydraulik, die die B├╝hne hoch- und runterfahren l├Ąsst. Es gibt keine goldgl├Ąnzende Villa, in der die Stummfilmdiva residiert und keinen Swimmingpool, in den der im Finale erschossene Joe Gillis st├╝rzt.

Eins aber hat diese Version mit der damaligen Produktion im Rhein-Main-Theater gemeinsam: Einen Star. Helen Schneider.

Sie lebt die Rolle der Norma Desmond. Kommt sie auf die B├╝hne, folgt man ihr gebannt und man w├╝nscht sich eine Leinwand, auf der man jedes Detail ihres Mienenspiels verfolgen kann. Fast schon hat man Angst, dass sich die Schauspielerin tats├Ąchlich im Wahn verliert, so bewegend f├╝hrt sie ihre Norma in den Untergang. Dabei legt sie ihren Part noch exzentrischer an als unter der Originalregie in Niedernhausen. Kleine Details, wie das versch├Ąmte Lachen, wenn sie versucht, ihren jungen Lover zu umgarnen oder ihre st├Ąndigen wirren Handbewegungen, machen ihre Darstellung zu einem Gesamtkunstwerk, welches die damalige Leistung noch ├╝bertrifft und auch im internationalen Vergleich bestehen kann.

Es ist zweifelsohne unfair, die anderen Rollen an Norma zu messen, denn ihre Pr├Ąsenz ist, wenn sie ├╝berzeugend gespielt wird, unvergleichlich. Dennoch bietet die Hersfelder Inszenierung weitere bekannte Namen. Rasmus Borkowski spielt Joe Gillis. Der junge Darsteller, aus Wiener Inszenierungen, wie ÔÇťRomeo und JuliaÔÇŁ oder ÔÇťSpring AwakeningÔÇŁ, bekannt, gibt dem Schreiberling eine jugendliche Leichtigkeit, die das Interesse Normas an seiner Person noch glaubw├╝rdiger macht, als damals im Zusammenspiel mit Uwe Kr├Âger. Er ist sympathisch, fast schon ein wenig naiv im Umgang mit der Grande Dame, was gut zur Rolle passt. Er singt alle Songs mit Nachdruck und immer wieder gelingt es ihm, sein eiskaltes Kalk├╝l im Umgang mit Norma und Betty durchblitzen zu lassen.

Betty Schaefer wird von der geb├╝rtigen Niederl├Ąnderin Wietske van Tongeren gespielt, die ebenfalls aus der Wiener Musicallandschaft bekannt ist. Sie ist, ├Ąhnlich wie Helen Schneider, eine Darstellerin, der es gelingt, durch ihre Pr├Ąsenz, ihr ├╝berzeugendes Schauspiel und ihre reine Stimme das Publikum zu fesseln - Leider gibt die Rolle der Sekret├Ąrin nicht viel an Entfaltungsm├Âglichkeit her, sie holt aber so viel aus der Rolle heraus, dass ihre Trauer um den Verlust von Joe an Norma glaubw├╝rdig erscheint.

Ein wenig entt├Ąuschend dagegen: Helmut Baumann als Normas Butler Max von Mayerling. Diese Rolle braucht einen starken Charakterdarsteller, damit die Intention, die den Butler dazu befl├╝gelt, Norma nicht aufgeben zu wollen, herauskommt. Baumanns Darstellung mag ├╝berzeugen, aber seine schwache gesangliche Leistung f├╝hrt dazu, dass die Rolle an Glaubw├╝rdigkeit verliert und das Gesamtpaket des Butlers, der letztlich ja eine wichtige Rolle in Normas Leben spielt, nicht glaubhaft vermittelt wird.

Der Blick auf die Liste der Ensembledarsteller l├Ąsst erkennen, dass die Festspiele auch hier auf Qualit├Ąt setzen, denn auch dort finden sich bekannte Namen. Alle Ensembleszenen sind daher stimmig und gesanglich einwandfrei. Dies unterst├╝tzt das unter Christoph Wohlleben bombastisch aufspielende, mit vielen Streichern ausgestattete Orchester. Hier gelingen die Instrumentierungen sogar besser als auf der bekannten Cast-Aufnahme aus Niedernhausen.

Die B├╝hne von Heike Meixner ist zur├╝ckhaltend, anfangs ist man gespannt, wie eine solch ausladende Show ohne das eingangs erw├Ąhnte Drumherum funktionieren kann, aber sie tut es. Andeutungen reichen hier v├Âllig aus, der Hintergrund der stimmungsvoll beleuchteten Stiftsruine gen├╝gt als Kulisse. Einige interessante Versatzst├╝cke, wie das aus Einzelteilen zusammengesetzte Auto oder die Tore der Paramount Studios, setzen interessante Highlights.

Insgesamt stellt diese Inszenierung unter Beweis, dass auch ein St├╝ck, bei dem man es nicht unbedingt vermutet, als Freilichttheater funktionieren kann. Durch die reduzierte B├╝hne und die erstklassige Hauptdarstellerin tut es dies sogar eindringlicher als die zweifelsohne sehr imposante Originalproduktion aus dem Jahre 1995.

(Text: jal)




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Kreativteam

RegieGil Mehnert
ChoreografieMelissa King
Musikalische LeitungChristoph Wohlleben
B├╝hneHeike Meixner


Besetzung

Norma DesmondHelen Schneider
Joe GillisRasmus Borkowski
Betty SchaeferWietske van Tongeren,
(Katharina Schrade)

Max von MayerlingHelmut Baumann
Celile B. DeMilleWolfgang Scheiner
Artie GreenMartin Kiuntke
SheldrakeDaniel Berger
Manfred, MyronClaus Dam
EnsembleSuzana Novosel
Stefanie K├Âhm
Yara Hassan
Sabine Ruflair
Jessica Fendler
Marthe R├Âmer
Am├ęlie Dobler
Ariana Schirasi-Fard
Fredrik Andersson
Christopher Hemmans
Wolfgang T├╝rks
Martin Kiuntke
Oliver M├╝lich
Daniel Dimitrow
Daniel Berger
Klaus Brantzen
Bernard Niemeyer
Christian Hante



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


9 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Beitrag vom 22.02.2015 gesperrt

fr├Ąnki (erste Bewertung)


29210
Phantastisch!

06.08.2011 - Sunset Boulevard war f├╝r mich das erste St├╝ck in der Stiftsruine, aber was ich dort gesehen habe, hat mich so nachhaltig beeindruckt, und zwar im positiven Sinne, dass ich trotz l├Ąngerer Anfahrt gleich noch einen zweiten Besuch habe folgen lassen.
Viele gute Einf├Ąlle, eine insgesamt abwechslungsreiche und spannende Regie, gro├čartige Hauptdarsteller (einzig Helmut Baumann bleibt als Max seltsam blass und geht zwischen Helen Schneider, Rasmus Borkowski und Wietske van Tongeren beinahe unter), und ein sehr spielfreudiges, talentiertes Ensemble. Das B├╝hnenbild f├Ąllt zwar im Vergleich zur alten Niedernhausener Inszenierung eher sp├Ąrlich aus, aber die wunderbare Stimmung in der Stiftsruine inkl. Lichtdesign entsch├Ądigen daf├╝r mehr als genug - womit bewiesen w├Ąre, dass das St├╝ck auch mit wenigen Kulissenteilen und Requisiten wunderbar funktionieren kann. Es muss nicht immer ein fahrbarer Palazzo sein!
Anstatt auf gro├če Effekte (von dem echten Feuerwerk abgesehen, aber das war eine nette ├ťberraschung zum Ende des ersten Aktes) hat Gil Mehnert sich auf die Charaktere und ihre Beziehungen konzentriert, und damit ein goldenes H├Ąndchen bewiesen. Seine Inszenierung ist atmosph├Ąrisch dicht und hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.
Ich halte Sunset Boulevard f├╝r eines der besten St├╝cke Andrew Lloyd Webbers, und habe mich sehr dar├╝ber gefreut, dass die Bad Hersfelder Festspiele sich daran gewagt haben - mit Erfolg!
F├╝r mich definitiv eines der Highlights des (mindestens) Jahres, Gratulation an alle Beteiligten, Inszenierungen dieser Qualit├Ąt w├╝rde ich in Deutschland gern h├Ąufiger sehen! Ich bin sehr gespannt, was Bad Hersfeld n├Ąchstes Jahr zeigt, mein erster Eindruck der Festspiele h├Ątte besser kaum sein k├Ânnen! :-)

Pecoraia (4 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


29208
Absolut genial

06.08.2011 - Bei dieser Inszenierung hat einfach alles gepasst. Die (allermeisten) Darsteller waren gro├čartig, die Kulisse imposant und auch die Regie hat hervorragende Arbeit geleistet. Hervorzuheben ist auf jeden Fall auch das Orchester, das von Anfang bis Ende ├╝berzeugende Arbeit geleistet hat.
Gro├čes Lob au├čerdem an ALW, das SB ein derma├čen ergreifendes Musical ist, hatte ich vorher nicht erwartet.
Nun bleibt nur die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme im kommenden Jahr...

Headline (3 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


29182
├ťberw├Ąltigend

30.07.2011 - Danke f├╝r diese gro├čartige Leistung. Eine herausragende Regiearbeit, die verstand die au├čergew├Âhnliche Kulisse einzigartig in das Geschehen einzubeziehen, die mit einfachen Theatermittel gro├čartige Bilder zauberte und die die Cast zu einer geschlossenen H├Âchstleistung (ohne Pause) motivierte. Klasse, dass es noch solche Auff├╝hrungen auch im sonst so ├╝berz├╝chteten Musical-Bereich gibt.

Lorenz (55 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


29169
├ťberzeugend

22.07.2011 - Der Besprechung von Jens Alsbach kann ich mich voll und ganz anschlie├čen. Helen Schneider ist unglaublich. Ihre wirre, berechnende Norma, die sich letztlich v├Âllig in ihrer Phantasiewelt verliert war unsagbar fesselnd. Rasmus Borkowski hat mich mit seiner pointierten Darstellung und der hervorragenden gesanglichen Leistung ├╝berzeugt. Das Ensemble hat mit seiner Spielfreude die B├╝hne mit Leben gef├╝llt.
Einzig Wolfgang Scheiner konnte als De Mille gesanglich nicht mithalten.
Absolut entt├Ąuscht war ich von Helmut Baumann. Sowohl darstellerisch als auch gesanglich eine ├╝beraus schwache Leistung. Gegen den Rest der Besetzung konnte er leider nicht bestehen.
Alles in allem aber ein Abend, der Spa├č machte, mit tollem Orchester, sehr guten Darstellern und einer gelungenen Inszenierung. Da kann man auch ├╝ber den Butler hinweg sehen.

Hughie (30 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


29144
Hochkar├Ątig und fantasievoll!

18.07.2011 - Grandiose Darsteller und sehr fantasievolle Effekte, die ein gro├čes B├╝hnenbild absolut nicht vermissen lassen! Wer erlebt schon ein Live (Silvester) Feuerwerk in einer Musicalauff├╝hrung!

Als Bewohner der deutsch-holl├Ąndischen Grenzregion konnten wir auch schon die gro├čartige Simone Kleinsma als Norma Desmond bewundern, an deren Leistung Helen Schneider hier ankn├╝pfen kann.

besuchimzoo (5 Bewertungen, ∅ 3.2 Sterne)


29141
Absolut toll

17.07.2011 - Wow, Helen Schneider und Rasmus Borkowski...G├Ąnsehaut

Wir waren absolut begeistert, beide spielen echt klaase.

Helmut Baumann fand ich zu steif und emotionslos. Seine beiden Lieder habe ich ihm leider nicht abgenommen. Ein Norbert Lamla in der Rolle ist schon mal rein stimmlich f├╝r mich viel ├╝berzeugender.

Ansonsten aber in jedem Falle ein toller Abend und eine gelungene Auff├╝hrung.... bitte mehr davon im n├Ąchsten Jahr.

andycibis (26 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


29131
Bewegend und beeindruckend

13.07.2011 - Mit das Beste, was ich bisher Open Air gesehen habe. Die Geschichte wird wunderbar erz├Ąhlt, viele nette Regieideen und hervorragende Darsteller. Mich hat vor allem Rasmus Borkowski beeindruckt, der den ganzen Abend ├╝ber sehr pr├Ąsent und auch am Ende der (sicherlich kr├Ąftezehrenden Show) noch voll bei Stimme und gesanglich absolut sicher ist. Helen Schneider ist beeindruckend, auch wenn sie (im Vergleich zur Niedernhausener CD) nicht alle T├Âne voll aussingt. Wietske van Tongerens Akzent ist ein bisschen st├Ârend, darstellerisch und gesanglich ist sie aber klasse. Und Helmut Baumann legt die Rolle zwar unspektakul├Ąr an - f├╝r seine beiden gro├čen Szenen zum Schluss geht das aber absolut auf und ist ber├╝hrend. Tolle Show!

Robin (4 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


29128
seltsamer Ort, grandiose Show

10.07.2011 - "Sunset Boulevard" in der Stiftsruine ... seltsamer Ort. Der Spielort wird auch leider so gut wie nicht f├╝r die Inszenierung genutzt. Aber das seltsame: es st├Ârt nicht! ├ťberraschenderweise funktioniert das St├╝ck auch mit sehr funktionalem extrem reduzierten B├╝hnenbild. Denn: es hat einfach exzellente Darsteller. Allen voran Helen Schneider, deren Stimme ich so gar nicht mag, aber --- mannomann, was f├╝r 'ne Pr├Ąsenz und darstellerische Ausdruckskraft! Rasmus Borkowski als Joe Gillis geht neben ihr kein bisschen unter, seine leichte, sehr nat├╝rlich und angenehm undramatische Stimme und seine jungenhafte Erscheinung passen perfekt. Der Rest der Besetzung braucht sich nicht zu verstecken, nur Helmut Baumann als Max bleibt seltsam blass. Eine tolle Auff├╝hrung, zurecht mit Standing Ovations bedacht.

bernstein (29 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


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Bei der Tony Award Verleihung 2005 wurde das St├╝ck mit sieben Troph├Ąen ausgezeichnet - darunter f├╝r das beste Musical, die beste Musik und das beste Buch.

 Kurzbewertung [ i ]
(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Eine wundervolle Kulisse, eine hervorragende Hauptdarstellerin und eine stimmige Inszenierung des Lloyd Webber Musicals.

04.07.2011

 Leserbewertung
(8 Leser)


Ø 4.88 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Auff├╝hrungstermine.


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